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In einer Zeit, in der die Bürger unseres Landes unter den Maßnahmen, die angeblich die Gefahren der Epidemie durch das Corona-Virus neutralisieren sollen, leiden, erwachsen aus dieser Krise neue Erkenntnisse und Entwicklungen, die nicht nur negativer Art sind. Ich will versuchen, die positiven Wirkungen der Corona-Krise herauszuarbeiten:

  • Neues Wir-Gefühl: In Krisenzeiten gibt es zwei konträre Verhaltenstendenzen: Zunahme egoistischen Verhaltens, aber auch ein Wachsen einer Solidarität. Diejenigen, die glaubten, durch Horten von Toilettenpapier ihr Leben retten könnten, gehören sicher zu der erst genannten Tendenz. Diejenigen, die sich auf Plätzen zusammen gefunden haben, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, gehören zu denjenigen, die damit ausdrücken wollen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Sie entwickeln ein neues Wir-Gefühl, das vielleicht etwas vergleichbar ist mit den Emotionen, die die Ostdeutschen während der Wendezeit Ende der 80iger Jahre hatten ("wir sind das Volk"). Sie lassen sich auch nicht durch die negativen Schlagzeilen der Mainstream-Presse beeindrucken und rücken stattdessen näher zusammen.
  • Zunahme der Bedeutung von Familie: Möglicherweise hat das Kontaktverbot einiges dazu beigetragen, dass den Menschen wieder die Bedeutung der Familie bewusst geworden ist. Zumindest zeigt eine Umfrage in Deutschland, dass man eine Zunahme im Hinblick auf die Wichtigkeit der eigenen Familie erwartet (weiterlesen).  Ob diese positive Erwartung dann auch in der Realität ankommen wird, ist eine andere Frage, denn das enge Zusammenleben birgt auch Risiken, wenn z. B. Alleinerziehende  die Beaufsichtigung der Kinder mit ihrem Homeoffice kombinieren müssen.
  • Demaskierung der Herrschenden: In dem Maße, in dem die Bürger zum Tragen der Masken gezwungen wurden, demaskierten sich diejenigen sehr deutlich, die diese Krise für ihr eigenes Ego nutzen wollten. Die Kirchenvertreter hatten sich demaskiert als mit der Staatsmacht kooperierend, mit ihr an einem Strang ziehend. Kein Widerstand, keine Ermutigung, nur gleichförmige Obrigkeitshörigkeit war zu vernehmen. Viele Politiker nutzten die Krise zur Selbstinszenierung, um sich als Hardliner zu profilieren (Markus Söder) oder um die Allmachtphantasien auszuleben (Angela Merkel). Manche brave Bürger demaskierten sich als Denunzianten und Blockwarte. Die durch die Corona-Krise provozierte Demaskierung hilft uns, den wahren Charakter der Menschen zu erkennen, die Macht haben oder glauben, sie zu besitzen.
  • Entlarvung der Presse: Die Print-Medien haben einmal mehr gezeigt, dass sie auf der Seite der Herrschenden stehen und dem Mainstream folgen: Das Handeln der Politiker wird kaum hinterfragt im Hinblick auf die Frage, ob die Maßnahmen richtig und angemessen sind, Interessenverflechtungen mit Pharmalobby nicht kommentiert. Bürger, die gegen die Maßnahmen protestierten, werden als Verschwörungstheoretiker oder Rechtsradikale beschimpft. Nun erkennen auch vielleicht die Einfältigsten, wo die Schreiber dieser willfährigen Presse stehen und werden vielleicht Konsequenzen ziehen. Nur die Verweigerung der Menschen, solche Zeitungen noch zu kaufen, wird den notwendigen Druck erzeugen, eine Umkehr in der Berichterstattung und Kommentierung zu erreichen.
  • Verbesserte Luftqualität: Die Corona-Krise hat eine Verringerung des Verkehrsaufkommens zur Folge gehabt. Die Luft über Deutschland ist dank der geringeren Schadstoffimmissionen besser geworden. Deshalb sind z. B. in Hessen die NO2-Belastungen um rund 40 Prozent gesunken (weiterlesen). Zwar konnten die Messungen in Stuttgart diesen Effekt nicht bestätigen, aber dies könnte daran liegen, dass die dort gemessenen höheren Werte auf die Wetterlage (Hochdruck) mit weniger Luftaustausch zurückzuführen sind als im vorigen Jahr. Der bundesweite Trend scheint nach Untersuchungen des Politikmagazins Kontraste nach unten zu gehen (weiterlesen). Auch der geringere Flugverkehr bescherte uns in Corona-Zeiten wieder einmal die Sicht auf einen tatsächlich blauen Himmel ohne Kondensstreifen. Auch international zeigt die Verminderung der Schadstoffausstoßes Wirkung. Ein Satellitenbild der NASA zeigte z. B. im Vergleich zum Januar 2020 eine deutlich verbesserte Luftqualität über China (weiterlesen).  
  • Regional vor Supernational: Die Bedeutung der Nationalstaaten und im Falle der Bundesrepublik Deutschland der Länder wird gestärkt, die der Europäischen Union geschwächt. Wie hat bisher die Europäische Union als Institution auf die Herausforderung durch die Corona-Krise reagiert? Man könnte es auf einen kurzen Nenner bringen: überhaupt nicht! Außer der Diskussion über „Eurobonds“ war nicht viel zu hören und eine die Hände waschende Frau von der Leyen war auch nichts zu sehen (ansehen). Das Europäische Parlament zeigt sich vorwiegend als ein überflüssiger Debattierclub, weil in wichtigen Fragen dieses von der Europäischen Kommission gar nicht eingeschaltet wird (ansehen). Auch wurde keine Vereinheitlichung der Grenzkontrollen erreicht. Die Nationalstaaten hatten letztendlich im Alleingang die Krisen bewältigt. Und im Falle Deutschland kann man sagen: Der Föderalismus hat sich als vorteilhaft erwiesen, weil die Entwicklung der Epidemie in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich war, so dass der bundeseinheitliche, von der Bundeskanzlerin vorgegebene Plan, sich nicht mehr durchsetzt. Es ist zu erwarten, dass sogar die Krisenbewältigung demnächst auf der Landkreis- und Stadtebene erfolgen wird. Es zeigt sich: Je näher politische Institutionen an den Menschen sind, für die sie gemacht wurden, desto effektiver sind sie, weil sie noch die „Tuchfühlung“ mit den Bürgern noch nicht so stark verloren haben, wie die supernationalen Einrichtungen (EU, WHO).
  • Machtverlust für Frau Merkel: Die Landesfürsten lassen sich von Frau Merkel nicht mehr dirigieren. Ihre Allmachtphantasien bleiben zunehmend unbefriedigt. Der Landeschef von Thüringen, Bodo Ramelow, hat es als erster gewagt, aus der „Corona-Front“ auszuscheren, in dem er verkündet hat, den „Lock-Down“ beenden zu wollen, um vom Krisenmodus auf Regelmodus umzuschalten (weiterlesen) . „Kaiserin Angela I“ war darüber „not amused“, wie man dies von der Königin von England sagen würde, die die Kontaktbeschränkungen bis zum 05.07.2020 verlängern will (weiterlesen). Es sieht danach aus, als würde dies eine Abkehr von einer von der Kanzlerin diktierten Marschroute bedeuten, die Schule machen könnte, denn auch Sachsen und auch andere Länder wollen dem Beispiel von Thüringen folgen (weiterlesen).
  • Relativierung künstlicher Notlagen: Es sei daran erinnert, dass einige Städte den so genannten „Klimanotstand“ ausgerufen hatten. Der Berliner Senat hatte als erstes die Klimanotlage (weiterlesen) erklärt und dies allein deshalb, weil die Reduktion des angeblichen Treibhausgases CO2 seit 1990 nicht um die 85 % gesenkt werden konnte (weiterlesen). Diesem Beispiel folgten andere Städte in analoger Weise. Welcher Notstand damit nun ausgelöst sein sollte, wird wohl das Geheimnis der Politiker bleiben, die das entschieden haben. Die Diskussion um die „Klimakatastrophe“ oder den drohenden „Klimawandel“ als Dauerberieselung einer in der Zukunft liegenden vagen Notlage mitsamt der „Friday-for-Future“-Proteste ist hinter die Corona-Krise zurückgetreten. Wenn viele um ihre tatsächliche Existenz in der Gegenwart bangen, treten die imaginären Notlagen der Zukunft durch den Ausstoß von Treibhausgasen in den Hintergrund.   
  • Änderung des Freizeitverhaltens: Die Zeiten des Massentourismus wird wohl zu Ende gehen. Die Flutung der Strände im In- und Ausland mit Urlaubern könnte der Vergangenheit angehören. Die Menschen überlegen angesichts der Risiken für Auslandsreisen, eher dann in Deutschland sich aufhalten zu wollen. Die Rückkehr in die „eigenen vier Wände“ hat auch eine Abkehr von der „Vergnügungsindustrie“ bewirkt, die mit immer neuen Sensationen die Menschen bei Laune halten will. Der erzwungene „Hausarrest“ hat auch eine Art „Selbstbesinnung“ gefördert: Die Beschäftigung mit eigenen Ideen und Interessen hat merklich zugenommen. Mehr Introversion statt Extraversion ist angesagt. Das Lesen, das Stöbern im Internet, das Rückbesinnen auf sich selbst kann durchaus positive Effekte mit sich bringen: Selbstreflektion und auch Selbsterkenntnis.
  • Qualitatives statt quantitatives Wachstum: Das ständige Wachstum der produzierten Gütermenge und der dargebotenen Dienstleistungen mit dem damit einhergehenden Ressourcenverbrauch erscheint spätestens seit dem gewaltsamen Stopp des Wirtschaftsmotors fragwürdig geworden zu sein. Wenn unser Wohlstand daran gekoppelt ist, dass Menschen und Natur ausgebeutet werden, kann etwas an diesem Modell nicht stimmen. Das rein quantitative Wachstumsmodell gehört auf den Prüfstand. Es muss die Frage gestellt werden: Kann es ein qualitatives Wachstum geben, dessen Ziel es ist, ressourcen- und naturschonend zu sein, das sich an dem Anspruch einer realen Verbesserung der Lebensqualität möglichst aller Menschen  messen lassen muss?   

 

Die Zukunft wird zeigen, ob wir aus der Corona-Krise etwas gelernt haben.  

 

© beim Verfasser

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