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Die Nächstenliebe ist ein zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens. Aber ich glaube, dass kaum ein anderer Begriff so oft missverstanden wurde, wie dieser. Ich will versuchen, die Nächstenliebe nach meinen eigenen Ideen und Vorstellungen zu definieren.   

  • Nächstenliebe hat viel mit Bindungen zu tun: Die Behauptung, Nächstenliebe habe wenig mit Gefühl zu tun, empfinden viele sicher als unzumutbar. Denn gerade mit dem Begriff Liebe assoziieren doch die meisten positive Gefühle. Dabei denken sie oft an die Gefühle, die sie bei der geschlechtlichen Liebe empfinden. Dabei wird das „Verliebt-Sein“ mit Liebe verwechselt. Gerade am Anfang einer Beziehung spielen diese Gefühle eine besondere Rolle, in dem sie die „Schmetterlingsgefühle“ auslösen, die uns zu dem anderen hinführen und die Sehnsucht auslösen, mit ihm zusammen zu sein. Aber hat das etwas mit der „echten“ Liebe zu tun? Es hilft die Unterscheidung zwischen zwei Trieben: dem Sexualtrieb und dem Bindungstrieb. Hier eine Gegenüberstellung:

Sexualtrieb                                  Bindungstrieb

Attraktion durch sex. Reize              Attraktion durch Sympathie

Genussorientierung                         Wertorientierung

kurzfristig                                      langfristig

wenig Eigenkontrolle                      hohe Eigenkontrolle

ich-bezogen                                  wir-bezogen                          

Die Tabelle verdeutlicht die extremen Unterschiede zwischen diesen beiden Trieben, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass der Bindungstrieb auf einer langfristigen Beziehung basiert, die auf dem „Gleichklang der Seelen“ fußt. Aus dem Tierreich ist bekannt, dass die Wölfin sich nur in der Ranzzeit[1] mit dem Alpha-Wolf auf eine Beziehung einlässt, aber in der übrigen Zeit nicht unbedingt mit diesem etwas zu tun haben will, sondern lieber mit anderen männlichen Tieren zusammen ist. Im menschlichen Kontext ist gerade die Verwechselung der beiden Triebe verhängnisvoll, wenn eine stark auf sexuelle Reize basierende Beziehung in eine längerfristige Beziehung einmünden soll. Denn dann spielen die gemeinsamen Interessen und die auf echter Sympathie basierende Wirbezogenheit eine entscheidende Rolle. Gerade der „Seitensprung“ in der Ehe resultiert aus der mangelnden Unterscheidung dieser beiden Triebe, denn der sexuelle Reiz des neuen Partners verleitet dazu, dem Ehepartner untreu zu werden, was zu der irrigen Annahme führt, nun die „wahre Liebe“ gefunden zu haben. Der Bindungstrieb hat am ehesten etwas mit der Nächstenliebe zu tun, weil er in seiner Beachtung des anderen im Hinblick dessen Interessen hin zu einem achtsamen Umgang mit dem anderen führt. Die Wertorientierung des Bindungstriebes verleitet zu einem fürsorglichen, sorgsamen und zukunftsorientierten Verhalten gegenüber dem anderen. Nicht der kurzfristige Genuss des Sexualtriebes spielt die entscheidende Rolle, sondern die auf gemeinsamen Werten basierende Harmonie in der Beziehung. In diesen auf dem Bindungstrieb basierende Nächstenliebe wird die Gemeinschaft gestärkt und dem Nächsten – das wäre dann der und die Menschen, mit denen man in enger Gemeinschaft lebt – die Liebe gegeben, die er verdient. Aber was ist mit den anderen, die nicht in enger Gemeinschaft mit uns leben?  

  • Wer ist der Nächste? Die spannende Frage bei der Nächstenliebe ist die, wer der Nächste ist, der diese Liebe verdient. Gerade in dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“[2] macht Jesus deutlich, wer der Nächste ist: derjenige, dem man auf seinem Lebensweg begegnet und der sich in einer Notsituation befindet. Diese beiden Kriterien halte ich für die wichtigsten, um entscheiden zu können, wer der Nächste ist: Begegnung und Notsituation:
    • Begegnung: Die Begegnung mit einem anderen auf dem eigenen Lebensweg, der so zu sagen meinen Lebensweg kreuzt, ist ein entscheidendes Kriterium. Die anderen, die an dem „unter die Räuber gefallenen Menschen“ vorbeigingen, haben nicht erkannt, dass diese scheinbar zufällige Begegnung für sie ein Prüfstein werden sollte für die Frage: Wie gehst du mit diesem in Not geratenen Menschen um? Jeder von uns wird sich sicher an Lebenssituationen erinnern, in denen er einem Menschen begegnet ist, der in Not war: der Bettler in der Fußgängerzone, der Verunglückte auf der Straße, derjenige, der sich in einer fremden Stadt verlaufen hat oder der von anderen attackierte oder ausgegrenzte Mensch. Es sind die fast zufällig erscheinenden Begegnungen, die zu Prüfsteinen für unser Verhalten werden. Darüber hinaus gibt es auch die bewusst herbeigeführte Begegnung, etwa wenn jemand das Helfen-Wollen zu seinem Beruf macht; hier kommt er zwangsläufig immer wieder in Kontakt mit Menschen, die sich in Not befinden.
    • Notlage: Die Notlagen ergeben sich aus den jeweiligen Situationen, in denen wir Menschen begegnen. Die Notlage muss nicht immer so klar zu erkennen sein, wie in dem Beispiel von dem „barmherzigen Samariter“. Notlagen sind gekennzeichnet davon, dass jemand es nicht mehr alleine schaffen kann, sich aus einer misslichen Lage zu befreien. Diese Notlage führt zu einer Gefährdung der Grundbedürfnisse eines Menschen oder sogar des Lebens selbst.
  • Der Feind als Nächster: Die Feindesliebe ist die am schwersten verdauliche Kost der Nächstenliebe. Es ist leicht, den Freund, die eigene Tochter oder allgemein den Angehörigen zu lieben, also denjenigen, zu dem man schon eine positive Beziehung hat – vorausgesetzt, der Angehörige ist wirklich der Vertraute. Es ist einfach, demjenigen Vertrauen zu schenken, der einem schon immer gut gesonnen war, der zur eigenen Sippe, zum eigenen Volk gehört. Aber wie ist es mit dem Feind, also jemand, der einem Böses angetan hat, der einen verletzt, ausgenutzt, gedemütigt oder allgemein gesprochen geschadet hat? Das große Missverständnis im Hinblick auf die Feindesliebe besteht darin zu denken: Wenn ich meinen Feind liebe, dann sehe ich ihm alles nach, dann lasse ich mir alles gefallen, dann wehre ich mich nicht gegen seine Übergriffe, dann werde ich keine Reue und Genugtuung verlangen, keine Rache üben, kurz: Ich werde stoisch alle Ungerechtigkeit, alle Gemeinheit und Boshaftigkeit hinnehmen. Kann das Nächstenliebe sein? Nein, es ist die Verballhornung der Nächstenliebe. Ich will versuchen, die Feindesliebe von Grund auf zu analysieren.
    • Enklave des Friedens: Kommen wir zurück zu dem Beispiel mit dem „barmherzigen Samariter“. Die Israeliten und die Samariter waren verfeindete Volksstämme im früheren Nahen Osten, weil die Samaritaner zu dem Nordreich des ehemaligen großen Reiches Israel unter Salomo (Samaria war die Hauptstadt, deshalb wurden sie Samaritaner genannt) und die Juden zum Südreich gehörten[3]. Also war es eigentlich der Feind, der da wahrscheinlich einem Juden geholfen hatte. Die Notlage war offensichtlich, so dass das, was früher geschehen war, in diesem Augenblick keine Rolle spielte. Auch die Frage der Zugehörigkeit zu einem Volksstamm spielt keine Rolle. Hier wurden zwei Menschen aus verschiedenen Volksstämmen miteinander konfrontiert, die sich eigentlich feindlich gesonnen waren. Die Verfeindung wurde außer Acht gelassen, indem in dem Feld der eigentlichen Verfeindung eine Enklave gebildet wurde, in der dies keine Rolle spielte. Mein Schwiegervater hatte im Zweiten Weltkrieg erlebt, dass eine russische Ärztin die in Kriegsgefangenschaft geratenen Deutschen fair und anständig behandelt hatte. Obwohl sie allen Grund gehabt hätte, sich an ihnen zu rächen, hatte sie dies nicht getan. War das tätige Feindesliebe? Und ob. Die Feindesliebe findet dort statt, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich nicht von Gefühlen des Hasses beeinflussen lassen, die aufgrund eines erlittenen Unrechts verständlich wären. Sie bilden einen Schutzraum, in dem im Geiste einer friedlichen Gesinnung die Nächstenliebe gedeihen kann.
    • Keine Vergeltung: Die Vergeltung von ergangenem Unrecht ist verständlich, weil die angestaute Wut irgendwo ein Ventil braucht. „Gott vergibt… Django nie!“[4]. So hieß mal ein Westernfilm. Die Vergeltung ist ein häufiges Motiv für eine Reihe solcher Filme. Und in der Tat hatten viele Menschen im „Wilden Westen“ Rache geschworen, wenn eine Räuberbande friedliche Rancher überfallen, ausgeraubt und auch umgebracht hatten. Manche Überlebende solcher Massaker machten sich auf den Weg, um die Täter ausfindig zu machen und diese dann selbst zu erschießen. Bei der Vergeltung geht es um den Grundsatz, der im Alten Testament nachzulesen ist, dass Gleiches mit Gleichem vergolten werden soll (Auge um Auge, Zahn um Zahn[5]; 2. Mose 21, 23-25). Das Problem ist, dass sich dadurch „Endlosketten“ bilden können, denn es entstehen unweigerlich immer wieder neue Opfer (die früher die Täter waren), was wiederum zu einer neuen Wut führt für die aus eigener Sicht ungerechtfertigt empfundene Vergeltung. Die von Jesus geforderte Feindesliebe soll eine Unterbrechung dieser Täter-Opfer-Ketten bewirken. Dies geschieht in drei Schritten:
      • Bewusstwerdung der eigenen Täterrolle: Wir neigen dazu, in einem strikten Täter-Opfer-Dualismus zu denken, d. h. dass wir meinen, der Täter sei immer nur der Täter und das Opfer immer nur das Opfer. Mit dem Hinweis auf die Änderung der Blickrichtung, ob man auch selbst einen Eigenanteil hat an einem Konflikt („Was siehst du nur den Splitter in dem Auge deines Feindes, aber nicht den Balken in deinem eigenen Auge“, Matthäus 7, 3-5[6]) wird einem der Täteranteil an der vermeintlichen Opferrolle bewusst. Wer andere provoziert, vielleicht sogar jahrelang, muss als Täter irgendwann einmal damit rechnen, dass sich die angestaute Wut entlädt und das Opfer irgendwann zum Täter wird.
      • Wiedergutmachung: Wer einen Schaden angerichtet hat, muss auch diesen wieder gutmachen. Nur kann es sein, dass nicht nur einer als Täter fungiert und nur der andere das Opfer ist, sondern dass durch vorausgehende, oft verdeckt stattgefundene Schädigungen durch das vermeintliche Opfer auch beim Täter Schäden entstanden sind. Diese Schäden müssen nicht immer materiell sichtbarer Art sein. Gerade in Beziehungen sind seelische Verletzungen durch den einen Partner oft die Ursache für einen plötzlichen Gewaltakt des vermeintlichen Täters, der aber über längere Zeiträume das Opfer war. Diese Schäden wieder gutzumachen sind für den nächsten dritten Schritt notwendig.
      • Versöhnung: Die Versöhnung soll eigentlich die Beendigung der Täter-Opfer-Beziehung herstellen[7]. Durch die Akte der Annahme von Schuld, Wiedergutmachung und Vergebung der Schuld kann dann die Verstrickung in der oft wechselseitigen Täter-Opfer-Beziehung aufgelöst werden. Diese Versöhnung muss aber, wenn sie funktionieren soll, auch echt sein und kein versteckter Groll verbleiben. Sonst besteht die Gefahr, dass irgendwann die alten Wunden wieder aufreißen und die Täter-Opfer-Kette wieder aufgenommen wird.
    • Widerstand: Der Widerstand beinhaltet das Nicht-Nachgeben gegenüber dem Feind, das Nicht-gewähren-lassen und die Abwehr feindseliger Akte. Es bedeutet aber auch das nicht mitzumachen, was der Aggressor fordert und sich seinen Forderungen zu verweigern. Mahatma Gandhi war ein Meister des passiven (gewaltfreien) Widerstandes, mit dem er es tatsächlich geschafft hat, die Engländer aus Indien zu vertreiben[8]. Die Feindesliebe bedeutet also, sich der Boshaftigkeit so gut es geht zu erwehren – ohne ihr mit gleicher Aggression zu begegnen. Die Aufforderung von Jesus, denen Gutes zu tun, die einen hassen, beinhaltet eben nicht, sich alles gefallen zu lassen oder sogar bereitwillig mitzumachen, um Repressalien zu entgehen, sondern Widerstand zu leisten, wo dies möglich ist. Das Gute, was dem Feind erbracht wird, besteht darin, dass er nicht in seinem Verhalten bekräftigt wird, in dem man ihm entweder mit gleicher Aggression antwortet oder ihm nachgibt oder sogar mitmacht. Er wird dadurch eben nicht in seiner Boshaftigkeit bestärkt, sondern irgendwann merken, dass er mit seinem Vorhaben nicht so leicht Erfolg hat. Aus der Lernpsychologie ist bekannt, dass die beste Art, ein unerwünschtes Verhalten zu löschen die Nichtbeachtung ist.[9] Denn selbst eine heftige Gegenwehr kann als Bestärkung wirken. Ein trotziges Kind, das sich auf den Boden wirft, um seinen Willen durchzusetzen[10], begegnet der Vater oder die Mutter damit am besten, dass sie dieses Verhalten nicht beachten, dem Kind seine Aufmerksamkeit entziehen. Nun ist das Kind nicht ein genereller Feind, sondern nur in diesem Augenblick der Aggression. Es gibt aber Augenblicke, in denen das Kind wahrscheinlich ganz friedfertig ist. Dann ist die Zuwendung das Mittel der Wahl, um dieses Verhalten zu verstärken. Dies trifft auch im allgemeinen gesellschaftlichen Leben zu. Wenn wir dem Feind dann etwas Gutes tun, wenn er ein aus unserer Sicht erwünschtes Verhalten zeigt, erhöhen wir damit die Chance, dass in seinem Verhaltensrepertoire das unschädliche Verhalten zunimmt.
  • Die Tierliebe: Soll die Nächstenliebe auf Menschen beschränkt werden? Das wäre eine verkürzte Sichtweise der Nächstenliebe, die die Tiere zu reinen Objekten machte. Unser Rechtssystem hat leider das Tier quasi zur Sache gemacht (es wird dem Sachenrecht zugerechnet; 90a BGB[11]), so dass der Mensch so mit Tieren umgehen kann, als ob sie (unter Beachtung des Tierschutzes) leblose Gegenstände wären. Tiere können als Waren gekauft und verkauft werden. Tiere zu lieben heißt aber, ihnen in unserer Umgebung die besten Lebensbedingungen geben, die es für ein gesundes Aufwachsen und Leben brauchen. Sie zu essen und sie hierzu in „Fleischfabriken“ in großen Mengen heranzuzüchten, ist ein Verbrechen an den Tieren. Jeder, der ein Haustier hat weiß, dass selbst der kleinste Wellensittig und allemal eine Katze oder ein Hund eine eigene Persönlichkeit haben. Die Annahme, dass auch sie Emotionen wie Freude und Trauer empfinden können, weil sie auch zu Schmerzempfinden fähig sind, eröffnet einen anderen Blick auf sie, denn dadurch erkennen wir unsere Seelenverwandtschaft mit ihnen. Die Seelenverwandtschaft ist wirklich eine auf Seelen im metaphysischen Sinne basierende Beziehung, denn es ist unlogisch anzunehmen, dass nur Menschen eine unsterbliche Seele haben und Tiere nicht[12]. Es gibt mannigfaltige Berichte darüber, dass Menschen nach dem Tod ihres Haustieres Kontakt mit diesem hatten[13], in dem diese sich ihnen in ihrer alten Gestalt zeigten.
  • Die Instrumentalisierung der Nächstenliebe: Es geht hierbei darum, eine Zugzwangslage herzustellen, in dem ein anderer gebracht wird, wodurch er sich genötigt sieht, zu helfen, obwohl er dies eigentlich nicht will oder kann. Hierbei versucht das „Opfer“ die Notlage so darzustellen, dass sie den anderen „moralisch erpresst“ mit dem Tenor: Wenn du mir jetzt nicht hilfst, bist du ein schlechter Mensch. Hierzu werden verschiedene „Tricks“ angewandt:
    • Die vorgetäuschte Notlage: Wir können getäuscht werden und selbst zum Opfer werden, etwa wenn raffinierte Verbrecher einen Verkehrsunfall simulieren, um dann den Straßenverkehrsteilnehmer, der freiwillig helfen will, auszurauben oder sein Kraftfahrzeug zu stehlen. Ich habe es nicht selten erlebt, dass Menschen mich bewusst über ihre finanzielle Lage getäuscht haben, um mich dazu zu verleiten, ihnen Geld zu geben. Könnte es nicht sein, dass ein Bettler in einer Fußgängerzone ein Betrüger ist, der nur die Notlage vortäuscht? Er könnte zu einer Bettlerbande gehören, die bewusst durch einzelne Mitglieder mithilfe entsprechendere Kleidung und vorgetäuschter Gebrechen an die Gefühle der Passanten einer Großstadt appellieren. Wer hat diese Täuschung, den Betrug, nicht auch schon einmal erlebt?
    • Die bewusst herbeigeführte Notlage: Die Situation, in die sich Migranten begeben, wenn sie sich bewusst dafür entschieden, ihre Heimat zu verlassen, um in Europa einen Asylantrag zu stellen, ähnelt nicht selten einer Notlage, in die jemand unbeabsichtigt geraten kann. Gerade diejenigen, die sich in völlig seeuntauglichen Booten auf das Mittelmeer begeben, führen ihre Seenotlage bewusst herbei. Sie wollen damit die moralische Verpflichtung, jemand in Seenot zu retten, ausnutzen, um dadurch auf das europäische Festland zu kommen[14].
    • Die „Rührseligkeitsnummer“: Wer kennt sie nicht, die Briefe, die in der Weihnachtszeit verschickt werden, indem andere Menschen dazu animiert werden, eine Geldspende für Menschen in der „Dritten Welt“ oder andere „ferne Nächste“ zu geben. Auf den Bildern werden nicht selten kleine Kinder gezeigt, die völlig abgemagert sind oder die mit „Kulleraugen“ einen flehentlich ansehen mit dem Appell: Siehst du nicht wie schlecht es mir geht, ich bin ein kleines unschuldiges Kind, hilf mir doch bitte. „Man spürt die Absicht und ist ein verstimmt“[15], sagt schon ein bekanntes Sprichwort. Es sollen gerade in der Weihnachtszeit durch rührselige Berichte und Bilder über das „Elend in der Welt“ die Menschen zu Geldspenden animiert werden, in dem die weihnachtliche Stimmung ausgenutzt wird.

Die Nächstenliebe darf nicht instrumentalisiert werden. Und wenn es doch getan wird, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Welt, in der wir leben, immer mitleidloser wird, weil die Menschen dies doch spüren und zu Recht sauer sind. Diejenigen, die dies tun, versündigen sich im wahrsten Sinne des Wortes und verdienen deshalb kein Mitleid und eben auch keine Nächstenliebe.

Ist die Nächstenliebe damit ausreichend erklärt? Mit Sicherheit nicht, denn sie ist so facettenreich, dass sie kaum in einem Artikel abgehandelt werden kann[16]. Ich habe versucht, die nach meinem Verständnis wichtigsten Aspekte herauszugreifen.

© beim Verfasser

 

[1] https://www.helles-koepfchen.de/?suche=Alphawolf

 

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Barmherziger_Samariter

[3] https://www.bibelentdeckungen.de/artikel/jesus-und-die-aussenseiter-teil-5/

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Gott_vergibt%E2%80%A6_Django_nie!

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Auge_f%C3%BCr_Auge: Talionsgesetz

[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Splitter_und_vom_Balken

[7]Mehr über die Versöhnung hier: https://perikles.tv/philosophie-und-religion/1517-die-versoehnung-eine-boese-falle

[8] https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/geschichte/mahatma-gandhi-konzept-100.html

[9] https://www.grin.com/document/452155

[10] https://www.youtube.com/watch?v=2aVQLujO0sI Ein gutes Beispiel eines solch trotzigen Verhaltens.

[11] https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__90a.html

[12] Stefano Apuzzo: Auch Tiere haben Seelen; https://www.medimops.de/stefano-apuzzo-auch-tiere-haben-seelen-von-der-unsterblichkeit-der-tiere-broschiert-M03894274700.html?variant=UsedGood&creative=Shopping&sitelink=&gclid=Cj0KCQiA2NaNBhDvARIsAEw55hg7VuYwrFGNIkp7lxxRLgAuYr3AUeT08EVIEkdeAaPTZppQ-tSdpSQaAuIpEALw_wcB

[13] Harold Sharp: Auch Tiere überleben den Tod: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1000029739?ProvID=10907022&gclid=Cj0KCQiA2NaNBhDvARIsAEw55hhoqWWfFylKRUWTYACefwDtZ7AiMK3Er88YxxskQMl42KXn-blHvNoaAru8EALw_wcB&gclsrc=aw.ds&nclid=CG7p8bAzz0qmoPBVsiY8vYrF8tPKn4q48bgt43qWv-qRIs03hPYM4wsuXri1AyUd  

[14] https://perikles.tv/leserbriefe/953-gruende-fuer-die-ablehnung-der-seenotrettung-auf-dem-mittelmeer

[15] Im Original im Werk Toquato Tasso von Goethe heißt es eigentlich: So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt; https://www.aphorismen.de/zitat/186183  

[16] Siehe auch den Artikel:  Warum nur gute Werke helfen können. https://perikles.tv/philosophie-und-religion/1470-warum-nur-gute-werke-helfen-koennen

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