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Der 124. Deutsche Ärztetag, der vom 04.05.- 05.05.2021 in Berlin stattfand, hat zahlreiche Beschlüsse gefasst, u. a. auch zu dem Thema Corona, und zwar im Zusammenhang mit Minderjährigen[1]. Man will offensichtlich nicht nur Erwachsene gegen den SARS-Virus impfen lassen, sondern auch Kinder und Jugendliche und sieht dies im Zusammenhang mit der notwendigen Bildung. Hierzu ist ein entsprechender Beschluss ergangen. Ist dieser Beschluss zu begrüßen oder ist er eher kritisch zu sehen?

[1] https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/124.DAET/Beschlussprotokoll_Stand_06.05.2021.pdf

  • Beschluss zur Impfung von Kindern und Jugendlichen: Hier hat der Ärztetag zu dem Titel: „Notwendige COVID-19-Impfstrategie für Kinder und Jugendliche 2021/2021 beschlossen“: „Der 124. Deutsche Ärztetag 2021 fordert die Bundesregierung auf, unverzüglich eine COVID-19-Impfstrategie für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und vor Einsetzen des Winters 2021/2022 umzusetzen. Dazu gehört es u. a., die Forschung zu Impfstoffen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sofort und nachhaltig mit ausreichenden finanziellen und organisatorischen Maßnahmen zu fördern, hinreichend adäquate Impfstoffe zu bestellen und zeitnah auszuliefern, proaktiv mediale Kommunikation für die Impfung von Kindern und Jugendlichen vorzubereiten und umzusetzen sowie Kinder- und Jugendärzte in Praxis, Klinik und Öffentlichem Gesundheitsdienst (ÖGD) und Hausärzte als Drehscheibe für Kommunikation und bei kurzfristiger Impfdurchführung zu unterstützen.“ Zur Begründung dieses Antrages heißt es u. a.: „Auch Kinder und Jugendliche haben deutliche gesundheitliche Risiken infolge einer SARS-CoV-2-Erkrankung. Deshalb muss die Immunität auch für diese Gruppe durch eine Impfung und nicht durch eine Durchseuchung erzielt werden. Das Recht auf Bildung mit Kita- und Schulbesuch kann im Winter 2021/2022 nur mit einer rechtzeitigen COVID-19-Impfung gesichert werden. Ohne rechtzeitige Impfung, insbesondere auch für jüngere Kinder, führt ein erneuter Lockdown für diese Altersgruppe zu weiteren gravierenden negativen Folgen für die kindliche psychische Entwicklung. Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erlangen Familien mit Kindern nur mit geimpften Kindern zurück.“
  • Widerstand #nichtmeinaerztetag: Eine Reihe von Ärzten haben sich in dem Verein „Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.“[1]zusammengetan, um gegen diesen Beschluss zu protestieren[2]. Hier die Stimmen einiger Ärzte, die sich hierzu geäußert haben:
    • Michaela Hösl[3]: „…Werte Kollegen des Deutschen Ärztetages. Ich bin fassungslos. Auf dem Boden welcher Erkenntnisse kommen sie dazu, faktisch eine Impfpflicht für Kinder zu fordern. Für alle verwendeten Impfstoffe gegen das SARS-Cov-2-Virus gelten bislang nur Notfallzulassungen. Die vollständigen Zulassungsstudien werden erst in ca. vier Jahren fertig gestellt sein. Wir haben noch nicht einmal eine Grippewelle hinter uns für die klinischen Beobachtungen, ob die Geimpften wirklich besser durch den Winter kommen als die Ungeimpften. Geschweige denn können wir auch nur ahnen, in welchem Ausmaß die Impfstoffe Langzeitschäden wie Unfruchtbarkeit oder Autoimmunkrankheiten auslösen…Sie sind nicht mein Ärztetag und ich distanziere mich ausdrücklich von ihrer Erklärung.“
    • Emilie Frigovitsch[4]: „…In meiner Arbeit mit traumatisierten Menschen ist es mir immer ein Anliegen, sie ermutigen nein zu sagen, ihre Grenzen wahrzunehmen und ihnen beizubringen, dass niemand gegen ihren Willen ihre persönlichen, emotionalen oder körperlichen Grenzen übertreten darf. Genau das sehe ich hiermit als gefährdet an, das potenziell zu Kindeswohlgefährdung führt, denn mit dieser Empfehlung sind gleich zwei Gewaltarten beinhaltet. Das erste ist die emotionale Gewalt, denn dazu zählt Erpressung. Und das zweite ist potenzielle körperliche Schädigung und Gewalt, wenn an Millionen Kindern und Jugendlichen ein unzureichend geprüfter Impfstoff in einer Notfallzulassung verimpft wird, dessen Langzeitfolgen wir noch gar nicht absehen können…“
    • Andreas Kühn[5]: „…Kinder und Jugendliche sind durch Covid-19 weder besonders gefährdet noch tragen sie entscheidend zur Verbreitung des Virus bei. Gerade als deutscher Arzt oder deutsche Ärztin sollten wir nach den Erfahrungen des Dritten Reiches mit Zwang und Experimenten an Schutzbefohlenen besonders sensibilisiert sein. Ich fordere alle…auf, sich die fehlende Evidenz vor Augen zu halten und diesen skandalösen Beschluss umgehend zu widerrufen….“
    • Stefan Schmidt-Trotschke[6]:“… Was wissen wir wirklich über die massenhafte Impfung von Kindern….Ich weiß wirklich sicher: wir wissen viel zu wenig…Angesichts der vielen offen Fragen haben wir kein Recht, die körperliche Unversehrtheit von Kindern ohne Not zu verletzen.“
    • Ingrid Heinke[7]: „…Im Interesse von Kindern und Jugendlichen wäre es, wenn sowohl Kita- und Schulschließungen als auch die Covid-Impfstoffe hinsichtlich Nutzen und Risiken nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin untersucht werden würden. Im Interesse von uns allen wäre es, wenn der Nürnberger Codex[8] uneingeschränkt respektiert würde….“
    • Alexander Konietzky[9]: „…Wenn ich das medizinethisch zusammenfasse, kann ich doch als Arzt nur zu einer Indikationsimpfungslösung kommen, d. h. ich wäge die Risiken und den Nutzen gegeneinander ab und kann tatsächlich im Einzelfall dazu kommen, dass ich diesen Menschen impfe, aber doch nicht 18 Mio. junge, gesunde Menschen.“
    • Sybille Freund[10]: „Primum non nucere[11], das ist unser ärztlicher Leitsatz. Impfungen sollen schützen und dürfen nicht schaden. Normale ärztliche Therapien können im Alltag Nebenwirkungen haben, sie können sogar so schwerwiegend sein, dass ein Schaden entsteht. Das kann in Kauf genommen werden, wenn es um schwerwiegende Erkrankungen geht. Bei Impfungen ist das nicht der Fall. Impfungen sollen schützen und bei Kindern müssen wir sehr aufmerksam sein. Impfungen müssen langfristig geprüft werden, über Jahre, damit Langzeitfolgen wie Autoimmunerkrankungen ausgeschlossen werden. Das schaffen wir bis zum Herbst 21/22 nicht. Deshalb keine Experimente mit unseren Kindern.“
    • Martin Hirte[12]: „…Bei uns sind vor allem die psychischen Auswirkungen auf Kinder verheerend. Bildungsnotstand durch Schulschließungen, seelische Not durch Kontaktverbote, Hygieneregeln, Masken und ständige Selbsttests. Wir erleben eine wahre Pandemie von Essstörungen, Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen und Computersucht. Kinder sind jetzt wieder verstärkt in das Visier der Non-Covid-Strategen gerückt. Sie werden angeblich in die letzte Schlacht gegen das Corona-Virus geschickt. Sie sollen geimpft werden, obwohl sie nur selten schwer erkranken und kaum ansteckend sind. Kinder haben von der Impfung keinen Nutzen. Die Impfung ist fremdnützig, wie Experten sagen. Sie sollen ungefragt geopfert werden. Kinder haben aber die Risiken und die möglicherweise ihr Leben lang."
    • Andreas Johannes Grüner[13]: „…In den letzten 12 Jahren habe ich regelmäßig und ausgiebig Notarztdienste gemacht….Ich habe keine Pandemie gesehen. Aber ich sehe, wie die Menschen planvoll über Angst und Not erpresst werden….Schwere Impfkomplikationen sind seit Beginn der Corona-Impfungen bei mir im Notarztdienst an der Tagesordnung.“
    • Stephan Heinrich Nolte[14]: „…Der Erwerb einer natürlichen Immunität ist ungefährlicher als die Bedrohung durch hastig zugelassene Impfstoffe, ungefährlicher als die Langzeitfolgen rigoroser Einschränkungen, wie wir sie in unseren Praxen heute an Kummer, Medienmissbrauch, Bewegungsmangel und Adipositas täglich sehen.“
    • Steffen Rabe[15]: „…Schulen und Kitas können, Schulen und Kitas müssen sofort wieder geöffnet werden ohne sinnlose Massentests und ohne fragwürdige Impfexperimente an Kindern und Jugendlichen.“
  • Covid-Belastung von Kindern und Jugendlichen: Allgemein gilt, dass Covid-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen keine schweren Verläufe haben. Das gibt auch die Statistik zu den Sterbefällen her, wonach in der Altersgruppe bis 9 Jahre bundesweit nur 8 Jungen und 4 Mädchen an Covid-19 gestorben sind und in der Altersgruppe von 10 – 19 Jahren 3 Mädchen und 4 Jungen[16]. Bisher sind 85.112 Menschen an oder mit Corona-Virus-Infektion gestorben. Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zu den Altersgruppen, dann ergibt sich, dass die Wahrscheinlichkeit in der Altersgruppe bis 9 Jahren an Covid-19 zu sterben bei nur 0,00017 % und bis zu 19 Jahren bei 0,00010 % liegt, während im Vergleich dazu die Sterberisiko in der Gesamtbevölkerung im Hinblick auf Covid-19 bei 0,10 % liegt, wenn man von ca. 83 Mio. Einwohnern ausgeht[17]. Das Sterberisiko kann also kein ausschlaggebendes Argument für die Einführung einer Impfpflicht bei Kindern und Jugendlichen sein, zumal dann, wenn man den Vergleich mit Sterbefällen an Influenza heranzieht, denn 116 Kinder und Jugendliche waren 2018/2019 an der normalen Grippe gestorben[18]. Bis zur Altersgruppe von 0 bis 19 Jahren wurden 152.912 Covid-Fälle bundesweit gemeldet, 4789 wurden im Krankenhaus behandelt und 68 auf Intensivstationen[19]. Bundesweit wurden insgesamt 2,8 Mio. Covid-Fälle registriert[20], davon wurden 104.332 intensivmedizinisch behandelt[21]. In Prozentzahlen ausgedrückt heißt dies, dass allgemein 3,7 % von Covid-19 Erkrankten intensivmedizinisch behandelt werden mussten, in der Altersgruppe bis zu 19 Jahren aber nur 0,04 % der Erkrankten einer intensivmedizinischen Behandlung bedurften. Also auch die Schwere der Erkrankung rechtfertigt keine Impfung der Kinder.

Die Ärzteschaft, die sich von dem Beschluss der Delegierten des Ärztetages distanziert hat, betont einhellig das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Sie protestieren dagegen, dass die Impfung mit dem Recht auf Bildung in Zusammenhang gebracht wird, so dass dadurch ein indirekter Impfzwang entsteht. Die Zahlen ergeben auch keine besondere Belastung der Kinder und Jugendlichen mit der Covid-Erkrankung. Aus diesem Grund erscheint eine massenweise Durchimpfung dieser Altersgruppen als ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte und ist deshalb abzulehnen. Impfen sollte immer eine individuelle Entscheidung bleiben, bei der der Nutzen und die Risiken gegeneinander abgewogen werden müssen. Allgemein kann aber derzeit das Risiko größer eingeschätzt werden als der Nutzen, da die Spätfolgen der Impfung noch nicht ausreichend erforscht sind.   

 

© beim Verfasser     

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rzte_f%C3%BCr_individuelle_Impfentscheidung: Der Verein setzt sich gegen verpflichtende Impfungen ein.  

[2] https://www.youtube.com/hashtag/nichtmeinaerztetag

[3] https://www.youtube.com/watch?v=aF7mYpTJFmE

[4] https://www.youtube.com/watch?v=dGMjOjwAwlk

[5] https://www.youtube.com/watch?v=APWahE2qQzI

[6] https://www.youtube.com/watch?v=t2-wvN7wgu4

[7] https://www.youtube.com/watch?v=HbYnI_iydus

[8] https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Kodex: Ergebnis des Nürnberger Ärzteprozesses 1946/1947,  nachdem beschlossen wurde, dass bei "Versuchen an Menschen die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson unbedingt erforderlich (ist). Das heißt, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können.“

[9] https://www.youtube.com/watch?v=nCE7dVbfaOQ

[10] https://www.youtube.com/watch?v=AuxiiNewWa0

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Primum_non_nocere: Forderung an das moralisch vertretbare ärztliche Handeln, erstens nicht zu schaden. Das Zitat lautet vollständig "primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare", übersetzt "erstens nicht schaden, zweitens vorsichtig sein, drittens heilen".

[12] https://www.youtube.com/watch?v=lWfEeqvgyQ4

[13] https://www.youtube.com/watch?v=ZN5S2dTyWg0

[14] https://www.youtube.com/watch?v=vHb7kt25qKc

[15] https://www.youtube.com/watch?v=Way5y6j3dyY&t=30s

[16] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/

[17] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/:    

[18] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/123123/Elf-Todesfaelle-durch-COVID-19-bei-Kindern-und-Jugendlichen Kommentar von Udo Schlenz vom 21.04.2021.

[19] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/123123/Elf-Todesfaelle-durch-COVID-19-bei-Kindern-und-Jugendlichen

[20] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/123123/Elf-Todesfaelle-durch-COVID-19-bei-Kindern-und-Jugendlichen

[21] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1108578/umfrage/intensivmedizinische-versorgung-von-corona-patienten-covid-19-in-deutschland/

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