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Mit über 70 Jahren auf dem Buckel kann ich mich noch an die Zeit vor der „Studentenrevolte“ 1968  erinnern, als die Konservativen in Deutschland regierten und ein Konrad Adenauer, Ludwig Erhard oder Kurt Georg Kiesinger Bundeskanzler waren. Es war die Zeit der solide wirkenden Männer, die auf Tradition setzten, kirchentreu waren und eine Politik betrieben, in der das traditionelle Rollenbild der Frau als Mutter und Hausfrau gepflegt wurde und der Mann als Ernährer und als Oberhaupt der Familie galt. Es schien alles gut geregelt zu sein, manches wirkte dabei etwas – wenn es übertrieben wurde - spießig, aber alle schienen irgendwie damit zufrieden zu sein. Als dann Ende der 60iger Jahre die Studenten auf die Straße gingen, war alles, was vorher noch als richtig empfunden wurde, nicht mehr gültig und mit der Drohung, den „Marsch durch die Institutionen“ anzutreten, setzten die linken Kräfte ein Zeichen, dass nun eine Wende eintreten solle, die alles bisher da gewesene infrage stellen würde. Was ist dann passiert?

  • Linke Intoleranz: Der linke Standpunkt könnte man kurz gesagt so charakterisieren, dass hierbei immer auf die Veränderung bestehender Verhältnissen abgezielt wird, wobei die in der Gesellschaft bisherigen traditionellen Vorstellungen von Familie, Erziehung, Bildung, soziale Strukturen und Aufgabe des Staates auf den Prüfstand gestellt werden und propagiert wird, dass andere Formen, andere Ziele aufgrund veränderter Wertvorstellungen (was ist wichtig oder richtig?) ausprobiert werden sollen. Der „rechten Position“ steht damit einer „verändernden Position“ gegenüber, woraus sich eine gewisse Dynamik entwickelt, in der durch den daraus entstehenden Diskurs zwischen traditionellen Vorstellungen und auf Veränderung drängende Ideen nach dem dialektischen Prinzip (These, Antithese, Synthese) sich daraus „das Beste“ entwickeln kann. So gesehen könnte dem Auftreten der „linken Bewegung“ durchaus etwas Positives abgewonnen werden. Ich kann mich aber noch an meine Studienzeit in den 70iger Jahren in Marburg erinnern, dass dort die in den Hochburgen der linken Bewegung – Marxismus und Leninismus waren angesagt – die Studenten, die in den Vorlesungen auftraten, eine penetrante Intoleranz an den Tag legten und keine andere Meinung zuließen, Professoren massiv in ihrer Arbeit behindert und Studenten, die vielleicht an den Vorlesungen teilnehmen wollten, durch massiv ausgeübte Dominanz davon abgehalten wurden. Eine auf Gleichgewicht der auf Veränderung und Erhalt von bestehenden Strukturen basierender Meinungsvielfalt wurde von linker Seite keinen Wert gelegt. Das Predigen von Toleranz wurde durch das tatsächliche Verhalten der demonstrierenden Studenten konterkariert und eine extreme Intoleranz an den Tag gelegt. Dies ist bis heute so geblieben und eines ihrer negativen Markenzeichen.
  • Pseudo-Links: Der Marsch durch die Institutionen ist den Linken gelungen. Sie haben sich überall etabliert, sowohl in der Politik als auch in allen Feldern der Gesellschaft wie z. B. in den Medien, den Schulen und Universitäten. Ihre penetrante Intoleranz hat ihnen den Vorteil verschafft, sich leichter durchzusetzen. Nun sitzen sie also in den Ministerien, in den Zeitungsverlagen, in den Kirchen, in der Justiz und in den Universitäten sowie Schulen in den entscheidenden Schlüsselpositionen und können dort leichter ihre Ansichten durchsetzen. Jetzt ist aber die paradoxe Situation entstanden, dass sie ein Teil dessen geworden sind, was sie früher verächtlich das „Establishment“ genannt haben. Sie sind selbst so etabliert geworden, wie die Personen, die sie am Anfang der linken Bewegung kritisiert haben; sie sind „pseudo-links“ geworden. Die linken Vokabeln haben sie zwar nicht verlernt und reden auch gerne von „Meinungsfreiheit“, „Chancengleichheit“, „Solidarität“ und „Fortschritt“, aber sie haben gar kein echtes Interesse mehr daran. Die eigene  Karriere, die eigene Absicherung in einem Beamtenverhältnis oder in einer schwer kündbaren Anstellung im öffentlichen Dienst ist ihnen wichtiger geworden. Nun rücken plötzlich die konservativen Kräfte in die Position derer, die diese Linken Kräfte kritisieren könnten, weil diese in ihren saturierten Stellungen das „Establishment“ verkörpern. Aus „Linken“ sind also „Pseudo-Linke“ geworden, die nur so tun,ch als ob sie für Veränderung wären, aber in Wirklichkeit sind sie für die Erhaltung des „Status quo“.
  • Linker Gesinnungsterror: Ich hatte bereits an anderer Stelle den linken Zeitgeist herausgestellt, der sich in unserer Gesellschaft breit gemacht hat (weiterlesen); vor allem im Journalismus hat sich der linke „Gesinnungsjournalismus“ etabliert (weiterlesen). Dieser Trend scheint ungebrochen, sieht man sich die Befragung unter Volontären bei der ARD an, bei der herauskam, dass bei der „Sonntagsfrage“ die jungen „Möchte-gern-Journalisten“ zu 57, 1 % Grün, zu 23,4 % Die Linke und zu 11,7 % die SPD wählen würden. Die Konservativen liegen weit abgeschlagen bei 3 % (CDU) bzw. 1,3 % FDP – die AfD wird sicher hierbei bei den Sonstigen, für die 3,9 % gestimmt haben, gänzlich untergegangen sein (weiterlesen). Diese eindeutige Parteienpräferenz kann auch in anderen Untersuchungen als bestätigt angesehen werden, denn im Allgemeinen werden Journalisten dem linken Spektrum zugerechnet, wobei die Grünen bei 36 % und die SPD bei 25 % liegen, während 11 % nur CDU und 6 % FDP wählen würden (Untersuchungen von Kommunikationsforscher Matthias Kleppinger, weiterlesen). Man kann sich ausrechnen, dass die politische Ausrichtung auch Auswirkungen hat auf die Berichterstattungen, bei denen die konservativen Positionen schlecht wegkommen. Aber nicht nur im Journalismus hat sich dieser Linksruck breit gemacht, auch in der Politik ist dies zu beobachten, denn die  Bundeskanzlerin, bekannt für ihren prinzipienlosen Opportunismus, hat die CDU entsprechend nach links rücken lassen, um dem links-grünen Zeitgeist Tribut zu zollen. Auch im Bildungssystem haben die Linken sich breit gemacht und z. B. eine Sexualkunde-Frühsozialisierung vorangetrieben, so dass bereits in einem Alter, in dem nach klassischer Einteilung der Entwicklungspsychologie die Kinder sich in der „Latenzzeit“ befinden (Zeit so ca. zwischen 6 und 10 Jahren), in der die Sexualität keine Rolle spielt, mit Sexuallehren konfrontiert werden. Jeder kann dies eigentlich selbst bestätigen: Für Jungs sind Mädchen in dieser Zeit „doof“ – aber mit Beginn der Pubertät ändert sich die Einstellung schlagartig, so dass dann die richtige Zeit für einen entsprechenden Unterricht gekommen wäre. Die negativen Erfahrungen einer linken Propaganda in den Schulen hat Niklas Lotz in seinem Buch „Mein Weckruf für Deutschland“ thematisiert (weiterlesen). Er wurde auch aus seinem Lehrberuf „herausgemobbt“, weil er kritische Berichte in seinem Youtube-Kanal gepostet hatte (ansehen). Die Ausgrenzung Andersdenkender wird überall systematisch betrieben, in dem alle, die dem links-grünen Mainstream nicht folgen wollen, als Nazis, Rechtsradikale und ähnliches beschimpft werden. Der Meinungskorridor wird verengt und wer sich in diesem nicht bleiben will, befindet sich sehr schnell außerhalb des Mainstreams, verliert seine Stellung bei einem Zeitungsverlag, beim Fernsehen oder wird in einer Behörde zwangsversetzt. Dieser Meinungsterror begann aber bereits in den siebziger Jahren, das hätte man eigentlich wissen müssen, und hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt.
  • Demaskierung der Linken: Links zu sein war und ist anscheinend immer noch irgendwie "in". Konservativ zu sein bedeutet vor allem für Jugendliche: So zu sein wie so manche Spießbürger, die von keinem so gut karikiert wurden wie von Loriot, dessen Sketche oft den spießigen Kleinbürger aufs Korn genommen hatten. Links zu sein ist irgendwie chic, modern, fortschrittlich und vor allem tolerant. Dass aber diese Adjektive nur leere Worthülsen sind, die nur eine scheinbare Bedeutung haben, kann an der Diskussion über die Migrationsfrage verdeutlicht werden. Wenn Ratspräsident der EKD Bedford-Strom etwa für die Rettung der Geflüchteten aus dem Mittelmeer wirbt, ist dies pure Heuchelei, denn kein einziger der Geretteten hätte eine Chance, Eingang in sein Haus zu finden. Der Kabarettist Christian Ehring kam in seinem Programm „Keine weiteren Fragen“ im Jahr 2017 mit folgender fiktiven Geschichte heraus:  „Nachdem er seinen 18-jährigen Sohn (in Wirklichkeit hat er zwei Töchter) zwangsweise zum Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Slum in Buetnos Aires geschickt hat, kommt seine Frau auf die Idee, die dadurch freie Einliegerwohnung einem Flüchtling anzubieten. Eine Idee, die Ehring super findet – also als Idee, die aber nicht umgesetzt wird, damit man sich in Zukunft immer wieder freuen kann, wie toll diese Idee doch war.“ (weiterlesen). Zumindest kann man dem Kabarettisten, der wie alle Kabarettisten dem linken Meinungsspektrum zugerechnet werden kann, zugutehalten, dass er ehrlich mit dieser „Wir-wollen-alle-Flüchtlinge-retten-Philosophie“ umgeht und sie selbst als eine leere Phrase enttarnt. So könnten alle diese „linken Projekte“ enttarnt werden, wie z.B. auch der Kampf gegen den Klimawandel, für den die Jugend auf die Straße geht („Friday-for-Future“). Sie sind Scheingefechte, die nur geführt werden, um sich und anderen zu demonstrieren, dass man sich für „eine gute Sache“ engagiert. Keiner dieser Demonstranten oder Politiker hält sich aber in seinem Alltag daran, denn die Grünen sind z. B. bekannt dafür, dass sie mehr mit dem Flugzeug unterwegs (weiterlesen) sind - 46 % der Grünen-Wähler bejahten die Frage, dass sie in letzten Jahr geflogen sind und nur zu 26 % bejahten dies die AfD-Wähler – als andere, propagieren aber immer, dass sie sich für Klimaschutz einsetzen. Wie passt das zusammen? Gar nicht, könnte man sagen, denn hier entlarven sich die Klimaschützer selbst als reine Heuchler.

Wie in dem Andersen-Märchen vom „Des Kaisers neue Kleider“ kann jeder Diktator enttarnt werden. Die Entlarvung des Diktators ist der erste Schritt zu seiner Demaskierung. Mit dieser verliert er seine eingebildete Besserstellung und seine Reputation. So könnte auch mit denen umgegangen werden, die sich aufgrund ihrer pseudo-linken, nach außen dargestellten Gesinnung, meinen herausheben zu können, um ihre moralische Überlegenheit zu demonstrieren, die aber in Wirklichkeit nur Maskerade ist. Dies wäre der erste Schritt, nämlich den Mut aufzubringen, den scheinlinken Ideologen die Maske vom Gesicht zu reißen, um ihnen zu zeigen, dass sie sich nicht weiter sicher fühlen können. Vielleicht kann damit eine Trendumkehr erreicht werden.

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