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Die Corona-Krise und die Maßnahmen gebären immer mehr Blüten, die aber gar nichts mehr mit dem eigentlichen Zweck zu tun haben, nämlich dem Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus. Welche Rolle hat in diesem Zusammenhang die Polizei?

  • Polizei – dein Freund und Helfer? Die Polizei kommt im Rahmen der Corona-Maßnahmen in eine brenzlige Lage. Als Menschen das Ski- und Rodelgebiet bei Winterberg besuchen wollten, um einmal dem Corona-Irrsinn zu entfliehen, wurden sie von Kräften des Ordnungsamtes und der Polizei empfangen. Die aus allen möglichen Gegenden der  umliegenden Länder kommenden Gäste, die einmal uneingeschränkt den Winterzauber der Mittelgebirge genießen wollten, wurden von der Polizei kontrolliert und wegen Verletzung der Coronaschutzverordnung mit Geldbußen belegt. Die Stadt Winterberg hatte sich die Polizei als Hilfe herbeigerufen, weil die Kräfte des Ordnungsamtes der Lage nicht mehr Herr wurden. Ob die Polizei wirklich so weit gegangen ist, einen Schneemann zu zerstören, ist umstritten (anschauen). Die Wut der Bürger gegenüber der Bevormundung durch Merkel und Co. macht sich überall Luft und die Polizei als Vollstreckungsorgan der Exekutive kommt in arge Bedrängnis: Soll sie sich wirklich für die Durchsetzung der Corona-Regeln einsetzen oder sich hiervon distanzieren? Hatte die Polizei nicht einmal ein gutes Image? An den euphemistischen Ausspruch: „Polizei -  dein Freund und Helfer“ – eigentlich vollständig: „Die Polizei hat es sich zum Ziel gesetzt, vom deutschen Volk als sein bester Freund und Helfer angesehen zu werden" stammt von Heinrich Himmler, Reichsführer SS (weiterlesen) – wird man unwillkürlich erinnert, wenn man sich das Vorgehen der Polizei heute ansieht. Es erinnert in fataler Weise an die Rolle der Polizei in der Zeit von 1933 bis 1945. Denn in dieser Zeit war sie auch obrigkeitsstaatlich orientiert und eine Stütze des Hitler-Regimes. Ist das vielleicht heute so ähnlich?. Man erinnere sich: Als die Demonstranten vor dem Reichstagsgebäude gegen die Verabschiedung der Novelle zum Infektionsschutzgesetz protestierten, wurden sie mit Wasserwerfern besprüht (weiterlesen). Einige Demonstranten wollten sogar den „Reichstag stürmen“ und wurden von mutigen Polizisten daran gehindert. Wer im Sinne der Obrigkeit handelt, wird belobigt und erhält sogar vom Bundespräsidenten anerkennende Worte (weiterlesen). Manchmal stößt tätliche Gewalt gegen die strukturelle Gewalt des Staates, denn welche Möglichkeiten haben noch die Bürger, sich gegen einen übergriffigen Staat zur Wehr zu setzen, als die Proteste auch einmal vehement vorzutragen, indem sie in das Gebäude eindringen, wo eine für sie wichtige Abstimmung durch ihre „Volksvertreter“ stattfindet. Wenn diese dann vor dem eigenen Volk geschützt werden müssen, heißt das nicht, dass es an dem Volk liegen muss, das zu dumm ist, die Maßnahmen zu verstehen. Polizisten geraten dabei „zwischen die Fronten“, entscheiden sich aber i.d.R. für die Obrigkeit. Auch gegen einzelne Personen, die völlig harmlos sind, wird immer aggressiver vorgegangen und Menschen einstweilen festgenommen, die nur einfach leider zu einem falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren (anschauen). Eine Frau wurde z. B. festgenommen, weil sie angeblich sich in einer Versammlung befunden und keine Maske getragen habe. Als sie entgegnete, dass sie nicht Teil der Versammlung war, sondern nur eine Spaziergängerin, die zufällig in der Nähe war, beharrte man auf der Herausgabe des Attests. Da dies nicht geschehen war, wurde sie mit auf die Wache genommen, wo sie, nach der Androhung, dass drei Polizistinnen sie dann untersuchen würden, das Attest herausgab. Ihr wurde eröffnet, dass der Ärztin ein Ermittlungsverfahren drohe wegen eines falschen Attests. Ärzte geraten auf diese Weise in das Visier der Polizei und der ermittelnden Staatsanwälte wegen möglicherweise falscher Attestierung, dass das Tragen einer Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist.  
  • Anpassung an die Rollenerwartung: Der amerikanische Psychologe Zimbardo wurde durch einen Feldversuch 1971 bekannt, als er das so genannte „Standford-Prison- Experiment“ (weiterlesen) durchgeführt hatte. Hierbei wurden die Rollen (Gefängniswärter – Strafgefangener) durch Losentscheid zwischen ausgewählten 70 Probanden (Studenten, die aufgrund eines vorgeschalteten Persönlichkeitstests keine Auffälligkeiten aufwiesen) ausgewählt. Die „Gefangenen“ wurden in dem Kellergewölbe des Psychologischen Instituts, das für diesen Zweck eingerichtet worden war, gebracht und jeweils zu Dritt in Gefängniszellen eingesperrt. Es gab keine Vorgaben des Versuchsleiters, so dass die Regeln von den Polizisten selbst erfunden wurden. Sehr schnell passten sich die Studenten den jeweiligen Rollen an, wobei auch einige „Wärter“ geradezu sadistische Verhaltenszüge entwickelten und z. B. „Gefangene“ zur Strafe Liegestützen machen ließen. Die Demütigung der „Gefangenen“ wurde dadurch gesteigert, dass ihnen „Sträflingskleidung“ angezogen wurde, die mit Nummern versehen waren. Zum Toilettengang mussten die „Gefangenen“ sich bei den „Wärtern“ melden, um außerhalb der Zelle auf die Toilette geführt zu werden. Am dritten Tag gab es einen Aufstand, der brutal mit eisigem Kohlendioxid und Feuerlöschern niedergeschlagen wurde. Ab da wurden die Haftbedingungen verschärft (nachts mussten die „Häftlinge“ auf einen Eimer ihre Notdurft verrichten, so dass es nach einer Weile erbärmlich stank). Am sechsten Tag musste das Experiment abgebrochen werden, weil auch die Versuchsleiter ihre Objektivität verloren hatten. Das Interessante an diesem Experiment war, dass völlig bis dato unauffällige Studenten überraschend schnell die Rolle des „Wärters“ angenommen hatten und dabei Verhaltensweisen an den Tag legten, die für sie untypisch waren. Eine Übertragung dieser Erfahrungen auf die Alltagssituationen von Polizisten in den heutigen Corona-Zeiten bedeutet,  dass die Beamten die jeweiligen  Rollenerwartungen annehmen werden und es nicht für bedenklich halten, harmlose Bürger wegen der Corona-Verordnungen zu Geldbußen zu verdonnern. Um eine innere Dissonanz zu vermeiden, die dann entsteht, wenn Menschen etwas aufgrund von Rollenerwartungen tun, die von äußeren Normen geprägt werden, diese aber eigentlich ablehnen, werden sie erwartungsgemäß es für wichtig erachten, dass die Corona-Maßnahmen eingehalten werden und diese verteidigen.
  • Polizei verspielt Vertrauensbonus bei der Bevölkerung durch künstliche Kriminalisierung: Die Coronaschutzverordnung (weiterlesen , für NRW) erweist sich als Arbeitsbeschaffungsmaschine für die Polizei und Ordnungsämter, weil nicht nur durch die Maskenpflicht Menschen kriminalisiert werden, die ansonsten brave Staatsbürger sind, sondern durch einen Katalog von Ordnungswidrigkeiten mit im § 18 genannten 28 Einzelbestimmungen drangsaliert werden, die kaum noch zu überschauen sind. Der Sinn dieser Maßnahmen wird nicht mehr hinterfragt, sondern obrigkeitshörig einfach nur noch befolgt, denn der Staatsdiener soll ja nicht darüber nachdenken, ob das, was er tut, irgendeinen Sinn ergibt. Statt dass die Polizei auf wirkliche Verbrecherjagd geht, macht sie auf harmlose Bürger Jagd, weil sie z. B. keine Masken tragen. Das ist einfach nur noch armselig. Die Polizei gerät dabei in die Situation, dass sie sich sogar der Lächerlichkeit Preis gibt, in dem sie z. B. einen harmlosen Klavierspieler in der Fußgängerzone behelligt und nach einem Großeinsatz von dem Klavierspieler in ihre Schranken verwiesen wird und unverrichteter Dinge wieder abziehen muss (anschauen). Die Führungskräfte in der Polizei tragen die Verantwortung für die Glaubwürdigkeit der Beamten, wenn diese in vermeidbare Konflikte hineingetrieben werden, die nicht sein müssten. Wenn sie bedenken, dass sie nicht zum Schutz der Staatsorgane, sondern zum Schutz der Bevölkerung da ist, könnte dies einen Umdenkungsprozess in Gang setzen. Dieser Umdenkungsprozess erfordert auch Mut nein zu sagen und sich gegen „Weisungen von oben“ zur Wehr zu setzen, die keinen Sinn machen.  Aber auch der einzelne Polizist  kann sich mit der Begründung, er habe immer nur auf Befehl gehandelt, seiner persönlichen Verantwortung nicht entziehen. Nein, denn jeder bleibt in der Verantwortung und kann diese nicht auf Vorgesetzte, die Verhältnisse oder die Gruppe delegieren (weiterlesen). Er muss nur bereit sein, Nachteile in Kauf zu nehmen. Dazu sind aber die Wenigsten bereit. Den Mut aufzubringen, für sein eigenes Gewissen einzustehen und sich den Befehlen zu widersetzen, ist eine Charaktereigenschaft, die nur wenige haben.  

© beim Verfasser

 

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