In den Kirchen wird oft davon gesprochen, dass wir die Natur als Gottes Schöpfung bewahren und schützen sollten. Am „Ökumenischen Tag der Schöpfung“, der am 04.09.2020 in Landau/Pfalz begangen werden soll, soll den Menschen bewusst gemacht werden, dass sie Teil der Schöpfung sind. Hierfür wurde dieses geplante Treffen unter das Motto „WEINklang“ gestellt, denn: „Wein ist dafür da, dass er des Menschen Herz erfreue, sagt schon der Psalmbeter vor mehr als 2000 Jahren. Papst Franziskus verbindet ihn mit Zärtlichkeit. In der jüdisch-christlichen Tradition ist der Wein das Zeichen von Gottes Zuwendung“ (https://www.oekumene-ack.de/themen/glaubenspraxis/oekumenischer-tag-der-schoepfung/2020/). Moment mal: Was hat der Wein mit der Schöpfung zu tun? Denn, der Alkohol, der beim Gärungsprozess entsteht, wäre dann auch ein Werk Gottes. Und wenn die Menschen davon abhängig und krank werden, wäre das auch noch in seinem Sinne? Angesichts dieses bevorstehenden Festtages kommt der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm in einem Interview ins Schwärmen: „Zumindest erlebe ich die Natur auch ganz gefühlsmäßig als Schöpfung Gottes….Und da sind mir die Schöpfungspsalmen aus der Bibel, etwa Psalm 104, in den Sinn gekommen. Die loben, wie wunderbar Gott alles gemacht hat.“ (https://www.evangelisch.de/inhalte/109345/05-09-2014/tag-der-schoepfung-wie-wunderbar-gott-alles-gemacht-hat).  Auch die Grünen in Hessen haben ein Herz für die Natur, die sie zwar nicht auf einen Akt göttlichen Tuns zurückführen, aber ihre Erklärung aus dem Jahr 2014 hat schon fast religiöse Züge: „Die Bewahrung der Schöpfung und der Schutz von Natur und Umwelt sind unsere Grundanliegen in der Verantwortung für kommende Generationen.“ (https://www.gruene-hessen.de/partei/koalitionsvertrag/umwelt-schuetzen-schoepfung-bewahren-c/). Diese quasi-religiöse Nähe resultiert vielleicht auch aus der Koalition mit der CDU: Man gleicht sich eben an.

Die Frage ist nur, ob die Auffassung, dass die Natur eine Schöpfung Gottes und damit auch „gut“ ist, einer kritischen Prüfung standhalten kann. Um es vorweg zu sagen: Ich kann diese Auffassung nicht teilen und meine, dass hier nur die halbe Wahrheit erzählt und die Natur unberechtigterweise glorifiziert wird. Sie kann bei näherer Betrachtung eigentlich nicht mehr so harmonisch eingeschätzt werden, wenn man die Augen vor folgenden Überlegungen und Tatsachen nicht verschließt: Das Überleben jeder Kreatur, sei es Pflanze oder Tier, ist daran gekoppelt, dass das zum Überleben notwendige Material zum Wachstum und zum Erhalt der eigenen Spezies der Umwelt entnommen wird. Diese „Entnahme“ geschieht aber nicht immer auf freiwilliger Basis, wie dies oft in der harmonisierenden Betrachtung der Natur angenommen wird, sondern dem geht oft das voraus, was Charles Darwin den „Überlebenskampf“ bezeichnet hat: Jeder Organismus versucht zu vermeiden, dass er selbst Opfer eines Angriffes wird (durch Tarnung, Flucht oder Kampf), welcher der Einverleibung durch andere vorausgeht, und gleichzeitig versucht er selbst dabei, die notwendigen Stoffe der Umwelt zu erobern und in seinen Körper zu implantieren, was aber das Töten des anderen voraussetzt. Heruntergekocht auf das Wesentliche bedeutet dies doch: Es geht ums Fressen oder gefressen werden. Lediglich die Pflanzen scheinen hier eine Ausnahme zu  bilden, wandeln sie dabei doch Kohlendioxid mit Hilfe von Sonnenlicht so um, dass dabei der Kohlenstoff zum eigenen Zellaufbau entnommen und der Sauerstoff für Tiere und Menschen frei gesetzt wird. Aber trotzdem geht dies nicht ohne Kampf ab. Die Würgefeige z. B., die dadurch entsteht, dass nach dem Genuss einer Feige der Same vom Tier ausgespuckt oder nach der Verdauung ausgeschieden wird und an einem Wirtsbaum hängen bleibt, um von dort aus zu wachsen, bringt den Wirtsbaum langsam um, in dem sie ihm nach und nach alle Lebenskraft entzieht, ohne selbst etwas Produktives zu leisten (https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite, siehe Evolution oder Schöpfung, was ist wahr?). Die fleischfressenden Pflanzen verzehren die eingefangen Insekten und Kleintiere auch mitleidlos, indem sie diese durch ihre Säfte auflösen. Auch der simple Kampf um das Sonnenlicht, bei dem die Bäume, die am höchsten wachsen, die besten Chancen haben, zeigt, dass der Daseinskampf nicht ohne Verluste bleibt, denn die niedrig wachsenden Sträucher und am Boden lebende Gräser haben geringere Chancen, das begehrte Licht einzufangen. Das Tierreich erscheint auch eher ein Schauplatz grausamer Kämpfe zu sein, den anscheinend nur ein sadistischer Gott konstruiert haben kann, als ein friedliches Paradies. Zu dieser Überlegung mag schon  Charles Darwin gekommen sein, als er die Grausamkeiten in der Natur gesehen hat und zu der Schlussfolgerung gelangte,  dass ein Gott diese grausame Welt nicht kreiert haben kann, so dass nur ein Zufallsprozess ohne Sinn und Verstand hierbei eine Rolle spielen konnte. So entstand wahrscheinlich seine Evolutionstheorie. Hier ein paar Beispiele der Grausamkeiten in der Natur: Schmeißfliegen z. B. scheuen sich nicht davor, lebende Tiere und auch Menschen anzugreifen, um auf ihrer Haut Eier abzulegen, aus denen dann die Maden schlüpfen, die sich dann subkutan in den Körper ihres jeweiligen Wirtes hineinfressen. Vor kurzem hatte ich ein schreckliches Video gefunden: Ein Hund war von den Maden der Tumbufliege befallen (https://www.youtube.com/watch?v=aiy8GJHlozA). Das ist eine besondere Art von Schmeißfliegen, die ihre Eier im Trockenen ablegen. Durch einen Hautkontakt können die ausschlüpfenden Maden in den Körper eindringen und dort subkutan ihre verheerende Wirkung auf den befallenen Wirt auslösen (https://de.wikipedia.org/wiki/Tumbufliege). Schlupfwespen bringen auf den Hinterleibern von Spinnen ein Ei an, aus dem dann eine Made schlüpft, die dann den Wirt bei lebendigem Leibe auffrisst. Die Schlange „Boa constrictor“ ist eine Würgeschlange, die ihre Opfer dadurch tötet, dass sie  durch Zusammenpressen des Körpersers bei einem ihrer Opfers einen Herz-Kreislauf-Stillstand verursacht (https://de.wikipedia.org/wiki/Abgottschlange). Das ist mit Sicherheit kein schöner Tod. Wenn Löwen ein Zebra oder einen Büffel erlegt haben, dann warten sie nicht mit dem Fressen ab, bis das erlegte Tier tot ist, sondern beginnen bereits mit ihrer Mahlzeit, wenn das Opfer noch am Leben ist, dabei beginnen sind oft mit den Innereien, da diese leichter zugänglich sind. Vieren, Bakterien und Pilze sind die wahren Meister des Tötens, denn sie kennen keine Rücksicht. Wenn sie die Chance haben, sich irgendwo zu vermehren, tun sie es. Vieren sind dabei ganz gemein, sie nisten ihre DNA in die Zelle ihres Wirtsorganismus ein und programmieren somit die eigene Erbinformation der Zelle um, so dass diese gezwungen wird, nur noch im Dienste der Vieren zu arbeiten und an deren Vermehrung mitzuwirken. Bakterien vermehren sich durch Teilung. Das ist einfach und effektiv und sichert ihr Überleben, solange genügend Nahrung vorhanden ist. Wenn wir kein funktionierendes Immunsystem hätten, in dem sich die Abwehrzellen selbst opfern, damit unser Organismus am Leben bleibt, würden wir in kürzester Zeit von diesen Mikroorganismen aufgefressen. Spätestens wenn wir sterben, ist das für diese Mikroorganismen so, als ob wir Weihnachten und Ostern auf einen Tag feiern würden: Sie können sich ungehindert vermehren und unseren Körper auffressen, bis nichts mehr vorhanden ist.

Interessant ist der Gedanke von Walter Veith, Zoologe aus Südafrika (https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Veith), der früher als Hochschullehrer in Südafrika die Evolutionslehre vertreten hat und später als Siebenten-Tags-Adventist auf die andere Seite gewechselt und Kreationist geworden ist, dass  durch den Sündenfall und dann noch einmal durch die Kopulation abgefallener Engel mit Menschenfrauen (1. Mose 6, 1-8), die die Sintflut ausgelöst hatte, (https://www.youtube.com/watch?v=D8IMeTcVBhA)  Änderungen eingetreten sind, die dazu beigetragen haben, dass aus einer Schöpfung, die einmal sehr gut war, eine Abfallwelt entstanden ist, in der die Lebewesen gelernt haben zu überleben, in dem sie sich gegenseitig umbringen. Vielleicht, so räsoniert er hierzu, war vor diesen beiden Katastrophen alles anders und besser. Als Hinweis, wie es vielleicht war und von Gott „gemeint war“, könnte das Beispiel von „Little Tyke“ dienen (http://www.vegetarismus.ch/vegepet/tyked.htm). Dieser Löwe wurde von dem Ehepaar Georges und Margaret Westbeau aufgezogen, weil er als Jungtier von seiner Mutter verstoßen wurde und unweigerlich umgekommen wäre. Er wurde zuerst mit Milch gefüttert, wie dies im Tierreich auch der Fall wäre. Als er aber größer wurde, versuchte das Ehepaar Westbeau ihm Fleisch zu geben, in dem sie zunächst einmal Blut unter die Milch mengten. Die Annahme dieses Mixgetränkes verweigerte „Little Tyke“, auch weigerte er sich später Fleisch in fester Form zu fressen. Er blieb zeitlebens „Vegetarier“ und beschützte sogar ein kleines Lamm als sein Lieblingstier. Tritt hier vielleicht die Grundidee Gottes, dass sich nämlich alle Geschöpfe ursprünglich vegetarisch ernähren sollten, zum Vorschein (1. Mose 1, 29-31)?

 

Aus alldem ziehe ich die Schlussfolgerung, dass die einstmals gute Schöpfung, in der das Töten nicht stattfand, von negativen Wesen im Jenseits (Sündenfall, Kopulation von „Göttersöhnen“ mit irdischen Frauen) verändert wurde, die dafür gesorgt haben, dass sich die Menschen, Tiere und Pflanzen negativ verändert haben.  Aber vielleicht hat diese negative Beeinflussung nicht mit diesen beiden Akten geendet, sondern setzt sich noch bis in unsere heutige Zeit fort. In dem Forschungszentrum der „Spirituell Sciene Research Foundation“ hat man festgestellt, dass Spinnen, Fliegen und andere Insekten sterben, wenn sie in das Zimmer des Dr. Athavale gelangen, dem ein hohes spirituelles Niveau zugesprochen wird (https://www.spiritualresearchfoundation.org/de/spirituelle-forschung/spirituelle-phaenomene/fliegen-insekten-sterben-im-spirituellen-forschungszentrum/). Man geht nach den Forschungen dieser Vereinigung davon aus, dass es daran liegt, dass diese Spinnen und Insekten von negativen Kräften gesteuert werden und in „heiligen“ Räumen ihre Macht verlieren, so dass dann diese Tieren sterben. Ansonsten hat man auch massiven Befall durch diese Gliederfüßler in Räumen von Menschen beobachtet, die dadurch unbewohnbar wurden. Und letztendlich ist es ja auch bezeichnend, dass sehr viele Infektionskrankheiten von Insekten, insbesondere von Fliegen, auf den Menschen übertragen werden. Nicht umsonst nennt man doch auch den Beelzebub als den „Herrn der Fliegen“. Ich kann mich auch gut an die Filmszene aus dem Film „Amityville Horror“  erinnern, in dem der Raum, der als Zentrum des Schreckens galt, voll von Fliegen war (https://www.youtube.com/watch?v=adFRKm9ezw4).  Walter Veith hatte in einem seiner Videos (https://www.youtube.com/watch?v=mBDyOAlGcNI&list=PLjfLxyxVTljFX0PxBAdaOspyxUxP6fUHu&index=1) auch ausgeführt, dass es für ihn nicht überraschend sei, dass die Tiere, die sich vegetarisch ernähren (z. B. ein Reh) von ästhetischen Standpunkt aus gesehen ansehnlicher sind als Tiere (z. B. Hyänen, Geier), die sich vorwiegend von Aas ernähren. Gemäß dem hermetischen Grundsatz der Entsprechung („wie oben so unten, wie innen so außen“) könnte sich bereits in der äußeren Form der innere Wert eines Lebewesens im spirituellen Sinne ausdrücken.

Die Natur ist also nur bedingt eine göttliche Kreation, weil sie durch negative Wesen aus dem Jenseits verfälscht und verdorben wurde und weiter verdorben wird. So könnte meine Schlussfolgerung lauten. Diese Auffassung wird auch annähernd in ähnlicher Weise von den Gnostikern vertreten, die sich außerhalb der christlichen Großkirche im römischen Kaiserreich entwickelt hatten und die Auffassung vertraten, dass unsere Welt von einem „niederen Gott“ (Demiurg) geschaffen wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Demiurg).

Sollten die Menschen sich also die Natur als Vorbild nehmen? Nein, denn in der Natur gilt nur das „Gesetz des Stärkeren“ und es gibt keine Gerechtigkeit. Der Löwe frisst z. B. Jungtiere, kranke und alte Tiere zuerst, weil sie eine leichtere Beute darstellen. Ist das fair? Nein, denn diese Tiere müssten doch gerade unter einem besonderen Schutz stehen, da sie doch schwächer als die anderen sind. Aber das Streben nach dem eigenen Überleben widersetzt sich jedem moralischen Anspruch, den wir hingegen als Menschen an unser Verhalten stellen. Der zivilisierte Mensch stellt Kinder, Kranke und Alte unter einen besonderen Schutz. Dieser Schutz dient nur bedingt dem eigenen Überleben, denn nur Kinder sichern die Zukunft der Gattung Mensch, nicht aber kranke und alte Menschen. Für jene zu sorgen und  sie zu pflegen, die krank, alt und schwach geworden sind,  dient nicht der Arterhaltung, sondern ist im Naturprozess eine „Energieverschwendung“, aber in moralischer Hinsicht ein Gewinn, denn der Mensch zeigt damit, dass er nicht nur ein Teil dieser Welt ist, sondern auch jener Welt, die auf ihn nach seinem Tod wartet (https://perikles.tv/index.php/leserbriefe/1283-das-materialistische-und-das-spirituelle-weltbild-und-die-folgen-fuer-die-politik). Das Motto kann also nicht lauten „ Zurück zur Natur“, wie das Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) gefordert hatte, sondern die Natur muss überwunden werden, in dem die Menschen moralischen Gesetzen folgen, die nicht primär dem Überleben dienen, sondern der eigenen Vervollkommnung, um ein würdiger Teil des göttlichen Reiches werden zu können.

 

© Büren, 24.01.2020, Günther Birkenstock

 

Die Bundesregierung überlegt, wie man Staatsdiener vor Hass besser schützen kann. Beklagt werden Hasstiraden im Internet, die zu tätlichen Attacken gegen Politiker führen kann, wie dies z. B. im Falle des getöteten Kommunalpolitikers Lübcke zeige (https://www.tagesschau.de/inland/staedtetag-hasskriminalitaet-103.html). Bei der Diskussion wird meistens aber nur von rechter Gewalt gesprochen, die sich vor allem gegen CDU-Politiker und andere Vertreter der etablierten Parteien richtet. Was aber ausgeklammert wird, ist die linke Gewalt gegen AfD-Mitglieder, die in der „veröffentlichten Meinung“ der Mainstream-Medien negiert wird, so als ob es diese gar nicht gäbe. Ein Kommentator („hwnw“) zu der Meldung der Tagesschau vom 22.01.2019, „Angriffe auf Politiker – was tun gegen den Hass?“, schreibt hierzu treffend: „Interessant ist die Tatsache – die hier nur so in einem Nebensatz erwähnt ist – dass Politiker der AfD weitaus häufiger betroffen sind als solche linksorientierter Parteien. Es gibt also nicht nur Gewalt von „rechts“, wie die Medien und ständig vermitteln wollen.“ Und der Kommentator „Chefee“ ergänzt noch: „Den einzigen Hass den ich täglich erlebe ist der gegen die AFD. Und auch die Medien sind hier täglich (und) mit dabei.“ (https://meta.tagesschau.de/id/144689/angriffe-auf-politiker-was-tun-gegen-den-hass)

Es ist deshalb bezeichnend, dass in dem „Neun-Punkte-Plan“ eines „Maßnahmenpakets zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ der Bundesregierung vom Herbst 2019 ausdrücklich nur von „Rechtsextremismus“ gesprochen wird, so als ob es den „Linksextremismus“ gar nicht gäbe (https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2019/massnahmenpaket-bekaempfung-rechts-und-hasskrim.pdf?__blob=publicationFile&v=5).  Was noch schlimmer ist: Es wird nicht reflektiert, ob es nicht auch berechtigte Gründe für diesen Hass gegen Politiker geben könnte. Mir scheint, dass hier eine Einseitigkeit in der Betrachtung an den Tag gelegt wird, die zeigt, dass inzwischen eine weit verbreitete Ignoranz gegenüber den Problemen der Bevölkerung von denen an den Tag gelegt wird, die politische Verantwortung tragen. Bezeichnend ist hierzu auch die Aussage der SPD-Politikerin „Elfie“ Hendrick, Schatzmeisterin der SPD Wurstmark: „Ich finde es auch nicht richtig, dass man da immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für ›Sorgen‹ und ›Nöte‹? […] Ich versteh‘ das nicht, ich kann das nicht verstehen.“ (https://www.deutschland-kurier.org/landtagswahl-brandenburg-spd-genossin-macht-sich-ueber-sorgen-der-menschen-lustig/) Wenn die zunehmende Gewalt gegen Staatsdiener beklagt wird, so ist das nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch die Gewalt des Staates gegen seine Bürger. Diese ist nicht so leicht zu erkennen. Soziologen nennen die Gewalt, bei der Menschen gezwungen werden, unter fremdbestimmten Bedingungen zu leben, „strukturelle Gewalt“. Hierzu einige Beispiele:  Wenn man in unser Land täglich Menschen einreisen lässt, die dann uns aufgrund der eingeschleppten Kriminalität Probleme bereiten, die aber von den Politikern nicht ernst genommen wird (https://perikles.tv/index.php/leserbriefe/1136-werden-auslaender-in-deutschland-zu-unrecht-diskriminiert); wenn in einer Schule Schüler etwas lernen sollen, was sie überhaupt nicht interessiert und was ihnen in ihrem Leben auch nichts nützt, es aber gezwungenermaßen tun müssen; wenn Lehrer über das Schicksal von Schülern durch die Benotung von Leistungen entscheiden; wenn in Jobcentern gegen Menschen Sanktionen verhängt und ihnen Leistungen gekürzt werden, weil sie sich nicht so verhalten haben, wie es das Gesetz vorschreibt; wenn von den Menschen immer höhere Abgaben für eine zweifelhafte Politik abverlangt werden, die angeblich das Klima schützen sollen; wenn in der Nähe von Wohngebieten Windkrafträder aufgestellt werden, die gesundheitliche Probleme bereiten, die von den Politikern ignoriert werden (https://perikles.tv/index.php/natur-und-umwelt/952-windindustrie-die-zerstoerung-der-heimat-der-odenwald; https://perikles.tv/index.php/natur-und-umwelt/868-windkraftanlagen-fiktion-und-wirklichkeit); wenn für eine einseitige Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Bürger Zwangsabgaben zahlen müssen („Rundfunk-Beitrag“), gegen die sich nicht wehren können, dann kann man auch von einer zunehmenden „strukturellen Gewalt“ des Staates gegenüber seinem Bürger gesprochen werden.  Was viele empört ist, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: Was Politiker dürfen, ist dem Normalbürger nicht erlaubt, etwa das Vernichten von Beweismitteln, wie dies in der Affäre um die frühere Verteidigungsministerin der Fall ist, hätte sich ein normaler Zivilist nicht erlauben dürfen, ohne dabei nicht strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Damit der Bürger sich gegen die Übergriffe des Staates zur Wehr setzen kann, ist ihm nur der „Rechtsweg“ offen, eine andere Abwehrmöglichkeit lässt der Staat aufgrund seines „Gewaltmonopols“ nicht zu – und das ist oft mühsam und langwierig. Ist es da nicht verständlich (was nicht heißt, dass es dadurch gerechtfertigt ist!), wenn z. B. ein Empfänger von ALG II schon mal im Jobcenter „ausrastet“, wenn mal wieder aus seiner Sicht ihn eine ungerechtfertigte Sanktion trifft und er nicht weiß, von was er dann seine Miete bezahlen soll? Oder wenn ein Schüler sich gegen den „Lehrkörper“ mal nicht sinnbildlich, sondern tatsächlich zur Wehr setzt, wenn aus seiner Sicht eine schlechte Zensur erteilt wurde? Diese strukturelle Gewalt ist fast allgegenwärtig, ohne dass diese direkt sichtbar ist – und das macht sie so gefährlich für die Bürger eines Staates, dessen Organe sich gegen die zu verbünden scheinen, für die sie eigentlich geschaffen wurden.

© Büren, 22.01.2020, Günther Birkenstock

 

Weltbilder oder Weltanschauungen sind grundlegende Vorstellungen von der Welt, wie sie „von Anfang an“ gedacht waren und sind. Man könnte auch sagen: Sie sind Annahmen über das Vorhandensein von Grundvoraussetzungen über alles was ist, die unabhängig vom aktuellen Wissensstand a priori bestehen. Ich möchte grob zwei grundlegend voneinander unterschiedene Grundauffassungen darstellen, wobei diese auf Annahmen und nicht Beweisen beruhen, die auch deutlich machen, in welchem Dilemma wir stecken: Dieses Dilemma besteht darin, dass wir ein hohes Bedürfnis nach dem richtigen Weltverständnis haben, gleichzeitig aber mit unseren begrenzten Möglichkeiten der Welterkenntnis zu kämpfen haben. Oder anders ausgedrückt: Wir möchten eigentlich gerne wissen, was dieser Welt zugrunde liegt, weil daran auch im Wesentlichen die Sinnfrage hängt, gleichzeitig aber müssen wir uns immer mit Teilwissen oder Teilerkenntnissen begnügen, die wir dann bruchstückhaft zusammensetzen. Ich nenne dies das „Bedeutungs-Unsicherheits-Paradoxon“. Je bedeutender die Weltanschauungsfragen sind, desto unsicherer werden die Aussagen und umgekehrt, je trivialer sie sind desto sicherer sind hierzu Aussagen zu treffen.

Sachverhalt, Gegenstand komplex oder abstrakt

Hohe Relevanz für das Leben

Hoher Schwierigkeitsgrad der Überprüfbarkeit

Sachverhalt, Gegenstand einfach und anschaulich

geringe Relevanz für das Leben

Geringer Schwierigkeitsgrad der Überprüfbarkeit

 

Es gibt sehr viele verschiedene Weltbilder, die von Anfang an bestanden und sich weiter entwickelt haben. In der Regel kann man davon ausgehen, dass alle früheren Weltanschauungen naturnäher und von der Unmittelbarkeit der eigenen Erfahrungen geprägt waren, wie dies z. B. bei den Naturreligionen der Fall war: Hier wohnten die „Götter“ in der Natur selbst und bewirkten ihre Daseinsweise. Je weiter sich aber die Menschheit entwickelt hatte, desto mehr wurden sie immer abstrakter und entfernten sich auch weiter von der Natur weg, so wie der Mensch sich auch immer weiter von der Beherrschung durch natürliche Abläufe entfernt hatte und er dadurch autonomer wurde. Wenn man alle Weltbilder zusammennimmt und miteinander vergleichen würde, könnte man sie zu zwei sich konträr gegenüber stehenden Weltanschauungen zusammenziehen: Das spirituelle und ein materielles Weltbild. Das Wort spirituell ist deshalb gewählt, weil es im deutschen Sprachraum hierfür keine Bezeichnung gibt, die aber im englischen Sprachgebrauch vorzufinden ist, wobei mit „spirit“ eine über die reine sinnliche Wahrnehmung hinausgehende Dimension des Geistigen bezeichnet wird, die sich vom „mind“ unterscheidet, mit dem eher Erkennung- und Denkprozesse assoziiert sind. Wenn also vom Spirituellen gesprochen wird, dann gilt das im Sinne des im englischen Sprachgebrauch gemeinten nicht-materiellen, überirdisch Geistigen.

Hier nun eine tabellarische Übersicht der konträren Weltbilder:

materialistisches Weltbild

spirituelles Weltbild

Die Materie ist die Grundlage des Geistigen/Seelischen.

Das Geistige ist die Grundlage des sichtbaren Stoffes.

Es gibt keinen Schöpfer, alles hat sich "aus dem Nichts" von selbst entwickelt (Urknalltheorie, Selbstorganisation).

Es gibt einen Schöpfer (Gott), der entweder alles auf einmal geschaffen hat (Kreationisten) oder es allmählich evolutiv (intelligentes Design) entstehen lässt.

Das "Niedere" (Mineralien, Einzeller) hat zuerst existiert, alles "Höhere" (auch Menschen) hat sich daraus entwickelt.

Das "Höhere" (Gott, Geistwesen) existierte zuerst, es fanden Inkarnationen in der sichtbaren Welt statt ("Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt", Joh. 1,14).

Der Mensch ist ein "evolviertes Tier", er hat keine Sonderrolle.

Der Mensch wurde nach "dem Bilde Gottes" gemacht, Mose 1,27.

Alles was (durch Evolution) entstanden ist, entstand zufällig ohne Ziel und Sinn. Richard Dawkins: "In einem Universum mit blinden physikalischen Kräften… werden manche Menschen verletzt, andere haben Glück, und wird darin weder Sinn und Verstand noch irgendeine Gerechtigkeit finden. Das Universum, das wir beobachten, hat genau die Eigenschaften, mit denen man rechnet, wenn dahinter kein Plan, keine Absicht, kein Gut oder Böse steht, nichts außer blinder, erbarmungsloser Gleichgültigkeit" (Und es entsprang ein Fluss in Eden, S. 151).

Alles, was entstanden ist, ist planmäßig entstanden und entwickelt sich auf ein Ziel (Gott) hin; seine Sinngebung stammt auch daher (der absolute Sinn wird durch die Existenz Gottes begründet, alles Geschaffene bezieht seine relative Sinngebung aus dieser Quelle. Vaterunser: "Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden").

Es gibt kein Jenseits mit "übernatürlichen" Kräften, es hat alles, was geschieht, eine natürliche Ursache. Wir verstehen aber noch nicht alles, aber alles ist potenziell erklärbar, irgendwann wird die Naturwissenschaften es erklären können.

Es gibt eine sichtbare (mit unseren Sinnen), erfahrbare Welt und eine nicht sichtbare Welt. Diese für uns z. Z. nicht erfahrbare Welt wirkt in unsere Welt hinein durch jenseitige Wesen (Gott, Engel, Dämonen, Verstorbene): Wunder, Schicksal (Prädestination), Inspiration, Besessenheit.

Es gibt kein Leben vor der Geburt und nach dem Tod, wenn der Körper eines Individuums stirbt, stirbt damit auch das Seelisch/Geistige. Der Mensch kommt "aus dem Nichts" und geht wieder "in das Nichts" (Nihilismus).

Leben ist ewig: Es gibt es ein Leben vor der Geburt und nach dem Tod mit immer wiederkehrenden Inkarnationen (Reinkarnationslehre) oder: Es gibt zwar keine Präexistenz der Seele, aber ein Leben nach dem Tod in der jenseitigen Welt, das ewig währt (monotheistische Religionen) 

 

Das materielle Weltbild, das in unserer Zeit das naturwissenschaftliche Denken stark beeinflusst hat, geht von folgenden Grundannahmen aus: Alles, was wir an psychischen oder geistigen Prozessen sowohl beim Menschen als auch in der Natur beobachten können, hängt von einer materiellen, d. h. stofflichen Grundlage ab. Während ich also z. B. diese Sätze denke und gleichzeitig niederschreibe, ist das das Ergebnis der Tätigkeit des Gehirns. Ohne dieses Gehirn wären also diese Abläufe nicht möglich, das Gehirn ist somit die absolute Grundlage mentaler Vorgänge. Die logische Folge ist, dass diese mentalen Prozesse enden, sobald das Gehirn seine Tätigkeit einstellt. Dies ist spätestens mit dem Tod der Fall. Für einen materiell denkenden Menschen gibt es also jenseits des Todes keine mentalen Aktivitäten, sie enden mit der Vollendung des Sterbeprozesses durch den biologischen Tod. Wenn dieses materielle Weltbild angewandt wird, heißt dies konkret: Es gibt kein Leben vor der Geburt – jedes Individuum entsteht einfach mit der Befruchtung einer Eizelle durch einen Samenzelle, wenn man es jetzt auf die geschlechtliche Vermehrung bezieht – und auch keines nach dem Tod. Das Individuum existiert also nur einmal und kommt nicht wieder. Das gilt für den Menschen, aber auch für Tiere, allemal die Säugetiere, zu denen der Mensch rein biologisch gerechnet wird. Aber auch einzelne Pflanzen haben nur ein durch Zeitablauf  begrenztes Dasein. Der Baum z.  B. beginnt sein Leben mit dem Einpflanzen eines Samenkorns in der Erde. Er wächst heran, stirbt irgendwann, zerfällt wieder in seine Einzelteile und wird somit wieder zur Nahrung für andere Organismen. Der materialistisch denkende Mensch ist also der Auffassung, dass alles was existiert, nur als Einzelereignisse im kosmischen Geschehen angesehen werden können. Jedes Individuum kämpft in der für ihn bestehenden Welt den paradoxen Kampf ums Überleben, so wie dies die Evolutionisten behaupten, der aber deshalb als paradox bezeichnet werden kann, weil er nicht zu gewinnen ist, denn der Tod ist schon bei der Geburt der ständige Begleiter des Lebens. Wir und alle Kreaturen der Welt können diesen Kampf nie gewinnen, obwohl wir jeden Tag so tun, als wäre dieser Kampf lohnens- und erstrebenswert. Dies trifft aber nicht nur auf die Individuen der Welt zu, sondern betrifft den gesamten Kosmos. Er ist nach der „Urknalltheorie“ irgendwann „von selbst“ entstanden, wird aber auch irgendwann auch wieder vergehen, entweder, in dem alle Energievorräte des Weltalls sich verbraucht haben, oder alles in einem gigantischen „schwarzen Loch“ verschwindet. Für Materialisten gibt es keine „paranormalen“ Vorgänge wie Spuk, Geister, Engel oder Dämonen, geschweige denn einen Gott. Alles existiert in seiner Totalität nur auf der materiellen Grundlage der Aktivität von Atomen. Wie kann aber dieses Leben dann sinnvoll sein? Es hat keinen absoluten Sinn, würde ein Materialist sagen, außer dem, den wir selbst diesem Leben verleihen. Wir sind dann diejenigen, die den Sinn des Lebens selbst definieren müssen. Es gibt für ihn auch kein Schicksal, keine Vorherbestimmung, keine mystischen Begebenheiten, sondern alles ist eine Reihe von Zufällen, denen wir nur aufgrund unserer Gedanken eine Bedeutung geben. Es gibt keine geheimen oder geheimnisvollen hinter den Geschehnissen in der Welt gelegenen Ursachen. Wir sind nur Spielball eines eher erbarmungslosen Geschehens, dem wir nur versuchen können, unsere eigenen Bemühungen entgegenzusetzen, uns in diesem Spiel einzubringen, um es nach unseren Vorstellungen zu beeinflussen.

Das spirituelle Weltbild ist dem materialistischen entgegengesetzt. Hier ist alles was existiert das Ergebnis des Geistes. Das Geistige ist also der Grund dafür, dass überhaupt etwas vorhanden ist (erstes Gesetz der „hermetischen Gesetze“). Der Gedanke, der in meinem Gehirn entsteht, wenn ich diese Sätze formuliere und niederschreibe, setzt nur das Gehirn in Bewegung, damit die mentalen Prozesse in Gang kommen und diese dann zu beobachtbaren Worten und Sätzen führen, die dann zu Papier gebracht werden. Das Gehirn ist gleichsam nur das Werkzeug des Geistes, vergleichbar mit einem Computer, der vom User benutzt wird. Das Gehirn erzeugt keine eigenen Gedanken, so wie ein Computer nur elektronische Aktionen im Wechsel von Nullen und Einsen kennt, sondern ist auf den „Input“ angewiesen wie bei einem Computer, an dem der Benutzer sitzt und durch seine Eingaben diesen zur Tätigkeit animiert. Der spirituell denkende Mensch geht sogar noch über diese Vorstellung hinaus, indem er annimmt, dass noch nicht einmal das Gehirn notwendig ist, um geistige Prozesse in Gang zu bringen. Es ist ein nützliches Instrument, um in unserer stofflichen Welt agieren zu können. Befindet sich der Geist nicht mehr in der für uns wahrnehmbaren Welt – z. B. während einer „Astralreise“ oder spätestens nach dem Tod – dann agiert er auch nicht mehr in ihr, sondern befindet sich in einer Art „geistigen Welt“. Diese geistige Welt ist die wahre Heimat des Geistes, in die jeder nach seinem irdischen Tod zurückkehrt. Diese Formulierung gebrauchen auch viele Menschen, die so genannte „Nahtoderfahrungen“ gemacht haben, die nach einem „außerkörperlichen Ereignis“ den Kontakt zu dieser jenseitigen Welt herstellen, aber dann wieder in ihren physischen Körper zurückkehren. Sterben ist für einen spirituellen Menschen also nur eine Art „Dimensionswechsel“, bei dem die irdischen Gefilde verlassen werden. Das jeweilige individuelle Leben ist nicht nur ein zufälliges Ereignis in einem Kosmos, sondern eingebettet in einen sinnvollen Gesamtzusammenhang. Für einen spirituell denkenden Menschen ist also die Art und Weise, wie sich sein Leben gestaltet, in welche Lebenssituationen er gerät, welchen Menschen er begegnet, welche Möglichkeiten sich ihm bieten aufgrund seiner individuellen Begabungen und Lebensumstände, nicht eine zufällige Kombination von  Gegebenheiten  biologischer Art oder gesellschaftlicher Konstellationen. Für ihn stellen sich diese als durchaus gewählte Herausforderungen dar, die er nach einem ihm in der Regel nicht bewussten „Lebensplan“ so ausgewählt hat. Dieser Plan soll bereits vor dem Leben festgelegt worden sein in Absprache mit anderen „Seelengeschwistern“ in der geistigen Welt. Da für ihn das materiell wahrnehmbare Weltall nur eine Facette der Gesamtwirklichkeit darstellt, dessen Existenz oder Nichtexistenz für das geistige Leben unerheblich ist, macht er sich auch keine Gedanken darüber, was aus diesem Kosmos einmal werden wird, weil die „ewige Existenz“ nicht stofflicher Art ist. Die Sinnhaftigkeit allen Seins steht für ihn außerhalb des sichtbaren Weltgeschehens, das für ihn nur eine Bühne ist, auf der sich das abspielt, was im geistigen Reich geplant, gedacht und angestoßen oder irgendwie in Gang gesetzt wurde. Die wahren Akteure dieses Weltgeschehens stehen also für ihn hinter der Bühne. Sie sind gleichsam die Drehbuchautoren, die die Stücke geschrieben haben. Für ihn sind wir nur die Schauspieler, die versuchen, die Rollen „gut zu spielen“, die vorgeschrieben wurden. Alles was existiert, sei es auf der unteren Ebene unserer stofflichen Welt (Mineralien, Pflanzen) oder auf der höheren Ebene (Säugetiere, Menschen – vielleicht auch außerirdische Daseinsformen) hat seine essentielle Verankerung in der geistigen Welt, aus der alles hervorgegangen ist. Dort gibt es auch – wie in der stofflichen Welt – weiter entwickelte Wesen oder aber auch solche, die „zurückgeblieben“ sind. Diejenigen der spirituell eingestellten Menschen, die an einen „Weltschöpfer“ – in den meisten Fällen Gott genannt – glauben, sehen ihn als den Urheber und das Ziel allen physischen und nicht-physischen Seins. Dieser hat nach ihrer Auffassung die Regeln geschaffen, nach denen die geistige und stoffliche Welt funktionieren soll und denen sich keiner entziehen kann. Wer dies dennoch tut, gilt als zu den „abgefallenen Wesen“ (Teufel, Satan, Dämonen in der christlich-jüdischen Tradition – in der islamischen Welt Djnn genannt) zugehörig, die versuchen, die Menschen zum Negativen hin zu verführen.

Wenn wir uns die Welt von heute ansehen, werden wir feststellen müssen, dass sie vom materialistischen Weltbild geprägt ist. Vor allem in der Politik macht es sich  bemerkbar. Die Merkmale einer Politik, die auf dieser Weltanschauung aufbaut, könnte man folgendermaßen charakterisieren:

  • Eigenliebe: Es dominiert die auf den eigenen Vorteil bedachte Vorgehensweise. Die dem Gemeinwohl dienende Politik gibt es nur in „Sonntagsreden“. Wenn es aber darum geht, „die eigene Haut zu retten“, hat das Gemeinwohl hinten anzustehen.
  • Kurzatmigkeit: Da das eigene Leben ja als eine relativ kurzfristige Episode in der Geschichte angesehen wird, bleiben langfristige Zielsetzungen aus. Nur das was heute und vielleicht noch morgen nützt, ist wichtig.
  • Perspektivlosigkeit: Der Kurzatmigkeit folgt die von einer Planlosigkeit geprägte Alltagspolitik. Weil die langfristigen Ziele fehlen und eine auf ein „Gottvertrauen“ gerichtete Sicherheit fehlt, gibt es keine Weitsicht in der Planung.
  • Scheinaktionismus: Man täuscht durch eine Regsamkeit in der Beschäftigung im politischen Alltag ein wirklich planvolles Verhalten vor. Es soll in der Öffentlichkeit der Eindruck erscheinen, man hätte alles im Griff, sei durch eigene Aktionen Herr der Lage. Das Gegenteil ist oft der Fall.
  • Führungslosigkeit: Weil es an klaren Zielen und eindeutigen, auf festen Fundamenten stützende Planungen mangelt, entsteht ein Vakuum der Führungslosigkeit. Das Gemeinwesen gleicht einem Schiff, dessen Kapitän abhandengekommen ist oder das bei Anwesenheit eines Kapitäns, der aber unfähig ist, das Schiff in eine bestimmte Richtung zu lenken, in Seenot gerät.
  • Moralischer Verfall: Es gibt keine eindeutigen moralischen Überzeugungen mehr, nach denen gehandelt wird, sie sind austauschbar, wie die Hosenanzüge, die man täglich wechselt. Lügen, Vertuschung eigener Fehler und Verrat gehören zum politischen Alltagsgeschäft, um das eigene Überleben zu sichern.
  • Bedingungsloser Utilitarismus: Weil es kein moralisches Fundament mehr gibt, gelten nur noch Nützlichkeitsüberlegungen. Was vor allem dem eigenen Wohlergehen nützt, gilt als richtig.
  • Götzenreligionen: Weil ein ausreichendes Fundament eines unerschütterlichen Glaubens fehlt, stürzt man sich auf scheinreligiöse Vorbilder und Überzeugungen. Neue Glaubenssysteme treten an die Stellen traditioneller religiöser Überzeugungen. Der „Glaube an den Klimawandel“ und seine Protagonisten ist ein typisches Beispiel dieser Entwicklung.
  • Politik gegen das eigene Volk: Den modernen Götzen zu huldigen ist wichtiger als dem Wohl des eigenen Volkes zu dienen. Für sie werden die Menschen geopfert fast so wie früher, als Menschen noch für „die Götter“ getötet wurden. Nur werden heute die Menschenopfer nicht mehr als solche erkannt. Dass z. B. dem „Klimagötzen“ heute menschliche Existenzen durch Vernichtung von entstandenen Strukturen in der Wirtschaft, die den Menschen bisher genutzt haben, geopfert werden, ist ein beredtes Beispiel dieses modernen „Götzendienstes“.    

Der „Kampf der Welten“ besteht also im Kampf zwischen konträr sich gegenseitig ausschließenden Weltanschauungen, die a priori (also bereits vor der Interpretation der Welt stehend) miteinander in Konkurrenz stehen. Ich habe mich für das spirituelle Weltbild entschieden, das es für mich nicht nur tröstlicher ist als das materielle, sondern auch stimmiger und schlüssiger erscheint. Das Weltbild entscheidet aber für mich nicht nur darüber, wie ich die Welt interpretiere, sondern wie ich in ihr agiere, also auch insbesondere über meine eigenen moralischen Grundsätze, nach denen ich versuche zu handeln. Mir erscheint der heute weit verbreitete Egoismus auf der Basis eines materiellen Weltbildes logischer begründbar als auf der Grundlage einer spirituellen Weltanschauung. Denn wenn das Leben wirklich nur ein einzelnes Ereignis in einer an sich nicht sinnvollen Welt ist, macht es auch keinen Sinn, sich nach „höheren moralischen Grundsätzen“ zu richten, sondern es ist dann folgerichtig, vornehmlich für die kurze Zeit der eigenen  Existenz nur um die besten Überlebenschancen zu kämpfen – auch wenn dieser Kampf nicht gewonnen werden kann. Deshalb ist die Verdrängung des Themas Tod die logische Denkweise eines Materialisten, der nicht an eine Weiterexistenz nach dem Tod glaubt. Da ich, der ich dem spirituellen Weltbild anhänge, an die Weiterexistenz glaube und auch daran, dass es nicht egal ist, nach welchen moralischen Grundsätzen ich gelebt habe, bin ich auch eher bereit, die nicht angenehmen Seiten einer irdischen Existenz zu akzeptieren in der Hoffnung, dass die Sinnhaftigkeit allen Seins dieser Welt vorausgeht und diese letztendlich bestimmt.

©Büren, 16.01.2020, Günther Birkenstock

 

Regiert Geld die Welt? Ich habe mich lange im Feld der Menschen aufgehalten, die zu wenig davon haben, um zu lernen, dass ohne Geld das Leben eine Hölle sein kann: in der Schuldnerberatung. Bis in das Jahr 1987 reichen meine Erfahrungen zurück, als ich beim Roten Kreuz in Korbach meine Arbeit mit der Schuldnerberatung  begonnen und erst nach meinem Ausscheiden im Jahr 2016 beendet hatte. Ein Vierteljahrhundert hatte ich es also mit Menschen zu tun, die zu wenig von dem hatten, von dem man sagt, dass es die Welt regiert: das Geld. Ich möchte von Anfang betonen, dass es um die Herrschaft in dieser Welt geht, weil ich glaube, dass es nicht die einzige ist, in der wir leben (werden). Die Welt, in der wir gegenwärtig leben (müssen), ist tatsächlich vom Besitz dieses oft nur imaginär vorhandenen „Stoffes“ – der eigentlich gar keiner ist, sieht man von Münzen und Scheinen ab, die an sich völlig wertlos sind – abhängig. Und es scheint so zu sein, als ob sein Besitz das ultimative Ziel aller Menschen ist. Und diese werden immer jünger. „Zufällig“ stieß auf ein Video über die erfolgreichsten Jung-Unternehmer der Welt (https://www.youtube.com/watch?v=rDgeTwjqI5o), in dem noch minderjährige Jungen und ein Mädchen dargestellt werden, die mit ihren Ideen bereits in jungen Jahren buchstäblich Millionen verdienen, seien es Drohnen, die selbst gebaut werden und dann in einer selbst gegründeten Firma in eine größere Produktion gehen können oder Erfinder eines veganen Energieriegels der via moderne soziale Medien vermarktet wird oder die Entwicklung eines Apps für ein Handyspiel. Spitzenreiter der sechs vorgestellten Beispiele war ein Mädchen, das aus dem Kochbuch ihrer Oma eine Honiglimonade entwickelte, die mittlerweile im großen Stil vermarktet wird. Allen ist gemeinsam: eine gute Idee, daran glauben und überzeugt sein, dass sie gut ist und kein Zaudern, diese Idee dann auch zu vermarkten. Dass in diesem Film keine Minderjährigen aus Deutschland vorkamen, hatte sicher einen guten Grund, denn hier wären sicher gleich die Jugendämter und sonstige „schützende“ Ämter auf den Plan getreten, um das zu verhindern. Geld verdienen mit einer eigenen Geschäftsidee ist vielleicht durchaus löblich, ist doch da noch jemand unterwegs, der kreativ ist und letztendlich aus eigener Kraft zu Wohlstand kommt. Was aber angeblich nicht infrage gestellt werden darf ist, ob das Erreichen eines Reichtums irgendwie doch anrüchig sein könnte. Es sind also (moralische) Selbstzweifel fehl am Platze, wenn man zu Geld und damit Reichtum kommen will. Ich kann diesen Leuten keinen Vorwurf machen: Sie tun das, was in unserer Welt als oberstes Ziel angesehen wird, nämlich reich zu werden. Sie schaffen dadurch auch Arbeitsplätze und damit Verdienstmöglichkeiten für andere. Da kann ich noch halbwegs mitziehen. Aber was ist mit denen, die nicht durch eigene Hände Arbeit zu Reichtum gelangen. Reich zu werden ist nicht nur eine Frage der eigenen Bemühungen. Reichtum erwerben kann man auch durch Schenkung oder Erbschaft. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), veröffentlicht durch die Zeit online im Jahr 2016, kommen drei Viertel der Hochvermögenden (Haushalte mit mindestens einer Million Geldvermögen) in Deutschland im Alter von über 40 Jahren durch Schenkung und Erbschaft zu ihrem Vermögen. Nach den Gründen der Hochvermögenden gefragt gaben sie auch deshalb an, dass ihr Vermögen zu zwei Drittel aus Schenkungen und Erbschaften stammt. Frauen gaben an, dass sie ihren Reichtum zu einem Fünftel der Heirat zu verdanken haben (https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-10/reichtum-deutschland-hochvermoegen-arbeit-schenkungen-erbschaften). Macht es diese Menschen glücklich, reich zu sein? Das kommt darauf an, wie man zu dem Reichtum gekommen ist. Forschungen auf diesem Gebiet sollen zu diesem Ergebnis gekommen sein: „Wenn Sie Ihr Geld ehrlich und gewissenhaft verdienen, macht es glücklich. Wer es jedoch mittels Ausbeutung, Manipulation, Lügen oder auf andere moralisch verwerfliche Art und Weise generiert, dessen Belohnungssystem reagiert auf das Geld weniger stark. Es macht ihn dementsprechend weniger glücklich“ (https://arbeits-abc.de/macht-geld-wirklich-gluecklich/). Also kommt es doch auf die hinter dem Vermögen stehende moralische Komponente an, wie man dazu gekommen ist. Die Frage ist aber, ob Reiche auch immer glücklich sein wollen und ob sie nicht andere Ziele haben. Ich glaube, dass ihr vorherrschendes Ziel ist, Macht zu haben und auch zu nutzen. Hans Jürgen Krysmanski (1935 – 2016), ehemaliger deutscher Soziologie-Professor und Autor des Buches „0,1 % – Das Imperium der Milliardäre“, sagte in einem Interview mit Marcus Glöckner vom Manager-Magazin 2012: „Geld ist Macht - so einfach ist das. Und Macht, die nicht kontrolliert wird, erzeugt Ohnmacht bei allen anderen. Und wir können alle sehen, dass Reichtum ab einer gewissen Höhe sich gar nicht mehr kontrollieren lässt. Er ist zu verzweigt, zu international, zu transnational angelegt. Insofern entsteht mit dem Superreichtum eine völlig losgelöste und zu allem fähige soziale Schicht im Zentrum der Gesellschaft, um die sich alles dreht. Hier lassen sich dann weitere Gruppen und Schichten benennen, welche der Geldmacht zuarbeiten oder von ihr abhängen. Der junge Marx schrieb einmal, wer reich ist, "kann sich die geistreichen Leute kaufen, und wer die Macht über die Geistreichen hat, ist der nicht geistreicher als der Geistreiche?"“ (https://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-860016.html). Aha, denke ich mir, da ist es doch kein Wunder, wenn der FC Bayern München so die Bundesliga beherrscht: Wenn man so viel Geld hat, wie dieser Club, dann kann man sich einfach die besten Spieler kaufen und dann eben alle anderen Mannschaften platt machen. Der Reichtum bestimmt somit auch den Erfolg im Leben. Wer kein Geld hat, ist somit auch mit weniger Chancen ausgestattet und kann deshalb in unserer Welt nicht so erfolgreich agieren. Deshalb sind auch die Kinder aus den höheren Schichten der Bevölkerung bei gleicher Begabung den anderen Kindern der so genannten „bildungsfernen Schichten“ in Sachen Bildungschancen immer überlegen. Und wenn die Schützlinge der Reichen mal nicht so begabt sind, dann kann man sich auch exzellente Nachhilfelehrer leisten und das Wiederholen von Klassen ist auch kein Problem, die Hauptsache ist, dass das Abitur gemacht wird. Geld bedeutet also in unserer Welt: Man hat bessere Bildungschancen, hat größeren Erfolg, kann sich mehr leisten, ohne ständig nachzurechnen, ob das Geld auch reicht und ist deshalb auch zufriedener. Wer arm ist, wird auch noch mit früherem Tod und mehr Krankheiten bestraft. Der SWR2 fasste in seiner Sendung vom 05.04.2017 die Gesundheitsberichtserstattung des Bundes so zusammen: „Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens hat, der hat ein fast dreifach erhöhtes Sterbensrisiko. Konkret entscheidet ein Einkommensunterschied von monatlich 1300 Euro netto über zehn Lebensjahre. Die Chance, das 65. Lebensjahr zu erreichen, steigt mit wachsendem Einkommen. Wer eine geringere Schulbildung hat und wenig Geld verdient, der ist gesundheitlich in Gefahr. Das gilt für Männer noch stärker als für Frauen.“ (https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/armut-wie-soziale-unterschiede-die-gesundheit-bestimmen/-/id=660374/did=19088538/nid=660374/1weyy37/index.html). Klar: Wer weniger Geld hat, kann sich die etwas teureren und meistens auch besseren Nahrungsmittel nicht leisten. Wer reicht ist, ist aufgrund der besseren Bildung auch über gesundheitliche Fragen besser informiert und ist – und dies trifft vor allem für Männer zu – weniger gesundheitsbelastenden Tätigkeiten wie z. B. im Straßenbau oder in Fabriken ausgesetzt. Geld bewirkt also ein sorgenfreieres Leben und vor allem eines: Macht. Warum kommt mir dabei gerade Georg Soros in den Sinn? Ich glaube, dass er einer von den Männern ist, für die es wichtig ist, Geld so einzusetzen, dass man damit Macht ausüben kann. Georg Soros, ein Multimilliardär, der sein Vermögen nicht durch „eigene Hände Arbeit“ erworben hat, sondern durch Börsenspekulationen, was selbst der Faktenfinder der Tagesschau nicht leugnen kann (https://faktenfinder.tagesschau.de/ausland/george-soros-107~_origin-e84a96fc-fc98-4b3b-aec1-571d9efb946f.html) hat ein Teil seines Geldes in die von ihm gegründete „Open Society Foundations“ (https://www.opensocietyfoundations.org/newsroom/open-society-foundations-germany/de) gesteckt, von der man nachsagt, dass sie die Migrationsbewegung nach Europa unterstützt. Hierbei werden auch die so genannten Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO), die z. B. im Mittelmeer für die Rettung von Flüchtlingen aus Afrika verantwortlich sind, finanziell unterstützt (https://www.watergate.tv/das-spinnennetz-des-george-soros-fuer-grenzenlose-migration/). Ich will nicht weiter verfolgen, inwieweit nun dies der Wahrheit entspricht oder nicht. Mir geht es darum aufzuzeigen, dass Menschen wie Georg Soros, das Geld benutzen, um damit ihre Macht auszuspielen, die sie damit gewonnen haben. Der Youtuber „EyeSpy“, der mittels Kontrastverstärker und Spiegeltechnik (die rechte oder linke Gesichtshälfte wird „umgeklappt“, so dass dann ein neues Gesicht entsteht, deren beiden Hälften spiegelgleich übereinstimmen) arbeitet, hat das Gesicht von Georg Soros untersucht (https://www.youtube.com/watch?v=LeBhm_r7VMg). Hierbei wird dem Betrachter gezeigt, dass beim näheren Hinsehen der Feinstrukturen des Gesichts „dämonisch“ erscheinende Fratzen zu erkennen sind. Das kann natürliche Ursachen haben, eben als rein zufällig entstandene Strukturen, oder aber es kann auch mehr dahinter stecken. Hierzu fallen mir die hermetischen Gesetze ein. Ein Gesetz der Entsprechung lautet: „Wie innen, so außen, wie oben, so unten.“ Was also uns augenscheinlich in Erscheinung tritt, z. B. in einem Gesicht, spiegelt das wieder, was im Innersten – man würde es klassisch formulieren: in der Seele – vorhanden ist. Könnte es nicht vielleicht sein, dass es Menschen gibt, die für die materialistischen Angebote in unserer Welt: Reichtum, Macht, Ruhm (ich nenne sie mit der Kurzformel RMR-Angebot) einen dämonischen Pakt eingehen, also ihre „Seele verkaufen“? Thomas Feurer erzählt über einen solchen „Deal“, den er auf dem Kanal „ERF Mensch Gott“ der Interviewerin Sigrid Röseler schildert. Er berichtete, dass er bereits als 10-jähriger Junge Satan ein Opfer gebracht hatte, in dem er einen Vogel geköpft und Satan angerufen (https://www.youtube.com/watch?v=bTGH6WjW7YE) und darum gebeten hatte, ihm Macht und Anerkennung zu geben, wofür er versprach, ihm zu dienen. Von da an gelang ihm alles und er stieg in seinem Erwachsenenleben bis zum Leiter einer Abteilung für Elektrowerkzeuge auf. Obwohl er von der Materie keine Ahnung hatte, gelang ihm alles. Das ist sicher nicht das erste und letzte Mal, dass ein solcher Pakt geschlossen wurde. Der bekannteste Deal mit dem Teufel ist sicher der, den Faust in dem gleichnamigen Drama von Wolfgang von Goethe geschlossen hatte. Auch in dem „Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde wird von so einem Handel erzählt, in dem der Pakt darin bestand, gegen „ewige Jugend“ die wahre Alterung des Dorian Gray in einem Bildnis festzuhalten, in dem sich auch alle Missetaten, die er beging, widerspiegelten. Gerade in der Unterhaltungsindustrie soll der Pakt mit dem Teufel (oder mit einem Dämon) durchaus üblich sein, um zu Ruhm zu gelangen, so etwa wie es auch Bob Dylan in dem Video „Der Pakt mit dem Teufel“ bestätigt, in dem er offen zugibt, dass er mit dem „Chief commander“ (Anführer dieses Welt und der, die wir nicht sehen können) ein Abkommen geschlossen habe (https://www.youtube.com/watch?v=tyLN7i4A6No). Auch Katy Perry gab offen zu, einen solchen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben, um berühmt zu werden, noch dem sie zuvor noch als 15-jährige Sängerin vergeblich versucht hatte, erfolgreich eine Gospel-CD (!) herauszubringen (https://www.youtube.com/watch?v=tyLN7i4A6No&t=795s). Ebenso bestätigte in einem Interview Britney Speers, ihre Seele dem Teufel verkauft zu haben (https://www.youtube.com/watch?v=gA99ltD4CBg). Wer der Herr unserer Welt ist, geht aus der Versuchung von Jesus nach seinem 40-tätigen Fasten in der Wüste hervor. In dem dritten Angebot Satans zeigte dieser ihm die ganze Welt, die er bereit wäre, ihm zu geben, wenn er sich vor ihm niederwerfe und ihn anbete (Matthäus 4, 8-9). Es wundert also nicht, wenn die Versuchung, die sogar vor Jesus nicht halt gemacht hat, auch den Menschen nicht verborgen bleibt. Die RMR-Angebote werden uns ständig gemacht und sie sollen uns von dem „rechten Weg“ wegführen. Dieser rechte Weg ist der, den Jesus Christus so erklärt hat: „Trachtet erst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles zufallen.“ (Matthäus 6,33). Nicht das Sichern der eigenen Existenz soll also das Ziel des Lebensweges sein, sondern das zu tun, was aufgrund der göttlichen Inspirationen uns als gerecht und für uns sinnvoll vorgegeben wird. Denn die irdische Existenz ist zeitlich beschränkt und der steht ein ewiges Sein im Reich Gottes gegenüber. Nur weil viele den Glauben an Gott verloren und sich auf die „Gegenseite“ begeben haben, werden sie von diesem rechten Weg abgehalten und meinen, dass die RMR-Angebote besser sind als die Forderung, ein gerechten Lebens zu führen, das mit dem Willen Gottes in Übereinstimmung gebracht wird.

© Büren, 21.01.2020, Günther Birkenstock

 

Kabarett war schon immer politisch links angesiedelt. Das war in der konservativen Ära der BRD unter Adenauer, Kiesinger, Erhard und Kohl nachvollziehbar. Eine Änderung der politischen Verhältnisse in der Kanzlerschaft unter Angela Merkel hätte eine Änderung in der  Ausrichtung des politischen Kabaretts bewirken müssen, denn die CDU hatte unter ihrer Führung einen „Linksschwenk“ vollzogen und viele konservative Positionen  aufgegeben. Wenn  politisches Kabarett eine Korrekturfunktion haben soll, dann müsste es eigentlich diesen Wandel kritisieren und eine kritische Einstellung gegenüber dieser Politik einnehmen. Dies ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil, es wird die gegenwärtig pseudo-linke Politik nicht aufs Korn genommen und stattdessen die politischen Kräfte kritisiert, die weiterhin konservative Positionen vertreten. Ich nenne die gegenwärtige Politik deshalb „pseudo-links“, weil sie nur vordergründig  die für die politische Linke entsprechenden Positionen vertritt, aber in Wirklichkeit eine systemkonforme Politik vornimmt, die auf den Erhalt vieler Privilegien der so genannten Elite abzielt. Deshalb stammen viele Wähler nicht mehr aus der Arbeiterschaft, sondern aus der bürgerlichen Mitte, die sich beruflich in gesicherten Positionen befinden und von der „Umverteilungsmaschine Staat“ durch eine oft kündigungssichere Anstellung im Beamten- oder Angestelltenverhältnis des öffentlichen Dienstes profitieren. Und für dieses saturierte Publikum haben die „Systemclowns“, die einen festen Stammplatz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben, die Funktion, die Kritik am gegenwärtigen System nicht so weit zu treiben, dass ihnen dieser feste Sendeplatz genommen wird, sondern sehr systemkonform für gute Unterhalt zu sorgen. Der Rauswurf von Uwe Steimle aus dem MDR zeigt, was passiert, wenn die Nähe zwischen politischem System und öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgedeckt wird.

Mit welchen Merkmalen könnte man diese „Systemclowns“ beschreiben? Hier der Versuch, diese aufzulisten:

  • Zielscheiben des Spottes sind rechts: In kaum einer Sendung wird es versäumt, die AfD in die Nähe der Nazis zu stellen und ihre politischen Akteure mit Nazigrößen wie Adolf Hitler zu vergleichen. Auch die CSU wird gern kritisiert, wenn auch jetzt verhaltener, da  dort ebenso wie bei der CDU ein Linksruck zu beobachten ist.
  • Trump wird lächerlich gemacht: Donald Trump, der schon in den Nachrichtensendungen immer einseitig dargestellt wird, ist ebenfalls häufig Zielscheibe des Spotts. Er wird gern als einfältiger Idiot dargestellt, der possenreißerisch durch die Weltgeschichte twittert.
  • Putin und Assad sind Feinde der Freiheit: Auch der Präsident Russland, Wladimir Putin, ist immer wieder eine beliebte Zielscheibe, ebenso der Präsident von Syrien Baschar al-Assad. Sie stehen immer auf der Liste der Systemclowns, weil sie als Feinde der Freiheit gelten.
  • Keine Kritik an Linken oder Grünen: Über diese Parteien hängen die Systemclowns das kabarettistische Schweigen. Wenn Kritik geübt wird, dann nur sehr verhalten und mit einem freundlichen Augenzwinkern.
  • Keine Kritik an Migrationspolitik: Die Migration wird grundsätzlich befürwortet und als eine positive Sache dargestellt. Es handelt sich stets um „arme, verfolgte Flüchtlinge“, für die wir „Wohlstandsbürger“ verantwortlich sein sollen. Wenn Kritik geäußert wird, dann in die Richtung, dass die Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber einer Masseneinwanderung völlig irrational sind.
  • Keine Kritik an der Klimapolitik: Die gegenwärtigen Positionen der Politik, wonach der Klimawandel von Menschen durch erhöhten Kohlendioxid-Ausstoß verursacht wird und dieser Klimawandel schädlich ist, werden nicht in Frage gestellt. Die alternativen Energieerzeugungsformen werden als ausnahmslos gut befunden und die klassischen Energieträger wie Kohle und Uran werden verteufelt. So genannte „Aktivisten“ (z. B. die im Hambacher Forst), die sich gegen die konventionelle Energieerzeugung einsetzen, werden als Helden gefeiert.
  • Kaum Kritik an Merkel: Wurde Merkel noch vor 2015 oft scharf kritisiert, gilt sie nach der Grenzöffnung als eine, die sich auf die „richtige Seite“ gestellt hat.
  • Kapitalismuskritik: Der Kapitalismus gilt als ein ausbeuterisches System, das stets verteufelt wird. Es ist verantwortlich für Unterdrückung, Ausbeutung und grenzenloses Wachstum, das zum Weltuntergang führt. Die pikante Pointe dieser Kapitalismuskritik ist, dass sich die Systemclowns mit Sicherheit insofern selbst kapitalistisch verhalten, als ihre Spitzenvertreter sicher ganz gut leben können.
  • Kaum oder nur verhaltene Islamkritik: Die Kritik am Islam ist zurückhaltend – wohl auch aus Angst vor Repressalien. Lieber werden die Bürger lächerlich gemacht, die kopftuchtragende Frauen für unsere Kultur nicht als passend ansehen.
  • Verhaltene Kritik an den Kirchen: Auch machen die Systemclowns einen weiten Bogen um die Kirchen, lediglich der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche kann mal Thema sein, aber die Pfründe der Amtskirchen mit den relativ hohen Gehältern für ihre Amtsträger findet keine Beachtung.
  • Klamauk ist wichtiger als essentielle Kritik: Der Stil der Systemclowns ist auf vordergründige Effekte ausgerichtet. Die Formulierungen müssen stets so sein, dass sie die Lacher auf ihre Seite ziehen – auch wenn dabei inhaltlich kaum etwas „rüber kommt“.

 

Die Pirols, Nuhrs und andere Protagonisten der kabarettistischen Unterhaltsszene liefern immer die Pointen, die ein konformgehendes Publikum gerne hören will.  Es findet gewissermaßen eine Symbiose zwischen Systemclowns und ihrem Publikum statt: Die Systemclowns liefern genau das, was das Publikum gerne hören will und das Publikum honoriert es mit entsprechenden Eintrittspreisen.

 

©Büren, 17.01.2020, Günther Birkenstock