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Merkelinaner: In der  Psychologie galt es eine Weile als „in“ ein „Freudianer“ zu sein. Diejenigen, welche die Lehre des Neurologen Sigmund Freud bejahten und diese auch vehement gegen Kritiker verteidigten, galten als treue Anhänger seiner Psychoanalyse, der Traumdeutung und der Lehre vom Unbewussten. Analog könnte man auch sagen: Diejenigen, die der Bundeskanzlerin treu ergeben sind, könnte man als „Merkelianer“ bezeichnen. Es gibt sicher mehrere Typen dieser „Merkelianer“:

  • Die Anwärter: Armin Laschet gilt als getreuer Gefolgsmann von Merkel, er ist in gewisser Weise die männliche Variante von Frau Merkel, der für eine „ Kontinuität des weiter so“ steht ohne klare Konturen, „wachsweich“ und stets auf Linie (weiterlesen). Daneben gibt es noch Jens Spahn, der auch als treuer Untergebener gilt und immer gehofft hat, mit Merkels Rückendeckung Karriere zu machen. Er ist aber sicher der schwächere Anwärter auf die Nachfolgefrage.
  • Die Parteisoldaten: Wer in einer Partei etwas werden will, lebt von der Protektion von oben. Diejenigen, die Merkel bisher immer gefolgt sind, hatten stets eine Chance, ein „Pöstchen“ zu ergattern wie z. B. der gegenwärtige Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, der sehr früh schon mit 13 Jahren in die Junge Union eingetreten war, danach folgte mit bereits 17 Jahren der Eintritt in die CDU, wo er sich fleißig hochgedient hat. Er vertritt immer als treuer Parteisoldat die Positionen von Frau Merkel und wurde deshalb 2018 mit dem Posten des Generalsekretärs belohnt (weiterlesen).
  • Die „treuen“ Wähler: Diese werden sich sicher bei den Frauen am ehesten finden, die genauso kontur- und farblos sind wie ihr Vorbild, weshalb sie „Mutti“ immer die Treue halten und darum ihr Kreuz bei den Wahlen bei der CDU machen. Ich habe sie mal als die „mittelalterliche Alltagsfrauen“ beschrieben (weiterlesen).  
  • Die Bequemen: Diejenigen, die keine Veränderungen und den „Status quo“ behalten wollen mit der Begründung: "Ach, es ist uns doch unter Merkel eigentlich immer ganz gut gegangen." Sie folgen Merkel, weil dies aus opportunistischen Gründen stets für sie die beste Option war.  

Merkelismus: Unser Land leidet aber inzwischen an der Vorherrschaft von Frau Merkel, weil sie mittlerweile ein Netz von Abhängigkeiten und Seilschaften geschaffen hat, die Menschen in diesem  Land in scheinbare Sicherheit wiegen, aber letztendlich nur einem dienen: ihrem Machterhalt. Diese Auswüchse einer sich inzwischen etablierten Alleinherrschaft könnte man als „Merkelismus“ bezeichnen. Die „-Ismen“ stellen immer eine Übertreibung einer gesellschaftlichen Strömung dar, wie z. B. der Kapitalismus oder der Kommunismus, die auf eine einseitige Entwicklung  mit einem Herrschaftsanspruch hinweisen, was dazu führt, dass andere unterdrückt werden, die mit dieser Einseitigkeit nicht einverstanden sind. Vergleichbar mit dem Kapitalismus, im dem unter den drei Wirtschaftsfaktoren (Eigentum an Produktionsmitteln, Arbeit und Kapital) das Kapital die dominierende Rolle spielt, hat im „Merkelismus“ nichts mehr ohne die Genehmigung und Wille von Frau Merkel zu geschehen. Selbst demokratisch zustande gekommenen Wahlen wie die in Thüringen werden von ihr ignoriert und auch der Posten der Nachfolge von Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident der EU wurde von ihr entschieden, in dem sie Frau von der Leyen durchsetzte. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind auf Linie gebracht und willfährige Redakteure gleichen eher Hofberichterstattern als echten Journalisten.

Merkelitis: Vor allem abseits der Mainstream-Medien regt sich aber Widerstand gegen Merkel. Dieser Widerstand gleicht einem Abwehrkampf eines Körpers, wenn sich durch eindringende Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten Krankheitssymptome zeigen, die auf einen entzündlichen Prozess hinweisen. Dies wird medizinisch mit der Endung –itis beschrieben. Man kennt dies z. B. von der Appendizitis, wenn der „Wurmfortsatz“ des Darms entzündet ist, oder von der Enzephalitis, wenn das Gehirn entsprechend betroffen ist.  Vielleicht leiden wir an der „Merkelitis“, weil so langsam Deutschland eine Abwehrreaktion zeigt, um Merkel los zu werden. Welches sind nun die Abwehrkräfte, die auf diesen „Entzündungsprozess“ hinweisen?

  • AfD: Die Parteifstrategen der AfD – allen voran Alexander Gauland und Alice Weidel - gehören schon länger zu den Leukozyten dieses Abwehrkampfes. Diese Partei versteht sich fast schon als die einzige „echte“ Oppositionspartei, die gegen das Kartell der „etablierten Parteien“ unter der Führung von Frau Merkel ankämpfen.
  • Soziale Medien: Vor allem junge Menschen, aber zunehmend auch die ältere Generation, die mit dem Computer gelernt hat umzugehen, haben sich unter dem Titel „Merkel muss weg“ versammelt und machen gegen den Merkelismus mobil. In den sozialen Medien (z. B. Instagram, Facebook, Twitter,Youtub-Kanäle) haben sich die Gegenkräfte versammelt, die alternative Informationsplattformen bilden. Mit wachsender Beliebtheit dieser Medienlandschaft nimmt die Dominanz des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und der klassischen Tageszeitungen ab. Hier einige Beispiele:
    • Niklas Lotz: Er ist ein junger Mann, der seine Erfahrungen in der Schule mit „Multikulti“ zu Papier gebracht hat in dem Buch „Mein Weckruf für Deutschland“ (weiterlesen) und einen Kanal (neverforgetniki) unterhält, in dem er aus Sicht eines jungen Konservativen die gesellschaftlichen Entwicklungen beleuchtet (ansehen).
    • Markus Gärtner: Mit seinem „Politik Spezial“ sorgt er regelmäßig für kritische Berichterstattung. In der Selbstdarstellung seines Kanals schreibt er: „Gegen gefilterte Hofberichte und Desinformation muss unbedingt etwas getan werden. Mit diesem Anspruch treten wir an: Starke Meinungen, gut recherchiert, mit den nötigen Hintergründen.“ (weiterlesen). Man kann auch die „PI Politik Spezial" als Magazin 10 mal im Jahr beziehen (weiterlesen). Bekannt wurde er mit seinem Buch „Lügenpresse“ (weiterlesen).   
  • Kritische Journalisten: Es gibt sie noch, die kritischen Journalisten, die den Mut haben, die Missstände offen zu benennen und zu beschreiben. Sie nutzen auch die alternativen Medien und benutzen vor allem auch als „Youtuber“ das Medium von Kurz-Videos, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Als Beispiele können hier genannt werden:
    • Tichys Einblick.de: Dieses Nachrichtenportal versteht sich selbst als „liberal konservatives Nachrichtenmagazin“ und lebt vor allem von seinem Gründer und Chefredakteur Roland Tichy. Der gelernte Dipl.-Volkswirt besticht durch seine Wortgewandtheit und klare Analysen. Man kann das Nachrichtenmagazin als normale Zeitung beziehen oder sich auf dem Nachrichtenblog (weiterlesen) informieren oder sich auf seinem Youtub-Kanal Beiträge ansehen (ansehen) .
    • Junge Freiheit: Diese Wochenzeitschrift hat ihren Sitz in Berlin. Sie wurde bereits 1986 von dem 1967 geborenen Dieter Stein als Schüler in Freiburg gegründet, die dann 1990 als Kommanditgesellschaft weitergeführt wurde. Er vertritt eindeutig konservative Positionen und ausländerkritrische Überzeugungen, die Stein z. B. 2014 so formulierte: „Ein Tabu in Medien und Politik sind deutschenfeindliche Gewalttaten: ob sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen oder wenn sich eine Horde halbstarker ›Südländer‹ im U-Bahnhof aus Haß eine ›deutsche Kartoffel‹ aussucht, um sie ins Koma zu prügeln“(weiterlesen).
    • Claus Strunz: Er war mal SAT 1-Moderator und fiel durch seine kritische Berichterstattung in der Flüchtlingskrise in Ungnade.
    • Heiko Schrang: Er moderiert seinen eigenen Kanal Schrang.TV (weiterlesen)  und hat ein Buch „Die Jahrhundertlüge“ geschrieben (weiterlesen).
    • Michael Mross: Er unterhält einen eigenen Kanal MMNews (weiterlesen), in dem er zuletzt über die Corona-Krise und in diesem Zusammenhang über die Proteste am Rosa-Luxemburg-Platz berichtete.
    • Andreas Popp: Mit seiner "Wissenmanufaktur" gehört er sicher zu den "Intellektuellen" der kritischen Journalisten. Der inzwischen in Kanada lebende Journalist wird regelmäßig von Eva Hermann - "Ex-Tagesschausprecherin, die wegen ihrer konservativen Positionen im Hinblick auf den Feminismus bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern in Ungnade gefallen war - zu aktuellen Themen interviewt (anschauen).

Die Gemeinsamkeiten dieser „Merkelitis“ könnten so beschrieben werden:

  • Kritik der Flüchtlingspolitik: Die Öffnung der Grenzen 2015 durch Angela Merkel mit dem unkontrollierten Zustrom von so genannten Flüchtlingen wird kritisch gesehen und die damals proklamierte „Willkommenskultur“ abgelehnt. Es wird eher die Gefahr des Enstehens von "Parallel-Gesellschaften" gesehen.
  • Islamkritik: Es wird nicht die von Christian Wulf getätigte und von Frau Merkel bestätigte Äußerung, der Islam gehöre zu Europa, bejaht. Der Islam wird eher als Gefahr für unser vom christlichen Glauben geprägtes Land gesehen.
  • EURO-Rettung: Die Rettung des EURO als gemeinsame Währung wird zumindest kritisch und nicht als oberste Priorität gesehen und sich gegen die von Merkel ausgesprochene Losung „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ (weiterlesen) gewandt.
  • EU-Skepsis: Die Institutionen der Europäischen Union werden kritisch gesehen sowie der zunehmende Zentralismus und die damit verbundene Abnahme der nationalen Souveränität abgelehnt.
  • Kritik der „Allmacht“ der Parteien: Die Parteien dürfen nicht derart ausschließlich die Politik in Deutschland bestimmen, wie dies seit ein paar Jahren geschieht. Es wird ihre vorhandene Einflussnahme auf sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durch die Besetzung wichtiger Positionen in der Verwaltung, der Justiz und in den Massenmedien abgelehnt.
  • Kritische Distanz zu den „Massenmedien“: Der gegenwärtige Journalismus mit seiner einseitigen, moralisierenden Einstellung der Berichterstattung wird kritisiert und oft als „Hofberichterstattung“ der Regierung unter Angela Merkel bezeichnet. Vor allem die „Machtverfilzung“ zwischen Politikern und Verlagen wird kritisch gesehen.
  • Kritische Haltung zur grünen Umweltpolitik: Das einseitige Fördern der so genannten "alternativen Energieformen" wie Wind- und Sonnenenergie wird kritisch gesehen und auf die Gefahren, die von diesen ausgehen, hingewiesen. Das "Verteufeln" der klassischen Antriebstechniken (Diesel- iund Benzinmotor) wird hinterfragt und die Einseitigkeit in der Berichterstattung moniert.
  • Ablehnung von Feindbildern: Die eingefahrenen Feindbilder, die via Massenmedien transportiert werden, gelten als einseitige Beeinflussung der Menschen in ihrer Meinungsbildung; insbesondere die Verunglimpfung der AfD als „populistisch“ und die negative Berichterstattung über Russland mit dem Präsidenten Putin oder das Niedermachen des US-Präsidenten Donald Trump in den USA wird abgelehnt.
  • Traditionelles Bild von Ehe und Familie: Die auch von Merkel mitgetragene Auflösung des traditionellen Bildes von Ehe (Mann und Frau) und der Familie wird nicht bejaht.
  • Kein Hofieren von Angela Merkel: Die geringe kritische Distanz vieler Journalisten in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und in der Presse zur inzwischen entstandenen „Alleinherrschaft“ von Frau Merkel wird überaus kritisch gesehen.
  • Corona-Krise: Der von Merkel propagierte „Lock-Down“ wird kritisiert und als unangemessen im Hinblick auf unser Zusammenleben und für die Wirtschaft als schädlich angesehen.

Was wollen wir lieber haben: Merkelismus oder eine Merkelitis? Wie auch immer die Sache ausgehen wird, eines ist sicher: Merkelismus bleibt, Merkelitis geht vorbei.

© beim Verfasser

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