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Mit der Einführung der Maskenpflicht soll die Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus behindert werden. Ob dies wirklich der Fall ist, soll hier nicht weiter erörtert werden. Ich will vielmehr auf die psychologischen Effekte und die Auswirkungen auf die Gesellschaft eingehen  (ansehen).

  • Masken nehmen uns eine wichtige Ausdrucksmöglichkeit: Die Masken, die jetzt getragen werden sollen, bedecken den Mut und die Nase, so dass ca. 2/3 des Gesichts nicht zu sehen ist. Die Möglichkeit, unsere Gefühle auszudrücken, wird stark begrenzt. Ein Lächeln kann nicht mehr erkannt werden oder auch das Staunen über etwas durch einen geöffneten Mund. Aber auch negative Emotionen teilen wir über den Mund mit. Nicht umsonst sagen wir z. B., dass jemand vor Wut die Zähne fletscht. Diese Ausdrucksmöglichkeiten werden stark behindert.
  • Masken reduzieren unsere Wahrnehmungsmöglichkeit: Die logische Folgerung der Verringerung der Möglichkeit, unsere Gefühle auszudrücken, spiegelt sich in der mangelnden Möglichkeit wider, diese Emotionen beim anderen zu erkennen. Wenn wir nur noch die Augen sehen, können wir nur ein Teil der über das Gesicht transportierten Absichten erkennen. Fehlinterpretationen sind somit vorprogrammiert.
  • Masken anonymisieren: Unsere Möglichkeit, Menschen am Gesicht zu erkennen, wird massiv behindert. Wenn uns wichtige Teile der mittleren oder unteren Gesichtshälfte verborgen bleiben, dann geschieht etwas, was wir als ein Unkenntlichmachen bezeichnen können. Es ist ein „Wunder der Natur“, dass unsere Individualität sich vor allem sehr stark über das Gesicht ausdrückt. Obwohl wir alle grundsätzlich die gleiche Ausstattung haben, gibt es eine unüberschaubare Variationsbreite des Aussehens der Menschen. Personen, die exakt das gleiche Gesicht haben, werden wir kaum finden, denn es werden doch immer wieder Unterschiede – auch wenn es nur Nuancen sind – zu erkennen sein. Die Maske „uniformiert“ unsere Gesichter, wir werden dadurch künstlich angeglichen. Nicht umsonst wird in unserem Kulturkreis es allgemein abgelehnt, dass sich Frauen verschleiern, weil wir diese Anonymisierung der Persönlichkeit der Frau ablehnen.
  • Masken verändern die Persönlichkeit: Zu Halloween wollen Menschen mit Masken anderen einen Schrecken einjagen. Durch das Tragen einer Maske wird jemand die Möglichkeit gegeben, ein anderer zu sein, weil er nicht von den Mitmenschen als die wirkliche hinter der Maske verborgene Person erkannt wird. Das erlaubt auch dem Träger einer Maske, sich anders zu verhalten. Er traut sich etwas zu tun, was er sonst nicht getan hätte. Es kommen damit auch Wesenszüge zum Ausdruck, die auch dem Träger einer Maske bisher verborgen geblieben sind. Man hat z. B. beobachtet, dass Kinder, die zu Halloween eine Maske trugen, sich aggressiver verhielten, um Süßigkeiten an den Türen zu erpressen („Süßes, sonst gibt’s Saures“).
  • Masken schaffen Distanz zum Mitmenschen: Wir können die Polizisten jetzt vermehrt sehen, wie sie bei Demonstrationen ihre Vorstellung von Ordnung durchsetzen wollen. Dabei tragen sie oft nicht nur Gesichtsmasken, sondern auch Helme und Brillen. Dies schafft Distanz zu dem Demonstranten. Wenn der Polizist dann agiert, dann handelt er nicht als Mitmensch, sondern als ein Vertreter des Staates, in dem er die staatliche Gewalt ausübt und notfalls auch rabiat durchgreift. Die eigene Maskerade hilft ihm dabei, dies zu tun. Sie schafft die für ihn notwendige Distanz zu einer Person, die er nun verbal zurechtweisen, hart anfassen oder sogar verhaften will. Die eigene „Maskerade“ mit der Uniform hilft dem Polizisten dabei, nicht als verstehender Mitmensch zu agieren, sondern sich in der Rolle des Ordnungshüters zu betätigen. Auch im Alltag schaffen die Gesichtsmasken Distanz zwischen den Menschen, denn es können nun nicht mehr durch Mimik bestimmte Botschaften ausgetauscht werden, wie dies z. durch das kurzzeitige Lächeln einem sich nähernden Menschen geschehen kann.
  • Masken fördern soziale Kälte: Wir sind als soziale Wesen darauf angewiesen, im Austausch mit anderen Menschen zu sein. Dabei spielt das sich Ansehen eine wichtige Rolle. Durch das sich gegenseitig Anblicken werden durch sofortige Rückmeldung des Gesichtsausdrucks wichtige Signale gesendet, die es uns helfen, den anderen besser zu verstehen. Uns ist es zum Teil angeboren und wir haben es auch durch jahrelange Übung gelernt, in den Gesichtern der anderen deren Gefühle richtig deuten zu können. Das gegenseitige Verstehen ist zum großen Teil an diese Fähigkeit gekoppelt. Durch das Tragen der Masken wird diese wichtige Informationsquelle blockiert. Wenn uns durch den Gesichtsschutz eine wichtige Ausdrucksmöglichkeit genommen wird, wird nicht nur die Distanz zwischen den Menschen vergrößert, es lässt uns auch eher unbeeindruckt, wie sich der andere fühlt, weil wir es nicht mehr so gut erkennen können.
  • Masken fördern Entsolidarisierung: Bei den in vielen größeren Städten zu beobachtenden Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Regierungen zur Eindämmung der Infektionsgefahr tragen die meisten Menschen keine Masken mehr. Sie wollen damit zum Ausdruck bringen, dass sie die mit der Maske gekoppelte Entsolidarisierung ablehnen. Sie wollen damit zeigen, dass sie die „Maskierung“ als eine Form der Unterdrückung ansehen, die dazu führen kann, dass der Zusammenhalt der Menschen verloren geht. Erst wenn Menschen sich gegenseitig ansehen können und sich die Freude über das Zusammensein in voller Mimik mitteilen können, fühlen sie sich auch erst dann so richtig miteinander verbunden.
  • Masken nehmen den Menschen die Würde: Masken verändern uns in unserem Verhalten und machen uns inhumaner, geben uns mehr das Gefühl, nicht mehr als Individuum geachtet, sondern nur noch ein auswechselbares Rädchen in dem Getriebe unserer Gesellschaft zu sein. Wir werden durch die Masken „uniformiert“ und somit gleichgeschaltet. Es besteht die Gefahr, dass wir nicht mehr als Individuen geachtet, sondern nur noch im Hinblick auf die Erfüllung bestimmter Funktionen gemäß der Rollen gesehen werden, die wir in der Gesellschaft spielen sollen.

 

Ob die Regierungen bewusst diese „Nebeneffekte“ der Maskenpflicht im Auge hatten, kann als Spekulation angesehen werden. Aber: Es scheint ein wichtiger Schritt zu sein, wenn die Bürger zu anonymen Rollenträgern ohne Individualität werden, denn dann sind sie leichter lenkbar. Wenn sie sich nicht mehr als eine Solidargemeinschaft wahrnehmen, können sie leichter regiert werden. Das Schüren von Ängsten ist hierbei ein zusätzliches Mittel, um die Bürger gefügiger zu machen. In dieser Hinsicht haben doch sehr viele Politiker bereits ihre Maske fallen lassen.

 

© beim Verfasser

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