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Ein Traum beschäftigte mich vor kurzem und ist Anlass für diesen Artikel: Ich träumte, dass ich in einem Lokal am Klavier saß und versuchte, mit improvisierten Spiel die Menschen bei Laune zu halten, was mir auch vortrefflich gelang (im Traum ist alles möglich!). Und in der Tat hatte ich einmal die Idee, als ich noch in Korbach gelebt hatte, so etwas einer Frau anzubieten, nämlich in ihrem Café so genannte Caféhausmusik zu spielen – und das völlig kostenlos. Daraus wurde nichts, weil sie mir erklärte dass die GEMA informiert und jedes Klavierstück, das ich spielen wolle, gemeldet werden müsse, damit diese ihre Gebühren für die Urheberrechte berechnen könne, so dass das Ganze für sie dann zu teuer werde. Es gibt Menschen und Institutionen, die ich nur als „Totengräber“[1] bezeichnen kann, weil sie in der Lage sind und dies auch tun, alles Lebendige, nämlich gute Ideen, guter Wille zur Verbesserung, spontane Handlungen und selbst närrische Eskapaden zunichte zu machen. Die Totengräber gab es sicher schon immer, aber in Corona-Zeiten feiern sie anscheinend fröhliche Urstände. Schauen wir uns diese einmal genauer an.

 

[1] Hinweis zum Genderquatsch: Die folgenden Beschreibungen von Menschen und Typen sind im Maskulinum geschrieben und treffen sowohl für männliche, weibliche als auch sonstige Geschlechter zu.

  • Nekrophilie: Nekrophile Menschen im übertragenen Sinne könnte man als diejenigen beschreiben, die das Nicht-Lebendige, also Tote lieben. Das erste Mal bin ich auf diesen Typus Mensch bei Erich Fromm gestoßen, der ihn mit diesem Begriff beschreibt, der eigentlich eine sexuelle Perversion (Geschlechtsverkehr mit Toten[1]) darstellt, nämlich dem der Nekrophilie. Die wichtigsten Merkmale eines nekrophilen Menschen habe ich seinem Buch „Die Seele des Menschen“ entnommen[2]:
    • Faszination von Totem: Nach Erich Fromm sind nekrophile Menschen von allem fasziniert, was an das Tote erinnert, nämlich Leichen, Verwesung, Kot und Schmutz. Hitler war ein typisch nekrophiler Mensch: „Er war fasziniert von Zerstörungen, und er fand Gefallen am Geruch von Totem. Während man in den Jahren seines Erfolges den Eindruck haben konnte, daß er nur die zu vernichten suchte, die er für seine Feinde hielt, zeigten die Tage der Götterdämmerung am Ende, daß er die tiefste Befriedigung beim Anblick totaler Zerstörung empfand: bei der Vernichtung des deutschen Volkes, der Menschen seiner Umgebung und seiner selbst“[3].
    • Faszination von der Gewalt: Der nekrophile Mensch liebt die Gewalt, weil er damit die Möglichkeit hat, jemand das Leben zu nehmen, was auch darin bestehen kann, ihm die Lebensgrundlagen zu rauben (Freiheit, Entfaltungsmöglichkeiten, Geld).
    • Faszination vom Besitznehmen: Der nekrophile Mensch liebt alles, was er in rein Mechanisches umwandeln kann, er verabscheut alles Spontane, Lebendige, Wachsende. Dies gelingt am ehesten dann, wenn  er alles in seinen Besitz nimmt, auch wenn es dadurch stirbt[4]. Den Geiz als Charaktereigenschaft wird man deshalb am ehesten bei einem nekrophilen Menschen finden.
    • Faszination von der Finsternis: Alles Dunkle, in der Finsternis befindliche, ist das, was der nekrophile Mensch mag. Der Totenkult ist das, was er liebt: Gräber, Denkmäler und Begrabenes[5]. Deshalb liebt er auch lieber das Vergangene anstatt die Zukunft, weil die Zukunft Ungewissheit bringt.
    • Faszination von Kälte und Gefühllosigkeit: Nekrophile Menschen lieben das Unlebendige und das Kalte, sie sind gefühllos gegenüber anderen und sich selbst, in ihrer Umgebung fröstelt es einem.
    • Faszination von der Ordnung: Nekrophile Menschen sind äußerst pedantisch, sie können Unordnung nicht ertragen[6], denn alles was nicht nach festen Regeln funktioniert, was chaotisch abläuft, stört ihre Neigung, alles in feste Strukturen zu fassen, eben nicht lebendig werden zu lassen. Die Pedanterie ist das, was nekrophile Menschen lieben.
  • Geistig Tote: Jesus hatte eine Aversion gegen diejenigen, die er einmal gegenüber einem Mann erwähnt hatte, der bereit war ihm nachzufolgen, wenn er zuvor seinen Vater beerdigt hätte: „Lasst die Toten ihre Toten begraben“ (Matthäus 8,22[7]): Menschen, für die Riten, das Festhalten an überkommenen Ritualen wichtig ist. Bei diesem Begriff der Toten handelt es sich nicht um Tote im physischen Sinne, sondern um Menschen, die „geistig tot“ sind. Diesen Zustand sah er vor allem bei den Schriftgelehrten und Pharisäern gegeben, die er als „übertünchte Gräber“ bezeichnete, die von außen schön anzusehen seien, aber inwendig wie Totengebeine wären (Matthäus 23, 27[8]). Geistig tot zu sein ist als eine Abkehr von dem Göttlichen zu sehen, denn Gott sei, so Jesus, ein Gott der Lebenden und nicht der Toten (Lukas 20, 38). Tot zu sein bedeutet dann die Abkehr von Gott im weitesten Sinne und eine Zuwendung zum Totenreich,  also dem Reich derer, die im Herrschaftsbereich Satans leben. Wer ist geistig tot?
    • Bürokraten: Bürokraten gab es schon zu allen Zeiten. Sie sitzen in irgendwelchen Amtsstuben und sinnen darüber nach, welche Regeln sie einführen könnten, die andere zu befolgen hätten und welche Folgen die Übertretungen haben müssten. Sie sind geistig tot, weil ihre eigene Persönlichkeit gar nicht notwendig ist, sondern nur ihre Fähigkeit gebraucht wird, in einem vorgegebenen System vortrefflich zu funktionieren. In Corona-Zeiten hatten sie alle Hände voll zu tun, ständig neue Verhaltensnormen zu entwickeln, die angeblich dazu beitragen sollten, die so genannte Pandemie bekämpfen zu können. Sie ersticken jede Spontaneität mit einer Akribie der Gründlichkeit in Detailfragen: Ab welcher Personenzahl soll eine Kontaktaufnahme gefährlich sein, ab wie viel Uhr ist das Bewegen außerhalb der eigenen Wohnung zu verbieten, wie viel Menschen dürfen sich auf wie viel Quadratmeter nebeneinander befinden? Ab wie viel Meter darf ein Essen verspeist werden, das zuvor in einem Lokal gekauft wurde? Bürokraten schaffen imaginäre Monster, die sich in die Köpfe der Menschen festsetzen und ihren Alltag bestimmen. Die Lieblingswörter des Bürokraten heißen „verboten“ oder auch „untersagen“, „beantragen“, „genehmigen“ weil damit eine Machtdemonstration verbunden ist, ein bestimmtes Verhalten bei anderen zu erzwingen oder zu verhindern und gleichzeitig in gönnerhafter Art den Bürokraten es ermöglicht wird, Handlungen von Menschen zu erlauben oder Vergünstigungen erteilen zu können. Sie haben eine hohe Resistenz gegenüber Menschen, die die Lebendigkeit, die Freiheit, die Unabhängigkeit des Geistes lieben. Wenn es ihnen gefährlich wird, was regelmäßig der Fall ist, wenn sie mit solchen Menschen in Kontakt kommen, versuchen sie sich herauszuwinden mit Floskeln wie z. B. „dafür sind wir nicht zuständig“, „das ist nun mal Vorschrift“, „stellen Sie erst mal einen Antrag“, „da kann ich nichts machen, denn da sind mir die Hände gebunden“. Bürokraten sind die Sargnägel jeder Lebendigkeit im Umgang miteinander und einer guten Idee, die dann so zerpflückt wird, bis am Ende nichts mehr übrig bleibt.
    • Veränderungs-Resistenz: In Corona-Zeiten sind Lauterbach und andere Bundesgenossen einer auf Panikmodus eingestellten politischen Kaste gegen jede Argumente resistent. Sie zeigen einen hartnäckigen Widerstand gegen alle Argumente, die ihre vorgefertigte Meinung in Frage stellen. Deshalb beharren sie z. B. so sehr auf die Impfpflicht, obwohl inzwischen jedem klar sein sollte, dass sie nichts bringt, sondern im Gegenteil eher schadet. Sie sind in ihrem Denken so sehr eingefahren in ihre Vorstellungen von dem, was sie für richtig halten, dass sie alles abwehren, was dieses Gedankengebäude ins Wanken bringen könnte. In Diskussionen können oder wollen sie gar nicht auf die Argumente anderer eingehen, sondern wiederholen gebetsmühlenartig ihre Gedanken. Ein Nachgeben, ein Zugeben von Irrtümern ist für sie undenkbar, weil das ihr Selbstverständnis von sich selbst als Unfehlbare zerstören würde.
    • Ichbezogenheit: Die hohe Resistenz im Hinblick auf Veränderungen ist ein Ausfluss der hohen Ichbezogenheit, die bewirkt, dass alles im Hinblick auf die Selbsterhaltung und Selbstbehauptung überprüft wird. Alles, was diese gefährdet, wird bekämpft. Das eigene Ich zu schützen ist das oberste Gebot jeden Handelns oder Abwartens. Die starke Ichbezogenheit versperrt die weite Sicht auf die Welt, die als etwas angesehen wird, das vom eigenen Ich aus als zur Erfüllung der eigenen Wünsche existierend angesehen wird, bis hin zur Steigerung im negativen Sinne, dass die Welt und in ihr lebende Menschen für die Ichdurchsetzung geschädigt werden. In den Extremformen dieser Haltung im Narzissmus oder in der Psychopathie wird die Selbsterhöhung zum Lebenszweck – und das auf Kosten anderer. Es ist nicht überraschend für mich, dass es gerade in der Politik solche Menschen zuhauf gibt[9].
    • Humorlosigkeit: Humor ist die Waffe des „kleinen Mannes“ gegen die Mächtigen dieser Welt. Der Narr ist derjenige, wenn er nicht ein „Systemclown“[10] ist, der den Mächtigen den Spiegel ihrer Selbstverherrlichung vorhält, indem er ihre Schwächen offenlegt. Die Totengräber unserer Welt waren schon immer humorlos, weil sie eigentlich nur eine Freude kennen: Schadenfreude. Die Freunde der Schadenfreude versammelten sich auch gerne vor Fernsehschirmen, wenn es mal wieder hieß: „Verstehen Sie Spaß“. Diese Sendereihe war deshalb erfolgreich, weil sie diese Schadensfreude am laufenden Band zelebrierte, in dem durch einen „Lockvogel“ so genannte Prominente in die Falle gelockt wurden, um sie zu blamieren[11]. Das hat nichts mit Humor zu tun, sondern ist Ausfluss dieser Totengräbermentalität, bei der man glaubt, dann Freude haben zu können, wenn andere einen Schaden erleiden. Der Narr lässt den anderen nicht in den Spiegel schauen, damit er sich blamiert, sondern damit er sich selbst erkennt, wie er wirklich ist und daraus lernt.  
  • Vernichtung als Ziel: Bruno Gröning (1906 – 1959) war ein Geistheiler in Deutschland, der nur durch die Kraft seiner Gedanken heilen konnte, was er damit begründete, dass er das nicht aus sich heraus könne, sondern durch ihn die göttliche Kraft wirke, die Menschen heilen ließ. Er wurde von den Ärzten und einer willfährigen Justiz bekämpft und letztendlich im weitesten Sinne getötet, weil er, wie er sagte, „innerlich verbrannte“, da man ihm es verboten hatte, seine Tätigkeit fortzusetzen.[12] Die Zerstörung ist das Ziel der Totengräber, die Menschen vernichten wollen und damit auch ihre guten Werke. Die Eigensucht der Menschen und die damit verbundene Missgunst gegenüber anderen verschafft ein Klima, in dem dieses Totengräbertum gedeihen kann. Es ist letztendlich die satanische Kraft, die dahinter steckt. Mephisto, der herbeigerufene böse Geist in dem Drama „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe, ist derjenige, der dies auch klar bekennt, in dem er darstellt, dass sein Bestreben darin bestehe, alles zu zerstören, was je entstanden ist[13]. Das Gute, das Menschen – mit göttlicher Hilfe und die ihm nützlichen „guten Geister“ – geschaffen haben, ist Satan ein Dorn im Auge, weil dies ihn behindert, seine Agenda voranzutreiben. Gerade in Corona-Zeiten scheint mir diese satanische Kraft wirksam zu werden, die einmal dafür gesorgt hatte, dass dieses Virus überhaupt in unsere Welt gelangen konnte[14], und zum anderen eine weltweite Herrschaft der übermäßigen Kontrolle und Entrechtung von Menschen installiert, die zur Zerstörung demokratischer und damit selbstbestimmter Lebensgestaltung führen soll.

Die Totengräber haben wir zu entlarven, damit wir sie erkennen. Das kann aber nur der erste Schritt sein. Die weiteren Schritte können nur darin bestehen, dass sich die Menschen solidarisieren, um sich wirksamer gegen diese Übergriffe zur Wehr zu setzen, wobei sie das Ziel verfolgen sollten, eine Welt zu schaffen, in der das Gute gedeihen kann.

© beim Verfasser

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Nekrophilie

[2] Erich Fromm: Die Seele des Menschen, Stuttgart 1979, S. 33ff.

[3] Erich Fromm, a.a.O., S. 33; meine Assoziation zu Angela Merkel: Sie hat gewisse Ähnlichkeit mit Hitler, da ja auch sie anscheinend das deutsche Volk hasst und ihre Vernichtung durch ihre Politik der Massenmigration, „Energiewende“ und Ausverkauf an die EU, vorangetrieben hat.

[4] Eigene Assoziation: Die Blumen auf dem Feld tötet der nekrophile Mensch am liebsten, indem er sie von ihren Wurzeln abschneidet und in seinen Besitz bringt. Die Fichte im Wald wird gefällt, damit er sie als Weihnachtsbaum in sein Wohnzimmer stellen kann. Dem Vogel nimmt er die Freiheit, um ihn bei sich in den Käfig einzusperren.

[5] Dies könnte auch die Faszination vom Vampirismus erklären: Wesen, die selbst nicht lebendig sind und von der Lebendigkeit anderer sich nähren, töten durch ihren Biss die Opfer, saugen sie aus. Man spricht auch von „Energievampiren“, die anderen die Kraft nehmen, um selbst überleben zu können.

[6] Ich hatte in meinem Berufsleben einen Geschäftsführer erlebt, dessen Schreibtisch immer sehr aufgeräumt war. Als ich mit einer Kollegin einmal während seiner Abwesenheit in seinem Büro war, wettete ich mit ihr, dass, wenn ich einen bestimmten Kugelschreiber in eine andere Lage brächte, er als erstes, wenn er wieder das Zimmer beträte, diesen  in die alte Position legen würde, was denn auch geschah.

[7] https://bibeltext.com/matthew/8-22.htm

[8] https://bibeltext.com/matthew/23-27.htm

[9] https://perikles.tv/leserbriefe/1265-formen-der-ich-bezogenheit-oder-warum-narzissten-und-psychopathen-haeufig-in-der-politik-zu-finden-sind

[10] https://perikles.tv/leserbriefe/1282-systemclowns

[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Verstehen_Sie_Spa%C3%9F%3F

[12] https://www.youtube.com/watch?v=6gfdXvE0lQg: In einer dreiteiligen Serie wird das Leben und Wirken von Bruno Gröning gezeigt. 

[13] https://www.aphorismen.de/gedicht/676:   [Ich bin] ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. …Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, Ist wert, daß es zugrunde geht. Drum besser wär's, daß nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element.

[14] In Tichys Ausblicke interviewten Tichy und Achim Winter den Hamburger Physiker Roland Wiesendanger, der darlegte, dass es überzeugende Indizien für eine „Unfall“ in einem Labor in Wuhan gibt, was das Ergebnis einer so genannter „Gain-of-Function“-Forschung sei. https://www.youtube.com/watch?v=N5Xy-EDcqCk

 

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