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Die gegenwärtige Corona-Krise macht uns mehr als es einigen lieb ist, die Endlichkeit des Lebens bewusst. Dabei tun die Politiker, die die freiheitseinschränkenden Maßnahmen verhängen, so, als ob diese Maßnahmen uns das Leben retten könnten. Sie beruhigen die Bürger mit der simplen aber gleichzeitig falschen Ansicht, dass das Retten vor dem Virus uns vor dem Tod bewahren könnte. Aber ist der Tod nicht allgegenwärtig? Nur machen wir uns das vielfach nicht bewusst.

  • Lebensquantität oder Lebensqualität: Wenn ein Arzt vor der Frage steht, ob er einem Patienten eine bestimmte Art der Therapie vorschlagen will, dann muss er abwägen, ob die mit der Therapie verbundenen Beschwernisse verhältnismäßig sind, d. h. ob die nicht immer erfreulichen Begleiterscheinungen jeder Art von Therapie in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Man könnte auch fragen: Ist die Lebensverlängerung, der Gewinn von Lebenszeit, wichtiger als die Qualitätseinbußen durch die Therapie. Dies trifft z. B. für die Chemotherapie zu, die als eine sehr verbreitete Therapieart bei Krebs durchaus mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen verbunden ist. Im Hinblick auf die Corona-Krise erscheinen, um diese Analogie jetzt einmal zu nutzen, die Therapiemaßnahmen, die mit Einbußen an Lebensqualität verbunden sind, u. U. unverhältnismäßig zu sein im Hinblick auf den möglichen Gewinn. Dies wurde gerade am Anfang der Krise deutlich, als die alten Menschen in Seniorenheimen geradezu eingesperrt wurden und der Zutritt von nahen Angehörigen mit der Begründung verwehrt wurde, dass dadurch das Infektionsrisiko steige. Die Absurdität dieser Begründung wurde noch auf die Spitze getrieben, in dem gerade Menschen in der finalen Lebensphase es zugemutet wurde, alleine sterben zu müssen. Es gibt sicher Menschen, die in dieser Phase allein sein möchten, aber auch solche, die gerade in dieser Zeit den Beistand eines anderen, vor allem vertrauten Menschen wünschen. Diese Wahl wurde ihnen aber genommen, ihnen somit ein Stück der Lebensqualität geraubt für den fraglichen Nutzen der Lebensverlängerung durch Verhinderung der Infektion mit dem Corona-Virus. Die Kontaktbeschränkungen, die Untersagung des Aufsuchens von Gaststätten, Museen, Theater und anderen Einrichtungen des kulturellen Lebens, sind Einschränkungen in der Lebensqualität. Sie reduzieren Menschen in ihren Aktionsmöglichkeiten und stellen gewissermaßen Berufsverbote für bestimmte Berufsgruppen dar, was eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität darstellt, da ihre Existenzen auf dem Spiel stehen.
  • Externe Unverhältnismäßigkeit: Es wird im Rahmen der Corona-Maßnahmen von Juristen gerne von Verhältnismäßigkeit gesprochen. Hierbei wird dann die Frage gestellt, ob die getroffenen Maßnahmen (weiterlesen) zweckmäßig und geeignet (bringen sie das, was damit erreicht werden soll), erforderlich (würden auch mildere Mittel denselben Zweck erreichen), und angemessen (stehen die mit den Maßnahmen eintretenden Nachteile in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen) sind. Diese „interne Verhältnismäßigkeit“ könnte man von der „externen Verhältnismäßigkeit“ abgrenzen und fragen, ob andere die Gesundheit des Menschen bedrohende Gefahren die gleiche Aufmerksamkeit zukommt wie die durch Corona-Viren zu sterben. Der Vergleich mit der Gefahr, durch Krankheitskeime infiziert zu werden, die sich Menschen in Krankenhäusern holen können, wäre ja durchaus passend mit Corona-Viren. Jedes Jahr infizieren sich 400.000 – 600.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern mit Krankheitserregern, die geschätzt zwischen  bei 10.000 und 20.000 Menschen zum Tode führen (weiterlesen). Es handelt sich oft um so genannte multiresistente Bakterien, gegen die auch keine Antibiotika mehr helfen. Aber wird darüber großartig berichtet und werden hierzu Gesetze geändert? Wie sieht es aus mit dem Tod durch Nebenwirkungen von Medikamenten? Am 24.06.1999 (!) berichtete Panorama darüber (weiterlesen), dass ca. 20.000 Menschen jedes Jahr an den Nebenwirkungen von Medikamenten sterben – und daran wird sich seit dem auch nichts Wesentliches geändert haben. Auch darf nicht übersehen werden, dass 500.000 Menschen unerwünschte Folgen von Medikamenten erleiden müssen. Aber auch dies ist kein großes Thema. Und wie sieht es aus mit ärztlichen Kunstfehlern? Immerhin kommt ein von der AOK in Auftrag gegebenes Institut zu dem Ergebnis, dass 19.000 Menschen jedes Jahr durch ärztliche Behandlungsfehler sterben müssen (weirterlesen). Nach einer Statistik des Bundesgesundheitsministeriums (weiterlesen) starben 2016 über 19.000 Menschen an Grippe oder Pneumonie (Lungenentzündung). Und wie stark ist die mediale Aufmerksamkeit auf die durch Krankheitskeime oder ärztliche Kunstfehler getöteten Menschen im Verhältnis zu den Corona-Toten gerichtet? Welche Maßnahmen wurden hierzu ergriffen, um diese Sterbefälle in den Griff zu bekommen? Totschweigen ist hier die am häufigsten angewandte Strategie. Man kann deshalb hier von einer „externen Unverhältnismäßigkeit“ sprechen, weil die Aufmerksamkeit und die politische Energie zur Behebung der drohenden Gefahren vergleichbarer Gesundheitsrisiken ungleich verteilt sind.
  • Der Tod ist todsicher: 945.874 Menschen starben 2018 in Deutschland. Die Gründe sind vielfältig und werden fein säuberlich in Statistiken erfasst. Danach hat man den Eindruck, dass es kaum noch Menschen mehr gibt, die „einfach so“ sterben (2 %), also dass sie sterben, weil das Lebensende gekommen ist (weiterlesen). Wenn also die Menschen nicht an Corona sterben, dann ereilt sie der Tod durch eine andere Krankheit oder „einfach so“. Aber das zu sagen, gilt als nicht erlaubt und wird medial verteufelt; wer in Deutschland die Wahrheit sagt, geht immer das Risiko ein, von einer heuchlerischen Mehrheit verurteilt zu werden. Der Tod ist eben zu 100 % sicher. Es ist also die Diskussion, ob Menschen nun mit oder an Corona-Virus gestorben sind, für die Menschen, die es betrifft, unerheblich. Für die Mediziner ist nur klar, dass die Multimorbidität und das Alter eben zusätzliche Risikofaktoren darstellen, die einen Tod durch Corona-Viren wahrscheinlicher machen.

Todesursachen 2018 BRD

absolut

in Prozent

Herz-Kreislauf

345274

37%

Krebs

238345

25%

Atmung

71719

8%

Psychische Erkrankungen (Demenz)

58053

6%

Gewalt und Unfälle

41554

4%

Verdauungssystem

41074

4%

Nervensystem

34827

4%

Stoffwechsel

34640

4%

Harn- und Geschl. Organe

24719

3%

unklare Befunde

32593

3%

"natürlicher Tod"

23076

2%

Summe

945874

100%

  • Güterabwägung gegen den Tod: Unter der Prämisse, dass der Tod das absolute Ende des Lebens ist, erscheint für den materialistisch denkenden Menschen die Lebensverlängerung die oberste Priorität zu haben. Weil der Verlust eines unwiederbringlichen Gutes (Leben) alle anderen Güter (Freiheit, Selbstbestimmung, Menschenwürde) in seiner Bedeutung erschlägt, erscheint der Erhalt des Lebens obere Priorität zu haben; oder anders formuliert: Das Leben ist allemal besser – auch mit Beschwerden, mit Freiheitsbeschränkungen, also ein Leben mit dem Verlust von anderen Rechtsgütern – als kein Leben mehr. Wenn wir aber davon ausgehen, dass mit dem physischen Tod das Lebens in geistiger Hinsicht nicht endet, also der Tod nicht das absolute Ende ist, dann relativiert sich das ganze erheblich, denn dann kann ein beschwerliches Leben, ein Leben mit Einschränkungen der Lebensqualität u. U. weniger sinnvoll sein als die Inkaufnahme des Todes, weil danach ein Weiterleben in einer anderen Form als Hoffnung dem entgegensteht. Dies gilt für das individuelle Leben, aber dann auch gesamtgesellschaftlich: Wenn in der Gesellschaft der Glaube an ein Leben nach dem Tod vorherrschte, würde der Verlust von massiven Verschlechterungen der Lebensqualitäten durch Kontaktverbote, Mobilitätseinschränkungen, Durchkreuzen von eigenen Lebensplänen durch Berufsverbote und Reduktion auf ein rein physisch existierendes Wesen ohne Anspruch auf „höhere Bedürfnisse“ plötzlich der Absolutheitswert genommen. Denn in einer Welt, in der eine „Corona-Diktatur“ herrscht, könnte es dann u. U. nicht mehr erstrebenswert erscheinen weiterzuleben – wenn nach dem Tod ein „besseres Leben“ in jenseitigen Welten als Hoffnung winkt. Wer die Angst vor dem Tod verliert, der verliert alle anderen Ängste! Die Urchristen hatten noch eine Zuversicht auf ein Leben nach dem Tod und glaubten noch felsenfest, dass Gott sie nach dem Tod nicht im Stich lassen würde; deshalb waren sie bereit, lieber den Tod in Kauf zu nehmen  als ihren Glauben an Jesus Christus zu verleugnen. Menschen in den Konzentrationslagern konnten die demütigenden Lebensbedingungen ertragen, wenn sie einen festen Glauben an Gott hatten. Und heute? Die Dominanz des materialistischen Weltbildes, das sich gegen das spirituelle Weltbild (weiterlesen) anscheinend durchgesetzt hat, hat die Menschen erpressbar und damit für die demagogisch auftretenden Politiker anfällig gemacht, auch eine „Corona-Diktatur“ hinzunehmen, wenn sie nur versprechen, sie am Leben zu lassen. Mit dem Schreckgespenst Tod versuchen diese Demagogen ihre diktatorischen Maßnahmen durchzudrücken, in dem sie suggerieren: Wenn ihr diese Bevormundung ertragt, dann können wir euch vor dem Tod retten. Diese zweifelhafte Behauptung greift nicht mehr, wenn der Tod als Schreckgespenst nicht mehr taugt und zudem noch bezweifelt werden kann, dass die Maßnahmen tatsächlich das bewirken, was mit ihnen versprochen wird. Wer dies durchschaut, wird sich dann nicht mehr einschüchtern lassen können und erkennen, dass er nicht mehr alles so stillschweigend hinnehmen sollte. Im Gegenteil, er erkennt es als seine staatsbürgerliche Pflicht, sich dagegen zu wehren und sich nicht durch Politiker und ihre Helfer einschüchtern zu lassen.

Der Tod relativiert alles. Er relativiert auch die Corona-Gefahren, denn ob wir nun an diesem Virus sterben oder an einer anderen Krankheit oder „einfach so“: Es läuft im Endeffekt immer auf dasselbe hinaus. Ich habe die Angst abgelegt, weil ich durch meine mannigfaltigen Nachforschungen auf dem Gebiet der Thanatologie (weiterlesen : Warum leben wir, was ist der Sinn des Lebens, Nahtoderfahrung – ein Indiz für ein Leben nach dem Tod, Reinkarnation und Christentum) zu der Überzeugung gelangt bin, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Vielleicht gibt uns diese Krise die Gelegenheit, uns mit dieser essentiellen Frage auseinanderzusetzen.

 ©beim Verfasser

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