Ich hielt es bislang für ein Gerücht, dass so genannte Flüchtlinge auf Steuerzahlerkosten von Afrika nach Deutschland einflogen werden, um sie hier neu anzusiedeln. Aber es ist tatsächlich der Fall. Das so genannte Resettlement-Programm ist eigentlich eines des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), wodurch in der Welt Menschen, die unter schwierigen oder gefährlichen  Bedingungen leben, in anderen Ländern neu angesiedelt werden sollen. Beim UN-Gipfel zur globalen Flüchtlingskrise verpflichteten sich 48 Staats- und Regierungschefs am 20. September 2016 in New York, am Tag nach der Abfassung der New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten dazu, in Drittstaaten den Zugang zu dauerhaften Lösungen durch Resettlement auszuweiten (https://de.wikipedia.org/wiki/Resettlement) . Es handelt sich also nicht um Menschen  die vor politischer Verfolgung leiden und deshalb Asyl  in einem anderen Land  beantragen. Ausgeweitet und präzisiert wurde das Resettelement-Programm durch den so genannten „Migrationspakt“, der unter Vorsitz von Deutschland und Marokko in den Jahren 2017 und 2018 in Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,_geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration). Das erklärt vielleicht, warum dieses Vorhaben erst sehr spät im Novembe2018 vollständig an die Öffentlichkeit gelangte und nur unter massiven Druck diskutiert wurde. Die Trump-Regierung dagegen hatte bereits im Jahr 2017 erklärt, dass  die USA nicht mehr an der Erklärung aus dem Jahr 2016 festhalten werde. Auch unser Nachbarland Österreich hatte sich 2018 aus dem Resettlement-Programm verabschiedet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,_geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration). Die damals geäußerten Bedenken, dass damit die Einwanderung beschleunigt würde, wie sie etwa von der AfD im Rahmen einer Petition vorgetragen wurden, hatten nur beschwichtigende Erklärungen des Auswärtigen Amtes zu folge, dass man mit der Annahme des Migrationspaktes keine Beschleunigung und Vervielfachung der Migration in Kauf nehme (https://de.wikipedia.org/wiki/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,_geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration). Dass dieser Migrationspakt aber keine rechtliche Wirkung entfalte, wie dies oft in Kommentaren von Regierungsseite zu hören war, wird konterkariert durch die Tatsache, dass tatsächlich z. B. Afrikaner mit dem Flugzeug nach Deutschland geholt werden, wie dies auf dem Flughafen Kassel-Calden zu sehen war, als am 18.10.2019 154 Flüchtlinge aus Somalia eingeflogen worden waren (https://www.hna.de/welt/resettlement-programm-bundesregierung-fluechtlinge-landen-kassel-zr-13130652.html). Wie aus einer Stellungnahme der Bundesregierung zu einer Anfrage des AfD-Abgeordneten Steffen Kotré hervorgeht, hat die Bundesregierung für die Jahre 2018 und 2019 für insgesamt 10.200 Personen eine Neuansiedlung in Deutschland zugesagt. Im vergangenen Jahr waren es laut Bundesregierung 2.844 Resettlement-Flüchtlinge, die Deutschland aufgenommen hat, und in diesem Jahr bis Ende Oktober 3.617. Weitere sollen noch folgen.  Kosten hierfür sollen bei 6,3 Mio. EUR liegen (https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2019/regierung-laesst-tausende-fluechtlinge-einfliegen/?fbclid=IwAR0K3llfoyHsHwMqO8TplcdyAsNvZcBmr65S90wRUF-DORJbAAd1l8Rt0yE#comments). Das Resettlement-Programm hat auch Eingang in die EU gefunden, die laut EU-Kommission den Mitgliedsstaaten der EU Gelder in Höhe von 500 Mio. EUR zugesichert hat, um Menschen „sichere und legale Zugangswege in die EU“ zu garantieren (https://resettlement.de/eu-resettlement-programm-50-000-plaetze-bis-oktober-2019/). Auf der von der Caritas errichteten Internetplattform ist hierzu folgendes zu lesen: „resettlement.de ist ein Kooperationsprojekt des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim/ Caritasstelle im GDL Friedland und des Deutschen Caritasverbandes. Ziel des Projektes ist es, über die verschiedenen Aufnahmeprogramme zu informieren und die am Aufnahmeprozess beteiligten Akteure zu vernetzen. Das Projekt fördert lokale und regionale Netzwerke zur Unterstützung der aufgenommenen Flüchtlinge und den Erfahrungsaustausch zwischen ehemaligen und neu eingereisten Personen.“ (https://resettlement.de/). Nach einer Auflistung der eingereisten Personen nach Nationalität stammen die meisten aus Syrien, wobei viele häufig über die der Türkei nach Deutschland gekommen sind (https://resettlement.de/aktuelle-aufnahmen/). Rechtliche Grundlage der Aufnahme ist der § 23 Abs. 4 AufenthG, wonach ein eigener Aufenthaltstitel, i.d.R. erst einmal für 3 Jahre, erteilt wird. Damit verbunden ist das Recht auf Bezug von ALG II und die Teilnahme an Integrationskursen (https://www.neustartimteam.de/).  Um die Umsetzung der Neuansiedlung zu koordinieren, wurde im Mai 2019 das Projekt „Neustart im Team“ (NesT) gegründet, an dem auch der Caritasverband federführend beteiligt ist, wie aus dem Impressum zu ersehen ist (https://www.neustartimteam.de/impressum/). Daneben sind aber auch das Deutsche Rote Kreuz und die Evangelische Kirche von Westfalen beteiligt. „Das Programm ‚Neustart im Team‘ wird verantwortet vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (IntB) sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle (ZKS) ist Partnerin im Pilotprojekt „Neustart im Team“ (https://www.neustartimteam.de/ueber-uns/). Es ist also um dieses in Deutschland eingerichtete Resettlement-Programm ein dichtes Netzwerk von Helfern entstanden, die an dieser Neuansiedlung beteiligt sind. Die ZKS wird gesponsert von der Bertelmann Stiftung, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Stiftung Mercator. Der Ablauf der Arbeit des NesT ist der, dass sich eine Gruppe aus mindestens 5 (juristischen oder natürlichen) Personen bildet, die an einem eintägigen Informationsseminar der ZKS teilnehmen. Danach stellen diese Personen einen Antrag auf die Vermittlerliste über das BAMF. Nachdem die Gruppe in die Vermittlerliste aufgenommen wurde, erarbeitet diese so genannten Mentoring-Gruppe einen Integrationsplan und bringt für die Dauer von 2 Jahren die notwendigen finanziellen Mittel für eine selbst besorgte Wohnung auf (!), die sich am Wohnort der Mentoring-Gruppe befindet. Das UNHCR identifiziert danach die Personen, die einreisen können und teil diese der Mentoring-Gruppe mit. Die Einreise erfolgt dann über das Aufnahmelager in Friedland, wo sie von der Mentoring-Gruppe selbst abgeholt und in die neue Wohnung gebracht werden sollen. Die Neuankömmlinge werden von de Mentoring-Gruppe danach noch ein Jahr ideell bei der Integration unterstützt (https://www.neustartimteam.de/).

Es stellt sich mir die Frage, wer will dann tatsächlich selbst – auch wenn es dann gemeinschaftlich gestemmt wird – die Kaltmiete für 2 Jahre sicherstellen? Es gibt überhaupt keine Gegenleistung hierfür! Nach den negativen Erfahrungen mit den so genannten „Flüchtlingsbürgen“ für die Jobcenter hat man von staatlicher Seite gelernt, diesen Begriff tunlichst zu vermeiden und zu suggerieren, dass die finanziellen Verpflichtungen der Helfer einer solchen Mentoring-Gruppe in Grenzen bleiben. Das von der Bundesregierung mit Vorschusslorbeeren ausgestattete Resettlement-Programm - Die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz (CDU) nannte es „ein starkes Zeichen gelebter Solidarität“ (https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2019/neustart-im-team-fluechtlingsbuergen-als-mietzahler-fuer-migranten/) – wird auch von der Kirche unterstützt. Der Weihbischof Ansgar Puff, Weihbischof in Köln, appellierte in seinem Video vom 31.05.2019 (Domradio.de), sich als Mentor zu melden und kündigte gleich an, dass das Erzbistum Köln auch hierfür im Rahmen eines Sonderfonds finanzielle Mittel  bereitstellen wolle. Er erklärte, dass er in seinem Nachtgebet darum bete, dass „viele Menschen ihrem Herzen ein Ruck geben und sich als Mentoren zur Verfügung stellen.“( https://www.facebook.com/watch/?v=2185614571487702). Na, da wird es einem doch so richtig warm ums Herz.

 © Büren, 13.11.2019, Günther Birkenstock

 

Der Kampf gegen rechts nimmt immer bizarrere Züge an. Jetzt hat er schon die ältere Generation erreicht. Man muss es schon genauer sagen: Die „Oma-Generation“ ohne die dazugehörigen Männer, denn die sind weitgehend ausgeschlossen. Sie sind eben gerne unter sich und Männer werden nur ausnahmsweise in den eigenen Reihen geduldet. Mit selbst gestrickten Mützen (https://www.youtube.com/watch?v=qugBZr3vNLo)  – eine Art Markenzeichen – versammeln sie sich auf öffentlichen Plätzen mit Transparenten und Schildern in der Hand mit der geistreichen Aufschrift „Omas gegen rechts“. Wie Frauen so sind, gibt es sogar für das Stricken der Mützen eine entsprechende Anleitung (https://www.omasgegenrechts-berlin.de/2019/09/09/ebbas-strickanleitung-fuer-omas-gegen-rechts-muetzen-aus-baumwolle/).  Es gibt inzwischen eine eigene Homepage (https://omasgegenrechts.at/), auf der die Aktivitäten dargestellt werden. Begonnen hatte die Bewegung im November 2017 in Österreich, als die FPÖ an die Regierung kam, sie schwappte aber schnell über die Grenze unseres Nachbarlandes nach Deutschland über, wo es in über 30 Städten die gleichnamigen Gruppierungen von „reifen Damen“ gibt, die ihre Spruchband  („Omas gegen rechts“) bei Demonstrationen vor sich hertragen wie die katholischen Priester die Monstranz. Diese Bewegung eint diese so genannten Omas eben im Kampf gegen rechts, was auch immer damit gemeint ist, vor allem sind sie für Frauenrechte und Minderheitenrechte sowie gegen Rechtspopulismus. Die Presse geht behutsam mit dieser Bewegung um, so auch die Wochenzeitschrift, „Die Zeit“. Nach einem Online-Bericht vom 25.09.2019 von Ursula März „…laufen sie bevorzugt zwischen den Fronten mit, wo es brenzlig werden könnte. Notorisch ist dies der Fall, wenn Neonazis und Antifa-Gruppen aufeinandertreffen. Die Erfahrung zeigt, dass jedes der Lager davor zurückzuckt, die "Omas" physischer Gefahr auszusetzen. Oder zumindest davor, die Welt mit Bildern zu Boden gedrückter 70-jähriger Frauen zu beliefern.“ (https://www.zeit.de/2019/40/aktivismus-demonstranten-strategie-klimaschutz-rechtsextremismus/komplettansicht). Auf jeden Fall ist man gegen die AfD (https://www.spiegel.de/plus/proteste-gegen-die-afd-omas-gegen-rechts-a-bae25726-9e01-4669-8727-1c199919630d), deren Veranstaltungen gerne gestört  (https://www.youtube.com/watch?v=6vNOHrzVHFA&t=3055s) und deren Mitglieder gleich mit „Nazis“ in einen Topf geworfen werden. Eigenartigerweise sind diese Frauen für den Islam, obwohl nachweislich die muslimischen Männer mit dem Flüchtlingsstrom ein Frauenbild nach Deutschland transportieren, das wir glaubten inzwischen überwunden zu haben. Selbstverständlich engagiert man sich in und solidarisiert man sich mit der „Friday-for-Future“-Bewegung, deren Protagonistin, Greta Thunberg, wie eine Ikone vor sich hergetragen wird. Sie sind auch für die Seenotrettung und meinen, dass alle Geretteten, die ausnahmslos als „Schutzsuchende“ gesehen werden, das Recht hätten, nach Europa gebracht zu werden (https://www.youtube.com/watch?v=h64Ijr5n0Zk). Die Treffen haben meistens einen gewissen „ Event-Charakter“: Hauptsache man ist dabei und hat Gleichgesinnte um sich herum, die der gleichen Meinung sind. Echte Diskussionen mit Andersdenkenden sind nicht gefragt. Wenn sie mit Übergriffen von Muslimen gegenüber Frauen konfrontiert werden, wollen sie davon nichts wissen und verweisen sofort darauf, dass deutsche Männer die Haupttäter seien. Ob diese Frauen tatsächlich „Omas“ sind, wie behauptet wird, sei dahingestellt, sehen sie doch auch oft ehr so aus, als ob sie im „mittleren“ Alter angesiedelt sind.

Ich nehme an, dass viele dieser Omas inzwischen sehr viele Flüchtlingskinder zu Hause bei sich aufgenommen haben und die geflüchteten Männer bei ihnen im Garten die schwere Arbeit abnehmen.  Zu den Demonstrationen fahren sie sicher mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto, um Kohlendioxid zu sparen.

© Büren, 11.11.2019 Günther Birkenstock

 

Was haben Menschen, die für die Begrenzung des Ausstoßes von Kohledioxid, für den Ausstieg aus der Kohleverstromung, Beendigung der Energiegewinnung aus Atomspaltung, für die Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer und unbegrenzte Aufnahme von Asylanten in Deutschland gemeinsam? Sie können unter dem  Sammelbegriff des Gutmenschen subsumiert werden. Der Begriff „Gutmensch“ wurde 2015 sogar zum „Unwort des Jahres“ von der „sprachkritischen Aktion in Deutschland gewählt“ (https://www.nzz.ch/panorama/alltagsgeschichten/gutmensch-ist-das-unwort-des-jahres-1.18675881). Er wurde mit der Flüchtlingskrise im 2015 erst so richtig bekannt, nachdem er vorher schon verwendet wurde, erstmals im Jahr 1985 von dem „Forbes Magazin“ für den Gewerkschaftsführer Franz Steinkühler. Im Duden tauchte es erstmals im Jahr 2000 auf. (https://www.nzz.ch/panorama/alltagsgeschichten/warum-ein-gutmensch-kein-guter-mensch-ist-1.18676154). Das „Wörterbuch der deutschen Sprache“  definiert als Gutmensch, „der in einer als moralisierend, selbstgerecht, naiv und realitätsfern empfundenen Weise der politischen Korrektheit entsprechende, als übertrieben altruistisch o. ä. eingeschätzte Auffassungen, Ziele und Forderungen vertritt.“ (https://www.dwds.de/wb/Gutmensch).  

Wenn man den Gutmensch genauer ansieht, könnte man vielleicht mehrere typische Charaktereigenschaften und kennzeichnendes Sozialverhalten ausmachen. Die folgende Merkmalsliste stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit dar. Die darin genannten typischen Merkmale stellen Anhaltspunkte für das Erkennen eines solchen Menschentypus dar, die nicht immer gleichzeitig auftreten müssen.

  • Übertriebener Altruismus: Zuerst könnte man denken, dass der Altruismus als Gegenpol zum Egoismus eine moralisch notwendige Gegenposition darstellt. Aber das Übel liegt leider immer in der Übertreibung. Dieser übertriebene Altruismus hat eine starke, sich sowohl gleichzeitig selbst aufwertende (Gefühl der moralischen Überlegenheit gegenüber anderen) als auch selbst abqualifizierende Note (in dem das Elend in der Welt immer stets auf eigenes Fehlverhalten zurückgeführt wird). Ein typisches Beispiel ist es, dass behauptet wird, das Elend der Afrikaner mit dem Verhalten der Europäer (Kolonialzeit, Ausbeutung durch übervorteilende Verträge) zu tun hat, weshalb es eine moralische Verpflichtung gäbe, den Menschen in Afrika dadurch zu helfen, dass man sie aus dem Mittelmeer rettet und nach Europa bringt.
  • Moralisierende Bevormundung: Der übertriebene Altruismus führt dazu, dass sich der Gutmensch als moralisch besser einschätzt als andere Menschen und dazu neigt, dies auch den Mitmenschen spüren zu lassen. Er fühlt sich als der „bessere Mensch“ und wehrt alle Versuche ab, die diese Selbstanmaßung infrage stellen. Er stellt sich sinnbildlich auf die Kanzel und wettert über diejenigen, die seine Moralvorstellungen nicht teilen. Die moralische Entrüstung und das ständig von allem irgendwie Betroffensein wirken allerdings nicht echt und eher aufgesetzt. Wer die eigene moralische Überlegenheit nicht teilt wird gerne als Unmensch diffamiert. Dabei wird auch gerne generalisiert und z. B. die moralische Verurteilung eines ganzen Volkes („die Deutschen“) vorgenommen, obwohl Schuld niemals kollektiv gesehen werden darf, sondern immer eine höchst individuelle Angelegenheit ist.
  • Selbstgefälligkeit: Mit der Moralisierung geht einher eine Attitüde der Selbstgefälligkeit. Sich selbst und das, was man für richtig hält, infrage zu stellen, ist außerhalb jedweder Dem Gutmenschen gefällt es, sich selbst in der Rolle des „Moralapostel“ zu sehen, ohne dass er dessen negative Attitüde bemerkt – er blendet sie (un)bewusst aus. Der Gutmensch ist gewissermaßen arrogant, ohne dass er selbst davon etwas merkt.  
  • Hüter der politischen Korrektheit: Ausgehend vom moralischen Hochstand und der damit verbundenen moralisierenden Bevormundung sieht sich der Gutmensch als der „Gralshüter der Political correctness“ (https://de.wikimannia.org/Gutmensch), wobei jede Normverletzung in dieser Hinsicht mit einer „Betroffenheitsmine“ kommentiert wird. Der Gutmensch ist deshalb – was er sicher stets von sich weisen würde – systemkonform. Die Kritik richtet sich immer nach außen, nicht nach innen, so dass er sich in Übereinstimmung mit der Mehrheit anderer Gutmenschen wähnt.
  • Heuchelei: Zwar wähnt sich der Gutmensch als moralisch integer, aber der Schein ist wichtiger als das Sein. Heuchler sind nicht immer Gutmenschen, aber Gutmenschen immer Heuchler. Dem Heuchler kommt es zuerst darauf an, dass er als moralisch höherwertiger eingeschätzt wird als er wirklich ist. „Der Gutmensch ist im eigentlichen Sinne nicht gut, sondern er behauptet es nur“ (https://de.wikimannia.org/Gutmensch). Er fordert z. B. die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland, würde sich aber scheuen, einen Flüchtling bei sich zu Hause aufzunehmen. Er spricht lieber davon, dass „die Gesellschaft“ oder die „Solidargemeinschaft“ für die Kosten der Flüchtlinge aufkommen müsse. Er entrüstet sich dann aber darüber, dass dann von ihm selbst ein finanzieller Beitrag gefordert wird. Typisches Beispiel hierfür ist die Diskussion um die Inanspruchnahme von Bürgschaftserklärungen gegenüber den Jobcentern, die vor allem in dem Jahr 2015 für das Nachholen im Wege der Familienzusammenführung von syrischen Flüchtlingen von Deutschen abgegeben wurden. Als tatsächlich in der Flüchtlingshilfe tätige Menschen aus den Bürgschaften in Anspruch genommen werden sollten, war die moralische Empörung groß.
  • Humorlosigkeit: Mit der moralisierenden Besserwisserei geht eine gewisse Humorlosigkeit einher. Man kennt diese Grundhaltung auch noch vom Moralapostel alter Tage. Treffend sang es bereits Zarah Leander in dem Lied „Kann denn Liebe Sünde sein“: „Jeder kleine Spießer macht das Leben mir zur Qual denn er spricht nur immer von Moral. Und was er auch denkt und tut man merkt ihm leider an, dass er niemand glücklich sehen kann.“  Wer also meint, moralisch besser zu sein, neigt auch dazu, dem anderen sein Glück nicht zu gönnen. Er folgt damit dem Duktus: Der moralisch handelnde Mensch muss immer ein bisschen unglücklich sein. Denn wer Spaß am Leben hat, kann nicht moralisch hochwertig sein, er gibt sich einfach den Genüssen des Lebens hin, ohne daran zu denken, wie schlecht es anderen geht. Der moralisch denkende Mensch kann nicht mit Leichtigkeit über alles hinweggehen, sondern nimmt alles todernst. „Wie kann man nur daran Spaß haben“, wird der Gutmensch sagen, wenn jemand genüsslich einen „Mohrenkopf“  isst,  wenn sich andere diesen nicht kaufen können.
  • Sprachdetektive: Die Verwendung des Wortes „Mohrenkopf“ oder „Negerkuss“ käme bei einem Gutmenschen niemals über die Lippen. Er achtet peinlich darauf, dass seine Sprache korrekt ist, was bedeutet: Keine Diskriminierung anderer, keine rassistisch einzustufenden Äußerungen und gendergerechte Formulierungen. „Blondinenwitze“ werden scharf verurteilt genauso wie Witze über politische Minderheiten.
  • Unbelehrbarkeit und Realitätsverweigerung: Der moralische Hochsitz verleitet dem Gutmenschen zu seiner speziellen Sicht der Dinge. Er meidet den Austausch von Argumenten, sondern setzt irgendwann einen Schlusspunkt und sagt dann: „Das ist einfach so. Punkt“. Die Tatsachen sind die Erfindungen des Feindes (https://de.wikimannia.org/Gutmensch). Sie können einfach nicht wahr sein. Für den Gutmenschen gilt nur die Wirklichkeit wie er sie sieht. Deshalb blendet er die Tatsache aus, dass mit der Migration von Menschen aus anderen Ländern, auch kriminelle, gewaltbereite, unsere demokratischen Regeln des Rechtsstaates missachtende Personen in unser Land einreisen. Für sie sind es immer nur politisch Verfolgte oder andere Opfer ungerechter Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern. 
  • Predigen von Verständnis und Toleranz: Gewalttaten von Flüchtlingen gegenüber Deutschen werden sehr leichtfertigt relativiert, in dem sofort der Vergleich mit der heimischen Bevölkerung gezogen wird, wo ein solches Verhalten ja auch zu beobachten sei (https://www.bedeutungonline.de/gutmensch/). Nach den Überfällen in der Silvesternacht 2015/2016 von Männern afrikanischer Herkunft auf Frauen, war das oft gebrauchte Argument zu hören: „Es gibt auch deutsche Vergewaltiger! Es ist ein allgemeines Männerproblem!“ (https://www.stupidedia.org/stupi/Gutmensch). Beliebt ist auch die Replik mit dem Hinweis auf die eigene deutsche Geschichte: „Die Deutschen brauchen sich angesichts ihrer eigenen Geschichte gar nicht aufregen“ (https://www.stupidedia.org/stupi/Gutmensch), die i.d.R. als unrühmlich beschrieben wird. Auch beliebt ist das Verharmlosen von Überfällen, so als ob es sich um Einzelfälle handeln würde mit den Worten: „Es war ein tragischer Einzelfall“ (https://www.stupidedia.org/stupi/Gutmensch).
  • Suche nach Gleichgesinnten: Der Gutmensch ist nicht gern allein, sondern am liebsten mit denen zusammen, die derselben Meinung sind. Dabei kann man sich gegenseitig in seinem Gutmenschentum bestärken (ohne es so zu erkennen oder gar zu benennen). Gemeinsam stellt er sich mit anderen auf die Straße und demonstriert mit ihnen Einigkeit. Dabei werden die gemeinsamen Glaubensbekenntnisse und Forderungen an andere auf Transparenten hochgehalten und auch lauthals in die Gegend posaunt.  
  • Forderungen aufstellen: Der Gutmensch stellt sich gerne hin und fordert etwas: Abschalten der Atomkraftwerke, Einführung von Elektroautos oder unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen. Diese Forderungen werden mit dem Impetus der Allgemeingültigkeit gestellt. Sie sollen für „die Gesellschaft“ allgemein gelten und jeder muss sich diesen Forderungen anschließen. Von Eigenverantwortung wird ungern gesprochen, denn dann müssten die Forderungen ja zu konkreten eigenen Handlungen führen. Wenn etwa bei der „Friday-for-Futur-Bewegung“ Forderungen laut werden, dass etwa die Treibhausgase reduziert werden sollen, bedeutet dies noch lange nicht, dass man selbst dabei eigene Beiträge zu leisten bereit wäre die da z. B. lauten könnten: In der Schule bei 17 Grad Celsius im Klassenraum sitzen, um den Kohlendioxidausstoß zu verringern.    

In einem Sketch von Jochen Malmsheimer über das Wurstbrot (https://www.youtube.com/watch?v=rfAYPP8RtVw ) wird erwähnt, dass auf die Scheibe Graubrot, bevor dort die „Zervelat“(wurst) drauf kommt, daumendick „Gutebutter“ (in einem Wort) aufgetragen wird. Hier verbindet sich das Adjektiv gut mit dem Substantiv Butter zu einem neuen Hauptwort „Gutebutter“, so dass sie untrennbar miteinander verschmelzen. Ähnlich ist es auch bei dem „Gutmenschen“. Der Glaube an die eigene moralische Überlegenheit verschmilzt so sehr mit der eigenen Person, dass jedes Infragestellen der moralischen Überzeugungen zu einem Angriff auf die eigene Person gewertet wird. Deshalb ist es so schwer, argumentativ gegen das Bollwerk des Gefühls der eigenen moralischen Überlegenheit des Gutmenschen anzukommen.

©Büren, 07.11.2019, Günther Birkenstock

 

Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen und historisch brisant: Am 9. November 1918 wurde das Ende der Monarchie besiegelt und gleich zweimal die Republik ausgerufen: Zuerest durch den SPD-Politiker Philipp Scheidemann und kurz danach den sozialistischen Führer des Spartakusbundes Karl Liebknecht.

Wie der Streit zwischen den linken Lagern ausging, ist natürlich historischer Fakt: Das deutsche Reich wurde durch die Sozialdemokraten, die sich mehrheitlich gegen die KPD durchsetzten, von einer Monarchie zur demokratischen Republik mit liberaler Verfassung transformiert: Die Weimarer Republik war geboren. 

Auch der 9. November 1923 ist ein historischer Tag - auch wenn er ein Teil unserer dunklen Vergangenheit darstellt: Adolf Hitler versuchte mit Erich Ludendorff die Münchener Räterepublik im Münchener Bürgerbräukeller am 8.11.23 zu putschen. Doch dieser Putschversuch wurde einen Tag später beim Marsch auf die Feldherrenhalle am 9.11 durch die Münchener Polizei blutig niedergeschlagen. Die Folge: Gefängnisaufenthalt, Inszenierung Hitlers vor Gericht und milde Haftstrafen, sodass er auch während der Haftzeit sein Manifest "Mein Kampf" schreiben konnte, mit dem er ebenfalls Millionen Deutsche zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise für sein faschistisches NS-System indoktrinieren konnte und sich nationalreligiös als Erlöser zelebrieren konnte, das letztlich für 60 Millionen Tote in Europa durch den Zweiten Weltkrieg sorgte und Deutschland in Schutt und Asche legte. 

Ebenfalls ging der 9. November 1938 als geschichtsträchtiger Tag in die deutsche Geschichte ein, aber eben nicht im Sinne der Demokratie, sondern im Sinne des immer größer werdenden Antisemitismus im faschistischen Dritten Reich. Ein dunkler Tag der deutschen Geschichte. In der Reichspogrom, bzw. Reichkristallnacht brannten im Dritten Reich die Synagogen, jüdische Geschäfte wurden von Schlägertrupps der SA zerstört, die Fenster eingeworfen. Tausende Juden wurden verhaftet, misshandelt und getötet. Diese Nacht galt nun als Signal für den größten anstehenden Völkermord Europas, dem Holocaust und wurde durch die fatale Appeasementpolitik der Westmächte leider viel zu lange toleriert, sodass durch diese faschistische Hassideologie Millionen Juden, Behinderte und weitere sogenannte "Nichtarier" bestialisch durch das nationalsozialistische Regime ums Leben kamen. 

Der 9. November 1989 - der Tag des Mauerfalls - ist dagegen wieder ein Tag der Hoffnung, ein Tag der Freiheit und Einheit für das über Jahrzehnte geteilte Deutschland gewesen. Die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze verdeutlicht den Erfolg der friedlichen Revolution in der DDR. Millionen Menschen gingen friedlich auf die Straße und demonstrierten gegen die sozialistische Diktatur, die auch wirtschaftlich am Ende war. Die Menschen sind aufgestanden gegen den gleichgeschalteten Medien- und Kulturbetrieb, gegen die Indoktrinierung in der Schule, gegen die Repressionen der SED durch das MfS, die Ausgrenzung aller Oppositionsbestrebungen, die Meinungsdiktatur mit schnellem Ende im Folterknast. 

Und auch wenn sich die SED-Schergen heutzutage wieder an die höchsten Positionen der Machtorgane der BRD gesetzt haben, heißt es: Wir müssen auch heute für die demokratischen Grundprinzipien wieder auf die Straße gehen. Wir leben in einer Meinungsdiktatur von nahezu gleichgeschalteten sozialistischen Medien, die uns als Opposition vehement unterdrücken wollen. Wir leben in einer Zeit an diesem 9.11.2019, in der sich die meisten Menschen in Deutschland eben nicht mehr trauen, ihre Meinung zu sagen, weil sie Angst haben von linksradikalen Denunzianten bedroht zu werden oder von der grünen Nachbarschaft isoliert und geschasst zu werden. 

Wie viele Autos von Mitgliedern der AfD haben schon gebrannt? Wie viele Geschäfte sind schon beschmiert worden? Wie viel Scheiben wurden schon eingeworfen? Wie viele AfDler sind schon körperlich angegangen worden und halb totgeprügelt wie Magnitz? Wie viele sind schon wegen ihres politischen Engagements vom Arbeitsplatz entfernt worden? Wie viele Familien wurden schon bedroht und von ihren angeblichen Freunden im Stich gelassen? Nur weil sie sich für mehr Sicherheit im Land einsetzen und die illegale Massenmigration von Millionen Afrikaner und Arabern sehr kritisch und utopisch sehen! Das sind alles Zustände, die uns an diesem 9. November wieder zu denken geben sollten! Wir müssen den Protest wie damals vor 30 Jahren auf die Straße bringen und die Wende in den Köpfen vollenden! Denn der Staatsfunk hat seinen imaginären "antifaschistischen Schutzwall" längst gebaut und schießt jeden Tag mit bösesten Hetzkampagnen und Verleumdungen gegen uns konservative Demokraten!

©Marvin Weber

 

Leben wir in einem Land der Heuchler? Heuchelei scheint zu einem Volkssport geworden zu sein. Dieses Jahr ist mir das besonders aufgefallen mit der ausgebrochenen Klimahysterie und dem Einsatz von Kindern und Jugendlichen für das Klima. Mit Transparenten laufen sie durch das Land und ermahnen die Erwachsenen zum Handeln. Sie fordern aber nur von den Erwachsenen eine Änderung des Verhaltens zum Klimaschutz. Aber wie sieht es mit ihrem eigenen Beitrag hierzu aus? Da kneifen sie dann plötzlich, denn sie wollen auch nicht auf die Annehmlichkeiten durch unsere Technik verzichten, lassen sich  von ihren Eltern herumkutschieren (vielleicht gerade auch zu den Demos für „Fridays-for-Future“ – welch ein Hohn!), fliegen mit ihnen in den Urlaub und verbrauchen Ressourcen, in dem sie alle mit ihren Smartphones herumspielen. Würden diese Wohlstand-Kids auch an Samstagen demonstrieren statt an Freitagen? Wohl kaum, denn dann hätten sie ja kein schulfrei. Würden sie dann in den kalten Jahreszeiten auf hohe Temperaturen in den Klassenräumen verzichten und dort – wenn auch warm angezogen – bei niedrigeren Temperaturen sitzen? Ich glaube, diese Frage kann getrost mit Nein beantwortet werden. So nebenbei bemerkt: Ich hätte höchste Achtung vor dem Schuldirektor, der es wagen würde, die Anhänger von Greta Thunberg in einem separaten Klassenraum mit niedrigeren Temperaturen unterrichten zu lassen. Dann könnten sie es ja zeigen, wie ernst es ihnen ist mit dem Klimaschutz. Es ist eben einfacher, mit Transparenten durch die Gegend zu laufen und Forderungen aufzustellen, die das Klima retten sollen, als das eigene Verhalten zu ändern. Und wie sieht es aus mit denjenigen, die sich für Flüchtlinge einsetzen? Wohnen bei diesen Menschen zu Hause lauter Menschen aus Afrika oder aus dem Nahen Osten?  Nein! Wenn es christlich motiviert wäre, Menschen aus dem Mittelmeer zu retten, dann müsste jeder, der einen Flüchtling aus dem Meer rettet und auf das europäische Festland bringt, zumindest bereit sein, alle Folgekosten zu übernehmen. In dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ rettet der Samariter den ausgeraubten Mann nicht nur, indem er ihn auf seinem Reittier mitnimmt, sondern bringt ihn in eine Herberge, für deren Kosten er selbst (!) aufkommt und auch dem Wirt zusichert, dass er ihm noch mehr geben werde, wenn er zurückkommt (Matthäus 10, 35-37). Dass die Seenotretter sich bereit erklärt hätten, alle Folgekosten ihrer Lebensrettung zu übernehmen, ist mir nicht bekannt. Man erinnere sich: Als 2015 mit der ersten Flüchtlingswelle sich Deutsche dazu bereit erklärt hatten, Bürgschaften für diejenigen Flüchtlinge vor allem aus Syrien zu übernehmen, die Angehörige nach Deutschland holen wollten, aber die Jobcenter hierfür Bürgschaftserklärungen verlangten, waren viele diese Bürgen dann überrascht, als nun diese Bürgschaften eingefordert wurden und tatsächlich die Jobcenter Forderungsbescheide zustellten. Insgesamt über 21 Mio. EUR wurden damals bundesweit von den Bürgen zurückgefordert (https://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Fluechtlingsbuergen-Staat-verlangt-21-Millionen-Euro-zurueck). Das Geschrei war dann riesengroß und „selbstverständlich“ hatten sich dann eifrige Kirchenvertreter dafür stark gemacht, eine politische Lösung zu finden, was sich dann durch eine Einigung zwischen Bund und Länder zu dieser Frage anzudeuten schien (https://www.ekd.de/evangelische-kirche-begruesst-einigung-zu-fluechtlingsbuergen-42579.htm), wobei eine Einzelfallprüfung vorbehalten wurde. Hier zeigte sich das volle Ausmaß der Heuchelei: Vordergründig gaben sich einige als eifrige Helfer aus, wollten aber letztendlich nicht ernsthaft auch die Kosten der Aufnahme von Flüchtlinge übernehmen, sondern sie der Allgemeinheit aufbürden. Das gleiche Spiel wird bei der Seenotrettung betrieben. Auch sie halte ich insofern für Heuchelei, als sie zwar vordergründig der Rettung von Menschenleben dient, aber alle Folgekosten der Allgemeinheit überlässt zu tragen. Es ist konsequentes Handeln von diesen Seenotrettern zu fordern, wenn sie glaubwürdig sein wollen. Die Menschen aus dem Mittelmeer zu retten und dann andere kollektiv moralisch unter Druck zu setzen, ist dagegen nicht konsequent zu Ende gedacht. Um bei dem Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ zu bleiben: Der Seenotretter verhält sich so, als ob der Samariter den überfallenen Mann zwar aus seiner misslichen Lage befreit, aber den Geretteten dann einfach bei dem Wirt abgegeben hätte mit der Bemerkung, er solle sich jetzt um die Versorgung des Geretteten kümmern. Was ist nun mit denjenigen, die es geschafft haben, nach Deutschland zu gelangen, sind diese vor allem bei denjenigen willkommen, die sich für die Einreise der Flüchtlinge nach Deutschland einsetzen? Gerade in der Mittelschicht und in der konservativen Oberschicht, aus denen oft die gutsituierten Menschen kommen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, ist der Widerstand gegen die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften in ihrer Nähe am größten (https://www.zeit.de/2016/17/fluechtlingsunterkuenfte-hamburg-proteste-blankenese-oberschicht). Sie fürchten wohl einen Wertverlust ihrer Immobilien, wenn sich in der Nähe ihrer Villen dann das bunte Volk der Andersaussehenden, die sie zuvor an Bahnhöfen so willkommen hießen, niederlassen. Das ist pure Heuchelei! Und wie sieht es bei der Bundeskanzlerin aus, die ja im Jahr 2015 die Flüchtlingswelle eingeleitet hatte? Wäre sie denn bereit, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen? Sie äußerte sich gegenüber der Bildzeitung im Oktober 2015 auf diese Frage folgendermaßen: „Auch wenn ich großen Respekt für die Menschen habe, die das tun, könnte ich mir das für mich derzeit nicht vorstellen.“ (https://www.welt.de/vermischtes/article147673892/Warum-Schweiger-keinen-Fluechtling-aufnehmen-kann.html). Die Kirchen – wie z. B. auf dem letzten evangelischen Kirchentag (https://www.deutschlandfunk.de/evangelische-kirche-zur-seenotrettung-kirchliches.886.de.html?dram:article_id=452951) formuliert  – können sich mehr als Geld und gute Worte vorstellen. Ja, dann müssten doch die Häuser oder Wohnungen der Kirchenvertreter, Pfarrer und Bischöfe mit Flüchtlingen gefüllt sein! Ist das der Fall? Auch da kann ich mal getrost behaupten: Nein. Denn wenn es anders wäre, hätten die Mainstreammedien längst schon darüber berichtet. Die Kirchenvertreter kommen mir vor wie die reinkarnierten Pharisäer und Schriftgelehrte vor ca. 2.000 Jahren, denen bereits Jesus Christus Heuchelei vorgeworfen hatte, indem er ihnen vorwarf, von anderen etwas zu verlangen, was sie selbst nicht bereit sind zu leisten (Matthäus 23,4). Man sieht: Heuchelei gab es schon immer, nur wagen es heutzutage nur wenige, so wie damals Jesus, die Heuchler zu entlarven und ihnen den Spiegel vorzuhalten. Heuchelei ist nur möglich, solange die Heuchler hierfür einen guten Nährboden finden. Und diesen finden sie leider zu genüge, denn die Heuchelei ist ein Markenzeichen der Menschen geworden, die mit ihrem „Gutmenschentum“ meinen, ihre Moralvorstellungen den anderen aufzwingen zu können. Sie beherrschen anscheinend die Szene, weil die Presse und eine Vielzahl von Politikern diese hofieren und als Helden der Neuzeit feiern. „Das so tun als ob“ ist das Hauptmerkmal der Heuchler, sie tun als ob sie fromm wären, weil sie sich gern öffentlich betend zeigen, obwohl sie insgeheim nichts davon halten, sie fordern die Rettung von Menschenleben, leisten hierfür aber selbst keinen eigenen Beitrag, sie fordern ein „buntes Deutschland“, wollen aber die Menschen, die diese Buntheit verkörpern, nicht in ihrer Nähe wohnen lassen, sie fordern eine Rettung des Weltklimas, fahren aber selbst mit dem Auto oder verreisen mit dem Flugzeug. Die Abgeordneten der Grünen etwa, die sich für die Belange des Klimaschutzes einsetzen, haben mehr Kilometer mit dem Flugzeug zurückgelegt als andere Abgeordnete (https://www.tagesspiegel.de/politik/buendnis-90-gruene-sind-spitzenflieger-abgeordnete-flogen-2018-gut-365-mal-um-die-erde/24891142.html) und konterkarieren mit diesem Verhalten ihre eigenen Forderungen. Aus Heinrich Heines Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ stammt hierzu passend der bekannte Vers: „Ich weiß, sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wasser.“ (https://de.wiktionary.org/wiki/Wasser_predigen_und_Wein_trinken))   

© Büren, 06.11.2019,    Günther Birkenstock