Regiert Geld die Welt? Ich habe mich lange im Feld der Menschen aufgehalten, die zu wenig davon haben, um zu lernen, dass ohne Geld das Leben eine Hölle sein kann: in der Schuldnerberatung. Bis in das Jahr 1987 reichen meine Erfahrungen zurück, als ich beim Roten Kreuz in Korbach meine Arbeit mit der Schuldnerberatung  begonnen und erst nach meinem Ausscheiden im Jahr 2016 beendet hatte. Ein Vierteljahrhundert hatte ich es also mit Menschen zu tun, die zu wenig von dem hatten, von dem man sagt, dass es die Welt regiert: das Geld. Ich möchte von Anfang betonen, dass es um die Herrschaft in dieser Welt geht, weil ich glaube, dass es nicht die einzige ist, in der wir leben (werden). Die Welt, in der wir gegenwärtig leben (müssen), ist tatsächlich vom Besitz dieses oft nur imaginär vorhandenen „Stoffes“ – der eigentlich gar keiner ist, sieht man von Münzen und Scheinen ab, die an sich völlig wertlos sind – abhängig. Und es scheint so zu sein, als ob sein Besitz das ultimative Ziel aller Menschen ist. Und diese werden immer jünger. „Zufällig“ stieß auf ein Video über die erfolgreichsten Jung-Unternehmer der Welt (https://www.youtube.com/watch?v=rDgeTwjqI5o), in dem noch minderjährige Jungen und ein Mädchen dargestellt werden, die mit ihren Ideen bereits in jungen Jahren buchstäblich Millionen verdienen, seien es Drohnen, die selbst gebaut werden und dann in einer selbst gegründeten Firma in eine größere Produktion gehen können oder Erfinder eines veganen Energieriegels der via moderne soziale Medien vermarktet wird oder die Entwicklung eines Apps für ein Handyspiel. Spitzenreiter der sechs vorgestellten Beispiele war ein Mädchen, das aus dem Kochbuch ihrer Oma eine Honiglimonade entwickelte, die mittlerweile im großen Stil vermarktet wird. Allen ist gemeinsam: eine gute Idee, daran glauben und überzeugt sein, dass sie gut ist und kein Zaudern, diese Idee dann auch zu vermarkten. Dass in diesem Film keine Minderjährigen aus Deutschland vorkamen, hatte sicher einen guten Grund, denn hier wären sicher gleich die Jugendämter und sonstige „schützende“ Ämter auf den Plan getreten, um das zu verhindern. Geld verdienen mit einer eigenen Geschäftsidee ist vielleicht durchaus löblich, ist doch da noch jemand unterwegs, der kreativ ist und letztendlich aus eigener Kraft zu Wohlstand kommt. Was aber angeblich nicht infrage gestellt werden darf ist, ob das Erreichen eines Reichtums irgendwie doch anrüchig sein könnte. Es sind also (moralische) Selbstzweifel fehl am Platze, wenn man zu Geld und damit Reichtum kommen will. Ich kann diesen Leuten keinen Vorwurf machen: Sie tun das, was in unserer Welt als oberstes Ziel angesehen wird, nämlich reich zu werden. Sie schaffen dadurch auch Arbeitsplätze und damit Verdienstmöglichkeiten für andere. Da kann ich noch halbwegs mitziehen. Aber was ist mit denen, die nicht durch eigene Hände Arbeit zu Reichtum gelangen. Reich zu werden ist nicht nur eine Frage der eigenen Bemühungen. Reichtum erwerben kann man auch durch Schenkung oder Erbschaft. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), veröffentlicht durch die Zeit online im Jahr 2016, kommen drei Viertel der Hochvermögenden (Haushalte mit mindestens einer Million Geldvermögen) in Deutschland im Alter von über 40 Jahren durch Schenkung und Erbschaft zu ihrem Vermögen. Nach den Gründen der Hochvermögenden gefragt gaben sie auch deshalb an, dass ihr Vermögen zu zwei Drittel aus Schenkungen und Erbschaften stammt. Frauen gaben an, dass sie ihren Reichtum zu einem Fünftel der Heirat zu verdanken haben (https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-10/reichtum-deutschland-hochvermoegen-arbeit-schenkungen-erbschaften). Macht es diese Menschen glücklich, reich zu sein? Das kommt darauf an, wie man zu dem Reichtum gekommen ist. Forschungen auf diesem Gebiet sollen zu diesem Ergebnis gekommen sein: „Wenn Sie Ihr Geld ehrlich und gewissenhaft verdienen, macht es glücklich. Wer es jedoch mittels Ausbeutung, Manipulation, Lügen oder auf andere moralisch verwerfliche Art und Weise generiert, dessen Belohnungssystem reagiert auf das Geld weniger stark. Es macht ihn dementsprechend weniger glücklich“ (https://arbeits-abc.de/macht-geld-wirklich-gluecklich/). Also kommt es doch auf die hinter dem Vermögen stehende moralische Komponente an, wie man dazu gekommen ist. Die Frage ist aber, ob Reiche auch immer glücklich sein wollen und ob sie nicht andere Ziele haben. Ich glaube, dass ihr vorherrschendes Ziel ist, Macht zu haben und auch zu nutzen. Hans Jürgen Krysmanski (1935 – 2016), ehemaliger deutscher Soziologie-Professor und Autor des Buches „0,1 % – Das Imperium der Milliardäre“, sagte in einem Interview mit Marcus Glöckner vom Manager-Magazin 2012: „Geld ist Macht - so einfach ist das. Und Macht, die nicht kontrolliert wird, erzeugt Ohnmacht bei allen anderen. Und wir können alle sehen, dass Reichtum ab einer gewissen Höhe sich gar nicht mehr kontrollieren lässt. Er ist zu verzweigt, zu international, zu transnational angelegt. Insofern entsteht mit dem Superreichtum eine völlig losgelöste und zu allem fähige soziale Schicht im Zentrum der Gesellschaft, um die sich alles dreht. Hier lassen sich dann weitere Gruppen und Schichten benennen, welche der Geldmacht zuarbeiten oder von ihr abhängen. Der junge Marx schrieb einmal, wer reich ist, "kann sich die geistreichen Leute kaufen, und wer die Macht über die Geistreichen hat, ist der nicht geistreicher als der Geistreiche?"“ (https://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-860016.html). Aha, denke ich mir, da ist es doch kein Wunder, wenn der FC Bayern München so die Bundesliga beherrscht: Wenn man so viel Geld hat, wie dieser Club, dann kann man sich einfach die besten Spieler kaufen und dann eben alle anderen Mannschaften platt machen. Der Reichtum bestimmt somit auch den Erfolg im Leben. Wer kein Geld hat, ist somit auch mit weniger Chancen ausgestattet und kann deshalb in unserer Welt nicht so erfolgreich agieren. Deshalb sind auch die Kinder aus den höheren Schichten der Bevölkerung bei gleicher Begabung den anderen Kindern der so genannten „bildungsfernen Schichten“ in Sachen Bildungschancen immer überlegen. Und wenn die Schützlinge der Reichen mal nicht so begabt sind, dann kann man sich auch exzellente Nachhilfelehrer leisten und das Wiederholen von Klassen ist auch kein Problem, die Hauptsache ist, dass das Abitur gemacht wird. Geld bedeutet also in unserer Welt: Man hat bessere Bildungschancen, hat größeren Erfolg, kann sich mehr leisten, ohne ständig nachzurechnen, ob das Geld auch reicht und ist deshalb auch zufriedener. Wer arm ist, wird auch noch mit früherem Tod und mehr Krankheiten bestraft. Der SWR2 fasste in seiner Sendung vom 05.04.2017 die Gesundheitsberichtserstattung des Bundes so zusammen: „Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens hat, der hat ein fast dreifach erhöhtes Sterbensrisiko. Konkret entscheidet ein Einkommensunterschied von monatlich 1300 Euro netto über zehn Lebensjahre. Die Chance, das 65. Lebensjahr zu erreichen, steigt mit wachsendem Einkommen. Wer eine geringere Schulbildung hat und wenig Geld verdient, der ist gesundheitlich in Gefahr. Das gilt für Männer noch stärker als für Frauen.“ (https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/armut-wie-soziale-unterschiede-die-gesundheit-bestimmen/-/id=660374/did=19088538/nid=660374/1weyy37/index.html). Klar: Wer weniger Geld hat, kann sich die etwas teureren und meistens auch besseren Nahrungsmittel nicht leisten. Wer reicht ist, ist aufgrund der besseren Bildung auch über gesundheitliche Fragen besser informiert und ist – und dies trifft vor allem für Männer zu – weniger gesundheitsbelastenden Tätigkeiten wie z. B. im Straßenbau oder in Fabriken ausgesetzt. Geld bewirkt also ein sorgenfreieres Leben und vor allem eines: Macht. Warum kommt mir dabei gerade Georg Soros in den Sinn? Ich glaube, dass er einer von den Männern ist, für die es wichtig ist, Geld so einzusetzen, dass man damit Macht ausüben kann. Georg Soros, ein Multimilliardär, der sein Vermögen nicht durch „eigene Hände Arbeit“ erworben hat, sondern durch Börsenspekulationen, was selbst der Faktenfinder der Tagesschau nicht leugnen kann (https://faktenfinder.tagesschau.de/ausland/george-soros-107~_origin-e84a96fc-fc98-4b3b-aec1-571d9efb946f.html) hat ein Teil seines Geldes in die von ihm gegründete „Open Society Foundations“ (https://www.opensocietyfoundations.org/newsroom/open-society-foundations-germany/de) gesteckt, von der man nachsagt, dass sie die Migrationsbewegung nach Europa unterstützt. Hierbei werden auch die so genannten Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO), die z. B. im Mittelmeer für die Rettung von Flüchtlingen aus Afrika verantwortlich sind, finanziell unterstützt (https://www.watergate.tv/das-spinnennetz-des-george-soros-fuer-grenzenlose-migration/). Ich will nicht weiter verfolgen, inwieweit nun dies der Wahrheit entspricht oder nicht. Mir geht es darum aufzuzeigen, dass Menschen wie Georg Soros, das Geld benutzen, um damit ihre Macht auszuspielen, die sie damit gewonnen haben. Der Youtuber „EyeSpy“, der mittels Kontrastverstärker und Spiegeltechnik (die rechte oder linke Gesichtshälfte wird „umgeklappt“, so dass dann ein neues Gesicht entsteht, deren beiden Hälften spiegelgleich übereinstimmen) arbeitet, hat das Gesicht von Georg Soros untersucht (https://www.youtube.com/watch?v=LeBhm_r7VMg). Hierbei wird dem Betrachter gezeigt, dass beim näheren Hinsehen der Feinstrukturen des Gesichts „dämonisch“ erscheinende Fratzen zu erkennen sind. Das kann natürliche Ursachen haben, eben als rein zufällig entstandene Strukturen, oder aber es kann auch mehr dahinter stecken. Hierzu fallen mir die hermetischen Gesetze ein. Ein Gesetz der Entsprechung lautet: „Wie innen, so außen, wie oben, so unten.“ Was also uns augenscheinlich in Erscheinung tritt, z. B. in einem Gesicht, spiegelt das wieder, was im Innersten – man würde es klassisch formulieren: in der Seele – vorhanden ist. Könnte es nicht vielleicht sein, dass es Menschen gibt, die für die materialistischen Angebote in unserer Welt: Reichtum, Macht, Ruhm (ich nenne sie mit der Kurzformel RMR-Angebot) einen dämonischen Pakt eingehen, also ihre „Seele verkaufen“? Thomas Feurer erzählt über einen solchen „Deal“, den er auf dem Kanal „ERF Mensch Gott“ der Interviewerin Sigrid Röseler schildert. Er berichtete, dass er bereits als 10-jähriger Junge Satan ein Opfer gebracht hatte, in dem er einen Vogel geköpft und Satan angerufen (https://www.youtube.com/watch?v=bTGH6WjW7YE) und darum gebeten hatte, ihm Macht und Anerkennung zu geben, wofür er versprach, ihm zu dienen. Von da an gelang ihm alles und er stieg in seinem Erwachsenenleben bis zum Leiter einer Abteilung für Elektrowerkzeuge auf. Obwohl er von der Materie keine Ahnung hatte, gelang ihm alles. Das ist sicher nicht das erste und letzte Mal, dass ein solcher Pakt geschlossen wurde. Der bekannteste Deal mit dem Teufel ist sicher der, den Faust in dem gleichnamigen Drama von Wolfgang von Goethe geschlossen hatte. Auch in dem „Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde wird von so einem Handel erzählt, in dem der Pakt darin bestand, gegen „ewige Jugend“ die wahre Alterung des Dorian Gray in einem Bildnis festzuhalten, in dem sich auch alle Missetaten, die er beging, widerspiegelten. Gerade in der Unterhaltungsindustrie soll der Pakt mit dem Teufel (oder mit einem Dämon) durchaus üblich sein, um zu Ruhm zu gelangen, so etwa wie es auch Bob Dylan in dem Video „Der Pakt mit dem Teufel“ bestätigt, in dem er offen zugibt, dass er mit dem „Chief commander“ (Anführer dieses Welt und der, die wir nicht sehen können) ein Abkommen geschlossen habe (https://www.youtube.com/watch?v=tyLN7i4A6No). Auch Katy Perry gab offen zu, einen solchen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben, um berühmt zu werden, noch dem sie zuvor noch als 15-jährige Sängerin vergeblich versucht hatte, erfolgreich eine Gospel-CD (!) herauszubringen (https://www.youtube.com/watch?v=tyLN7i4A6No&t=795s). Ebenso bestätigte in einem Interview Britney Speers, ihre Seele dem Teufel verkauft zu haben (https://www.youtube.com/watch?v=gA99ltD4CBg). Wer der Herr unserer Welt ist, geht aus der Versuchung von Jesus nach seinem 40-tätigen Fasten in der Wüste hervor. In dem dritten Angebot Satans zeigte dieser ihm die ganze Welt, die er bereit wäre, ihm zu geben, wenn er sich vor ihm niederwerfe und ihn anbete (Matthäus 4, 8-9). Es wundert also nicht, wenn die Versuchung, die sogar vor Jesus nicht halt gemacht hat, auch den Menschen nicht verborgen bleibt. Die RMR-Angebote werden uns ständig gemacht und sie sollen uns von dem „rechten Weg“ wegführen. Dieser rechte Weg ist der, den Jesus Christus so erklärt hat: „Trachtet erst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles zufallen.“ (Matthäus 6,33). Nicht das Sichern der eigenen Existenz soll also das Ziel des Lebensweges sein, sondern das zu tun, was aufgrund der göttlichen Inspirationen uns als gerecht und für uns sinnvoll vorgegeben wird. Denn die irdische Existenz ist zeitlich beschränkt und der steht ein ewiges Sein im Reich Gottes gegenüber. Nur weil viele den Glauben an Gott verloren und sich auf die „Gegenseite“ begeben haben, werden sie von diesem rechten Weg abgehalten und meinen, dass die RMR-Angebote besser sind als die Forderung, ein gerechten Lebens zu führen, das mit dem Willen Gottes in Übereinstimmung gebracht wird.

© Büren, 21.01.2020, Günther Birkenstock

 

Weltbilder oder Weltanschauungen sind grundlegende Vorstellungen von der Welt, wie sie „von Anfang an“ gedacht waren und sind. Man könnte auch sagen: Sie sind Annahmen über das Vorhandensein von Grundvoraussetzungen über alles was ist, die unabhängig vom aktuellen Wissensstand a priori bestehen. Ich möchte grob zwei grundlegend voneinander unterschiedene Grundauffassungen darstellen, wobei diese auf Annahmen und nicht Beweisen beruhen, die auch deutlich machen, in welchem Dilemma wir stecken: Dieses Dilemma besteht darin, dass wir ein hohes Bedürfnis nach dem richtigen Weltverständnis haben, gleichzeitig aber mit unseren begrenzten Möglichkeiten der Welterkenntnis zu kämpfen haben. Oder anders ausgedrückt: Wir möchten eigentlich gerne wissen, was dieser Welt zugrunde liegt, weil daran auch im Wesentlichen die Sinnfrage hängt, gleichzeitig aber müssen wir uns immer mit Teilwissen oder Teilerkenntnissen begnügen, die wir dann bruchstückhaft zusammensetzen. Ich nenne dies das „Bedeutungs-Unsicherheits-Paradoxon“. Je bedeutender die Weltanschauungsfragen sind, desto unsicherer werden die Aussagen und umgekehrt, je trivialer sie sind desto sicherer sind hierzu Aussagen zu treffen.

Sachverhalt, Gegenstand komplex oder abstrakt

Hohe Relevanz für das Leben

Hoher Schwierigkeitsgrad der Überprüfbarkeit

Sachverhalt, Gegenstand einfach und anschaulich

geringe Relevanz für das Leben

Geringer Schwierigkeitsgrad der Überprüfbarkeit

 

Es gibt sehr viele verschiedene Weltbilder, die von Anfang an bestanden und sich weiter entwickelt haben. In der Regel kann man davon ausgehen, dass alle früheren Weltanschauungen naturnäher und von der Unmittelbarkeit der eigenen Erfahrungen geprägt waren, wie dies z. B. bei den Naturreligionen der Fall war: Hier wohnten die „Götter“ in der Natur selbst und bewirkten ihre Daseinsweise. Je weiter sich aber die Menschheit entwickelt hatte, desto mehr wurden sie immer abstrakter und entfernten sich auch weiter von der Natur weg, so wie der Mensch sich auch immer weiter von der Beherrschung durch natürliche Abläufe entfernt hatte und er dadurch autonomer wurde. Wenn man alle Weltbilder zusammennimmt und miteinander vergleichen würde, könnte man sie zu zwei sich konträr gegenüber stehenden Weltanschauungen zusammenziehen: Das spirituelle und ein materielles Weltbild. Das Wort spirituell ist deshalb gewählt, weil es im deutschen Sprachraum hierfür keine Bezeichnung gibt, die aber im englischen Sprachgebrauch vorzufinden ist, wobei mit „spirit“ eine über die reine sinnliche Wahrnehmung hinausgehende Dimension des Geistigen bezeichnet wird, die sich vom „mind“ unterscheidet, mit dem eher Erkennung- und Denkprozesse assoziiert sind. Wenn also vom Spirituellen gesprochen wird, dann gilt das im Sinne des im englischen Sprachgebrauch gemeinten nicht-materiellen, überirdisch Geistigen.

Hier nun eine tabellarische Übersicht der konträren Weltbilder:

materialistisches Weltbild

spirituelles Weltbild

Die Materie ist die Grundlage des Geistigen/Seelischen.

Das Geistige ist die Grundlage des sichtbaren Stoffes.

Es gibt keinen Schöpfer, alles hat sich "aus dem Nichts" von selbst entwickelt (Urknalltheorie, Selbstorganisation).

Es gibt einen Schöpfer (Gott), der entweder alles auf einmal geschaffen hat (Kreationisten) oder es allmählich evolutiv (intelligentes Design) entstehen lässt.

Das "Niedere" (Mineralien, Einzeller) hat zuerst existiert, alles "Höhere" (auch Menschen) hat sich daraus entwickelt.

Das "Höhere" (Gott, Geistwesen) existierte zuerst, es fanden Inkarnationen in der sichtbaren Welt statt ("Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt", Joh. 1,14).

Der Mensch ist ein "evolviertes Tier", er hat keine Sonderrolle.

Der Mensch wurde nach "dem Bilde Gottes" gemacht, Mose 1,27.

Alles was (durch Evolution) entstanden ist, entstand zufällig ohne Ziel und Sinn. Richard Dawkins: "In einem Universum mit blinden physikalischen Kräften… werden manche Menschen verletzt, andere haben Glück, und wird darin weder Sinn und Verstand noch irgendeine Gerechtigkeit finden. Das Universum, das wir beobachten, hat genau die Eigenschaften, mit denen man rechnet, wenn dahinter kein Plan, keine Absicht, kein Gut oder Böse steht, nichts außer blinder, erbarmungsloser Gleichgültigkeit" (Und es entsprang ein Fluss in Eden, S. 151).

Alles, was entstanden ist, ist planmäßig entstanden und entwickelt sich auf ein Ziel (Gott) hin; seine Sinngebung stammt auch daher (der absolute Sinn wird durch die Existenz Gottes begründet, alles Geschaffene bezieht seine relative Sinngebung aus dieser Quelle. Vaterunser: "Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden").

Es gibt kein Jenseits mit "übernatürlichen" Kräften, es hat alles, was geschieht, eine natürliche Ursache. Wir verstehen aber noch nicht alles, aber alles ist potenziell erklärbar, irgendwann wird die Naturwissenschaften es erklären können.

Es gibt eine sichtbare (mit unseren Sinnen), erfahrbare Welt und eine nicht sichtbare Welt. Diese für uns z. Z. nicht erfahrbare Welt wirkt in unsere Welt hinein durch jenseitige Wesen (Gott, Engel, Dämonen, Verstorbene): Wunder, Schicksal (Prädestination), Inspiration, Besessenheit.

Es gibt kein Leben vor der Geburt und nach dem Tod, wenn der Körper eines Individuums stirbt, stirbt damit auch das Seelisch/Geistige. Der Mensch kommt "aus dem Nichts" und geht wieder "in das Nichts" (Nihilismus).

Leben ist ewig: Es gibt es ein Leben vor der Geburt und nach dem Tod mit immer wiederkehrenden Inkarnationen (Reinkarnationslehre) oder: Es gibt zwar keine Präexistenz der Seele, aber ein Leben nach dem Tod in der jenseitigen Welt, das ewig währt (monotheistische Religionen) 

 

Das materielle Weltbild, das in unserer Zeit das naturwissenschaftliche Denken stark beeinflusst hat, geht von folgenden Grundannahmen aus: Alles, was wir an psychischen oder geistigen Prozessen sowohl beim Menschen als auch in der Natur beobachten können, hängt von einer materiellen, d. h. stofflichen Grundlage ab. Während ich also z. B. diese Sätze denke und gleichzeitig niederschreibe, ist das das Ergebnis der Tätigkeit des Gehirns. Ohne dieses Gehirn wären also diese Abläufe nicht möglich, das Gehirn ist somit die absolute Grundlage mentaler Vorgänge. Die logische Folge ist, dass diese mentalen Prozesse enden, sobald das Gehirn seine Tätigkeit einstellt. Dies ist spätestens mit dem Tod der Fall. Für einen materiell denkenden Menschen gibt es also jenseits des Todes keine mentalen Aktivitäten, sie enden mit der Vollendung des Sterbeprozesses durch den biologischen Tod. Wenn dieses materielle Weltbild angewandt wird, heißt dies konkret: Es gibt kein Leben vor der Geburt – jedes Individuum entsteht einfach mit der Befruchtung einer Eizelle durch einen Samenzelle, wenn man es jetzt auf die geschlechtliche Vermehrung bezieht – und auch keines nach dem Tod. Das Individuum existiert also nur einmal und kommt nicht wieder. Das gilt für den Menschen, aber auch für Tiere, allemal die Säugetiere, zu denen der Mensch rein biologisch gerechnet wird. Aber auch einzelne Pflanzen haben nur ein durch Zeitablauf  begrenztes Dasein. Der Baum z.  B. beginnt sein Leben mit dem Einpflanzen eines Samenkorns in der Erde. Er wächst heran, stirbt irgendwann, zerfällt wieder in seine Einzelteile und wird somit wieder zur Nahrung für andere Organismen. Der materialistisch denkende Mensch ist also der Auffassung, dass alles was existiert, nur als Einzelereignisse im kosmischen Geschehen angesehen werden können. Jedes Individuum kämpft in der für ihn bestehenden Welt den paradoxen Kampf ums Überleben, so wie dies die Evolutionisten behaupten, der aber deshalb als paradox bezeichnet werden kann, weil er nicht zu gewinnen ist, denn der Tod ist schon bei der Geburt der ständige Begleiter des Lebens. Wir und alle Kreaturen der Welt können diesen Kampf nie gewinnen, obwohl wir jeden Tag so tun, als wäre dieser Kampf lohnens- und erstrebenswert. Dies trifft aber nicht nur auf die Individuen der Welt zu, sondern betrifft den gesamten Kosmos. Er ist nach der „Urknalltheorie“ irgendwann „von selbst“ entstanden, wird aber auch irgendwann auch wieder vergehen, entweder, in dem alle Energievorräte des Weltalls sich verbraucht haben, oder alles in einem gigantischen „schwarzen Loch“ verschwindet. Für Materialisten gibt es keine „paranormalen“ Vorgänge wie Spuk, Geister, Engel oder Dämonen, geschweige denn einen Gott. Alles existiert in seiner Totalität nur auf der materiellen Grundlage der Aktivität von Atomen. Wie kann aber dieses Leben dann sinnvoll sein? Es hat keinen absoluten Sinn, würde ein Materialist sagen, außer dem, den wir selbst diesem Leben verleihen. Wir sind dann diejenigen, die den Sinn des Lebens selbst definieren müssen. Es gibt für ihn auch kein Schicksal, keine Vorherbestimmung, keine mystischen Begebenheiten, sondern alles ist eine Reihe von Zufällen, denen wir nur aufgrund unserer Gedanken eine Bedeutung geben. Es gibt keine geheimen oder geheimnisvollen hinter den Geschehnissen in der Welt gelegenen Ursachen. Wir sind nur Spielball eines eher erbarmungslosen Geschehens, dem wir nur versuchen können, unsere eigenen Bemühungen entgegenzusetzen, uns in diesem Spiel einzubringen, um es nach unseren Vorstellungen zu beeinflussen.

Das spirituelle Weltbild ist dem materialistischen entgegengesetzt. Hier ist alles was existiert das Ergebnis des Geistes. Das Geistige ist also der Grund dafür, dass überhaupt etwas vorhanden ist (erstes Gesetz der „hermetischen Gesetze“). Der Gedanke, der in meinem Gehirn entsteht, wenn ich diese Sätze formuliere und niederschreibe, setzt nur das Gehirn in Bewegung, damit die mentalen Prozesse in Gang kommen und diese dann zu beobachtbaren Worten und Sätzen führen, die dann zu Papier gebracht werden. Das Gehirn ist gleichsam nur das Werkzeug des Geistes, vergleichbar mit einem Computer, der vom User benutzt wird. Das Gehirn erzeugt keine eigenen Gedanken, so wie ein Computer nur elektronische Aktionen im Wechsel von Nullen und Einsen kennt, sondern ist auf den „Input“ angewiesen wie bei einem Computer, an dem der Benutzer sitzt und durch seine Eingaben diesen zur Tätigkeit animiert. Der spirituell denkende Mensch geht sogar noch über diese Vorstellung hinaus, indem er annimmt, dass noch nicht einmal das Gehirn notwendig ist, um geistige Prozesse in Gang zu bringen. Es ist ein nützliches Instrument, um in unserer stofflichen Welt agieren zu können. Befindet sich der Geist nicht mehr in der für uns wahrnehmbaren Welt – z. B. während einer „Astralreise“ oder spätestens nach dem Tod – dann agiert er auch nicht mehr in ihr, sondern befindet sich in einer Art „geistigen Welt“. Diese geistige Welt ist die wahre Heimat des Geistes, in die jeder nach seinem irdischen Tod zurückkehrt. Diese Formulierung gebrauchen auch viele Menschen, die so genannte „Nahtoderfahrungen“ gemacht haben, die nach einem „außerkörperlichen Ereignis“ den Kontakt zu dieser jenseitigen Welt herstellen, aber dann wieder in ihren physischen Körper zurückkehren. Sterben ist für einen spirituellen Menschen also nur eine Art „Dimensionswechsel“, bei dem die irdischen Gefilde verlassen werden. Das jeweilige individuelle Leben ist nicht nur ein zufälliges Ereignis in einem Kosmos, sondern eingebettet in einen sinnvollen Gesamtzusammenhang. Für einen spirituell denkenden Menschen ist also die Art und Weise, wie sich sein Leben gestaltet, in welche Lebenssituationen er gerät, welchen Menschen er begegnet, welche Möglichkeiten sich ihm bieten aufgrund seiner individuellen Begabungen und Lebensumstände, nicht eine zufällige Kombination von  Gegebenheiten  biologischer Art oder gesellschaftlicher Konstellationen. Für ihn stellen sich diese als durchaus gewählte Herausforderungen dar, die er nach einem ihm in der Regel nicht bewussten „Lebensplan“ so ausgewählt hat. Dieser Plan soll bereits vor dem Leben festgelegt worden sein in Absprache mit anderen „Seelengeschwistern“ in der geistigen Welt. Da für ihn das materiell wahrnehmbare Weltall nur eine Facette der Gesamtwirklichkeit darstellt, dessen Existenz oder Nichtexistenz für das geistige Leben unerheblich ist, macht er sich auch keine Gedanken darüber, was aus diesem Kosmos einmal werden wird, weil die „ewige Existenz“ nicht stofflicher Art ist. Die Sinnhaftigkeit allen Seins steht für ihn außerhalb des sichtbaren Weltgeschehens, das für ihn nur eine Bühne ist, auf der sich das abspielt, was im geistigen Reich geplant, gedacht und angestoßen oder irgendwie in Gang gesetzt wurde. Die wahren Akteure dieses Weltgeschehens stehen also für ihn hinter der Bühne. Sie sind gleichsam die Drehbuchautoren, die die Stücke geschrieben haben. Für ihn sind wir nur die Schauspieler, die versuchen, die Rollen „gut zu spielen“, die vorgeschrieben wurden. Alles was existiert, sei es auf der unteren Ebene unserer stofflichen Welt (Mineralien, Pflanzen) oder auf der höheren Ebene (Säugetiere, Menschen – vielleicht auch außerirdische Daseinsformen) hat seine essentielle Verankerung in der geistigen Welt, aus der alles hervorgegangen ist. Dort gibt es auch – wie in der stofflichen Welt – weiter entwickelte Wesen oder aber auch solche, die „zurückgeblieben“ sind. Diejenigen der spirituell eingestellten Menschen, die an einen „Weltschöpfer“ – in den meisten Fällen Gott genannt – glauben, sehen ihn als den Urheber und das Ziel allen physischen und nicht-physischen Seins. Dieser hat nach ihrer Auffassung die Regeln geschaffen, nach denen die geistige und stoffliche Welt funktionieren soll und denen sich keiner entziehen kann. Wer dies dennoch tut, gilt als zu den „abgefallenen Wesen“ (Teufel, Satan, Dämonen in der christlich-jüdischen Tradition – in der islamischen Welt Djnn genannt) zugehörig, die versuchen, die Menschen zum Negativen hin zu verführen.

Wenn wir uns die Welt von heute ansehen, werden wir feststellen müssen, dass sie vom materialistischen Weltbild geprägt ist. Vor allem in der Politik macht es sich  bemerkbar. Die Merkmale einer Politik, die auf dieser Weltanschauung aufbaut, könnte man folgendermaßen charakterisieren:

  • Eigenliebe: Es dominiert die auf den eigenen Vorteil bedachte Vorgehensweise. Die dem Gemeinwohl dienende Politik gibt es nur in „Sonntagsreden“. Wenn es aber darum geht, „die eigene Haut zu retten“, hat das Gemeinwohl hinten anzustehen.
  • Kurzatmigkeit: Da das eigene Leben ja als eine relativ kurzfristige Episode in der Geschichte angesehen wird, bleiben langfristige Zielsetzungen aus. Nur das was heute und vielleicht noch morgen nützt, ist wichtig.
  • Perspektivlosigkeit: Der Kurzatmigkeit folgt die von einer Planlosigkeit geprägte Alltagspolitik. Weil die langfristigen Ziele fehlen und eine auf ein „Gottvertrauen“ gerichtete Sicherheit fehlt, gibt es keine Weitsicht in der Planung.
  • Scheinaktionismus: Man täuscht durch eine Regsamkeit in der Beschäftigung im politischen Alltag ein wirklich planvolles Verhalten vor. Es soll in der Öffentlichkeit der Eindruck erscheinen, man hätte alles im Griff, sei durch eigene Aktionen Herr der Lage. Das Gegenteil ist oft der Fall.
  • Führungslosigkeit: Weil es an klaren Zielen und eindeutigen, auf festen Fundamenten stützende Planungen mangelt, entsteht ein Vakuum der Führungslosigkeit. Das Gemeinwesen gleicht einem Schiff, dessen Kapitän abhandengekommen ist oder das bei Anwesenheit eines Kapitäns, der aber unfähig ist, das Schiff in eine bestimmte Richtung zu lenken, in Seenot gerät.
  • Moralischer Verfall: Es gibt keine eindeutigen moralischen Überzeugungen mehr, nach denen gehandelt wird, sie sind austauschbar, wie die Hosenanzüge, die man täglich wechselt. Lügen, Vertuschung eigener Fehler und Verrat gehören zum politischen Alltagsgeschäft, um das eigene Überleben zu sichern.
  • Bedingungsloser Utilitarismus: Weil es kein moralisches Fundament mehr gibt, gelten nur noch Nützlichkeitsüberlegungen. Was vor allem dem eigenen Wohlergehen nützt, gilt als richtig.
  • Götzenreligionen: Weil ein ausreichendes Fundament eines unerschütterlichen Glaubens fehlt, stürzt man sich auf scheinreligiöse Vorbilder und Überzeugungen. Neue Glaubenssysteme treten an die Stellen traditioneller religiöser Überzeugungen. Der „Glaube an den Klimawandel“ und seine Protagonisten ist ein typisches Beispiel dieser Entwicklung.
  • Politik gegen das eigene Volk: Den modernen Götzen zu huldigen ist wichtiger als dem Wohl des eigenen Volkes zu dienen. Für sie werden die Menschen geopfert fast so wie früher, als Menschen noch für „die Götter“ getötet wurden. Nur werden heute die Menschenopfer nicht mehr als solche erkannt. Dass z. B. dem „Klimagötzen“ heute menschliche Existenzen durch Vernichtung von entstandenen Strukturen in der Wirtschaft, die den Menschen bisher genutzt haben, geopfert werden, ist ein beredtes Beispiel dieses modernen „Götzendienstes“.    

Der „Kampf der Welten“ besteht also im Kampf zwischen konträr sich gegenseitig ausschließenden Weltanschauungen, die a priori (also bereits vor der Interpretation der Welt stehend) miteinander in Konkurrenz stehen. Ich habe mich für das spirituelle Weltbild entschieden, das es für mich nicht nur tröstlicher ist als das materielle, sondern auch stimmiger und schlüssiger erscheint. Das Weltbild entscheidet aber für mich nicht nur darüber, wie ich die Welt interpretiere, sondern wie ich in ihr agiere, also auch insbesondere über meine eigenen moralischen Grundsätze, nach denen ich versuche zu handeln. Mir erscheint der heute weit verbreitete Egoismus auf der Basis eines materiellen Weltbildes logischer begründbar als auf der Grundlage einer spirituellen Weltanschauung. Denn wenn das Leben wirklich nur ein einzelnes Ereignis in einer an sich nicht sinnvollen Welt ist, macht es auch keinen Sinn, sich nach „höheren moralischen Grundsätzen“ zu richten, sondern es ist dann folgerichtig, vornehmlich für die kurze Zeit der eigenen  Existenz nur um die besten Überlebenschancen zu kämpfen – auch wenn dieser Kampf nicht gewonnen werden kann. Deshalb ist die Verdrängung des Themas Tod die logische Denkweise eines Materialisten, der nicht an eine Weiterexistenz nach dem Tod glaubt. Da ich, der ich dem spirituellen Weltbild anhänge, an die Weiterexistenz glaube und auch daran, dass es nicht egal ist, nach welchen moralischen Grundsätzen ich gelebt habe, bin ich auch eher bereit, die nicht angenehmen Seiten einer irdischen Existenz zu akzeptieren in der Hoffnung, dass die Sinnhaftigkeit allen Seins dieser Welt vorausgeht und diese letztendlich bestimmt.

©Büren, 16.01.2020, Günther Birkenstock

 

Wo dir Gottes Sonne zuerst schien, wo dir die Sterne des Himmels zuerst leuchteten, wo seine Blitze dir zuerst seine Allmacht offenbarten und seine Sturmwinde dir mit heiligen Schrecken durch die Seele brauseten, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.


Wo das erste Menschenaug sich liebend über deine Wiege neigte, wo deine Mutter dich zuerst mit Freuden auf dem Schoße trug und dein Vater dir die Lehren der Weisheit ins Herz grub, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.


Und seien es kahle Felsen und öde Inseln, und wohnte Armut und Mühe dort mit dir, du mußt das Land ewig liebhaben; denn du bist ein Mensch und sollst nicht vergessen, sondern behalten in deinem Herzen.

Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860)

  • Vielen lautstarken Linksideologen, Globalisierungsfanatikern und One-World-Utopisten ist das Gefühl für derartige Zusammenhänge verloren gegangen;

in ihrem Bestreben, mal wieder einen universellen, `Neuen Menschen´ zu schaffen in einer nivellierten Welt mit universell austauschbaren Produkten, (DIN-)Normen, Werten und Menschen müssen sie natürlich derartige Gefühlsregungen, wies sie unser oben zitierter Dichter äußert, lächerlich machen und verunglimpfen…

Wir glauben aber, dass sich wahrer Respekt und wahre Menschenfreundlichkeit in der Akzeptanz und Erhaltung der Vielfalt menschlicher Kulturen und im gleichberechtigten Nebeneinander des Lebens der Völker zeigt.

© Siegdried Göbel, Studienrat

 

Kabarett war schon immer politisch links angesiedelt. Das war in der konservativen Ära der BRD unter Adenauer, Kiesinger, Erhard und Kohl nachvollziehbar. Eine Änderung der politischen Verhältnisse in der Kanzlerschaft unter Angela Merkel hätte eine Änderung in der  Ausrichtung des politischen Kabaretts bewirken müssen, denn die CDU hatte unter ihrer Führung einen „Linksschwenk“ vollzogen und viele konservative Positionen  aufgegeben. Wenn  politisches Kabarett eine Korrekturfunktion haben soll, dann müsste es eigentlich diesen Wandel kritisieren und eine kritische Einstellung gegenüber dieser Politik einnehmen. Dies ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil, es wird die gegenwärtig pseudo-linke Politik nicht aufs Korn genommen und stattdessen die politischen Kräfte kritisiert, die weiterhin konservative Positionen vertreten. Ich nenne die gegenwärtige Politik deshalb „pseudo-links“, weil sie nur vordergründig  die für die politische Linke entsprechenden Positionen vertritt, aber in Wirklichkeit eine systemkonforme Politik vornimmt, die auf den Erhalt vieler Privilegien der so genannten Elite abzielt. Deshalb stammen viele Wähler nicht mehr aus der Arbeiterschaft, sondern aus der bürgerlichen Mitte, die sich beruflich in gesicherten Positionen befinden und von der „Umverteilungsmaschine Staat“ durch eine oft kündigungssichere Anstellung im Beamten- oder Angestelltenverhältnis des öffentlichen Dienstes profitieren. Und für dieses saturierte Publikum haben die „Systemclowns“, die einen festen Stammplatz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben, die Funktion, die Kritik am gegenwärtigen System nicht so weit zu treiben, dass ihnen dieser feste Sendeplatz genommen wird, sondern sehr systemkonform für gute Unterhalt zu sorgen. Der Rauswurf von Uwe Steimle aus dem MDR zeigt, was passiert, wenn die Nähe zwischen politischem System und öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgedeckt wird.

Mit welchen Merkmalen könnte man diese „Systemclowns“ beschreiben? Hier der Versuch, diese aufzulisten:

  • Zielscheiben des Spottes sind rechts: In kaum einer Sendung wird es versäumt, die AfD in die Nähe der Nazis zu stellen und ihre politischen Akteure mit Nazigrößen wie Adolf Hitler zu vergleichen. Auch die CSU wird gern kritisiert, wenn auch jetzt verhaltener, da  dort ebenso wie bei der CDU ein Linksruck zu beobachten ist.
  • Trump wird lächerlich gemacht: Donald Trump, der schon in den Nachrichtensendungen immer einseitig dargestellt wird, ist ebenfalls häufig Zielscheibe des Spotts. Er wird gern als einfältiger Idiot dargestellt, der possenreißerisch durch die Weltgeschichte twittert.
  • Putin und Assad sind Feinde der Freiheit: Auch der Präsident Russland, Wladimir Putin, ist immer wieder eine beliebte Zielscheibe, ebenso der Präsident von Syrien Baschar al-Assad. Sie stehen immer auf der Liste der Systemclowns, weil sie als Feinde der Freiheit gelten.
  • Keine Kritik an Linken oder Grünen: Über diese Parteien hängen die Systemclowns das kabarettistische Schweigen. Wenn Kritik geübt wird, dann nur sehr verhalten und mit einem freundlichen Augenzwinkern.
  • Keine Kritik an Migrationspolitik: Die Migration wird grundsätzlich befürwortet und als eine positive Sache dargestellt. Es handelt sich stets um „arme, verfolgte Flüchtlinge“, für die wir „Wohlstandsbürger“ verantwortlich sein sollen. Wenn Kritik geäußert wird, dann in die Richtung, dass die Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber einer Masseneinwanderung völlig irrational sind.
  • Keine Kritik an der Klimapolitik: Die gegenwärtigen Positionen der Politik, wonach der Klimawandel von Menschen durch erhöhten Kohlendioxid-Ausstoß verursacht wird und dieser Klimawandel schädlich ist, werden nicht in Frage gestellt. Die alternativen Energieerzeugungsformen werden als ausnahmslos gut befunden und die klassischen Energieträger wie Kohle und Uran werden verteufelt. So genannte „Aktivisten“ (z. B. die im Hambacher Forst), die sich gegen die konventionelle Energieerzeugung einsetzen, werden als Helden gefeiert.
  • Kaum Kritik an Merkel: Wurde Merkel noch vor 2015 oft scharf kritisiert, gilt sie nach der Grenzöffnung als eine, die sich auf die „richtige Seite“ gestellt hat.
  • Kapitalismuskritik: Der Kapitalismus gilt als ein ausbeuterisches System, das stets verteufelt wird. Es ist verantwortlich für Unterdrückung, Ausbeutung und grenzenloses Wachstum, das zum Weltuntergang führt. Die pikante Pointe dieser Kapitalismuskritik ist, dass sich die Systemclowns mit Sicherheit insofern selbst kapitalistisch verhalten, als ihre Spitzenvertreter sicher ganz gut leben können.
  • Kaum oder nur verhaltene Islamkritik: Die Kritik am Islam ist zurückhaltend – wohl auch aus Angst vor Repressalien. Lieber werden die Bürger lächerlich gemacht, die kopftuchtragende Frauen für unsere Kultur nicht als passend ansehen.
  • Verhaltene Kritik an den Kirchen: Auch machen die Systemclowns einen weiten Bogen um die Kirchen, lediglich der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche kann mal Thema sein, aber die Pfründe der Amtskirchen mit den relativ hohen Gehältern für ihre Amtsträger findet keine Beachtung.
  • Klamauk ist wichtiger als essentielle Kritik: Der Stil der Systemclowns ist auf vordergründige Effekte ausgerichtet. Die Formulierungen müssen stets so sein, dass sie die Lacher auf ihre Seite ziehen – auch wenn dabei inhaltlich kaum etwas „rüber kommt“.

 

Die Pirols, Nuhrs und andere Protagonisten der kabarettistischen Unterhaltsszene liefern immer die Pointen, die ein konformgehendes Publikum gerne hören will.  Es findet gewissermaßen eine Symbiose zwischen Systemclowns und ihrem Publikum statt: Die Systemclowns liefern genau das, was das Publikum gerne hören will und das Publikum honoriert es mit entsprechenden Eintrittspreisen.

 

©Büren, 17.01.2020, Günther Birkenstock

 

Auf das Phänomen der Ich-Bezogenheit bin ich durch meine vielfältigen Erfahrungen in meinem Leben gestoßen, die mir deutlich gemacht haben: Die Menschen, die nicht primär an sich selbst denken, sind absolut in der Minderheit. Sie sind diejenigen, die in unserer Ich-Gesellschaft zu verschwinden drohen und die sich in einer Gesellschaft zunehmender Egozentrik wirksam zur Wehr setzen müssen. Eine gute Lektüre bietet dazu Uta Hess (https://www.amazon.de/Die-Ich-Gesellschaft-Uta-Hess/dp/3423361808). Nur macht sie in ihrem Buch den Fehler, die Egozentrik als die schlimmere Version der Ichbezogenheit darzustellen als die des bekannten Egoismus. Tatsache ist aber, dass nach meiner Auffassung die Ichbezogenheit mit der Egozentrik beginnt (was fälschlicherweise in der Psychoanalyse als „primärer Narzissmus“ bezeichnet wird). Sie ist gewissermaßen die erste Stufe der sich immer mehr ins Negative steigernden Abartigkeit der Selbstsucht. Kinder zeigen ein egozentrisches Verhalten von Geburt an: Sie sehen die Welt nur aus ihrem eigenen Blickwinkel, was sich darin ausdrückt, dass ihre eigene Bedürfnisbefriedigung immer in ihrem Mittelpunkt steht und sie durch Erziehung lernen müssen, dass diese nicht immer prompt und wie selbstverständlich erfolgt, sondern an ihre Grenzen stößt. Sie müssen etwas lernen, was als „Frustrationstoleranz“ bezeichnet wird, also die Fähigkeit, mit Enttäuschungen fertig zu werden, wenn die Wunscherfüllung nicht erwartungsgemäß erfolgt. Die Egozentrik drückt sich aber nicht nur in der Ungeduld in  Bezug auf die eigene Bedürfnisbefriedigung aus, was sich als in nicht oder nur gering ausgeprägter Impulskontrolle ausdrückt, sondern auch in der Unfähigkeit, die Emotionen des anderen zu verstehen. Das egozentrische Kind geht vermeintlich von der Tatsache aus, dass der andere sich genauso fühlen müsse wie es selbst. Wenn ein Kind im Spiel gegen einen anderen gewonnen hat, freut es sich, kann es aber nur schwer nachvollziehen, warum es dem anderen nicht genauso geht, der verloren hat und deshalb traurig ist. Wissenschaftler des Leipziger Max-Planck-Institutes haben herausgefunden, dass die Ausreifung einer bestimmten Hirnregion für die Fähigkeit verantwortlich ist, sich in die Lage eines anderen hineinzuversetzen: Supramarginale Gyrus in der rechten Hälfte des Gehirns (https://www.mpg.de/8221455/emotionale_egozentrik_kinder). Diese Hirnregion ist wesentlich an dem Geschehen beteiligt, das man allgemein mit Empathie bezeichnet, also der Fähigkeit, die Welt auch aus der Perspektive des anderen zu verstehen, und das nicht nur auf kognitiver Basis, sondern auch emotional.  Wenn jemand das nicht lernt, dann wird er zum unangenehmen Zeitgenossen des Egozentrikers, der die Welt als einen Discount-Laden ansieht, in dem er möglichst ohne viel zu bezahlen alle Wünsche erfüllt bekommt und der kein Mitleid mit denen empfindet, die ebenfalls durch diesen Discount-Laden gehen, aber nicht genügend Geld haben, um sich die Dinge zu leisten, die zur Bedürfnisbefriedigung notwendig sind. Wenn er dabei anderen Menschen in die Quere kommt, dann geschieht das allerdings unabsichtlich, aus Versehen. Weil er den Mitmenschen gar nicht erst richtig wahrnimmt, sind schädliche Verhaltensweisen, die zu Lasten anderer gehen, ihm gar nicht bewusst. Und da kommen wir schon bereits zum Hauptunterschied zum Egoisten. Der Egoist ist nicht nur egozentriert, sondern darüber hinaus sieht er den Mitmenschen im Kampf um die Ressourcen des Lebens als Konkurrenten an, den er nicht nur nicht beachtet, sondern eben als Mitstreiter sieht, den es auszuschalten gilt. Der Egoist ist eine Verschlimmerung der Ichbezogenheit insofern, als er nicht nur wie der Egozentriker die Welt nur mit den eigenen Augen sieht, sondern alle Mitstreiter als potentielle Feinde betrachtet, die es gilt auszustechen und aus dem Rennen heraus zu kicken, wie bei dem „Mensch-ärgere-nicht-Spiel.“ Der große Unterschied zum Egozentriker liegt also in der Intension des Egoisten, bei dem Daseinskampf die Schädigung des anderen nicht zu scheuen, sondern absichtlich herbeizuführen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Bei dem Egozentriker geschieht die Schädigung des anderen unabsichtlich, weil er ihn gar nicht in seinem Blickwinkel hat. Die nächste Stufe der Verschlimmerung der Ichbezogenheit ist der Narzissmus. Der Narzisst ist nicht nur wie der Egozentriker ichbezogen und wie der Egoist darüber hinaus darauf aus, den Konkurrenten auszuschalten, sondern bei ihm geht die „Selbstverliebtheit“ so weit, dass er zu einer wirklichen Beziehung zu anderen Menschen gar nicht in der Lage ist. Er sieht die Mitmenschen nur als Erfüllungsgehilfen seiner Selbstbewunderung. Um dies zu verstehen, hilft der Blick in die griechische Mythologie: Dort ist Narziss ein Jüngling, der von seiner eigenen Schönheit so sehr beeindruckt war, dass er sowohl weibliche als auch männliche Verehrer verschmähte und sich schließlich in sein eigenes Spiegelbild verliebte (https://de.wikipedia.org/wiki/Narziss). Der Narzisst sieht also die Umwelt nur als einen Spiegel seiner Selbstherrlichkeit, in dem er sich selbst bewundern kann. Dabei kommt ergänzend hinzu, dass er extrem empfindlich ist. Er kann zwar sehr gut austeilen, aber er kann keine Kritik ertragen, weil er diese als eine „narzisstische Kränkung“ ansieht. Nach Reinhard Haller (https://www.youtube.com/watch?v=yd1VUdWEO5M) ist diese Empfindlichkeit eine der „fünf E´s“, mit der Narzissten beschrieben werden können: Egozentrik, Eigensucht, Empfindlichkeit, Empathiemangel und Entwertung. Die Selbstsucht des Narzissten geht also weiter als die des Egoisten, in dem der Narzisst nicht nur auf den Vorteil bedacht ist, sondern dass er mit einer hohen Empfindlichkeit gegenüber Kritik durch andere reagiert – gepaart mit der Unart des Nicht-vergessen-Könnens dieser Kränkung und des Sinnens auf Rache. Den anderen zu entwerten dient ihm zudem noch dazu, sich besser als andere zu fühlen. Da er sich nur um sich selbst kümmert, fehlt es ihm auch an Einfühlungsvermögen (Empathie). Auf der Stufenleiter der Verschlimmerung sind wir aber noch nicht angekommen. Denn die gipfelt in der der Psychopathie oder Soziopathie. Beide Formen der Ichbezogenheit bauen auf dem Narzissmus auf, aber sie gehen noch über diese hinaus, in dem sie mit ihrer Übersteigerung im Hinblick auf die Zerstörungskraft ihrer narzisstischen Selbstverliebtheit andere Menschen nicht nur als Konkurrenten versucht, aus dem Weg zu räumen, wie dies etwa der Egoist tut, sondern diese auch zu zerstören. Man könnte den Begriff der Psychopathie i. w. S. so verstehen, dass sie den Psychopathen i. e. S. und den des Soziopathen umfassen (https://de.sott.net/article/16719-Grundlegende-Unterschiede-zwischen-kriminellen-Soziopathen-und-Psychopathen)  Die Unterscheidung der verschiedenen Formen erscheint sinnvoll, was in der folgenden Tabelle deutlich werden soll

 

Unterschiede Psychopathen - Soziopathen

Psychopathen

Soziopathen

beherrscht, übt strukturelle Gewalt aus

leicht reizbar, tätliche Gewalt ausübend

eher gebildet

eher ungebildet

bindungsunfähig, 

bindungsfähig, aber nur so lange ihr Wille geschieht

geplante, gut durchdachte Verbrechen, beim Ausüben kaltblütig

begangene Verbrechen planlos, eher aus dem Affekt begangen

gute Impulskontrolle

mangelnde Impulskontrolle, jähzornig

keine emotionale Wärme empfindend und ausstrahlend, imitieren Gefühle

oft "heißblütig" und sehr emotional wirkend, aggressive Komponente überwiegt

Sozial angepasst, unauffällig

oft sozial unangepasst und auffällig

 

Soziopathen empfinden Vergnügen daran, andere Menschen zu quälen, zu foltern und zu vernichten. Sie fühlen sich als „Herren über Leben und Tod“ berufen, über die Lebensberechtigung anderer Menschen bestimmen zu können. Der Narzisst will andere nicht primär zerstören, er sieht die Mitmenschen nur als Marionetten, mit denen er gerne zu seinem Vergnügen spielt. Soziopathen empfinden dagegen Lust daran, diese Marionetten, nachdem sie mit ihnen gespielt haben, zu zerstören. Mit diesen Psychopathen haben es Gerichte zu tun, wenn diese Täter auch tatsächlich erwischt und verurteilt werden. Im Hinblick auf die Psychopathen sind sie dabei eher diejenigen, die dabei tätliche Gewalt ausüben. Sie finden Gefallen daran, wenn tatsächlich Blut fließt. Daran hat aber der Psychopath kein Gefallen. Er liebt die subtilere Art der Menschenbeherrschung und Vernichtung von anderen. Es ist ihm eher ekelhaft, wenn tatsächlich Blut fließt (https://www.youtube.com/watch?v=tpUB3LvM4Jo). Er liebt eher die feine Art der Manipulation, durch die er es schafft, seinen Willen durchzusetzen, wobei er sich gerne als Schachspieler sieht, der zu einem „Bauernopfer“ gerne bereit ist, wenn es ihm nützt. Ihm bedeuten die Leben anderer Menschen nichts. Er kann sie mit einem „Federstrich“ auslöschen, ohne dabei Gewissensbisse zu bekommen. Darin stimmen sie allerdings mit dem Soziopathen überein: Sie haben keine Skrupel, weil sie kein Gewissen haben. Sie glauben über dem Gesetz zu stehen und missachten diese Gesetze sowie die Rechte anderer. Klar ist danach, wo man Psychopathen am ehesten findet: In den Spitzen der Regierung, der Wirtschaft und anderen Organisationen, in denen die Beherrschung von Menschen ermöglicht wird. Es fallen jedem sicher spontan Personen des öffentlichen Lebens ein, auf die diese Beschreibungen passen. Sie gehören zu den „White-collar-crime-Tätern“. Die Soziopathen landen meistens eher, wenn sie gefasst werden, im Gefängnis oder in der gerichtlichen Psychiatrie; die Psychopathen werden schlimmstenfalls Führer von Staaten oder anderen Gemeinschaften.

Die Gründe, warum man unter Politikern häufig Narzissten und Psychopathen finden kann, liegen auf der Hand. Hier die hauptsächlichsten Gründe (https://cdn.website-editor.net/fe35026c78fc4ba9a5a55b7f2f4caf1a/files/uploaded/Warum%2520werden%2520wir%2520von%2520den%2520Falschen%2520regiert.pdf):

  • Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen sind für eine Karriere als Politiker nicht vorteilhaft. Auf dem Weg nach oben muss man Konkurrenten „ohne mit der Wimper zu zucken“ beiseite räumen können.
  • Sich richtig in Szene setzen, andere blenden, sind Merkmale des Psychopathen, der durch sein Imponiergehabe, wenn er ein Mann ist, auf Frauen anziehend wirkt.
  • Dort, wo andere sich zurückziehen, nachgeben, um mit anderen in Frieden zu leben, machen Politiker weiter, setzen ihre Interessen durch und geben nicht nach, weil ein Nachgeben eine Schwäche signalisiert, die sich ein Narzisst nicht leisten kann. Deshalb können sie auch keine Fehler zugeben, sind kritikresistent.
  • Narzissten brauchen die Bewunderung durch andere, deshalb ist der Beruf des Politikers ideal, auch wenn sie manchmal Kritik ernten (lässt man abperlen wie bei einer Teflonpfanne), erhalten sie öffentliche Aufmerksamkeit, was Labsal für ihre Seele ist.
  • Kein Gewissen zu haben – ein Merkmal des Psychopathen - (und damit keinen eigenen Prinzipien zu folgen) ist für einen Politiker vorteilhaft, weil er seine Meinung jederzeit ändern kann, um sich der jeweiligen herrschenden Meinung anzupassen, wenn dies dem eigenen Überleben dient. Er empfindet deshalb weder Schuldgefühle noch Scham, wenn durch seine Entscheidung andere Menschen leiden müssen, weil sie ihm egal sind.
  • Der Narzisst entwertet andere, macht sie nieder – eine ideale Voraussetzung um als Politiker aufzutreten, weil die Selbsterhöhung durch Erniedrigung des anderen zum Alltagsgeschäft gehört.
  • Politiker können mit dem Beruf nicht aufhören, denn dann entgeht ihnen die Aufmerksamkeit, die ihnen die Aufgabe als Politiker schenkt. Sie sind wie Drogensüchtige abhängig von der medialen Präsenz, fühlen sich schlecht, wenn sie nicht mehr interessant sind, inszenieren sich dann oft selbst, um ihr selbstsüchtiges Bedürfnis - Merkmal des Narzissten – zu befriedigen.
  • Täuschung und Verstellung in wahren Absichten – eine Strategie des Psychopathen – sind für Politiker vorteilhaft. Da den psychopathischen Politiker keine Gewissensbisse plagen, ist das Lügen und ein Betrügen für ihn kein Problem.

© Büren, 01.01.2020, Günther Birkenstock