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Die FFP2-Maske gilt nach der neuen Coronaschutzverordnung als „medizinische Maske“, die laut RKI das Einatmen von Aerosolen verhindern soll, in denen Viren enthalten sein können. Wie Ist die Rechtslage zum Tragen dieser Masken? Ist das Tragen unabhängig von den rechtlichen Bedingungen für jeden sinnvoll und zu empfehlen? Wo sind die Risiken und die Gefahren solcher Masken?

  • FFP2-Maske nach der Coronaschutzverordnung (NRW): Soweit Kinder unter 14 Jahren aufgrund der Passform keine medizinische Maske tragen können, ist ersatzweise eine Alltagsmaske (textile Mund-Nasen-Bedeckungen einschließlich Schals, Tüchern und so weiter oder gleich wirksame Abdeckungen von Mund und Nase aus anderen Stoffen) zu tragen (§ 2 Abs. 3, CoronaSchVO). Kinder bis zum Schuleintrittsalter sind allerdings grundsätzlich vom Tragen von Masken befreit (§ 3 Abs. 4 CoronaSchVO). Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können, sind vom Tragen jeglicher Maske befreit, sofern sie das Vorliegen der medizinischen Gründe durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen können, welches auf Verlangen vorzulegen ist (§ 3 Abs. 4 CoronaSchVO). Interessant ist hierbei, dass nach der Verordnung das Benennen einer Diagnose nicht ausgeführt ist, sondern nur die Angabe der „medizinischen Gründe“. Kein Ordnungshüter wäre also berechtigt zu verlangen, dass ein Attest vorgelegt werden muss, in dem eine Diagnose steht. Kräfte von Sicherheitsbehörden, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz in Einsatzsituationen sind grundsätzlich ebenfalls von der Maskenpflicht befreit (§ 3 Abs. 4 CoronaSchVO). Aber die Maskenbefreiung gilt eben nur Einsatzsituationen! Ansonsten unterliegen sie auch der Maskenpflicht. Die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske oder einer Alltagsmaske kann für Inhaber und Inhaberinnen sowie Beschäftigte durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen (Abtrennung durch Glas, Plexiglas o.ä.) ersetzt werden (§ 3 Abs. 5 CoronaSchVO).
  • FFP2-Masken und die Aerosole: „Als Aerosole werden Mischungen von festen oder flüssigen Partikeln („Schwebeteilchen“) in einem Gas oder Gasgemisch (z. B. Luft) bezeichnet. Aerosolpartikel aus der Umwelt sind von sehr unterschiedlicher Größe und haben Durchmesser von etwa 1 Nanometer (nm) bis zu mehreren 100 Mikrometern (µm). Größere Partikel sinken schnell zu Boden. Partikel kleiner als 10 µm können Stunden bis Tage in der Luft verbleiben“ (weiterlesen-). Die Masken können zwar nicht die Viren selbst herausfiltern, aber eben die Aerosole, die sie als Trägersubstanz benutzen. Sie verwenden sie gewissermaßen wie ein Taxi, das sie besteigen; und wenn sie ihr Ziel erreicht haben (Schleimhaut eines Menschen), steigen sie aus dem Taxi und versuchen in eine Wirtszelle einzudringen, wobei sie als „Andockärmchen“ winzige „Spikes“ verwenden. Insofern leisten die FFP2-Masken einen wichtigen Beitrag gegen die Übertragung von Viren, weil sie nicht nur das Abatmen von Aerosolen verhindern (aktiver Schutz), wie z. B. die chirurgische Maske, sondern auch das Einatmen unterbnden (passiver Schutz) und somit auch den Träger der Maske selbst schützen.
  • Richtige Verwendung der FFP2-Maske: Voraussetzung für die Wirksamkeit ist das richtige Tragen und die korrekte Verwendung der Maske. Das „Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte“ beschreibt diese „Partikelfiltrierende Halbmasken ( „FFP-Masken“, Englisch für: „Filtering Face Piece“)“ als zur „persönlichen Schutzausrüstung (PSA) im Rahmen des Arbeitsschutzes“ zugehörig, die ursprünglich als sogenannte „Staubschutzmaske“ aus dem Bereich des Handwerks bekannt ist (weiterlesen). Die Masken müssen dicht am Gesicht getragen werden, damit die ein- und ausgeatmete Luft nur durch die Maske zirkulieren kann. Vor der Zulassung müssen die Masken auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. "Dabei wird insbesondere die Filterleistung des Maskenmaterials anhand der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 mit Aerosolen getestet. FFP2-Masken müssen mindestens 94 % und FFP3-Masken mindestens 99 % der Testaerosole filtern." Bei der Verwendung der Masken im beruflichen oder im privaten Bereich muss folgende Unterscheidung vorgenommen werden: Im beruflichen Bereich ist eine Wiederverwendung der Masken nicht vorgesehen, sondern sie sind nach einer Benutzungsdauer von 8 Stunden zu entsorgen (weiterlesen). Im privaten Bereich ist eine Verwendung möglich, allerdings nur von ein- und derselben Person, wenn man die Maske bei 80 Grad eine Stunde im Herd erhitzt oder bei Raumtemperatur 7 Tage lang trocknet. Hierbei sollte aber die Raumtemperatur nicht mehr als 30 Grad Celsius betragen. Die Masken können auf einer Wäscheleine im ausreichenden Abstand voneinander aufgehängt werden. (weiterlesen).

Abb.: Hängemethode nach Fachhochschule Münster(https://www.fh-muenster.de/gesundheit/forschung/forschungsprojekte/moeglichkeiten-und-grenzen-der-eigenverantwortlichen-wiederverwendung-von-ffp2-masken-im-privatgebrauch/index.php).

Für das Tragen von Schutzmasken im beruflichen Bereich gelten die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversichrung (weiterlesen) für das Tragen von Atemschutzgeräten. Danach gilt für FFP-Masken mit einem Atemventil eine Tragezeit von maximal 120 Minuten mit einer Erholungsdauer von 30 Minuten bei mittlerer Arbeitsschwere und bei einer FFP-Maske ohne Atemventil eine maximale Tragezeit von 75 Minuten und einer Erholungspause von ebenfalls 30 Minuten. (weiterlesen). Diese Vorschrift dürfte auch für Pflegekräfte in Altenheimen gelten, sofern die Arbeitsbelastung nicht erheblich ist. Werden die Masken im Pflegebereich verwendet, wäre eine Wiederverwendung der Masken ausgeschlossen.

  • Ausnahmen des Tragens von FFP2-Masken: Nicht für jeden ist das Tragen von FFP2-Masken ratsam. Grundsätzlich sind Personen nach den jeweiligen Corona-Schutzverordnungen vom Tragen der FFP2-Masken ausgenommen, wenn ein entsprechendes ärztliches Attest vorliegt. Dies gilt typischerweise für folgende Personen (weiterlesen):
    • Angina-Pectoris-Patienten: Menschen mit verengten Herz-Kranzgefäßen sind durch diese Masken gefährdet.
    • Personen mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD): Hier kommt es durch Verengung der Atemwege durch Entzündungen in den Bronchien und durch Lungenemphysem (Zerstörung der Alveolen=Lungenbläschen) zu massiven Atembeschwerden (weiterlesen).
    • Asthmatiker: Dies kann auf eine allergische Reaktion zurückgeführt werden (Hausstaub, Blütenstaub) oder andere Gründe haben, durch die Schleimhäute als Abwehrreaktion auf diese Auslöser anschwellen, wodurch sich die Atemwege verengen.
    • Personen mit dermatologische Komplikationen: Es kann passieren, dass Personen auf die Masken mit Hautirritationen reagieren (weiterlesen), wodurch es zu Hautausschlägen der verschiedensten Art kommen kann.
    • Personen mit anstrengende körperliche Arbeit: Nach Meinung von Edwin Bölke, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikum Düsseldorf, kann es zu großer Anstrenung zu einer Hyperkapnie kommen: „Kann das Kohlendioxid (CO2) aufgrund des erhöhten Luftwiderstands in der Maske nicht richtig abgeatmet werden, könnte es sich im Blut anreichern und den pH-Wert im Blut senken. Der erhöhte CO2-Partialdruck würde dann zu einer respiratorischer Azidose führen.“( weiterlesen).

Neben diese engen diagnostischen Ausnahmen klagen Menschen, die aus beruflichen Gründen Masken tragen, häufig über folgende Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nasenbluten, Stirnhöhlenentzündungen, Schwindel, Kreislaufprobleme, Gereiztheit (Aussage einer Kosmetikern: weiterlesen).

Wenn jetzt Schüler in den Schulen FFP2-Masken tragen sollen, müsste noch geklärt werden, ob dieses Tragen gerade bei diesen Personen, die noch nicht völlig ausgereift sind, nicht gesundheitliche Schäden verursachen könnte. Hier besteht noch Forschungsbedarf. Auf diese Problematik habe ich bereits an anderer Stelle hingewiesen: weiterlesen.

Obwohl das Thema ernst ist, noch zum Schluss noch ein Witz, den mir meine Mutter erzählt hatte (der auf einer wirklichen Begebenheit beruht) zu dem Thema ärztliches Attest: Im Krieg gab es in Köln (und auch in anderen Städten) die Verpflichtung, sobald die Sirenen ertönten, in den Keller zu gehen oder einen Luftschutzbunker aufzusuchen, um sich vor den Fliegerangriffen der Alliierten zu schützen. Eine alte Frau wehrte sich immer vehement, mit in den Keller zu gehen, mit folgender Begründung: „Ich brauch nicht in den Keller gehen, ich habe ein ärztliches Attest.“

© beim Verfasser

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