Auf die Organspende bin ich gestoßen, als ich mich mit den Nahtoderfahrungen befasst hatte. Da ich danach davon ausgehe, dass die Nahtoderfahrung auf ein Leben nach dem Tod hindeutet, d. h. dass die Seele beim Tod den Körper verlässt und in einer anderen Dimension weiterlebt, während der Körper in der physischen Welt verbleibt, hat dies auch Auswirkungen auf die Frage, ob die Organspende gerechtfertigt ist. Nach meiner Meinung, die ich noch weiter erläutern werde, bleibt das Organ eines Menschen, das entnommen und einem Körper implantiert werden soll, mit „Seelenanteilen“ des Verstorbenen behaftet, die dann auf den Empfänger übergehen. Das hat bisweilen dramatische Folgen für den Spender, aber auch für den Empfänger. (https://www.guentherbirkenstock.de/neue-seite, Nahtoderfahrung – ein Indiz für das Leben nach dem Tod; Download als PDF-Datei).

 

In der öffentlichen Diskussion wird die Organspende durchweg positiv dargestellt. Typisch ist der Bericht der ARD im Rahmen des Mittagsmagazins vom 16.01.2020, in dem eine potentielle Organempfängerin vorgestellt wird, die an Mukoviszidose leidet  und der erfolgreich eine Lunge transplantierte wurde (https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/videos/Organspende-nur-nach-Einwilligung-ard-mittagsmagazin-video-100.html). Fairerweise wird noch darauf hingewiesen, dass sie auch nach der Organtransplantation nicht gesund ist, denn ihre Wochenration an Medikamenten beträgt immerhin 250 Tabletten, unter denen sich vor allem Medikamente befinden, die die Abstoßungsreaktion des Körpers gegenüber der transplantierten Lunge  unterbinden sollen (Immunsuppressiva).  Beklagt wird dann in der Sendung, dass es zu wenig Organspender gibt, wenn man die Vergleiche mit dem europäischen Ausland zieht.  Danach wird nach Bekanntgabe des negativen Abstimmungsergebnisses im Bundestag über den Antrag des Gesundheitsministers Jens Spahn, wonach jeder automatisch Organspender geworden wäre, der nicht ausdrücklich eine Organentnahme abgelehnt hat, der „Gesundheitsexperte“ Karl Lauterbach (SPD) interviewt, der, wie zu erwarten war, die Ablehnung als „eine verlorene Möglichkeit“ bezeichnete. Was der Bundestag beschlossen hatte, nämlich die Beibehaltung der „erweiterten Zustimmungsregelung“ mit einer eine größere Aufklärungspflicht der Ärzte im Hinblick auf eine Organspende, bezeichnete er als „wenig spektakulär“. Dabei sollte aber klar sein, dass Aufklärung nicht nur in die Richtung gehen darf, jemand zur Organspende zu bewegen, wie dies in der Sendung angedeutet wurde. Denn auch die Lebendorganspende  – der Spende spendet z. B. eine seiner Niere – ist nicht ohne Risiken, über die leider oft nicht ausreichend aufgeklärt wird. Der BGH  hatte nämlich in seinem Urteil vom 29.01.2019 (Az. VI ZR 495/16; VI ZR 318/17) dem klagenden Organspender deshalb einen Schadensersatzanspruch zugesprochen, weil er die ärztliche Aufklärungspflicht verletzt sah. Der Tenor der Sendung war: Es gibt viel zu wenig Organspender und die jetzt beschlossene Gesetzesänderung reicht nicht aus, die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Diese Einseitigkeit in der Darstellung ist ein typisches Merkmal der Art und Weise, wie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen über in der Gesellschaft durchaus kritisch gesehene Themen berichtet wird.

 

Dass in der öffentlichen Diskussion die Schattenseite der Organspende nicht beleuchtet wird, hat einen einfachen Grund: Renate Greinert, deren Sohn für Hirntod erklärt wurde und dem man Organe sowie sogar die Augen entnommen hatte, gab hierzu eine Antwort des bekannten Organtransplantationsmediziners Professor Pichlmayer bekannt, den sie Zustimmung zur Organspende gefragt hatte, warum er sie nicht über die realen Folgen der Organspende informiert hatte mit den Worten: „Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende aufklären, bekommen wir keine Organe mehr“ (https://www.youtube.com/watch?v=xonYqmDxPpk, Aussage aus dem Jahr 1987 in Hannover vor Zeugen, nachlesbar auf der Webseite (https://initiative-kao.de/ ). Renate Greinert, die aufgrund ihrer Erfahrungen den Verein „Kritische Aufklärung über Organtransplantation KAO e.V.“, Sitz in  Wolfsburg (https://initiative-kao.de/impressum/), gegründet hat, schildert in dem Interview mit dem Autor und Betreiber des Youtube-Kanals „Thanatos“, Werner Huemer, die eigenen Erlebnisse anlässlich des Todes ihres Sohnes. Ihr 15-jähriger Sohn wurde nach einem Unfall in der Medizinischen Hochschule für „tot“ erklärt und sie wurde dann zur Zustimmung zu einer Organentnahme gedrängt, in dem man ihr vorhielt, dass jetzt „andere Mütter an den Betten ihrer Kinder sitzen würden“. Diese könnten weiterleben, wenn sie einer Organentnahme zustimmte. Sie schilderte in dem Interview, dass ihr vorgegaukelt wurde, ihr Sohn sei jetzt tot, obwohl sie noch vorher gesehen hatte, dass er zwar künstlich durch Beatmung am Leben gehalten wurde, aber immer noch lebte. Danach stimmten sie und ihr Mann der Organentnahme zu. Mit Entsetzen hatte sie dann noch einmal nach der Operation ihren Sohn gesehen, an dem eine vom Kinn bis zum Schambein reichende Schnittwunde zu sehen war; ihm waren mehr Organe entnommen worden, als ihr versprochen wurde. Die Schilderungen von Frau Greinert zeigen, dass Angehörige mit durchaus fragwürdigen Methoden (Appelle an „christliche Verantwortung“ oder ähnliche moralische Argumente)  zu einer Organentnahme eines für „hirntot“ erklärten Patienten gedrängt werden. Denn in Deutschland gilt die so genannte „erweiterte Zustimmungsregelung“, die auch nach der Abstimmung im Bundestag gültig ist, nach der man entweder zeitlebens einer Organspende zustimmen muss oder diese Zustimmung auch von einem nahen Angehörigen gegeben werden kann.

Wer selbst einer Organspende zustimmen will oder als Angehöriger diese Zustimmung gibt, sollte sich über folgende wichtigen Aspekte im Klaren sein:

  • Nur einem lebenden Körper können Organe, die für eine Transplantation infrage kommen, entnommen werden. Die Organe eines Toten sind für die Organspende nutzlos, weil sie nicht erfolgreich implantiert werden können. Sobald der biologische Tod (vollständiger und unwiderrufliche Verlust sämtlicher Organfunktionen wie Herz, Kreislauf und Gehirntätigkeit) eintritt, setzt der biologische Zerfall und Verwesungsprozess aller Körperzellen ein. Aber nicht mehr lebende Organe können nicht implantiert werden, weil sie dann die Funktionen nicht mehr erfüllen können, für die sie im Körper gebraucht werden. Also muss der Mensch, dem man die Organe entnimmt, noch am Leben sein!
  • Hirntod ist nicht gleich biologischer Tod. Das Transplantationsgesetzt wendet den „juristischen Trick“ an, den Hirntod mit dem biologischen Tod gleichzusetzen. Der Hirntod stellt nur die „Nichtfunktionsfähigkeit“ des Gehirns dar, der übrige Körper ist aber noch funktionsfähig. Da bei einem Ausfall der Hirntätigkeit die Atmung nicht funktioniert (das Atemzentrum sitzt im Hirnstamm, das bei der Diagnose Hirntod ebenfalls ausgefallen sein muss), muss die Atmung künstlich aufrechterhalten werden. Das Herz ist aber nicht vom Gehirn abhängig, sondern kann unabhängig vom Gehirn noch weiterschlagen. Die Herztätigkeit ist aber notwendig, damit sämtlichen Organe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können. Hirntote können sogar als Frau durch eine Schwangerschaft ein Kind zur Welt bringen.
  • Der natürliche Sterbeprozess wird angehalten: Es gibt eine natürlichen Verlauf des Sterbens. Dieser Sterbeprozess wird künstlich gestoppt, um den Körper für die Organentnahme funktionsfähig zu erhalten. Die Seele des Menschen kann nicht den Körper verlassen, sondern bleibt an diesen am Leben gehaltenen Körper gebunden.
  • Die Organspender spüren, dass ihnen Organe entnommen werden: Die Organentnahme wird häufig unter Narkose durchgeführt und starke, die Muskulatur entspannende Medikamente sowie Schmerzmittel gegeben; außerdem werden die Operierten am OP-Tisch festgebunden, um Abwehrreaktionen („Lazarus-Phänomen“) zu vermeiden. Es werden physiologische Reaktionen wie Blutdruckanstieg, Steigerung der Herzfrequenz und Schweißausbruch beobachtet. Dies sind starke Indizien dafür, dass die Operierten versuchen, sich gegen die Organentnahme zur Wehr setzen bzw. diesen Eingriff spüren. Angehörige, die die Operierten nach der Organentnahme noch einmal zu Gesicht bekommen, berichten, dass sich der Gesichtsausdruck der dann endgültig Verstorbenen verändert hat, so als ob sie Schmerzen oder Angst erlebt hätten.
  • Der menschliche Körper wird zum „Ersatzteillager“ degradiert: Angehörige, die einer Organspende zugestimmt haben, äußern diese Bezeichnung oft und meinen damit, dass dem Sterbenden damit auch die letzte Würde genommen wird. Da der Körper oft von oben bis unten aufgeschnitten wird, um sämtliche Organe entnehmen zu können, wird er dann mit künstlichen Materialien gefüllt (der verbliebene, so aufgefüllte Körper wird manchmal als „Hampelmann“ bezeichnet), um die entstandenen Lücken zu füllen.

Wer Organe eines anderen Menschen  erhält, sollte folgende Aspekte beachten:

  • Es bleibt das Restrisiko der Organabstoßung. Diesen natürlichen Prozess versucht man durch Immunsuppressiva zu unterdrücken. Dadurch werden aber andere Krankheiten wahrscheinlicher, weil das Immunsystem geschwächt ist (eine einfache Erkältung wird dann schon zum Problem) Eine lebenslange Abhängigkeit von ärztlicher Behandlung ist vorprogrammiert.
  • Spüren der Nähe des Spenders: Organempfänger haben auch das Gefühl, dass sich der Organspender in ihrer Nähe aufhält oder sich sogar in ihrem Körper befindet.
  • Persönlichkeitsveränderungen des Empfängers. Es werden nicht selten Veränderungen beobachtet, die nahelegen, dass „Seelenanteile“ des Spenders auf den Organempfänger übergehen. Dabei wird auch nicht auf Geschlechtsunterschiede Rücksicht genommen. Die Vorlieben eines männlichen Spenders z. B. für Kampfsport oder Bier trinken gehen auch auf eine Frau über.
  • Versteckte Todessehnsucht: Organempfänger haben mitunter eine starke Affinität zum Tod, d. h. dass sie Todesphantasien entwickeln (Elisabeth Wellendorf: Mit dem Herzen eines anderen leben, https://www.amazon.de/Mit-Herzen-eines-anderen-leben/dp/3268002285), so als ob sie sich den Tod herbeisehnten.

Die negativen Gesichtspunkte der Organtransplantation werden gerne unterdrückt, weil sie nicht in das Bild passen, das man gerne von den Befürwortern vermittelt. Sie regen in mir eher den Verdacht, dass hier vielleicht die Tötung eines Menschen durch Mediziner legalisiert werden soll, die im Lichte einer kritischen Betrachtung gar nicht so moralisch hochwertig erscheint, wie sie uns verkauft wird.  Denn es wird doch durch den Eingriff der Organentnahme ein bis dahin noch lebender Mensch endgültig getötet! Im Grunde genommen spiegelt die Organspende ein materialistisches Weltbild wider, denn die Organe werden nur als lebende Bausteine eines Körpers und nicht als Teile eines von einem unsterblichen Teil unserer Person beseelten Organismus gesehen (deshalb steckt in jeder Körperzelle, auch der Organe, die transplantiert werden, ein Teil dieser Seele). Das Herz wird z. B. bei der Organspende nur als eine Art Pumpe gesehen, die nur die Aufgabe hat, das Blut in dem Körper zu transportieren. Aber das Herz hat ein eigenes Nervensystem, was Ausdruck einer Art „Beseelung“ ist, die sich schon in unserer Alltagssprache ausdrückt („wir nehmen uns etwas zu Herzen“, „ich habe dich von Herzen gern“), die diese Art der Beseelung ausdrückt. Das sich Klammern an den physischen Körper und den Erhalt dieses Körpers ist das Ziel der Transplantationsmedizin. Der rein körperliche „Überlebensvorteil“ des Empfängers wird hierbei in den Fokus genommen und die seelischen Aspekte außer Acht gelassen. Erst die Annahme eines spirituellen Weltbildes (https://perikles.tv/index.php/leserbriefe/1283-das-materialistische-und-das-spirituelle-weltbild-und-die-folgen-fuer-die-politik) könnte die Tür für das wirkliche Verständnis auch unseres Körpers öffnen und die Transplantationsmedizin in einem anderen Licht erscheinen lassen, das nicht mehr so glorreich ist, wie es uns vermittelt wird.

Ich habe mich dafür entschieden, der Organentnahme zu widersprechen. Ich kann nicht empfehlen, dass jeder dies genauso tun soll, aber jeder sollte sich auch im Hinblick auf Auslandsreisen – im Europäischen Ausland gilt oft schon die Widerspruchsregelung – zu einer Entscheidung durchringen, damit er nicht irgendwann eine böse Überraschung erlebt, denn es gilt immer das Recht des Landes, in dem der so genannte „Hirntod“ festgestellt wird.  

©Büren, 02.02.2020, Günther Birkenstock