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Leben wir in einer Endzeit? Die Zeit, die seit der Himmelfahrt von Jesus Christus bis zu seiner Wiederkunft verstreicht, wird allgemein als Endzeit bezeichnet. Jesus hat diese Zeit selbst vorausgesagt, sowohl gegenüber seinen Jüngern selbst als auch über den Verfasser des letzten Buches des Neuen Testaments, der Offenbarung: Johannes. Was ist dran an dieser Endzeit? Gibt es diese wirklich und kommt dann das „jüngste Gericht“, die endgütige Bestrafung durch Gott und die Schaffung einer neuen Erde? Und leben wir jetzt vielleicht in der Endphase dieser Endzeit?

  • Apokalypse: Spätestens seit dem Film von Francis Coppola „Apocalypse now“[1] aus dem Jahr 1979 ist dieses Wort Apokalypse zum Inbegriff schrecklicher Ereignisse mutiert, die mit Katastrophen einhergehen, obwohl das Wort aus dem Griechischen stammend eigentlich nur „Enthüllung“ bedeutet[2]. Dieser Antikriegsfilm, der in einer fiktiven Geschichte die Geschehnisse während des Vietnam-Krieges thematisiert, spiegelte den Zwiespalt der Menschen wider, bei dem einerseits verlangt wurde, dass die Soldaten der USA und ihrer Bündnispartner - darunter auch Deutschland – für diesen Krieg sein mussten, andererseits aber, was sich in den damaligen Protestaktionen vor allem der Jugend zeigte, die Sinnlosigkeit dieses Krieges offenbart wurde. Viele Szenen in dem Film zeigten auch Parallelen zu Passagen der Offenbarung des Johannes, etwa in dem Part des Angriffs auf Vietnamesen durch Kampfhubschrauber ( „Ride of the Valkyfries“[3]), die an die Aussage erinnert, dass fliegende Rösser am Himmel zu sehen sein werden. Der Krieg als ein Geschehen, das als eines der vielen Zeichen vorausgesagt wurde, war und ist immer schon ein Inbegriff dieser Schrecken, die in der Endzeit kommen sollen. Eine andere filmische Verarbeitung wurde mit dem Film „Endzeit – die Zombie-Apokalypse“[4] versucht, in dem gezeigt wird, dass in der Endzeit die „Untoten“ die Welt beherrschen und eine Handvoll tapferer Kämpfer versucht, sich dieser Zombies zu erwehren. Auch dieser Film gibt ein düsteres Bild der Zeiten wider, die vor uns liegen: Menschen, die gar keine Menschen mehr sind, sondern nur noch Wesen, die stumpf vor sich hin vegetieren und sich von menschlichem Fleisch ernähren. Die Zombie-Filme haben überhaupt eine hohe Symbolkraft, weil sie eine endzeitliche Szenerie beschreiben, bei der Menschen nicht den Übergang in eine jenseitige Welt schaffen und als „lebende Tote“ die Welt bevölkern und wie ferngesteuerte Roboter wirken, bar jedem vernunftgeleiteten Willens, nur darum bemüht sind, diesen Zustand endlos durch Zerstörung anderer, gesunder Menschen, zu verlängern. Wie sehr diese „Zombies“ doch heute vielen Menschen im übertragenen Sinne gleichen, die stumpf vor sich hinleben, ohne jede Reflektion über ihr Leben, nur darauf bedacht, für ihre Selbsterhaltung, auch unter Zerstörung anderer Lebewesen, zu sorgen. Die Offenbarung des Johannes – wobei sich Theologen darüber streiten, ob es sich um einen der Jünger von Jesus handelt oder um eine andere Person – gilt als das letzte Buch der vielen Bücher der Bibel, die das voraussagt, überliefert von Jesus selbst, was vor seiner Wiederkehr geschehen soll. Diese Wiederkehr gehört genauso wie der Sündenfall der Menschheit, der Bericht von der Sintflut, auf die Jesus selbst Bezug nimmt[5], die Empfängnis von Maria durch den Heiligen Geist, die Kreuzigung, die Auferstehung von Jesus und seine Himmelfahrt sowie die in der Apostelgeschichte geschilderten Geschehnisse um die Ausgießung des Heiligen Geistes an die Gläubigen, zu den festen Bestandteilen christlichen Glaubens. An all diesen Schilderungen „scheiden sich die Geister“ zwischen denjenigen, die die Geschehnisse als wortwörtlich zu nehmende Berichte ansehen (Fundamentalisten) und den „modernen Theologen“, die diese oft nur metaphorisch deuten wollen. Auch die Apokalypse des Johannes[6] wird entweder als eine frühchristliche Mahnung und Aufmunterung von Urchristen in Zeiten der Verfolgung verstanden – folgt man den „modernen Theologen“ – mit nur einer beschränkten Aussagekraft, die nur für die damalige Zeit gültig ist, oder als eine Vision, die nicht als zeitgebundenes Werk für Aussagen über „das Ende der Welt“ angesehen wird, folgte man fundamentalistischen Theologen. Für die erste Auffassung spricht die Offenbarung selbst, in der es heißt, dass Jesus das an Johannes verkünde, was Gott selbst ihm eingegeben habe[7], was „in Kürze“ geschehen werde (Offenbarung 1,1). Auch am Ende der Offenbarung sagt Jesus selbst, dass er bald kommen werde (Offenbarung 22, 7 u. 12). Diese Aussage steht im Widerspruch hierzu, was Jesus selbst den Jüngern sagte, dass er nicht wisse, wann seine Wiederkunft – die den angekündigten Katastrophen folgen sollte – geschehen würde, sondern nur sein Vater (Matthäus 24, 36)[8]. Andererseits verkündete er auch, dass dieses Geschlecht (gemeint die zu der Zeit Jesu lebenden Menschen) nicht vergehe, bis dies alles geschehen werde (Matthäus 24, 34). Die Urchristen jedenfalls gingen von einer Naherwartung der Wiederkunft von Jesus Christus aus. Wie so oft, gibt es leider immer wieder widersprüchliche Aussagen, so dass eindeutige Interpretationen kaum möglich sind.
  • Ist unsere Zeit eine Endzeit? Nun sind fast zwei Jahrtausende vergangen und die vielen inzwischen eingetretenen Katastrophen und Kriege, die allemal die Kriterien der Offenbarung des Johannes erfüllen könnten, sind folgenlos geblieben: Das Ende der Welt ist ausgeblieben. Damit bliebe noch die Frage, ob wir vielleicht heute in einer solchen Endzeit leben, sodass alles, was bereits geschehen ist, tatsächlich so etwas wie ein „Vorspiel“ war oder wie es Jesus zu sagen pflegte, die Wehen (Matthäus 24,6 ff.[9]) sind: Kriege, Kriegsgeschrei, Hungernöte, Erdbeben, Verfolgung von Christen („Verfolgung um meines Namens willen“), Abfall vom Glauben und gegenseitiger Verrat, falsche Propheten, Erkalten der Liebe durch Ungerechtigkeit. Nach der Zeit der Bedrängnis sagte er auch Naturkatastrophen voraus, die kosmologischer Natur sind („Sonne verfinstern“, „Mond wird seinen Schein verlieren“, „Sterne werden vom Himmel fallen, „Kräfte des Himmels werden ins Wanken kommen“). Die Frage ist, ob alle diese „Wehen“ schon eingetreten sind. Kriege gab es genug, ebenso Hungersnöte und Erdbeben, auch gab und gibt es Christenverfolgung, vor allem in islamischen Ländern. Der Glaubensabfall könnte heute durchaus konstatiert werden, wenn man sich die moderne Theologie ansieht, die gerne alle Berichte des Neuen Testaments als Metapher interpretiert und nicht als wahre Begebenheiten, wie etwa die Auferstehung von Jesus. Der Glaubensabfall wäre dann ein Produkt unserer „fortschrittlichen Zeit“, in der der Atheismus immer mehr an Boden gewinnt[10]. Es fehlen noch die kosmologischen Katastrophen, die uns durchaus noch blühen könnten, wenn wir uns die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes mit einem fremden Himmelskörper ansehen[11]. Aber die Ankündigungen von Jesus sind eigentlich dramatischer - es klingt wirklich so wie ein „Weltuntergang“ -, denn wenn die Sonne nicht mehr scheinen sollte, wäre das der Tod unseres Planeten. Nach Einschätzung von Kosmologen ist dies aber unwahrscheinlich, denn die Sonne hat noch einen Energievorrat für weitere 5 Mrd. Jahre, wobei in zwei Mrd. Jahren die Sonne zu einem „roten Riesen“ heranwachsen und unsere Ozeane verdampfen lassen wird – auch keine schöne Aussicht[12]. Könnte Jesus die kosmologischen Zeichen vielleicht selbst symbolhaft verstanden haben? Die Sonne könnte auch mit Jesus Christus selbst verglichen werden, der in den Zeiten der Bedrängnis nicht mehr für die Menschen seine Kraft spenden wird, weil sie sich von ihm abgewandt haben. Der Mond wäre dann die Christengemeinde, die nicht mehr das Licht von Jesus Christus widergeben kann und deshalb dunkel wird. Die Sterne werden auch oft mit Engeln verglichen, die in diesem Falle als abgefallene Engel (Teufel, Dämonen) bezeichnet werden, die vom Himmel (besser gesagt: aus dem Himmel) fallen (weil sie sich von Gott abgewandt haben)[13]. Ich gehe davon aus, dass Jesus keine kosmologischen Katastrophen gemeint, sondern himmlische – im metaphysischen Sinne – Ereignisse beschrieben hat. Bezeichnend ist auch die Beschreibung der zunehmenden Lieblosigkeit aufgrund von Ungerechtigkeiten, die wir durchaus in der heutigen Corona-Zeit beobachten können. Das gegenseitige Verraten ist auch in den heutigen Zeiten eine leider oft zu beobachtende Unart[14]. Der Apostel Paulus hat sehr gut die  Zeit vorausbeschrieben, in dem er die Menschen mit allen negativen Eigenschaften kennzeichnet, die wir doch heute oft vorfinden[15]: „Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt.“ Paulus gab nur noch den Rat, sich von solchen Menschen fern zu halten, die auch nur den Schein der Frömmigkeit wahren (2. Timotheus 3,5). Ist nicht diese Beschreibung passend zu vielen „Schein- oder Namenschristen“, die sich heutzutage in den staatlichen Kirchen aufhalten?[16]
  • Die Protagonisten der Endzeit: In der Johannes Offenbarung tauchen wichtige Akteure auf, die diese Zeit des Endes kennzeichnen: Der Antichrist, der falsche Prophet, das Tier und die Hure Babylon. Der Antichrist (Drache), das Tier und der falsche Prophet gelten als „Antitrinität“[17] gegenüber der Trinität im christlichen Sinne bestehend aus Gott Vater, Sohn und heiligem Geist[18].
    • Der Antichrist: Mit dem Antichristen könnte der Widersacher schlechthin gemeint sein, der in der Form des Satan oder Teufel agiert und die Menschen vom rechten Weg abbringen will. Von ihm ist in der Offenbarung selbst nichts zu lesen, sondern der Begriff taucht im ersten Brief des Johannes auf, wenn dort (Johannes 2, 19) gesagt wird, dass es schon viele Antichristen gegeben hat, was darauf hindeute, dass dies bereits die „letzte Stunde“ sei. Antichristen sind nach der Lesart der frühen Christen Menschen, die leugnen, dass Jesus der Christus (Gesalbte), der Messias und Gottes Sohn ist und somit sich gegen Jesus stellen[19]. Es zeigt sich hier einmal mehr, dass die frühen Christen von einer Naherwartung von Jesu Rückkehr ausgingen und nicht in langen Zeiträumen dachten, wenn bereits zu ihrer Zeit das Wirken des oder der Antichristen angenommen wurde. Alle, die nun nach fast zwei Jahrtausenden meinen, auch in der heutigen Zeit einen Antichristen erkennen zu können – Hitler, Stalin, Lenin oder der rumänische Diktator Ceaușescu[20] – übersehen, dass dies nur im übertragenen Sinne verstanden werden kann, denn im ursprünglichen Sinne, war mit dem Antichristen der direkte Gegenspieler von Jesus Christus gemeint. Somit kann nicht davon ausgegangen werden, dass in unserer Zeit „der Antichrist“ noch erscheinen wird.
    • Das Tier: Mit dem Tier (Offenbarung 13) werden die Weltmächte beschrieben, die die Menschheit seit Anfang beherrscht haben, zu denen zu zählen sind: Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und die britisch-amerikanische Weltmacht[21]. Die weltliche Macht, die sich der göttlichen Macht nicht unterordnet, ist im Kern das Tier, die man in der Offenbarung gemeint hat. Wenn die weltlichen Mächte sich gegen die göttliche Ordnung stellen, dann stehen sie unter dem Einfluss des „Drachen“, der als Satan oder Teufel beschrieben wird (Offenbarung 12,9). Das Tier ist also keine metaphysische Kraft, sondern das Produkt menschlichen Handelns in Form von Herrschaftssystemen, das sich gegen die göttliche Ordnung stellt, was auch aus Johannes Offenbarung hervorgeht, in der ausgeführt wird, dass die Zahl des Tieres die eines Menschen ist, nämlich die Zahl 666 (Offenbarung 13, 18)[22]. Um diese Macht zu untermauern, soll jeder, der kaufen oder verkaufen will, das Malzeichen des Tieres auf seiner Hand oder seiner Stirn erhalten (Offenbarung 13, 16-17). Das Malzeichen wurde schon verschiedentlich so gedeutet: Ursprünglich (1. Jh.) war es das Bildnis des Kaisers auf den Münzen im römischen Reich. Heutzutage wird angenommen, dass es der Strichcode auf den Waren, der Kreditkarte oder der Computerchip[23] sein könnte. Sollte das Ziel erreicht werden, dass kein Bargeld mehr verwendet werden darf, dann könnte die Vision der Offenbarung sehr authentisch erfüllt werden. Der RFID-Chip[24], der bereits jetzt unter die Haut gespritzt werden kann, kommt schon der Vorstellung des Malzeichens sehr nahe. Die gesamte Digitalisierung des Lebens könnte in die Richtung gehen, dass diejenigen vom Waren- und Informationsverkehr ausgeschlossen werden könnten, die nicht über die entsprechenden Technologien (Analogie: Malzeichen des Tieres) verfügen.
    • Der falsche Prophet: Der falsche Prophet ist gleichbedeutend mit dem zweiten Tier, das die Menschen auffordert, das erste Tier anzubeten (Offenbarung 13, 12), in dem sie ein Bild von diesem anfertigen[25]. Der falsche Prophet ist ein Diener des ersten Tieres (weltliche Macht), das anstelle Gottes verehrt werden soll, was gegen das erste Gebot der 10 Gebote verstößt, wonach nur Gott allein die Anbetung zusteht. Um diese Macht zu untermauern, sollen diejenigen getötet werden, die die Anbetung ablehnen (Offenbarung 13, 15).
    • Die Hure Babylon: Die Hurerei galt schon immer eine sexuelle Unart, bei der eine Frau gegen Geld den Geschlechtsverkehr zulässt. Im übertragenen Sinne ist dann die Hurerei eine besondere Art sich preiszugeben, sich also für Geld hinzugeben, in dem man seine Grundsätze, in diesem Fall Gott, verrät. Als Hure Babylon wird allgemein nicht eine weltliche Macht gesehen (Tier), sondern eine religiöse. Hiermit könnte die katholische Kirche gemeint sein, denn die Frau, so wie sie beschrieben wird, sitzt auf den sieben Hügeln Roms (Offenbarung 17,9) – und der Vatikan hat in Rom seinen Sitz, einer Stadt, die auf sieben Hügeln liegt. Auch ist davon die Rede, dass diese Frau betrunken war vom dem „Blut der Heiligen und vom dem Blut der Zeugen Jesu“ (Offenbarung 17,6), was doch stehr an die Gräueltaten der katholische Kirche erinnert[26], Andersgläubige, die sich dem Diktat der Päpste nicht beugen wollten, umzubringen (Inquisition, Hexenverbrennung, Kreuzzüge und Verfolgung Andersgläubiger)[27]. Der Prunk der katholischen Kirche mit dem weltlichen Reichtum erinnert doch sehr an die Ausführungen in der Offenbarung, in der die Frau mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt war (Offenbarung 17, 4). Und letztendlich ist die Kooperation der Kirche mit den Mächtigen dieser Welt (z. B. Konkordat mit Hitler) bekannt, was doch sehr an die Aussagen in der Offenbarung erinnert, dass die Hure Babylon mit den Königen der Erde Hurerei beitrieben hat (Offenbarung 17,2).
  • Endzeit - nur im Monotheismus: Unser Zeitverständnis könnte eine Falle sein, in die wir tappen, wenn wir von einer Endzeit sprechen. Zeit läuft für uns immer linear, d. h. dass sie irgendwann beginnt und dann auch enden muss. Die fernöstlichen Lehren (Buddhismus, Hinduismus) gehen eher von zyklischen Geschehen aus, was bedeutet, dass die Zeit nicht linear verläuft, sondern alles was geschieht, in immer wiederkehrenden Kreisen verläuft. Entstehung, Erhaltung und Verfall sind dann sich wiederholende Vorgänge. Danach gäbe es keinen Beginn der Zeit (Weltschöpfung) und damit auch keine Endzeit, sondern alles fing wieder von vorne an und setzte sich in einem ewigen Kreislauf fort. Nach der Lehre im Hinduismus gibt es einen „dreifaltigen Gott“ Trimurti[28], der als Brahma für den schöpferischen Teil, als Vishnu für den erhaltenen Teil und Shiva für den zerstörerischen Part zuständig ist[29]. Damit gäbe es eigentlich keine Endzeit mit einer dann ewig verlaufenden „Nachendzeit“, wie dies Christen und auch Juden glauben. Das Grundverständnis ist auch verschieden, weil durch den Glauben an die Reinkarnation es eine stetige Weiterentwicklung der Seelen gibt, was fester Bestandteil dieser fernöstlichen Lehren ist. Es bedarf keiner „Endabrechnung“, sondern alles geht in einem ständig sich erneuernden Kreise („Samsara“) fort. Das Ziel ist die Beendigung dieses Wechsels zwischen Geburt, Tod und Wiedergeburt, was einer Befreiung („Moksha“[30]) gleichkommt, weil dann das Eingehen und Verschmelzung mit dem Göttlichen (Brahman) erfolgt. Es gibt keine Fremderlösung wie im Christentum, sondern nur eine Selbsterlösung durch eigene Bemühungen. Da die monotheistischen Religionen die Reinkarnation verneinen und nach einem irdischen Leben sich die ewige Zukunft (Himmel oder Hölle) entscheidet, wird die Endzeit als ein Erfordernis gesehen, um in Form eines „jüngsten Gerichts“ über den endgültigen Verbleib der Seelen zu entscheiden. Und hier ist die Offenbarung des Johannes eindeutig, indem dargestellt wird, dass die von Gott abtrünnigen Seelen der Menschen mitsamt den „Verführern“ (Antichrist, Satan, Teufel, Dämonen) in einem „feurigen Pfuhl“ endgültig („zweiter Tod“) vernichtet werden (Offenbarung 20, 14), wenn sie die „Gütekriterien“ (praktizierte Nächstenliebe) nicht erfüllen (dann standen sie nicht in dem „Buch des Lebens“). Diese Endgültigkeit, die in Form eines „jüngsten Gerichts“ nach der Endzeit kommen soll, ist für viele schwer verdauliche Kost. Aber eine von vielen vertretene „Allversöhnung“ (alle kommen irgendwann doch zu Gott) gibt es eigentlich nicht[31].

 

Die Endzeit ist also vielleicht nur eine Variante der Interpretation der Wirklichkeit, die wir den Monotheisten zu verdanken haben. Blüht uns dann doch kein böses Ende? Ist dann unsere Zeit vielleicht doch keine Endzeit, auch wenn es einige Indizien dafür gibt? Solche Fragen sind nicht mit Sicherheit zu beantworten. Monotheistische und fernöstliche Religionen sind sich aber auf jeden Fall in dem Punkt einig, dass der Weg zu Gott nur über eine Verbesserung, Höherentwicklung der Seelen und das Ablegen von bösartigen Verhaltensweisen gehen kann. Und da haben doch viele unserer Zeitgenossen einiges noch vor sich, die bar jeder moralischen Gesinnung nur ihre egoistischen Ziele verfolgen.

 

© beim Verfasser     

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Apocalypse_Now

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Apokalypse

[3] https://www.youtube.com/watch?v=hhn37QfXw1-E

[4] https://www.filmeblog.de/endzeit-zombie-apokalypse/

[5] Im Matthäus-Evangelium steht, dass Jesus gesagt hatte: „Denn gleichwie sie waren in den Tagen vor der Sintflut, sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien, bis an den Tag, da Noah zu der Arche einging.“ Matthäus 24, 38; https://bibeltext.com/matthew/24-38.htm

[6] https://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/neues-testament/offenbarung/

[7] Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass Jesus kein Teil der Gottheit selbst sein kann: https://perikles.tv/philosophie-und-religion/1528-war-jesus-gott-oder-mensch

[8] https://bibeltext.com/matthew/24-36.htm

[9] https://bibeltext.com/matthew/24-6.htm 

[10] https://perikles.tv/1665-die-macht-des-zeitgeistes

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Impakt: Ein Impact wäre tödlich für die Erde, wenn er eine gewisse Größe erreichte.

[12] https://www.dlr.de/next/desktopdefault.aspx/tabid-6572/10788_read-24352/

[13] https://www.bibelkommentare.de/kommentare/k-781/die-sterne-und-die-bibel/die-sterne-in-symbolischer-bedeutung

[14] https://perikles.tv/1640-das-gift-der-denunziation

[15] 2. Timotheus 3,2-4: https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/2tim3.html

[16] https://perikles.tv/1656-wer-ist-ein-christ

[17] Als Antitrinitarier werden eigentlich diejenigen genannt, die nicht an die Dreieinigkeit Gottes glauben; https://de.wikipedia.org/wiki/Antitrinitarier

[18] Offenbarung 16, 13-14: „Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister ⟨kommen⟩, wie Frösche; 14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen.“ https://www.bibleserver.com/ELB/Offenbarung16

[19] https://www.bibleinfo.com/de/topics/antichrist

[20] https://de.wikipedia.org/wiki/Antichrist

[21] https://www.jw.org/de/biblische-lehren/fragen/wildes-tier-offenbarung-13/

[22] https://www.jw.org/de/biblische-lehren/fragen/wildes-tier-offenbarung-13/

[23] https://de.wikipedia.org/wiki/Malzeichen_des_Tieres

[24] https://de.wikipedia.org/wiki/RFID

[25] https://www.gotquestions.org/Deutsch/falscher-prophet.html

[26] https://www.kirche-und-leben.de/artikel/kreuzzuege-hexenverbrennung-inquisition-wie-schuldig-ist-die-kirche

[27] https://www.bibelstudium.de/articles/5083/babylon-die-grosse-stadt-und-die-grosse-hure.html

[28] https://de.wikipedia.org/wiki/Trimurti

[29] Günther Birkenstock: Evolution oder Schöpfung – was ist wahr? https://cdn.website-editor.net/s/fe35026c78fc4ba9a5a55b7f2f4caf1a/files/uploaded/Evolution%2520oder%2520Sch%25C3%25B6pfung.pdf?Expires=1644803612&Signature=RePc3DfLh7jU1ojI30wXyxOaxZKpn4i2qPyhR1RgT2RcHGBtQ~rRXQymHiLFdh3KwRWNGp5wVDrNhmwQNF~8vGQi86LBnebh0OJqm~T7PDJX9ROs5Fvi-enB4VgtuUabku1t1ExYHE0VkTPasWSJ83-wekPTCCDK~5GaRaCHQuUxN4RHcjxuBHl3d3tSRS6POMv2i9zNVxmvI62owC4255FaLcYPrtFzw8xQJMfNTjfjmKddiiuaopdw2pHefbRuFRLabxV2UakYMiQAq3SuWEapIEKA6xKh4dExE36xg43GcYWmIay1WSeWu2ZSnmxI5cfLA2AsY1r9r6e5iNcgaA__&Key-Pair-Id=K2NXBXLF010TJW S. 20

[30] https://de.wikipedia.org/wiki/Moksha

[31] https://perikles.tv/philosophie-und-religion/1517-die-versoehnung-eine-boese-falle 

 

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