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Jetzt hat ein wichtiges Medium in Deutschland, nämlich die „Bild“, einen Kommentar herausgebracht, der aufhorchen lässt (weiterlesen). Herr Julian Reichelt als Chefredakteur dieses Blattes hat einen vernichteten Kommentar abgegeben, in dem er der Merkel-Regierung „Starrsinn“ und Fehler in der Bewältigung der Pandemie vorwirft, wobei auch der Präsident des Bundestages Wolfgang Schäuble zitiert wird, der gesagt hat: „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.“ (weiterlesen).

Dieser Stimmungsumschwung kommt erstens überraschend und zweitens aus einer „falschen Ecke“, war das Meinungsblatt des Springerkonzerns doch immer auf Seiten der Kanzlerin. Woher kommt der Stimmungsumschwung? Andreas Popp hat im Gespräch mit Eva Hermann darauf hingewiesen, dass die Eigentumsverhältnisse in dem Springer-Konzern sich geändert haben (ansehen), denn die Beteiligungsgesellschaft (solche Firmen betreiben kein eigenes Unternehmen, sondern beteiligen sich nur mit ihrem Kapital an anderen Firmen) „KKR“ (Kohlberg, Kravis, Roberts & Co) mit Firmensitz in New York (USA) ist 2019 mit über 40 % neuer Miteigentümer des Axel Springer SE Konzerns geworden (weiterlesen). Dieser Anteil konnte noch einmal Anfang dieses Jahres durch Kauf von Aktien anderer Aktionäre auf 47,6 % erhöht werden (weiterlesen). Damit hat „KKR“ einen höheren Firmenanteil als die Firmenchefin Friede Springer, die noch 42,6 % der Aktienanteile hält (weiterlesen). Andreas Popp weist darauf hin, dass mit dem höheren Eigentumsanteil auch eine Meinungshoheit  verbunden sei. Der Firmengründer von „KKR“, Henry Kravis, dessen Vermögen auf insgesamt 6,4 Mrd. US-Dollar geschätzt wird (weiterlesen) und als „rüder Firmenjäger“ bekannt ist, wird von Andreas Popp als eine typische „Heuschrecke“ angesehen, die Firmen aufkauft und ausplündert, um daraus eigenen Profit zu ziehen. Es liegt also in seinem rein wirtschaftlichen Interesse, dass die Zahl der Abonnenten der Bild-Zeitung  oder der anderen vom Springer Konzern herausgegeben Print-Produkten nicht noch weiter sinkt. Zu den Auftragszahlen von „Bild“ und „Sport-Bild“ tragen insbesondere auch die Berichterstattungen aus der Welt des Sports (insbesondere Bundesliga) bei. Die gegenwärtige Merkel-Politik des „Shutdowns“ trägt aber wesentlich dazu bei, dass dieser wichtige Programmteil entfällt oder sehr mager ausfällt, so dass die Gefahr besteht, dass die Verkaufszahlen weiter sinken. Eva Hermann weist in dem Gespräch mit Andreas Popp darauf hin, dass Henry Kravis als Mitglied der Republikanischen Partei  zur Finanzierung des Wahlkampfes von Donald Trump 1 Mio. US-Dollar gegeben haben soll. Es besteht also eine Beziehungen zwischen dem Präsidenten der USA und dem Firmeninhaber von „KKR“, Henry Kravis, so dass angenommen werden kann, so Andreas Popp in dem Gespräch mit Eva Hermann, dass die „KKR“ nun die Absichten von Donald Trump, der angekündigt hat, die einschränkenden Maßnahmen in den USA zu beenden, medial positiv begleiten wird (und hierfür Geld bekommt). Dies könnte sich auch auf die Kommentierung der Politik in Deutschland auswirken, die unter Merkel immer noch einen restriktiven Kurs fährt, so dass es wahrscheinlicher wird, dass – das zeigt bereits der Kommentar von Julian Reichelt - von einer Pro- zu einer Kontra-Haltung gegenüber der Merkel-Politik umgeschwenkt wird, dies allerdings nicht aus Überzeugung, sondern aus wirtschaftlichen Interessen. Dass die Bundesliga-Spiele bald wieder mit Publikumsbeteiligung – vielleicht unter zusätzlichen Hygiene-Maßnahmen – stattfinden werden, wird somit auch wieder wahrscheinlicher. Möglicherweise müssen Merkel und Co., um ihren „Kopf zu retten“, dem zu erwartenden medialen Druck nachgeben und die Einschränkungen wegen der Corona-Krise beenden.    

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