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Es gibt Lebewesen, die sind mir zutiefst unsympathisch. Zu diesen gehören Schmarotzer, die auf Kosten anderer leben und keinen eigenen Beitrag leisten, sondern sich durch andere aushalten lassen. Es gibt sie in der Natur und auch in der Gesellschaft. Gehen wir ihnen auf die Spur.

  • Parasiten in der Natur: In der Natur gilt eigentlich die Grundregel, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Geben und dem Nehmen vorhanden sein muss, damit alles gut funktioniert. Dafür, dass jemand etwas abgibt, erhält er auch etwas zurück, so zu sagen als Belohnung für den eigenen Beitrag. Dadurch bleibt ein Gleichgewicht erhalten, das für den Fortbestand des Lebens notwendig ist. Pflanzen leisten mit ihrer Photosynthese einen wichtigen Beitrag dazu, dass höhere Organisationsformen des Lebens gedeihen können, denn diese hat einen doppelten Effekt: Einmal entstehen das grüne Blattwerk, das als Nahrung für viele Tieren dient und zum zweiten wird Sauerstoff produziert, der für die Verbrennungsvorgänge in den Organismen der meisten Landtiere zur Energiegewinnung notwendig ist. Dafür erhalten die Pflanzen das Kohlendioxid, aus dem sie den Kohlenstoff zur Herstellung ihres Ast- und Blattwerkes gewinnen. Es gibt aber auch die ganz anderen Lebensformen, die Parasiten[1] genannt werden. Sie geben nichts her, was von anderen Lebewesen gebraucht werden kann, sondern sie gleichen Vampiren, die nur die Kraft von anderen beziehen. Zu diesen Vertretern gehören z. B. die Zecken, die nur das Blut von Lebewesen absaugen und als „Dankeschön“ schädliche Viren (FSME-Viren, die zu Gehirnentzündungen führen) oder Bakterien (Borreliose) auf den Wirt übertragen. Auch Fadenwürmer, Bandwürmer und ähnliche Tiere nisten sich in den Körpern der Wirte ein und ernähren sich von dem, was die Wirte produzieren. Das Parasitäre ist nicht allein auf die Tierwelt begrenzt. Die Würgefeige[2] B. ist eine Pflanze, die sich als Same an einen Baum hängt und von dort aus versucht, sich auszubreiten und dabei dem Wirt langsam aber ständig steigernd die Kraft raubt, selbst weiter zu leben, bis dieser völlig entkräftet abstirbt und nur noch die Pflanze der Würgefeige übrig bleibt. Auch Pilze können parasitär Insekten befallen, denen sie ihre eigene Agenda aufzwingen und diese zu lebenden Robotern mutieren lassen[3].
  • Parasiten in der Gesellschaft: Es gibt Menschen und die daraus sich bildenden Institutionen, die sich einer schmarotzerartigen Lebensweise bedienen. Ich will zunächst einmal versuchen, die Merkmale hierfür herauszuarbeiten:
    • Nutzlosigkeit: Das wohl am meisten hervorstechende Element der gesellschaftlichen Parasiten ist darin zu sehen, dass sie niemand anderes als für sich selbst nützlich sind. Sie leben nur auf Kosten anderer, leisten aber selbst keinen aktiven Beitrag für die Gesellschaft. Sie stellen somit eine Belastung dar.
    • Übertriebene Selbstdarstellung: Um ihre Nutzlosigkeit zu übertünchen, versuchen sie diese durch eine penetrant wirkende Aufdringlichkeit in ihrem Gebaren auszugleichen. Man kann auch sagen: Je mehr jemand versucht, sich selbst als unverzichtbar darzustellen, desto eher ist die Annahme berechtigt, dass er eigentlich nutzlos ist. Titel dienen als Vorhängeschilder, aufwändige oder ausgefallene Garderobe als Zeichen der angeblichen Würde, aufdringliches Verhalten in der Öffentlichkeit begleitet von möglichst ständiger Medienpräsenz, deuten an, dass hier jemand sich als „oberwichtig“ zu  präsentieren versucht, als unverzichtbar für die Gesellschaft.
    • Missverhältnis zwischen angeblichem Nutzen und Entlohnung: Je krasser das Missverhältnis zwischen der Entlohnung der hoch angesehenen „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft und ihrem wirklichen Nutzen ist, desto eher kann man darauf wetten, dass es sich um Parasiten handelt. Ab einem bestimmten Einkommen traut sich auch kaum noch jemand, den Mythos zwischen dem hohen Verdienst der „Leistungsträger“ und ihrem wirklichen Nutzen für die Gesellschaft infrage zu stellen[4].  
    • Egozentrische Ausbeutung: Wenn Parasiten in der Gesellschaft wenigstens nur nutzlos wären, könnte man sie vielleicht noch ertragen, aber sie haben leider die Eigenschaft, darüber hinaus auch noch sich als Schädlinge in der Weise zu entpuppen, dass sie egoistisch nur ihren eigenen Vorteil sehen und rücksichtslos nur ihre selbstsüchtigen Interessen durchsetzen. Sie unterscheiden sich von den Psychopathen in der Weise, dass diese Opfer brauchen, um ihre Machtbedürfnisse befriedigen zu können; Parasiten brauchen nur Wirte, denen sie sich anheften, wollen diese aber nicht absichtlich schädigen, was ja auch kontraproduktiv wäre, da sie von ihnen leben.
    • Kein Interesse an anderen: Nicht nur die Ausbeutung anderer ist das Ziel der Parasiten, sondern es ist ihnen im Extremfall egal, was aus ihren Wirten wird – sofern sie einen neuen Wirt im Auge haben. Sie heucheln nur Interesse an dem Leben anderer, tun so, als ob ihnen das Leben anderer interessieren würde, letztendlich geht es ihnen dabei aber nur darum, sicherzustellen, dass ihr eigenes Wohl erhalten bleibt.
    • Eunuchentum: Eunuchen[5] sind durch Kastration (Entfernung der Geschlechtsorgane) geschlechtslos gemachte Männer, die vielleicht eine Ahnung davon haben, wie man einen Geschlechtsverkehr erfolgreich ausüben könnte, es aber selbst nicht zustande bringen. Im übertragenen Sinne sind die gesellschaftlichen Parasiten gerne bereit, gute Ratschläge zu geben, wissen immer irgendwie alles besser, können die Arbeit anderer kommentieren oder sogar kritisieren, bringen aber selbst nichts zustande. Sie wissen, wie es geht, können es aber selbst nicht.  
  • Beispiele gesellschaftlicher Parasiten: Die folgenden Beispiele stellen keine erschöpfende Aufzählung dar, sondern sie sollen nur exemplarisch zeigen, wie parasitäres Verhalten funktioniert.
    • Pfarrer und Kirchen: Pfarrer und die sie tragenden Institutionen stehen für mich als Parasiten per excellence dar. Denn welchen Nutzen sollten sie denn wirklich haben? Wenn jemand ein seelisches Problem hat, geht er heutzutage zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten und nicht mehr zum „Seelsorger“. Diese Trendwende haben die Kirchen schon lange erkannt und sich Ersatzfelder zur Absicherung ihrer Daseinsberechtigung gesucht, wie z. B. die Telefonseelsorge, bei der aber medizinische oder psychologische Grundlagen besser wären als eine theologische Fundierung. Aber ernsthaft: Wer braucht denn schon wirklich die Zeremonienmeister bürgerlicher Feste wie Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen? Die angeblichen Sakramente sind erfolgreiche Erfindungen, mit deren die Kirchen glauben, ihre Nützlichkeit unter Beweis zu stellen. Mit ihren Gewändern versuchen die Priester zu signalisieren: Wir sind etwas Besonderes, weil wir eine besondere Beziehung zu Gott haben. Aber keiner benötigt „um in den Himmel zu kommen“, diese „segensreichen“ Rituale, wie sie von Pfarrern und Theologen praktiziert werden. Die Anmaßung, dass nur geweihte Priester viele der Sakramente geben können, ist ebenfalls eine Erfindung der Kirchen, die ihnen ein Privileg einräumen, das biblisch nicht begründbar ist. Es sind überflüssige Rituale, deren Sinn nur noch für diejenigen relevant sind, die sie ausüben: Priester und Pfarrer. Es gilt nicht der Grundsatz „ora et labora“ (bete und arbeite), sondern nur noch „ora non labora“. Nur beten und nichts tun, außer die Kirchenangehörigen mit festlichen Gebräuchen unterhalten und das Vermögen verwalten, das man jahrhundertelang angehäuft hat, ist die Hauptbeschäftigung der Kirchenvertreter. Das so genannte christliche Engagement der Kirchen durch soziale Arbeit entpuppt sich schnell als ein Selbstläufer, da die Finanzierung von Altenheimen, Kindergärten, Pflegestationen, Krankenhäuser u. ä. Einrichtungen über Beiträge der Sozialversicherungen oder des Staates selbst abgesichert ist und keine oder nur geringfügige kirchlichen Gelder benötigt werden. Kirchensteuergelder und andere Subventionen des Staates – z. B. werden die „Würdenträger“ wie Bischöfe und Kardinäle aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert[6] – werden für die Unterhaltung des „klerikalen Apparates“ aufgebraucht.  
    • Systemjournalisten: Diese besondere Sorte der Journalisten sind systemtreu, d. h. dass sie die Meinung der Mächtigen des Landes verteidigen. Ihr Nutzen liegt in der Unterstützung durch die Regierung und der angepassten Parteien, die den Regierungskurs mittragen. Die Systemjournalisten sind auf der Seite derer, die den kleinen Pieks mit einem mRNA-Impfstoff verteidigen und leugnen, dass es Nebenwirkungen gibt, denen sie immer aus dem Weg gehen, statt darüber zu berichten. Sie gehen mit der Regierungsmeinung konform, dass es richtig ist, Waffen an die Ukraine zu schicken, um unseren „westlichen Werte“ zu verteidigen und sie verurteilen alle als „Rechte“ oder „Verschwörungstheoretiker“, die der „politischen Korrektheit“ nicht folgen wollen. Die selbst ernannten „Faktenfinder“ wie z. B. CORREKTIV wirken hier ohne staatliches Eingreifen wie eine Zensur[7]. Ihr parasitäres Dasein verdanken die Systemjournalisten ihrer Treue zum Regierungsapparat. Bei den Pressekonferenzen sind sie nur Stichwortgeber für die Selbstdarstellungen der Regierungssprecher und scheuen, kritische Nachfragen zu stellen. Eigenen Recherchen vertrauen sie nicht, sondern nur den vorgefertigten Nachrichtungen und Kommentare der Presseagenturen.
    • Parteifunktionäre: Diese besondere Sorte von Politikern erfüllen Funktionen in den Parteien und werden dafür bezahlt. Dies können sich nur die „großen Parteien“ leisten, die aus dem allgemeinen Steueraufkommen ihre Ausgaben finanzieren. Sie führen die Parteien an, verwalten die Gelder der Partei, bereiten Parteitage vor und glauben, mit ihren Kommentaren vor laufenden Fernsehkameras ihre Weisheiten unters Volk bringen zu können, ohne hierfür je zur Verantwortung gezogen zu werden, was sie dann verkünden. Alles bleibt unverbindlich und dient nur als Futter für die Systemjournalisten, mit denen sie dann eine Art Zweckgemeinschaft bilden, von dem jeder profitiert – nur nicht die Bürger selbst.
    • Investmentbanker und andere Geldverwalter: Das sind diejenigen, die „andere Leute Geld Gassi führen“, wie es einmal der ehemalige Kabarettist Volker Pispers genannt hat[8]. Diejenigen, die also selbst kein eigenes Risiko eingehen und nur das Geld anderer Menschen verwalten, weitergeben, Analysen erstellen für erfolgreiche Kapitalinvestitionen oder Beratungen durchführen über angeblich lohnende Geldanlagen, braucht in Wirklichkeit kein Mensch.
    • Deutsche Umwelthilfe: Der Name täuscht gewaltig, denn er suggeriert, dass sich hier eine Institution daran begibt, der Umwelt zu helfen. Bisher ist sie aber eher unangenehm aufgefallen, denn sie betätigt sich als „Abmahnverein“, der auf der Lauer liegt und mit Denunziation den Firmen droht, die irgendwelche überflüssigen und kaum verständliche Vorschriften des Staates übertreten. Für das Versprechen, die Übertretung nicht zu melden, verlangt sie dann Gebühren nebst einer Unterlassungserklärung, was sich als für die Wirtschaft schädigendes und nur der Umwelthilfe nützliches Geschäft erweist[9]. Manche haben es vielleicht auch schon vergessen: Der so genannte Dieselskandal, der dann in die Verbote des Befahrens von Straßen in großen Städten führte. Angezettelt hatte dies die Deutsche Umwelthilfe mit einer Klagewelle[10]. Ob diese Fahrverbote wirklich etwas gebracht haben, ist stark umstritten, denn der Feinstaub wird eben nicht nur von Dieselfahrzeugen produziert.
    • Staatsoberhäupter: Die Königin Elisabeth II von England ist mit Sicherheit einer der Großverdiener des Königsreiches[11] und ist in dieser Hinsicht dem Bundespräsidenten Deutschlands weit überlegen[12]. Aber eines ist ihnen gemeinsam: Sie sind so nützlich wie ein abgelaufener Handkäse, der nur noch stinkt. Sie sind teuer bezahlte Aushängeschilder ihrer Länder, begrüßen ausländische hohe Gäste, die meistens genauso unwichtig sind wie sie selbst, halten Ansprachen bei angeblich wichtigen Festen, die keiner mehr hören will – denen aber mit hochwichtiger Mine zugehört wird, haben aber sonst keinen entscheidenden Einfluss mehr auf den Politikbetrieb. Sie sind das Überbleibsel einer Zeit der Könige und Kaiser, als es noch absolute Herrschaftssysteme gab; man hat sich nur noch nicht getraut, diese Zeit nun für endgültig als erledigt zu erklären.

 

Die gesellschaftlichen Parasiten werden wir wahrscheinlich so schnell nicht los – darin unterscheiden sie sich kaum von den natürlichen Schmarotzern, die es schon so lange auf der Erde gibt, ohne dass es jemand geschafft hätte, diese auszurotten. Was wir aber tun können: Wir können ihnen ihre Maske der angeblich Nützlichkeit entreißen und ihnen den Spiegel vorhalten, damit sie erkennen wer sie wirklich sind: Aufgeblasene Wichtigtuer und egoistische Gemeinschädlinge.

 

© beim Verfasser

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Parasitismus

[2] https://www.regenwald-schuetzen.org/kids/wissen-ueber-den-regenwald/pflanzen-im-regenwald/wuergefeige

[3] Ophiocordyceps unilateralis ist eine Pilzart, die auf den Kopf der Ameise heranwächst und das Verhalten des befallenen Tieres so beeinflusst, dass dadurch optimale Bedingungen für das Wachstum des Pilzes geschaffen werden, etwa durch das Festbeißen an der Unterseite eines Blattes. Danach verendet das Tier. https://de.wikipedia.org/wiki/Ophiocordyceps_unilateralis  

[4] https://www.arbeit-wirtschaft.at/einfach-kompliziert-leistungstraeger/

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Eunuch

[6] https://www.refrago.de/warum-werden-bischoefe-vom-staat-bezahlt-und-nicht-aus-der-kirchensteuer/

[7] Es ist interessant zu wissen, dass das „Faktenfinder“-Institut „CORRECTIV“ Gelder von der Georg Sorros Stiftung bekommt: https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/aufklaerung-ueber-fake-news-correctiv-erhaelt-geld-von-george-soros-a-1141799.html. Die Kooperation mit dem Facebook garantiert dann eine Quasi-Zensur, da die dorthin gemeldeten „Fake News“ zur Löschung von Einträgen führt: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/correctiv-als-selbsternannte-staatszensur/. Zu den weiteren Hintergründen der Finanzierung von CORRECTIV: https://multipolar-magazin.de/artikel/auf-dem-weg-zum-wahrheitsministerium   

[8] http://direkteaktion.over-blog.de/article-36404667.html  Pispers:„Und wenn sie es noch nicht begriffen haben, dann machen sie folgendes Gedankenexperiment: Stellen sie sich vor, morgen fallen alle Investment-Banker, Unternehmens-Berater und Aktienanalysten tot um. Oder morgen fallen alle Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehr-Leute und Altenpfleger tot um. Und dann überlegen sie kurz, was sie persönlich vermissen würden. Und jetzt machen  sie sich klar, dass diese degenerierte Gesellschaft, die Leute, auf die wir alle irgendwann im Leben mal angewiesen sind, so schlecht bezahlt, dass sie sich für ihre Familien in deutschen Großstädten kaum noch Wohnungen leisten können. Und dass wir den Leuten, die nur unser Geld auf den Kopf hauen, das Schmarotzer-Pack, denen schieben wir das Geld hinten in den Arsch und dann hören wir uns von denen auch noch an: 'Das Land ist gelähmt. Die Eigeninitiative ist tot'. Klar, mit so viel Kohle im Arsch kann man sich ja nicht mehr bewegen."

[9] https://www.merkur.de/politik/deutsche-umwelthilfe-in-kritik-abmahnungen-verhelfen-resch-zu-gutem-leben-zr-13016251.html

[10] https://www.rbb24.de/politik/thema/2017/abgasalarm/beitraege/deutsche-umwelthilfe-finanzierung-kritik-diesel-fahrverbote.html

[11] Das Einkommen von Queen Elisabeth II lag im Jahr 2021 bei 22,3 Mio. Pfund: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/818957/umfrage/einkommen-der-queen/

[12] Steinmeier erhält rund 240.000 EUR + Aufwandsgeld von 78.000 EUR im Jahr: https://lohncheck.de/de/articles/lohn-bundesprasident-deutschland

 

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