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Schon mal was von der ZASAS-Regel gehört? Nein? Dann wird es Zeit, sich damit zu beschäftigen. Die Beachtung dieser Regel kann dem Menschen helfen, besser klar zu kommen – mit sich und anderen. Ich weiß nicht, wo ich sie aufgeschnappt oder ob ich sie frei erfunden habe, aber sie kann helfen zu klären, ob alle Grundbedürfnisse ausreichend befriedigt sind[1]. Z steht dabei für Zu(sammen)gehörigkeit, A für Autonomie, S für Sicherheit, A für Anerkennung oder Ansehen und S für Sinn. Jeder könnte selbst einen Checkup unternehmen, ob diese Grundbedürfnisse ausreichend zur Geltung kommen und wo ein Mangel besteht. Fangen wir an:

 

[1] https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite: Hier findet man auf der Seite „Ruhestand – was nun?“ die Anwendung der ZASAS-Regel auf das Leben von Personen, die aus dem aktiven Erwerbsleben ausgeschieden sind.

  • Z wie Zu(sammen)gehörigkeit: Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit sind wichtige Elemente der Orientierung für einen Menschen. Wobei die Unterscheidung der beiden Begriffe einen verschiedenen Grad der Verbundenheit des Menschen mit seiner Umgebung charakterisiert.
    • Zugehörigkeit: Wer sich zu einer Gruppe, einer Organisation, Nation oder sogar „Weltfamilie“ zugehörig fühlt, verschafft sich damit ein Stück Geborgenheit, weil er sich nicht allein und verlassen fühlt in einer anonymen Massengesellschaft. Der Mensch braucht diesen Bezugspunkt der Orientierung, um sich verorten zu können, zu fühlen, wohin man gehört. Die Auflösung von Volksgemeinschaften und wachsende Überfremdung durch willkürliche Zuwanderung von Menschen außerhalb des eigenen Kulturkreises wirkt diesem entgegen. Die vom links-grünen Mainstream propagierte Aufgabe der völkischen Gedanken, d. h. des Bewusstseins, gemeinsame geschichtliche Wurzeln zu haben, unterhöhlt dieses wichtige Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Nation. Nationalstolz ist in diesen Kreisen verpönt und wird als Relikt einer vergangen Epoche gesehen, das heute nicht mehr gültig ist. Das ist ein grundlegender Irrtum. Sich als Deutscher zu fühlen, sich der Volksgruppe der „Germanen“ zuzurechnen, ist gleichsam auch ein Bekenntnis zu einer gemeinsamen Geschichte, die die Menschen miteinander verbindet. Auch die Zughörigkeit zu einer Partei, schafft ein gemeinsames Identitätsbewusstsein, weil Menschen mit ähnlicher Gesinnung zueinander finden, die ähnliche politische Ansichten vertreten.
    • Zusammengehörigkeit: Während die Zugehörigkeit auch im „virtuellen Raum“ einer vorgestellten Gemeinschaft denkbar ist, ist die Zusammengehörigkeit so nicht vorstellbar. Es bedarf konkreter Kontakte von Menschen in einem überschaubaren Raum. Wissenschaftler um Wu Yang von der Michigan Universität haben herausgefunden, dass eine ideale Gruppengröße bei 9 Personen liegt, um ein effektives Arbeiten zu gewährleisten[1]. Sie untersuchten die Arbeit von Menschen in einem überschaubaren Gebiet in dem 5.000 Menschen lebten. Sie hatten die Aufgabe die Natur zu schützen, den Wald zu schützen und illegale Abholzungen zu verhindern. Die Überschaubarkeit der Gruppe ist ein wichtiger Faktor (jeder muss noch ohne große Mühe jeden kennen können), um ein wirksames Interagieren zu ermöglichen. Wird die Mitgliederzahl einer Gruppe zu hoch, ist die Gefahr zu groß, dass einige „abtauchen“ oder unentdeckt bleiben, wird sie zu klein, dann bleibt zu viel auf den Schultern weniger hängen. Das bekannt gewordene Ferienlager-Experiment des Sozialpsychologen Muzafer Sherif (1906 1988)[2], bei dem zwei „feindliche Lager“ von Jugendlichen von jeweils 11 Personen gebildet wurden, zeigte, dass dann ein gemeinsames Identitätsgefühl entsteht, wenn sich „Feindbilder“ der jeweils anderen Gruppe gebildet hatten, wobei regelmäßig die eigene Gruppe besser und effektiver eingeschätzt wurde als die andere. Hierbei bestand die Neigung, die eigenen Leistungen zu überschätzen. So genannte Stereotype entstanden, d. h. Vorurteile über die andere Gruppe, die neben dem Effekt der feindlichen Einstellung aber den positiven Aspekt der Stärkung des „Wir-Gefühls“ innerhalb der eigenen Gruppe hatte. Erst als gemeinsame Aufgaben der beiden Gruppen zu bewältigen waren, konnten die feindseligen Einstellungen abgebaut werden. Zusammengehörigkeit schafft also eine stärkere „Binnenbindung“ und eine Abgrenzung gegenüber anderen. Ist dies schädlich? Nur, wenn dies übertrieben und die negativen Feindbilder zu feindseligen Aktionen führen. Ansonsten schafft es Vertrauen innerhalb der gebildeten Gruppe und eine Stärkung des Selbstbewusstseins.
  • Autonomie: Jeder Mensch hat das Bedürfnis eines selbstbestimmten Lebens. Blickt man zurück, dann wurde dieses Selbstbestimmungsecht nicht allen Menschen zugestanden. Gerade gegenüber Menschen mit Behinderungen gab es lange Zeit die Vorstellung, dass diese Personengruppe dazu nicht in der Lage sei und andere bestimmen müssten, wie sie ihr Leben zu führen hätten. Das Sozialgesetzbuch spiegelt diesen Fortschritt in der Achtung dieser Personengruppe wider, indem bereits im § 1 SGB IX gesagt wird: „Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohte Menschen erhalten Leistungen nach diesem Buch und den für die Rehabilitationsträger geltenden Leistungsgesetzen, um ihre Selbstbestimmung und ihre volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken.“[3] Auch im Betreuungsrecht hat sich diese Ansicht der Selbstbestimmung durchgesetzt. Damit wurde das Vormundschaftsrecht abgeschafft, bei dem tatsächlich auch noch Erwachsene als „Mündel“ bezeichnet wurden und die Geschäftsfähigkeit von Erwachsenen nicht gegeben war. Die Vormundschaft über Erwachsene (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr existiert sie immer noch), der eine „Entmündigung“ vorausging, wurde das neue Betreuungsrecht am 01.01.1992 abgeschafft.[4] Aber auch im Medizinbetrieb wurde die „Allmachtstellung“ der Ärzte, die früher unangefochten galt, mit den neuen Bestimmungen im BGB aufgehoben, wonach ein Arzt verpflichtet ist, die Autonomie des Patienten zu beachten. Durch die Einfügung der Paragraphen 630a bis 630h BGB wurden die Patientenrechte gegenüber dem Arzt erheblich gestärkt, wodurch der Arzt nicht mehr über den Patienten hinweg allein bestimmen kann, welche Art von Behandlungen durchgeführt wird. So heißt es z. B. im § 630c Abs. 2 BGB: „Der Behandelnde ist verpflichtet, dem Patienten in verständlicher Weise zu Beginn der Behandlung und, soweit erforderlich, in deren Verlauf sämtliche für die Behandlung wesentlichen Umstände zu erläutern, insbesondere die Diagnose, die voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung, die Therapie und die zu und nach der Therapie zu ergreifenden Maßnahmen.“[5]. Der Arzt muss sich als auf das Niveau das Patienten begeben – nicht umgekehrt! Auch vor jedem Eingriff muss sich der Arzt eine Einwilligung des Patienten geben lassen, was im § 630d Abs. 1 BGB geregelt ist: „Vor Durchführung einer medizinischen Maßnahme, insbesondere eines Eingriffs in den Körper oder die Gesundheit, ist der Behandelnde verpflichtet, die Einwilligung des Patienten einzuholen.“[6] Vor der Einwilligung bedarf es umfassender Aufklärungspflichten des Arztes, die im § 630e Abs. 1 BGB geregelt sind: „Der Behandelnde ist verpflichtet, den Patienten über sämtliche für die Einwilligung wesentlichen Umstände aufzuklären. Dazu gehören insbesondere Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie. Bei der Aufklärung ist auch auf Alternativen zur Maßnahme hinzuweisen, wenn mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Methoden zu wesentlich unterschiedlichen Belastungen, Risiken oder Heilungschancen führen können.“[7] Hierzu hat der Arzt auch die Einsicht in die Patientenakte zu gewähren, was im § 630g Abs. 1 geregelt ist: „Dem Patienten ist auf Verlangen unverzüglich Einsicht in die vollständige, ihn betreffende Patientenakte zu gewähren, soweit der Einsichtnahme nicht erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter entgegenstehen.“[8] In der Gesetzgebung hat sich also die Autonomierechte des Patienten in Gesetzestexten niedergeschlagen. Es ist also von daher kein rechtliches Problem in dem Sinne, dass es an ausreichenden gesetzlichen Grundlagen fehlt, sondern ein Durchsetzungsproblem, wenn dies immer noch nicht beachtet wird.
  • Sicherheit: Das Bedürfnis nach Sicherheit kann in vielerlei Hinsicht interpretiert werden, wobei zu unterscheiden ist zwischen einer Sicherheit im materiellen Sinne, im Sinne einer persönlichen Integrität und im Sinne eines Schutzes:
    • Materielle Sicherheit: Hierunter ist zu verstehen, dass Menschen, wenn sie aufgrund von Krankheit, Alter, Behinderung oder aus einem anderen wichtigen Grund nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, dass die Gemeinschaft die Verpflichtung hat, diesen zu gewährleisten. In Deutschland ist umfassend das geschichtlich gewachsene Sozialgesetzbuch[9] die rechtliche Grundlage für diese Absicherung, das sich aus vorher verschiedenen Einzelgesetzen heraus entwickelt hat, wie etwas das Bundessozialhilfegesetz als Vorläufer des SGB XII, die Reichsversicherungsordnung als SGB VI.  Hauptproblem heute mit dem SGB ist die entstandene Paragraphenflut mit der damit verbundenen Vielfältigkeit der Zuständigkeit von verschiedenen Behörden, die zu konkurrierenden Sozialleistungen führen. So sind das Wohngeld, das Kindergeld und der Kindergeldzuschlag mit den Sozialleistungen nach SGB II („Hartz IV“) in Konkurrenz stehend, so dass die Hilfeempfänger gezwungen sind, bei allen drei Ämtern (Wohngeldamt, Familienkasse, Jobcenter) Anträge zu stellen.
    • Integritätssicherheit: Dieses Sicherheitsbedürfnis resultiert aus dem Bedürfnis, dass niemand andere Menschen ohne eine gesetzliche Befugnis[10] das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzen darf. Man könnte auch noch daneben das Recht auf seelische und geistige Unverletzbarkeit postulieren. Wichtige Rechtsquelle ist z. B. die „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ in der im Artikel 3 das „Recht auf Unversehrtheit“ festgehalten wurde[11]. Im Grundgesetz ist dies im Artikel 2 Abs. 2 geregelt wonach jeder ein Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit hat[12].
    • Sicherheitsschutz: Der Staat muss den Schutz der Bürger im Inneren („Innere Sicherheit“) und nach außen (Sicherheit vor Angriffen) gewährleisten. Diese Garantie hat er übernehmen müssen, weil ihm auch das Gewaltmonopol obliegt. Wenn die Menschen selbst nicht mehr zur Wehr setzen dürfen (allgemeines Verbot des Gebrauchs von Schusswaffen), dann muss er im Gegenzug auch dann durch die Polizei und andere Organe (Ordnungsämter) für die Innere Sicherheit sorgen. Die Bundeswehr soll für die notwendige äußere Sicherheit sorgen.
  • Anerkennung/Ansehen: Diese Bedürfnisse sind verwandt, aber nicht deckungsgleich.
    • Anerkennung: Das Recht auf Anerkennung wird häufig auch als Recht auf Wertschätzung bezeichnet. Wenn jemand eine Leistung erbracht hat, freut er sich, dass diese Leistung von anderen anerkannt wird. Diese Anerkennung bezieht sich auf die Honorierung in Form von Beachtung (dass die Leistung überhaupt wahrgenommen wird), Lob (positive Belobigung) oder materielle Zuwendung (Lohn, Gehalt). Der Effekt für den Einzelnen ist, dass er sich damit bestätigt sieht, etwas geleistet hat, was von der Gemeinschaft als wertvoll gewürdigt wird. Das Problem ist, dass das Verhältnis zwischen Leistung und Anerkennung nicht immer stimmt. Der Staat würdigt z. B. die Leistungen einiger Bürger durch das Verleihen von Verdienstorden, wobei immer die Frage entsteht, wer beurteilt denn überhaupt, ob eine Leistung einer staatlichen Anerkennung würdig ist. Es gibt einige, die inzwischen auf das Bundesverdienstkreuz verzichten oder zurückgeben haben[13], weil es inzwischen seinen Wert verloren hat, indem Personen diesen Orden verliehen bekommen haben, deren Leistung zweifelhaft ist.
    • Ansehen: Das Bedürfnis nach Ansehen besteht in dem Wunsch, nicht unbedingt für eine Leistung ausgezeichnet zu werden, sondern als Person in der Öffentlichkeit als moralisch unbescholten zu gelten (guter Leumund, nicht vorbestraft), als vertrauenswürdig und kompetent eingeschätzt zu werden (Reputation) oder ein gewisses Renommee zu besitzen[14]. Wer großes Ansehen genießt, gilt als berühmt. Prominent zu sein, weil man eine öffentlich bekannte Person ist, gehört auch dazu, wenn man Ansehen genießen will, wobei auch eine gewisse Verehrung erwartet wird. Hinter dem Bedürfnis nach Ruhm steckt auch der Wunsch, über den Tod hinaus nicht in Vergessenheit zu geraten. Wer ein Ansehen genießt, will damit eine gewisse positive Beachtung erreichen. Die Übertreibung ist möglich in Form der Angeberei oder Prahlerei (Selbstüberschätzung eigener Fähigkeiten), der Geltungssucht (mehr scheinen als zu sein) oder der Hochstapelei (Angabe von Fähigkeiten und Titeln, die nicht stimmen). Gerade das Führen eines Doktortitels hat in Deutschland eine besondere Bedeutung, obwohl es keine Verpflichtung gibt, jemand mit diesem akademischen Grad anzureden[15]. Geht er verloren oder droht er aufgrund von Plagiaten verloren zu gehen, ist dies gerade für Politiker gefährlich, wie das jüngste Beispiel um die Familienministerin Giffey zeigt[16] .
  • Sinn: Was ist der Sinn des Lebens? Das ist die für alle entscheidende Frage. Nach meiner Einschätzung kann man sich dieser Frage am ehesten nähern, wenn man verschiedene Elemente unterscheidet[17]:
    • Wahrheit: Wer die Wahrheit erkennt, kennt die Wirklichkeit. Die Übereinstimmung zwischen dem was ist und dem, was wir erkennen und glauben beurteilen zu können, ist eine zentrale Aufgabe eines jeden, der auf der Suche nach der Wahrheit ist. Ich gehe davon aus, dass es die Wahrheit gibt, d. h., dass eine absolute Wirklichkeit vorhanden ist, die wir nur schwer erkennen können, weil sie uns nicht so ohne weiteres erschließt Daraus entsteht das Bedeutungs-Unsicherheits-Paradox: Je bedeutender etwas ist, desto schwerer ist es zu erkennen (Beispiel: Es ist leicht zu erkennen, wie das Wetter ist, aber schwer zu erkennen ob es einen Gott gibt). Wir können immer nur eine Annäherung versuchen und müssen uns hierbei von eigenen Vorstellungen (Vorurteilen, persönliche Wahrheit) befreien. Nur wenn wir die größtmögliche Annäherung in der Erkennung der absoluten Wahrheit schaffen, können wir sinnvoll handeln. Gehen wir von falschen oder unwahren Voraussetzungen aus, sind Fehler unvermeidlich.
    • Aufgabe und Erfolg: Wir machen jeden Tag „Kosten-Nutzen-Analysen“, wobei es zwei mögliche Konstellationen gibt: Wir betreiben einen hohen Aufwand, dann erwarten wir, dass wir mit einem gleich hohen Nutzen belohnt werden. Gehen wir davon aus, dass auch ein geringer Aufwand ausreicht, können wir auch keinen hohen Nutzen erwarten. Paradoxerweise gibt es aber auch die Möglichkeit, dass trotz eines hohen Aufwandes der Nutzen gering ist (Enttäuschung) oder wir trotz geringem Aufwand einen hohen Nutzen haben (Glücksfall). Gefährlich ist immer zu erwarten, dass wir für einen hohen Aufwand belohnt werden, weil wir dann in die Falle der „Rechtfertigung des Aufwandes“ tappen[18].
    • Bedeutung: Niemand will bedeutungslos sein, deshalb machen die Menschen die verschiedensten Anstrengungen, damit ihr Leben nicht belanglos wird. Soziale Rolle können hier eine gute Hilfe sein, denn wir diese gut ausfüllen (z. B. als Vater, als Mutter, in einer Berufsrolle), verleihen wir unserem Leben eine Bedeutung. Wir können dabei Fremdbestätigung (Anerkennung), Selbstbestätigung (bestätigen dessen, was wir getan haben, durch positive Rückkoppelung), aber auch eine Werterfüllung durch das Weiterwachsen unserer Persönlichkeit erfahren.
    • Ziel: Alles Handeln hat ein bestimmtes Ziel, wir wollen etwas erreichen, mit dem, was wir tun. Im positiven Falle, wenn wir ein Ziel für unsere Planungen schaffen, dann erfüllt sich für uns die Hoffnung, die wir damit verbunden haben. Paul Watzlawik hat davor gewarnt, dass es im Leben immer zwei Tragödien gäbe: Die Erfüllung eines Herzenswunsches und die Nichterfüllung[19]. Dieser Tragödie kann man entgehen, wenn man jedes Ziel immer nur als ein Etappenziel ansieht, dem neue Zieldefinitionen folgen müssen.
    • Vollkommenheit: Das Ziel unseres Lebens sollte in der Vollkommenheit liegen, wobei nach Thomas von Aquin zwei Ausprägungen zu unterscheiden sind: Makellosigkeit (ohne Fehler) und Vollendung (finale Zustand). Im religiösen Sinne ist das Ziel die Vollkommenheit zu erreichen, um im Angesicht Gottes bestehen zu können[20].
    • Höheres Selbst: In der Esoterik wird das höhere Selbst ein von der irdischen Existenz unabhängiger Kern der Person verstanden, der eine Weisheit zukommt, die über die irdische Sichtweise hinausgeht. Sie verhilft, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, sich also in Nebensächlichkeiten im Leben nicht zu verlieren und aus der „Metapostition“ die richtigen Ziele zu stecken und die weisen Entscheidungen zu fällen, die uns zum Erreichen der Ziele verhelfen.
    • Religiosität: Die Entwicklung des Menschen sollte aus den Niederungen des Materialismus hin zur mystischen Welterkenntnis gehen, wodurch wir uns vom Profanen befreien und zum Heiligen vorstoßen können. Wir überschreiten dabei das Gefangensein im „Hier und Jetzt“ und stoßen das Tor zur Transzendenz auf. Hierbei können und sollten wir unseren Narzissmus überwinden.

 

Wenn wir die Check-Liste durchgehen, können wir feststellen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Damit hätten wir schon „die halbe Miete“ geschafft, um ein glückliches Leben zu führen. Wobei wir immer dabei die Ziele in unserer Welt als nur sehr beschränkt verwirklichbar einschätzen sollten. Ohne eine transzendente Welt, die über die irdische hinausgeht, hielte ich unsere irdische Existenz für einen „überdimensionalen Witz“, denn was sollten alle unsere Anstrengungen, wenn doch mit dem Tod alle Bemühungen zum Scheitern verurteilt und alles ausgelöscht würde mitsamt unserer Person. Deshalb ist meine Hoffnung und Erwartung für dieses Leben relativ unbedeutend im Vergleich, was hoffentlich nach dem Tod auf uns zukommt [21].

 

© beim Verfasser     

 

[1] https://www.wiwo.de/erfolg/ideale-gruppengroesse-neun-freunde-muesst-ihr-sein/8367974.html

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Muzafer_Sherif

[3] https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__1.html

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Entm%C3%BCndigung

[5] https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630c.html

[6] https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630d.html

[7] https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630e.html

[8] https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630g.html

[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialgesetzbuch_(Deutschland)

[10] Siehe Artikel 104 GG. https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_104.html

[11] https://fra.europa.eu/de/eu-charter/article/3-recht-auf-unversehrtheit

[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Leben

[13] https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Bundesverdienstkreuz_zur%C3%BCckgegeben

[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Ansehen

[15] https://www.drtitel.de/doktorgrad-doktortitel-hc/

[16] https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_90060792/eklat-um-doktortitel-franziska-giffey-spd-tritt-als-familienministerin-zurueck.html

[17] https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite: Was ist der Sinn des Lebens: https://cdn.website-editor.net/fe35026c78fc4ba9a5a55b7f2f4caf1a/files/uploaded/Was%2520ist%2520der%2520Sinn%2520des%2520Lebens_u8bQ97FpR3SRmxDuB28J.pdf

[18] https://perikles.tv/diskussionen/1431-die-boese-falle-rechtfertigung-des-aufwandes

[19] Paul Watzlawik: Anleitung zum Unglücklichsein, S. 66

[20] Jesus: Darum sollt ihr so vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist (Matthäus 5, 48)

[21] https://www.youtube.com/watch?v=EJDlhPA9RY0 Der Film Astral City schildert das Schicksal eines Arztes, der nach seinem irdischen Tod im Jenseits ankommend sich selbst erst richtig kennenlernt. Erklärung zu dem brasilianischen Film „Nosso Lar“ hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Nosso_Lar

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