Pin It

Wir befinden uns durch die Maßnahmen der Exekutive in einem Ausnahmezustand, den wir bisher noch nicht gekannt haben: Unsere Grundrechte wie Versammlungsfreiheit, Demonstrationsrecht, Entfaltung unserer Persönlichkeit, Berufsfreiheit werden massiv eingeschränkt. Diese Einschränkung soll unserem Wohle dienen und uns vor gefährlichen Infektionen mit dem Corona-Virus schützen. Um dies den Menschen schmackhaft zu machen, wird dann auch sehr schnell von „neuer Normalität“ gesprochen.

Damit wollen Politiker erreichen, dass wir den erreichten Ausnahmezustand als etwas „Normales“ akzeptieren. Wir sollen uns daran gewöhnen, unsere Freiheitsrechte aufzugeben und sie dem „Staatsinteresse“ oder noch schärfer formuliert, der  „Staatsraison“ unterzuordnen. Selbst wenn diese Krise erfolgreich gemeistert werden sollte, sollen wir nicht wieder zu unserem „alten Leben“ vor dieser Krise zurückkehren dürfen. Das forderte auch der Chefredakteur der ARD, Rainald Becker, der in seinem Kommentar vom 06.05.2020 in den Tagesthemen davor warnte, wieder zur alten Normalität zurückzukehren. Wen wundert es, dass gerade ein „Top-Journalist“ unserer Mainstream-Medien linientreu dies verkündet (ansehen): „Der Status quo ante - also zurück zur alten Normalität - ist vielen Wirrköpfen die sich im Netz unter Widerstand 2020 und anderen Namen tummeln gerade ein Herzensanliegen. All diesen Spinnern und Corona-Kritikern sei gesagt: Es wird keine Normalität mehr geben wie vorher ...“  Stars wie Madonna und Robert De Niro sowie 200 andere Künstler und Wissenschaftler hätten gefordert, dass Konsequenzen aus der Krise gezogen werden müssten (weiterlesen): Lebensstil, Konsumverhalten und Wirtschaft müssten klar verändert  werden. Klar ist auch, dass er ein Loblied auf die Bundeskanzlerin hält, denn wer sich in einer solchen Top-Position befindet - ARD-Chefredakteur sowie ARD-Koordinator für Politik, Gesellschaft und Kultur in der ARD Programmdirektion in München (weiterlesen) -, kann es sich mit Frau Dr. Merkel nicht verscherzen. Er ist ein typischer Vertreter dieses linken Mainstreamjournalismus, den ich an anderer Stelle schon einmal kritisiert habe (weiterlesen). Aber was soll diese „neue Normalität“ sein? Hierzu einige Thesen:

  • Einschränkung der Grundrechte ist „normal“: Die uns für selbstverständlich gehaltenen Grundrechte, wie sie im Grundgesetz stehen, sollen immer mehr eingeschränkt werden – und zwar möglichst über die Corona-Krise hinaus. Das macht das Regieren den Politikern wesentlich leichter und komfortabler. Die Corona-Krise ist somit eine willkommene Gelegenheit, lästige Kritiker los zu werden. Leider sind die Mainstream-Medien voll auf Linie gebracht und verunglimpfen gerne Menschen als „Verschwörungstheoretiker“ oder „Rechtsradikale“ die für ihre Freiheit demonstrieren und die Maßnahmen der Merkel-Regierung kritisieren.
  • Politiker als Löser der Probleme, die sie selbst verursacht haben: Der geniale Trick der Politiker ist der, dass sie sich als Löser der Probleme präsentieren, die sie vorher selbst verursacht haben. Mit dem "Runterfahren" der Wirtschaft haben sie viele Existenzen zerstört oder zumindest in Gefahr gebracht und nun präsentieren sie sich als die Erlöser, in dem sie die Lockerungen propagieren. Sie stehen dabei in der komfortablen Situation, in ihrem Beamtendienstverhältnis unabhängig zu sein und nicht selbst erfahren zu müssen, welche Probleme die kleinen Selbständigen, Mittelstandsunternehmen und andere haben, deren Existenznot durch den „Lock-Down“ verursacht werden. Mancher Ministerpräsident fühlt sich bereits dabei wie ein kleiner König, dessen "Untertanen" er nach Belieben "mit Zuckerbrot und Peitsche" dirigieren kann.
  • Der „Überwachungsstaat“soll uns schmackhaft gemacht werden. Sebastian Kurz, Bundeskanzler der Republik Österreich, hatte den Begriff der „neuen Normalität“ schon sehr früh verwendet, um die Österreicher daran zu gewöhnen, dass ein „ambitionierten Plan“ zu einer „neuen Normalität“ führen solle. Hierzu gehören sollen das ständige Tragen von Gesichtsmasken, Ausweitung der Tests, die Isolierung von Infizierten und Verdachtsfällen sowie das "Tracking", also die Nutzung von Handydaten (weierlesen). Damit steht er nicht alleine, sondern auch deutsche Politiker wollen mit Hilfe der neuen Techniken "Infektionswege" zurückverfolgen können. In Deutschland wird und soll es nach dem Willen der Politiker weiterhin ein klares Abstandsgebot geben, d. h. dass die Menschen in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten müssen. Auch ist das Versammlungsverbot praktisch bis zum 31.08.2020 weiterhin Bestandteil der Corona-Verordnungen. Dies führt in letzter Konsequenz zu einer „Vereinzelung“ in der Gesellschaft und weg von einer sich selbst solidarisch empfindenden Volksgemeinschaft. Einzelne lassen sich leichter kontrollieren und der Widerstand lässt sich auch dann leichter brechen. Willige Ordnungshüter verteilen mal schnell „Knöllchen“ für Übertretungen der Corona-Verordnungen und die Denunzianten in der Bevölkerung tun ihr Übriges, um den Überwachungsstaat zu komplettieren.
  • Das "Leben auf Distanz" soll selbstverständlich werden: Schon jetzt hat sich die Arbeitswelt verändert, denn das "Treffen im virtuellen Raum" wird eingeübt und irgendwann Alltag sein, Home-Office, also das Arbeiten von zu Hause aus, wird, um zukünftige Ansteckungen unter Kollegen zu verhindern, mehr ausgebaut werden. Auch das Leben im Alltag soll sich ändern: kein Umarmen oder Händeschütteln mehr, kein sich "Näherkommen" bei Betriebsfeiern oder im freien Raum. Überall soll wegen der Infektionsgefahr und der befürchteten "zweiten Welle" ein Leben mit Abstand alltäglich werden. Die Menschen brauchen aber als "soziale Wesen" diese Nähe - Isolation und Einsamkeit vieler Menschen ist vorprogrammiert, wenn die "neue Normalität" Alltag werden sollte.

Gegen diese „neue Normalität“ hilft nur „Solidarität“. Auf den Demonstrationen in Stuttgart oder Berlin war bereits öfter auch schon der Ausruf zu hören, den die Menschen im Osten 1989 gebraucht hatten, um deutlich zu machen, dass sie sich nicht vom SED-Regime einschüchtern lassen: „Wir (alle) sind das Volk“ (ansehen) .

© beim Verfasser     

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren