Die Trends des ablaufenden Jahres, so wie ich es sehe, lassen sich vielleicht in folgender Weise charakterisieren:

  • DDR 2.0 lässt grüßen: 30 Jahre nach der Wiedervereinigung mehren sich die Anzeichen, dass sich die „neue Bundesrepublik“ immer mehr dem Modell der Ex-DDR nähert. Das spüren vor allem die „Ossies“, die die Wende miterlebt oder sogar mitgestaltet haben. Ähnlich wie in der Ex-DDR, die sich Ende der achtziger Jahre in der Agonie befand, taumelt das wiedervereinigte Deutschland anscheinend einem Niedergang entgegen. Die veröffentliche Wirklichkeit, die dem Menschen via Staatsfernsehen (ARD, ZDF) und „gleichgeschalteten“ Massenmedien vermittelt wird, scheint im krassen Missverhältnis zu der von den Bürgern tatsächliche erlebten Realität zu stehen: Statt Wohlstand für alle, wird die Mittelschicht immer mehr zum Zahlmeister eines maroden Staates, der sich vampirmäßig vollsaugt und damit seinen schwerfälligen Beamtenapparat ernähren muss. Statt als innovativ vorgegaukelter politischer Kräfte, die angeblich unsere Republik ständig erneuern und verbessern, wird stattdessen der „Status quo“ geschützt, bei dem die Besitzstandswahrung der etablierten Eliten im Vordergrund steht. Statt angeblicher Freiheit erleben die Bürger eine bisher noch nie so dagewesene Gängelung durch Bürokraten, Schnüffelei und Meinungsterror durch einseitige Berichterstattung und Diffamierung Andersdenkender. Auch das Parteiensystem gleicht immer mehr dem der Ex-DDR, weil wie damals die „Blockparteien“ der SED nicht nur die Parteien der Koalition aus Union und SPD die Regierung stützen, sondern auch die „kleinen Parteien“, außer der AfD, ihre in der parlamentarischen Demokratie zugedachte Rolle der Oppositionsarbeit nicht mehr wahrnehmen.
  • Linke (?) Politik: Wenn man an eine „ausgleichende Gerechtigkeit“ glauben würde, dann könnte man fast zu der Auffassung kommen, dass die gegenwärtige „Linkslastigkeit“ in der Politik ein Ausgleich sein könnte für die restaurative Politik der Nachkriegszeit unter Adenauer oder der von Helmut Kohl nach einer kurzen Periode eines Mitte-Links-Bündnisses unter Willy Brandt und Helmut Schmidt ausgerufenen sechzehn Jahre andauernden Herrschaft des „Aussitzens“ von Probleme einer von konservativen Kräften dominierten Republik. Der Eindruck täuscht gewaltig, denn die scheinbare linke Ideologie ist auch nichts anderes als eine in ein rotes Tuch gehüllte konservative Politik, denn sie steht aufgrund der verbeamteten Politiker, die dieses Geschäft betreiben, für ein auf Machterhalt gerichtetes politisches Geschäft. Nicht Systemkritik ist angesagt, denn dann müssten auch die vielen Privilegien, die sich diese Art Politiker geschaffen haben, auf den Prüfstand gestellt werden, sondern Systemkonformität. Die nur am Machterhalt interessierte politische Kaste stabilisiert mit einer auf Verdummung der Massen gerichteten Politik nur auf die Sicherung der erreichten Privilegien.
  • Orwell lässt grüßen: Als George Orwell seinen Roman „1984“ geschrieben hatte, hätte er wohl nicht ahnen können, dass dies einmal tatsächlich Wirklichkeit werden könnte. Deutschland ist aber auf dem besten Wege dorthin. Die angeblich so große Freiheit, die den Menschen in Deutschland durch das Grundgesetz garantiert wird, entwickelt sich immer mehr zu einer Farce. Die Bespitzelung des Bürgers und die Diffamierung nicht systemgetreuer Menschen werden hoffähig. Die Sprache wird immer „uniformer“ und lässt keine Abweichungen zu, was in Orwells Roman als „Neusprech“ bezeichnet wurde. Die so genannte „gendergerechte“ Sprache ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. Menschen, die es wagen, sich dem System zu widersetzen, werden zwar nicht immer in Gefängnisse gesperrt – obwohl dies durchaus passieren kann, wenn jemand z. B. nicht die Gebühren für das Staatsfernsehen bezahlt und die Bußgelder für dieses Vergehen nicht entrichten will – aber aus wichtigen politischen Ämtern entfernt, im Berufsleben benachteiligt und im Privatleben von anderen ausgegrenzt.
  • Abnehmende Gestaltungskraft der Alt-Parteien: Der Rückgang der „Volksparteien“ in der Wählergunst zeigt, dass den etablierten Parteien immer weniger zugetraut wird, die Probleme der Menschen in Deutschland zu lösen. Es entsteht auch der Eindruck, dass ihnen auch zunehmend „das Personal ausgeht“. Die alten etablierten Politiker klammern sich an ihren Machtpositionen und lassen kaum zu, dass sowohl jüngere Politiker als auch Quereinsteiger die Chance bekommen, andere Ideen oder Konzepte zur Problemlösung einzubringen. So verengt sich die Ideenvielfalt an der Basis der etablierten Parteien, in denen eher die Claqueure gefragt sind, die der von der Parteispitze vorgegebenen Richtung folgen. Eine breite Diskussion von Ideen findet kaum statt, sondern der Kadergehorsam gegenüber der Parteilinie hat Vorrang, um für anstehende Wahlen einen günstigen Listenplatz zu ergattern. So wird Politik für viele Parteigänger zum Beruf, die sonst nichts zustande bringen würden („wer nichts wird wird Wirt – und wer gar nichts wird Politiker“) und nur hier eine Chance sehen, für sich eine auf Absicherung gerichtete berufliche Karriere zu starten.  
  • Politischer Opportunismus: Diejenigen, die noch vor ein paar Jahren den Mut hatten, der Bundeskanzlerin zu widersprechen, fallen reihenweise um, werden wortbrüchig, passen sich dem Mainstream an. Innenminister Seehofer erweist sich einmal mehr als der „Drehhofer“, der sich inzwischen vom Kritiker des Kurses von Bundeskanzlerin Merkel zu einem seiner Vollstrecker gemacht hat. Ihm eifern einige aus der eigenen Partei nach, wie z. B. Markus Söder, der sich vom Kritiker der Grünen zu einem Verfechter des so genannten „Klimaschutzes“ gemausert hat. Die Anbiederung an den jeweiligen politischen Mainstream ist anscheinend für Politiker, die „im Geschäft“ bleiben wollen, ein Überlebensprinzip geworden. Nicht die eigene Prinzipientreue ist gefragt, sondern die Anpassung an die im Augenblick opportune politische Einstellung.
  • Klimahysterie: Es vergeht doch kein Tag, an dem uns nicht der Klimawandel mit den katastrophalen Folgen für die Menschheit vor Augen geführt wird. Es drängt sich der Eindruck auf, dass im Fahrwasser dieser Hysterie sich einige profilieren und auch gute Geschäfte machen wollen. Zu diesen gehört sich auch die Deutsche Umwelthilfe, die sich zum Spaßbremser der Autofahrer und Rambo gegen die Autoindustrie profiliert und mit „Feinstaubdiskussion“ und „Dieselfahrverboten“ auf der Welle der angeblichen Weltverbesserer reitet. Die Schüler laufen einer sechzehnjährigen Schulschwänzerin aus Schweden hinterher wie einst die Ratten hinter dem Rattenfänger von Hameln („Friday for Future“). Dieser Greta Thunberg wird sogar erlaubt, ihre kruden Ideen der UN vorzutragen, die sich anmaßt, die Erwachsenen zu beschimpfen, ihr die Jugend verdorben zu haben. Umweltaktivisten blockieren die Straßen, belagern Kohlekraftwerke und blockieren die Zugangswege zum Transport der Braunkohle. Und immer denselben Klimatologen werden via Fernsehen und Massenmedien das Wort erteilt, die eifrig dabei sind, die Angst vor der Klimaveränderung zu schüren, um dadurch den Politikern eine Steilvorlage zu geben, damit diese dann Gesetze erlassen können, die unsere Freiheit erneut einschränken und uns weiter Abgaben bescheren.
  • Die Gegenbewegung formiert sich: Abseits des politischen Mainstreams formiert sich allmählich eine Gegenbewegung. Das erinnert schon fast an die „sanfte Verschwörung“ von Marilyn Ferguson: Heimlich, nicht in den gleichgeschalteten Gazetten ist diese Bewegung spürbar, sondern im Internet und in Buchveröffentlichungen: Mutige „Blogger“, „Youtuber“ (z.  „Neverforgetniki“, Markus Gärtner), aber auch die „alten zornigen Männer“ (z. B. Thilo Sarrazin, Roland Tichy, Willy Wimmer, Hans-Joachim Maaz) sorgen mit ihren Veröffentlichungen für eine Allianz zwischen mutigen jungen Menschen, die die modernen Medien nutzen und gegen den linken Meinungsterror vorgehen, und erfahrenen, nicht gleichgeschalteten Querdenkern. Auch einige Journalisten schließen sich an (z. B. der verstorbene Udo Ulfkotte, Jürgen Elsässer) und liefern alternative Informationen, durch die die gängigen Feindbilder (Putin, Trump, Assad) in einem anderen Licht erscheinen und das gegenwärtige politische System infrage gestellt wird. Das gibt Hoffnung, dass diese Gegenbewegung sich so weit fortentwickelt, dass sie ein politisches Gewicht bekommt und das gegenwärtig pseudo-linke politische System beendet.

 

© Büren, 20.12.2019, Günther Birkenstock

 

Die Ausländer werden in Deutschland diskriminiert! Zu dieser Schlussfolgerung könnte man kommen, wenn man die Entwicklung in Deutschland oberflächlich beobachtet. Da wollte z. B. ein Vermieter in Augsburg aufgrund schlechter Erfahrungen mit Ausländern nur noch an Deutsche vermieten. Prompt fühlte sich ein Aspirant für die angebotene Wohnung diskriminiert und zog vor das Amtsgericht in Augsburg. Der aus Afrika stammende Mann bekam Recht (Az: 20 C 2566/19) und ihm wurde wegen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eine Entschädigung von 1.000 EUR zugesprochen. Außerdem droht dem Eigentümer ein Ordnungsgeld, wenn er noch einmal ein Inserat aufgeben würde, das Ausländer ausschließt. Dass er schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem ausländischen Mieter hatte, wertete das Gericht nicht als ausreichende Begründung für die Ausgrenzung von Ausländern als potentielle Mieter (https://www.t-online.de/finanzen/immobilien/id_86969886/urteil-in-augsburg-afrikaner-abgelehnt-vermieter-muss-1000-euro-zahlen.html#).

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kommt aufgrund einer Studie aus dem Jahr 2015 zu dem Schluss, dass sich 70 % der Menschen mit Migrationshintergrund benachteiligt fühlen, wenn es um die Vergabe von Wohnungen geht (https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article227873883/Wohnen-Mann-will-nicht-an-Auslaender-vermieten-und-muss-Strafe-zahlen.html). In diese Studie werden eine Reihe von Urteilen aufgeführt, die in die Richtung gehen, die durch das Urteil von Augsburg angedeutet wird: Wer Ausländer bewusst wegen ihrer Herkunft bei der Wohnungsvergabe benachteiligt, verstößt gegen das AGG und muss damit rechnen, eine Entschädigung an den Benachteiligten zahlen zu müssen. In einem Urteil des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg wurde sogar eine Vermieterin verurteilt, 30.000 EUR an eine Familie mit türkischem Migrationshintergrund zu zahlen, weil sie eine ungleiche Mieterhöhung – im Vergleich zu anderen Mietern -  vorgenommen hatte, weswegen die Kläger die Wohnung kündigen mussten (https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Expertisen/Expertise_Wohnungsmarkt_20150615.pdf?__blob=publicationFile&v=3).

Es wäre mal interessant zu erfahren, ob die Diskriminierung von Ausländern bei der Wohnungsvergabe nur auf Vorurteilen basiert, wie es die Studie behauptet, oder auf realen negativen Erfahrungen.  Hierzu gibt es nur spärliche Hinweise im Internet. In einer Stellungnahme eines Vermieters zu der Frage eines Ausländers, warum er trotz ausreichendem Einkommen keine Wohnung bekomme – das sei doch Rassismus –, antwortete dieser, dass das kein Rassismus sei, sondern die Folgen von schlechten Erfahrungen. Er gab an, dass er nicht mehr an Ausländer vermieten wolle, weil er dreimal in den letzten 10 Jahren in einem Mehrfamilienhaus an Menschen aus islamischen Ländern vermietet und in allen drei Fällen in der Weise schlechte Erfahrungen gemacht habe, als die Polizei im Haus gewesen sei und die Mietverhältnisse mit Mietprozessen geendet hätten, bei denen er zwar Recht, aber nicht das ihm zustehende Geld für seine Mietansprüche bekommen habe. Er weist darauf hin, dass er durch einen erwirkten Titel gegen Deutsche 30 Jahre lang versuchen könne, seine Ansprüche durchzusetzen, dass aber bei Ausländern, die vielleicht wieder in ihre Heimatländer zurückgehen, die Forderungen nicht mehr durchsetzbar sind. (https://www.finanzfrage.net/g/frage/warum-kann-ich-in-deutschland-als-auslaender-keine-wohnung-mieten-). Es ist interessant, dass es anscheinend hierzu keine offiziellen Untersuchungen zu geben scheint, die der Frage nachgehen, ob die Vorbehalte der Vermieter, an  Ausländer zu vermieten, auf eigenen realen Erfahrung beruhen oder nur auf gängigen Vorurteilen. Nur der Diskriminierungsaspekt wird bei der Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ins Blickfeld genommen, aber nicht, ob die Diskriminierung vielleicht nur eine Reaktion auf berechtigte Gründe für eine Ablehnung eines Ausländers darstellt. Eine Diskriminierung stellt nur dann eine Benachteiligung nach dem AGG dar, wenn jemand wegen seiner Rasse oder seiner ethnischen Herkunft  bei der Vergabe einer Wohnung benachteiligt wird, also wenn der Vermieter diese zum negativen „Auswahlkriterium“ erklärt (siehe hierzu § 1 in Verbindung mit § 2 Abs. 1 Ziff. 8 und § 3 https://www.gesetze-im-internet.de/agg/). Hier wird juristisch gesehen die Kontrahierungsfreiheit von Parteien eingeschränkt. Diese Vertragsfreiheit ist grundgesetzlich geschützt (Art 1, Abs. 1), aber unter der Einschränkung, dass sie durch Gesetze und die „guten Sitten“ begrenzt ist. Das AGG stellt eine solche Behinderung der Vertragsfreiheit dar, die deshalb bedenklich ist, weil es für Vermieter ein großes Risiko darstellt, wenn er einen Mietvertrag nicht mit einem Ausländer eingehen will (und dies damit begründet!). Aber kann man es einem Vermieter verübeln, wenn er vor einer Vermietung an Nicht-Deutsche zurückschreckt?   

Auf dem Hintergrund dieser Entwicklung erscheint auch der Blick auf die Kriminalität von Ausländern bedeutsam, denn diese könnte doch auch manche Vermieter vor dem Abschluss eines Mietvertrages mit einem Ausländer zurückschrecken lassen. Hierbei ist insbesondere der Blick auf die Gewalttaten von Zugewanderten gegenüber Deutschen von Interesse. Nach einer Erhebung des Bundeskriminalamtes waren in 2018 von 101.956 Opfern von Straftaten gegen das Leben (Mord und Tötungsdelikte), die sexuelle Selbstbestimmung, die persönliche Freiheit und Rohheitsdelikte (vor allem Körperverletzung und Raub) mit einem tatverdächtigen Zugewanderten 46.336 Deutsche, also fast die Hälfte. Umgekehrt wurden aber nur 8.455 Asylbewerber und Flüchtlinge Opfer durch einen Deutschen. Also werden fast sechsmal so viele Deutsche Opfer von Zugewanderten als umgekehrt (https://www.welt.de/politik/deutschland/article191584235/BKA-Lagebild-Gewalt-von-Zuwanderern-gegen-Deutsche-nimmt-zu.html). Die Kriminalität von Ausländern gegenüber Deutschen wird aber meistens verharmlost oder aber durch die Lenkung der Aufmerksamkeit von einer berechtigten Empörung über eine Gewalttat hin zu einem Aufruf gegen „Hetze gegen Ausländer“ relativiert. So ist es auch zuletzt geschehen, als ein Feuerwehrmann in Augsburg durch Jugendliche mit Migrationshintergrund angegriffen und durch einen einzigen Faustschlag getötet wurde (https://www.focus.de/politik/gerichte-in-deutschland/angriff-auf-49-jaehrigen-feuerwehrmann-mutmasslicher-totschlaeger-von-augsburg-17-gilt-als-jugendlicher-maximal-10-jahre-gefaengnis_id_11443575.html). Der „Youtuber“ Niklas Lotz (neverforgetniki) moniert zu Recht diese Vorgehensweise und zitiert hierbei die Süddeutsche Zeitung, die mit dem Titel „Augsburg lässt sich nicht verhetzen“ versucht, der AfD zu unterstellen, sie versuche diese Tat für „ausländerfeindliche Reflexe“ zu instrumentalisieren (https://www.youtube.com/watch?v=2S_y9Eq_3GA). 

Die Zurückhaltung der Presse im Hinblick auf die Berichterstattung über Gewalttaten von Zugewanderten gegenüber Deutschen beruht zum Teil sicher auf einem Passus im Ehrencodex des Presserates, wo es heißt: „ In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“(https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t). Diese Beschränkung liegt auf der gegenwärtigen politischen Linie, durch die eine eher positive Bewertung der Zuwanderung gefördert, Nachteile möglichst „unter den Teppich gekehrt“ wird. Hier wird auch leichtfertig mit dem Begriff des Vorurteils umgegangen, denn, wie das Wort schon sagt, handelt es sich bei dieser Urteilsbildung zu bestimmten Einstellungen um ein vor aller Datenerhebung und Faktensichtung getroffenes Urteil. Wenn jemand aber Erfahrungen – positiver oder negativer Art – gemacht hat, dann entsteht ein Urteil aufgrund gemachter realer Fakten.

Dies wirft die Frage auf, ob die Kriminalität von Ausländern in Deutschland nur aufgebauscht wird oder da etwas dran ist. Die offiziellen Daten sprechen  eine klare Sprache:

 

Anteil ausländischer Tatverdächtiger in verschiedenen Verbrechenskategorien des Jahres 2017

Deliktgruppe

Anzahl strafmündige Tatverdächtige

davon Ausländer

Anteil an Tatverdächtigen insgesamt

       

Mord und Totschlag

2.707

1.145

42 %

       

Gefährliche und schwere Körperverletzung

145.658

54.993

38 %

       

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung

9.414

3.483

37 %

       

Diebstahl unter erschwerenden Umständen

89.458

38.416

43 %

       

Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer

26.948

10.860

40 %

       

Straftaten gegen die Umwelt

8.112

2.205

27 %

       

Die Statistik des Bundeskriminalamtes von 2017 (https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t#cite_note-28)  zeigt deutlich, dass bei Gewaltdelikten Ausländer häufiger vertreten sind, insbesondere bei „Diebstahl unter schweren Umständen“ (43 %), „Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer“ (40 %), „gefährliche und schwere Körperverletzung“ (38 %) und „Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (37 %). Der Anteil der Ausländer in Deutschland liegt 2019 aber nur bei 13 % (https://orange.handelsblatt.com/artikel/29581). Im Hinblick auf alle Straftaten lag der Anteil der Ausländer an rechtskräftigt verurteilten Personen  im Jahr 2016 bei 31 % (https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t#cite_note-28). Dies zeigt doch eindeutig, dass Ausländer im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil häufiger in kriminelle Handlungen verwickelt sind. Ein weiteres Indiz dafür, dass Ausländer in Deutschland stärker von Kriminalität belastet sind, ist der Anteil der Strafgefangenen in deutschen Gefängnissen. Er liegt im Jahr 2019 zwischen 27 % im Saarland und 61 % in Hamburg (https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t#cite_note-28).

Ist es da nicht verwunderlich, wenn Deutsche Ängste vor weiterer Zuwanderung haben? Eine Studie der R+V-Versicherung nach einer Befragung von 2400 Deutschen ergab, dass 56 % Angst vor einer Überforderung des Staates durch Flüchtlinge haben und 55 % Spannungen durch Zuzug von Ausländern befürchten (https://www.morgenpost.de/politik/article226995167/Vor-Trump-und-Auslaendern-haben-Deutsche-am-meisten-Angst.html).

Von einer Diskriminierung von Ausländern aufgrund unberechtigter Vorurteile kann also keine Rede sein. Es handelt sich nicht um Vorurteile, die zu einer angeblichen Diskriminierung führen, sondern eine aufgrund realer Fakten entwickelte Vorsichtsmaßnahme vieler Deutschen im Umgang mit Ausländern.

Aufgrund der Ignoranz von manchen Politikern gegenüber diesen Ängsten der Deutschen könnte es einem doch ganz anders werden. Hier werden bereits seit ein paar Jahren Probleme absichtlich ignoriert und somit dem öffentlichen Diskurs entzogen. Eine willfährige Presse, die einen kräftigen „Linksdrall“ hat und deshalb in der Berichterstattung nicht nur einseitig ist, sondern mit einem „Haltungsjournalismus“  (https://de.wikimannia.org/Haltungsjournalismus) einseitig Partei ergreift und andere Meinungen diffamiert, tut ihr übriges (https://www.guentherbirkenstock.de/statt-einer-merkwuerdigen-7-woche-gibt-es-linken-meinungsterror). Es wird Zeit, dass sich das ändert. Vielleicht könnten ein paar mutige Bürger damit beginnen, die Abonnements dieser dubiosen Zeitungen zu kündigen. Das wäre zumindest schon mal der erste Schritt, diesen Sumpf auszutrocknen.

©Büren, 16.12.2019, Günther Birkenstock

 

Weihnachten ist kein christliches Fest. Dies werden sicher viele Christen bestreiten, doch entspricht es den Tatsachen, dass sich weder in den Evangelien noch in den Berichten über die frühen Christenheit, wie etwa in der Apostelgeschichte, Anhaltspunkte für dieses Fest finden lassen. Nur im Lukasevangelium wird über die Geburt von Jesus berichtet und hieraus können wir erkennen, dass zu dieser Zeit Hirten nachts mit ihrer Herde auf dem Feld waren, somit es nicht „mitten im kalten Winter“ gewesen sein kann, wie es heute gerne feierlich gesungen wird, denn selbst im Palästina kann es nachts im Winter empfindlich kalt werden. Folgt man dem Lukas-Evangelium, dann könnte die Geburt vielleicht im Frühherbst gewesen sein, denn die Schafe der Hirten waren noch nicht von den Feldern geholt worden, was zu Beginn der Regenzeit im Oktober der Fall war(https://rcg.org/de/broschuren/ttooc-de.html). Im Übrigen galt das Feiern des Geburtstages einer für wichtig gehaltenen Person nach der Encyclopedia Americana, Auflage 1956, nicht als ein genereller christlicher Brauch, da eher der Tod einer beachtenswerten Person gefeiert wurde (https://rcg.org/de/broschuren/ttooc-de.html). Das Weihnachtsfest als Geburtstag von Jesus wurde wahrscheinlich erstmals im 4. Jahrhundert gefeiert, wobei der Geburtstag vor den vom Kaiser Aurelian festgesetzten Tag des heidnischen Sonnengottes gesetzt wurde (http://www.kunstsam.de/wie_ist_weihnachten_entstanden.html). Im römischen Reich war es zudem Brauch, Mitte Dezember die so genannten „Saturnalien“ abzuhalten, ein tagelanges Fest, bei dem ausgelassen gefeiert und die Häuser mit immergrünen Lorbeer geschmückt und die Freunde beschenkt wurden (https://www.ewigengottes.de/wp-content/uploads/2017/05/Christmas-grmn-11-14.pdf). Aber vielleicht ist das Weihnachtsfest noch viel älter, denn ein ähnliches Fest soll bereits 2.000 v. Chr. im heutigen Irak gefeiert worden sein. Bei dem  Sacaea Fest soll in einem Zeitraum von fünf Tagen zur Winter-Sonnwendzeit mit Umzügen, Darbietungen und gegenseitigen Geschenken sowie immergrünen Zweigen von Tannen und Misteln, die an Häusern angebracht wurden, gefeiert worden sein. Man entzündete Feuer, um die sterbende Sonne wieder zu beleben (https://www.ewigengottes.de/wp-content/uploads/2017/05/Christmas-grmn-11-14.pdf). In Deutschland wurde erstmals im 9. Jahrhundert das Weihnachtsfest als solches gefeiert, denn in der Synode von Mainz um 813 n. Chr. wurde dieses Fest offiziell angeordnet (https://www.bibel-offenbarung.org/falsche-anbetung/der-heidnische-ursprung-von-weihnachten.html). Verschieden Quellen weisen also darauf hin, dass die damaligen Christen das  heute als Weihnachtsfest bezeichnende Fest „heidnischen“ Bräuchen entlehnt hatte, die zum Anlass der Wintersonnenwende gefeiert wurden. Der Grund hierfür könnte daran liegen, dass die katholische Kirche sich diesem Brauchtum um die Sonnenwendzeit anschloss, um auch Heiden den jungen christlichen Glauben schmackhaft zu machen. Bibeltreue Christen, wie z. B. die Zeugen Jehovas, feiern deshalb Weihnachten nicht, weil es nicht biblisch begründbar ist.

Wie sieht es nun aus mit den um die Weihnachtsfeier herum gelagerten Bräuchen? Der Weihnachtsmann, der aus „dem hohen Norden“ kommt und eigentlich der „heilige St. Nikolaus“ ist, könnte sich bei näherem besehen auch nicht als so heilig herausstellen. Der St. Nikolaus, auf den sich der eigentliche Brauch bezieht und im englischen Sprachraum Santa Claus heißt, könnte sich als ein völlig unheiliger Mann herausstellen. Das Wort Santa könnte als Anagramm des Wortes Satan und das Wort Claus, das im Englischen genauso gesprochen wird wie das Wort Claws (Klauen), könnte dann als des Satans Klauen interpretiert werden (https://www.bibel-offenbarung.org/falsche-anbetung/der-heidnische-ursprung-von-weihnachten.html). Ist das ein Zufall? Selbst wenn der Nikolaus als unschuldig gelten sollte, wird er doch von seinem von allen gefürchteten „Knecht Ruprecht“ oder „Krampus“ begleitet, der aber als ein Dämon gilt, der die angeblich bösen Kinder mitnimmt (https://www.bibel-offenbarung.org/falsche-anbetung/der-heidnische-ursprung-von-weihnachten.html). Der Weihnachtsbaum, um den herum sich am Heiligen Abend die Familie versammelt, hat auch nichts mit dem Christentum zu tun. Es war schon immer ein heidnischer Brauch, der darin bestand, immergrüne Zweige, z. B. auch Tannen, als Symbol für die Wiedergeburt der Sonne, für den kommenden Frühling zu sehen. Erstmals soll 1419 von der Freiburger Bäckerschaft ein solcher Baum aufgestellt worden sein, der mit Nüssen und Früchten bestückt war (https://www-weihnachten.de/weihnachten-infos/christbaum.htm). Im Elsass sollen er im 16. Jahrhundert aufgetaucht sein. Um 1730 erschienen die ersten Kerzen. Die katholische Kirche soll angeblich gegen den Weihnachtsbaumbrauch gewesen sein – viele Wälder gehörten der katholischen Kirche, deshalb wollte sie nicht, dass zu Weihnachten die Menschen die Wälder plünderten (https://www-weihnachten.de/weihnachten-infos/christbaum.htm). Die Tradition des gegenseitigen Beschenkens kam im 15. Jahrhundert auf, als im Raum Konstanz die Kinder beschenkt wurden, allerdings am Nikolaustag. Martin Luther soll dann diesen Brauch in der Weise geändert haben, dass er das Christkind als Gabenbringer einführte (https://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/weihnachten/index.html).

Warum wird aber dann, wenn es keine Belege dafür gibt, dass Jesus in dieser Jahreszeit geboren wurde, das Weihnachtsfest immer noch gefeiert? Ganz einfach: Alle profitieren davon, und das im ganz profanen Sinne: Zunächst einmal ist das Weihnachtsfest ein immenser Wirtschaftsfaktor. Das liegt an der, wie ich es nenne, sich um diese Zeit ausbrechende „Schenkeritis“, die den Geschäftsleuten gerade zum Jahresabschluss noch einmal satte Gewinne beschert. Zu diesen Geschäftsleuten gehören auch z. B. diejenigen, die Jahrmärkte betreiben – von denen wiederum die Gemeindekassen durch Standgebühren klingeln - , die Weihnachtsbaumverkäufer, Baumschmuckhersteller, Kerzenmacher, Bäcker mit den verschiedensten Köstlichkeiten, angefangen vom Christstollen bis hin zum simplen Plätzchen. Auch die Kirchen freuen sich über das Weihnachtsfest, denn einmal sind die Kirchen mal wieder gefüllt, denn auch sonst abstinente Kirchenmitglieder wollen möglichst beim Glockengeläut zur Christmette marschieren und dort die schöne Stimmung mitnehmen („der Pfarrer hat so gut gepredigt…die Kinder haben so schön gesungen“…ach, es war alle so feierlich“). Um zum anderen freuen sie sich genauso wie der Staat selbst über die höheren Kirchen- und Einkommenssteuereinahmen, die durch das so genannte Weihnachtsgeld ausgelöst werden.  Manche  Arbeitnehmer freuen sich dann nur noch halb so viel über die Weihnachtszuwendung, weil durch die Steuerprogression ihnen verhältnismäßig mehr als sonst von den zusätzlichen Einnahmen abgezogen wird.

Das Weihnachtsfest gleicht einer kollektiven Lüge: Alle lügen sich und anderen etwas vor – und keiner wagt es zu sagen, dass es eine solche ist. Nur des Profits, der Geschenke, der vollen Kirchen, der „schönen Gefühle“ willen lügen alle mit – oder zumindest die meisten. Die Lüge ist aber gar nicht christlich! Die Lüge ist doch eigentlich die Domäne des Gegenspielers von Jesus Christus: Satan. Denn Jesus hat ihn als den Vater der Lüge bezeichnet (Johannes 8, 44). Wäre es dann nicht ein gutes Zeichen, dann diesem schlechten Ratgeber nicht zu folgen und Weihnachten nicht mehr zu feiern? Es wird Zeit ehrlich zu einander zu sein und den Mut zu haben, dem bösen Treiben ein Ende zu bereiten.

© Büren, 07.12.2019, Günther Birkenstock

 

Der Mainstream ist ein modernes Schlagwort, das benutzt wird, um den Hauptstrom der Meinungsbildung in einer Gesellschaft zu charakterisieren. Der Vergleich mit dem Fluss drängt sich auf: Der Hauptstrom eines Flusses befindet sich immer in der Mitte, dort, wo sich hauptsächlich die meisten Wassermassen fortbewegen. Aber jeder Fluss hat auch Nebenarme, in denen sich das Wasser in der Landschaft verteilt, es fließt meistens ruhiger und dort befinden sich oft auch Laichplätze für Fische, weil die Fischbrut nicht durch die Geschwindigkeit des Hauptstromes hinweggerissen wird. Manchmal bildet sich aus den Nebenarmen des Flusses auch ein Hauptstrom, wenn dieser durch ein Hindernis am Fortfließen gehindert wird und er sich somit ein neues Flussbett suchen muss. Alle Gehölze oder andere schwimmende Gegenstände werden mit dem Hauptstrom mitgerissen und haben kaum eine Chance, irgendwo ans Ufer zu gelangen. Sie werden hinweggespült, bis der Strom irgendwann in einem See oder dem Meer ankommt. Ähnlich verhält es sich mit dem Mainstream in einer Gesellschaft: Hier werden die Menschen auch förmlich mitgerissen und scheinen keine Chance zu haben, dem Sog zu entkommen. Wer nicht mitschwimmt, wird zur Seite gedrängt oder landet in den Nischen der Gesellschaft, wo man keine Chance hat, „vorwärts zu kommen“. Vergleichbar mit dem Nebenarm des Flusses, verlangsamt sich das Tempo und diejenigen, die sich dem Mainstream entziehen – durch aktives Handeln - oder von diesem zur Seite gedrängt werden – durch Ausgrenzung durch die Gesellschaft – landen dort, wo sich diejenigen befinden, die anders denken, reden oder handeln. Diejenigen, die sich selbst aus diesem mitreißenden Strom herausbewegen, verweilen vergleichbar den Nebenarmen eines Flusses in ruhigeren Gewässern, in denen sie durch die Verlangsamung der Bewegung Zeit zum Nachdenken gewinnen. Sie überlegen sich, ob es wirklich sinnvoll ist, sich wieder in den Hauptstrom zurückzubewegen, in dem viele sich einfach mitreißen lassen in dem Glauben, dass die Richtung, die der Meinungsfluss nimmt, richtig ist. Diejenigen, die sich auf diesem Hauptfluss befinden, wähnen sich in der Sicherheit, dass die Richtung schon stimmen wird, weil ja alle, die sich neben ihnen befinden, in der gleichen Richtung davonschwimmen. Aber, um die Metapher weiter zu verwenden, wissen sie den wirklich, ob sich der Fluss tatsächlich in die richtige Richtung bewegt? Schließlich könnte ja der Fluss plötzlich an eine Grenze gelangen, an denen die Wassermassen in die Tiefe stürzen und alles vernichten, was sich auf ihm befindet. Die vermeintliche Sicherheit, die durch die gleichmäßige Fortbewegung aller, die sich auf dem Fluss der gemeinsamen Überzeugungen bewegen, kann täuschen. Die Täuschung liegt darin begründet, dass die Mehrheit glaubt, dass diese auch wisse, was richtig und wahr ist. Das ist aber nicht der Fall. Das bekannteste Beispiel ist sicher der Glaube, die Erde sei eine Scheibe. Die Mehrheit war dieser Überzeugung, diejenigen, die etwas anderes sagten und behaupteten, wurden sogar von der katholischen Kirche verfolgt und als Ketzer ausgegrenzt. Der Mainstream – damals wurde das nicht so genannt – war schon immer vorhanden. Er begründet sich durch die Eigenart des Menschen, sich dem Druck nicht aussetzen zu wollen, der entsteht, wenn sie eine andere Meinung als die Mehrheit vertreten. Dass es auch anders geht, zeigt der Film „Die zwölf Geschworenen“  (Originaltitel: 12 Angry Men“) aus dem Jahr 1957, der als Spielfilmdebüt des Regisseurs Sidney Lumet gilt (https://de.wikipedia.org/wiki/Die_zw%C3%B6lf_Geschworenen_(1957 ). Ein wegen Todes angeklagter Puerto-Ricaner wird beschuldigt, seinen Vater ermordet zu haben. Nur ein einstimmiges Abstimmungsergebnis der Geschworenen kann zu einer Verurteilung und zum Tod des Angeklagten führen. Alle Geschworenen, bis auf die Nr. 8, sind von der Schuld überzeugt. Nr. 8 gelingt es in langen Diskussionen zwar nicht, die anderen von der Unschuld des Angeklagten zu überzeugen, aber er kann seine Zweifel an der scheinbaren Eindeutigkeit der Beweise auf die anderen übertragen, bis diese ihm zustimmen, so dass eine Verurteilung des Angeklagten nicht möglich ist. Es hat sicher schon jeder einmal die Situation erlebt, dass in der Schule oder am Arbeitsplatz Schüler oder Arbeitnehmer sich über den Lehrer oder den Chef beschwert hatten und sich dann einer bereit erklärt hatte, diese Beschwerden an geeigneter Stelle vorzutragen mit dem Ergebnis, dass dann diejenigen, die sich zuvor vehement beschwert hatten, dann einen Rückzieher machten, als sie sich dann öffentlich zu ihrer Meinung bekennen sollten. Die Feigheit ist eine weitverbreitete Untugend, die jede Solidarisierung erschwert oder gar unmöglich macht. Wer heute sich nicht auf die Mainstream-Meinung einlässt, dass das Kohlendioxid ein gefährliches Gas ist oder dass die Einwanderung nach Deutschland für unser Land ein Gewinn ist, wird öffentlich diffamiert. Das gemeinschaftliche „Draufhauen“ – neudeutsch: Bashing genannt – wird zur Tugend erklärt (Beispiel: „Kampf gegen rechts“) und von den Presseorganen gefeiert. Die breite Mehrheit schweigt meistens dazu und erhebt nicht ihre Stimme dagegen, aus Angst, dann ausgegrenzt zu werden. Dabei wird häufig der Fehler begangen zu glauben, dass die Wahrheitsfindung gleichzusetzen sei mit der Mehrheitsbildung oder mit anderen Worten gesagt: Wer die Meinung der Mehrheit vertritt, glaubt, dass diese auch der Wahrheit entspricht, denn eine Mehrheit kann sich ja nicht irren. Das ist ein leider weit verbreiteter Irrglaube. Ein weiterer schwerer Irrtum ist es zu glauben, dass der Einzelne ohnehin nichts machen könne („da kann man ja sowieso nichts machen“). Dass das Gegenteil manchmal uns eines besseren belehrt, versuchte in seinem Vortrag mit dem Titel „Die Welt im Übergang“ Geseke von Lüpke (https://www.youtube.com/watch?v=ZfUERZHI9BM) deutlich zu machen, in dem er aufzeigte, dass Veränderungen in der Welt oft im Geheimen oder durch „Einzeltäter“ in Gang gesetzt wurden – außerhalb des gängigen politischen Betriebes (der nur den „Status quo“ erhalten will). Er berichtete in diesem Vortrag von zwei Beispielen, die beeindruckend sind. Das erste Beispiel handelt von der Entstehung der Perestroika (Min. 19.16). Geseke von Lüpke berichtete, der Physiker Hans-Peter Dürr (1929 – 2014) habe ihm erzählt, dieser habe einmal Michail Gorbatschow  gefragt, wie er auf die Idee gekommen sei, das politische System in der Sowjetunion zu verändern und der hätte ihm berichtet, sein Fahrer wäre krank gewesen und er musste mit dem Taxi fahren, und das wäre eine Fahrt von 1 ½ Stunden gewesen. Er habe den Taxifahrer – der den ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion nicht erkannte – über die Zustände in der Sowjetunion befragt und der hätte ihm so ein chaotisches Bild des Landes gemalt, dass das für ihn der Wendepunkt gewesen ist. Das Bild vom Schmetterling, der einen Wirbelsturm auslöst, drängt sich auf: Dieser so genannte „Schmetterlingseffekt“ geht auf den US-Meteorologen  Edward N. Lorenz (1917 – 2008) zurück, der die Frage formuliert hatte: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen? (https://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt). Es handelt sich um nicht-lineare Veränderungen, d. h. dass auch nicht nur minimale Anlässe große Wirkungen hervorrufen („Schneeballeffekt“: ein kleiner Schneeball kann eine Lawine auslösen), sondern diese auch nicht vorhersehbare (chaotische) Auswirkungen haben können, bei denen die Verbindung zwischen Anlass und Wirkung gar nicht mehr zu erkennen ist. Der Taxifahrer, so vermutete Geseko von Lüpke, wird wahrscheinlich niemals erfahren, dass  er den Anstoß für die Perestroika gegeben hat. Es gibt aber nicht nur die unvorhersehbare, unbeabsichtigte Veränderung durch kleine Anlässe, sondern auch Fälle, bei denen einzelne Menschen mit einer Idee aufwarten und diese in die Tat umsetzen, die dann „Schule machen“. Die „Green-Belt-Movement“ (Grüne-Welt-Bewegung)  geht auf die Trägerin des alternativen Nobel-Preises Wangeri  Maathai (1940 -2011), zurück, über die auch Geseko von Lüpke berichtete (Min. 21.37), die eines Tages im Jahr 1977 die zunehmende Versteppung ihre Landes Kenia mit begleitender Landflucht, Wachstum der Slums, zunehmende Gewalt festgestellt und gesagt hatte, dass dem Land die Verwurzelung mit der Erde fehle und anfing, an „einem Tag der Erde“ einen Baum zu pflanzen. Aus dieser beispielhaften Handlung ist eine weltweite Bewegung geworden mit der Folge, dass 45 Mio. Bäume gepflanzt worden waren (lt. Wikipedia sollen es 30 Mio. Bäume geworden sein (https://de.wikipedia.org/wiki/Wangari_Maathai).

 

Der betörende Glanz des Mainstream (die Formulierung ist angelehnt an den Buchtitel von Esther Vilar: „Der betörende Glanz der Dummheit“) besteht darin, dass sich diejenigen, die sich darin bewegen, in der vermeintlichen Sicherheit wähnen, von dieser Mehrheit geschützt zu sein. Doch die Masse schützt niemand – man könnte es „Titanic-Effekt“ nennen –, denn wenn es um das eigene Leben geht, hört jede Rücksichtnahme auf. Im politischen Alltag haben das schon viele erfahren müssen, dass es dort weder Rücksicht noch Einfühlungsvermögen gibt, hier zählt nur der Erfolg und die Kriterien sowie die damit verfolgten Ziele hierfür  – und das scheint das Paradoxon zu sein – werden von einer Minderheit diktiert. So gesehen ist der Mainstream doch nur eine durch wenige der so genannten Elite der Gesellschaft vorgegebene Marschrichtung, in die alle zu gehen haben, die am Machtgeschehen teilnehmen und die Früchte der  Machtausübung mit genießen wollen. Dem können einzelne ihre eigenen Ideen entgegensetzen, können etwas verändern, wenn sie dies nur wollen. Sie müssen nur den Mut haben, „aus der Reihe zu tanzen“, sich der Kritik auszusetzen, indem sie sich auf ihre eigene Person und auf ihre Überzeugungen verlassen. Es ist die Macht der scheinbar Ohnmächtigen, die mit Beharrlichkeit, Ausdauer und Geduld etwas verändern, weil sie sich nicht vom Mainstream beirren lassen. Vielleicht haben schon sehr viele etwas in die positive Richtung verändert, ohne dass sie selbst oder auch ihre Mitmenschen davon etwas gemerkt zu haben.

 

© Büren, 01.12.2019, Günther Birkenstock

 

Wieder einmal steht unser jährliches Hermannstreffen an - Grund genug, einmal in kurzem Gedenken an den ehrwürdigen Namensgeber innezuhalten.
 
Ohne in stumpfe, missbräuchliche Heldenverehrung oder gar Kriegsverherrlichung abzudriften, ist es gerade in einem sogenannten "postheroischen" Zeitalter zuweilen angebracht, sich einmal auf jene "Wenigen" zu besinnen, denen die "Vielen" ihre Sicherheit und ihren Frieden oftmals überhaupt erst verdanken - eben den echten Helden, die bereit sind und waren, sich selbst für ihre Lieben, Anvertrauten und Schutzbefohlenen aufzuopfern. Wobei dieses auch früher stets den jeweiligen Zeitumständen und ihren konkreten Notlagen und gegebenen Möglichkeiten unterlag und durchaus nicht immer mit gewalttätigen Mitteln geschehen musste.
Gerade jedoch, wenn dieses Gedenken vernachlässigt wird, geraten wir in Gefahr, dass sich Geschichte wiederholt und die Unfreiheit ihr Haupt erhebt... 
 
Der nur mit seinem lateinischen Namen in den römischen Quellentexten überlieferte "Arminius"  - später im Mittelalter mit dem deutschen Behelfsnamen "Hermann" benannt und unter anderem von Martin Luther gefeiert und publik gemacht - war derjenige, der es als einer von ganz wenigen antiken Freiheitskämpfern geschafft hat, dem seinerzeit gefürchteten und allmächtig erscheinenden IMPERIUM ROMANUM nicht nur zeitweise zu trotzen, sondern die angriffslustigen Legionen und unterdrückerischen Herrschaftsstrukturen dauerhaft aus dem rechtsrheinischen Raum zu vertreiben und somit den Völkern seiner Stammeskoalition die dauerhafte Freiheit von brutaler, gewalttätiger Fremdbestimmung zurück zu geben.
 
LIBERATOR HAUD DUBIE GERMANIAE - "Ohne Zweifel der Befreier Germaniens und noch heute von den Barbaren in ihren Liedern besungen" - so ehrten ihn Jahrzehnte später sogar die Nachkommen seiner römischen Gegner; hier treffend formuliert durch die Feder Tacitus´, des bekanntesten römischen Historikers der folgenden frühkaiserzeitlichen Epoche.
 
Als solcher müsste er eigentlich partei- und ideologieübergreifend - gerade auch für die Linke  - als zeitloses Vorbild für alle Arten von Freiheitskämpfern geehrt werden.
Und weder die spätere Instrumentalisierung durch neuzeitliche politische Systeme wie das Deutsche Kaiserreich und auch durch das verbrecherische NSDAP - Regime noch ebenso wenig die darauffolgende weitgehende Stigmatisierung und Ignoranz dieses Themas können den Wesenskern dieser wahren (!) Geschichte auslöschen:
Ein absolut unterschätztes, diskriminiertes, schon niedergeworfen geglaubtes und unterdrücktes Volk erhebt sich noch einmal  - mit allen Nachteilen auf seiner Seite; in Technologie, Herrschaftssystem, Militärwesen, Kampfkraft und anfänglich wohl auch massiv an Zahl den unbesiegbar erscheinenden Legionen unterlegen, setzen die freiwilligen Gefolgsleute des Arminius alles auf eine Karte - und siegen gegen alle Wahrscheinlichkeit in der sog. `Schlacht im Teutoburger Wald´.
Und nicht nur das, in den folgenden erneuten römisch-germanischen Unterwerfungskriegen schaffen sie es, allen neuen Eroberungsversuche abzuwehren und das Imperium dauerhaft aus ihren angestammten Gebieten zu verbannen. Wie genau Arminius und seine Getreuen das geschafft haben, wird wohl auf ewig ein spannender Forschungsgegenstand bleiben - und ebenso auch ein Mythos, der Menschen in unterdrückter, unterlegener Position Kraft und Hoffnung geben kann.
 
Als einen solchen mutigen, inspirierenden, für seine Ideale und seine ihm anvertrauten Menschen das letzte, größte Risiko eingehenden Menschen sollten wir Arminius weiter ehren und ebenso an seiner Seite alle großen Namen der Freiheitskämpfer aus Antike, Mittelalter und Neuzeit, hier sei nur stellvertretend eine kleine Auswahl von Menschen genannt, die bis heute von ihren Völkern aus denselben Gründen geehrt werden:
 
I. (Antike)
 
- Viriathus (Portugal) - die Lusitanier gegen Rom
 
- Mithridates von Pontus - Provinz `Asia´ gegen Rom - Gebiete der heutigen Türkei
 
- Judas Makkabäus ("der Hammer") - erkämpfte kurzzeitig die Freiheit Iudaeas gegen die Seleukiden
 
- Ambiorix (Belgien)
 
- Vercingetorix (Gallien gegen Rom /später in Frankreich ähnlich wie Arminius in D geehrt) - aus "Asterix reichlich bekannt....
 
- Simon Bar Kochba ("der Sternensohn" - Iudaea) - letzter Aufstand gegen Rom - danach Beginn der Diaspora des jüd. Volkes
 
- Boudicca - Königin der kelt. Icener /Britannien gegen die Römer)
 
- Calgacus - (Caledonia gegen die Römer)
 
- Spartacus - (Anführer des bekanntesten Sklavenaufstandes der röm. Geschichte)
 
II. (Mittelalter)
 
- Widukind - Herzog der Sachsen, widersetzte sich Jahrzehnte dem übermächtigen Frankenreich -
 
- Jeanne d´Arc - bis heute DIE französische Nationalheldin
 
- William Wallace ("Braveheart"/ Guardian of Scotland) 
 
- Robert the Bruce  - gegen die Engländer siegreicher "King of Scots"
 
- Sultan Saladin - Rückeroberer Jerusalems für die muslimische Welt - Held Syriens und des vorderarabischen Raumes gegen die Kreuzzügler des
                           mittelalterlichen Papsttums 
 
- Werner Stauffacher und die ersten Eidgenossen von Uri, Schwyz und Unterwalden
 
- Thomas Münzer und Huldrych (Ulrich) Zwyngli - Die Anführer der Bauernkriege - (bereits frühe Neuzeit)
 
- Martin Luther schließlich, der große, gewaltlose Reformator des Christentums
 
 
III. (Neuzeit)
 
- John Locke, J.J. Rosseau, Montesquieu,I. Kant, u.a. europäische Denker der Aufklärer, u.a. besonders für die Prinzipien von Volkssouveränität und
   Gewaltenteilung bekannt
 
- Graf Mirabeau - gewaltloser (!) Reformator der Französichen Revolution, auf ihn geht maßgeblich die Abschaffung der Ständeprivilegien zurück...
 
- Francisco Castanos - spanischer Freiheitskämpfer gegen Napoleon
 
- Freiherr vom Stein -  Reformator Preußens, reorganisierte den preuß. Staat, ermöglichte den Wiederaufstieg gegen und nach Napoleon
 
- Die aus dem sog. "Wilden Westen" bekannten Freiheitskämpfer der nordamerik. Indianer - Chief Joseph, Crazy Horse, Sitting Bull, Geronimo und und
   und... ihr Kampf mag vergeblich gewesen sein, aber sie geben uns bis heute Inspiration und Stoff für Mythen und Legenden, leben somit weiter...
 
- Mahatma (sanskrit. "die große Seele") Gandhi - erfolgreicher und gewaltloser Freiheitsheld Indiens, entwickelte das Prinzip des gewaltlosen Widerstands  
   zur weitgehenden Perfektion; erstritt maßgeblich für Indien die Unabhängigkeit vom British Empire
 
- Eamon de Valera und Michael Collins - Freiheitshelden Irlands, erkämpften maßgeblich die Unabhängigkeit vom Empire 
 
- Martin Luther King - Kämpfer gegen den fortdauernden diskriminierenden und gewalttätigen Rassismus in Teilen der USA in den 1960er Jahren
 
- Ahmad `Schah´ Massoud - Nationalheld Afghanistan, maßgeblicher Kämpfer und Organisator gegen die Invasion der Sowjetunion  
 
- Nguyen Giáp ("Napoleon des Ostens") und Ho Chí Minh (umstritten) - ambivalent bewertet wg. ihrer kommunistischen Ideolgie, aber unzweifelhaft die
    Befreier ihres Landes vom westlichen (franz. u US-amerik.) Kolonuialismus und Imperialismus
 
 
- ... Die Liste ließe sich beliebig verlängern - lasst uns ihnen allen bewahren ein ehrendes Gedenken, denn sie alle erhoben sich gegen echte Not und Unterdrückung, nicht aus übermütiger Streit- oder Kampfeslust.
 
Und mögen wir jetzt wachsam sein, damit es uns nicht ergehe wie ihnen und ihren Leidensgenossen, denn wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!
 
 
© Siegfried Göbel, Studienrat