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Angesichts der gegenwärtigen Corona-Krise werden auch wieder Stimmen laut, die zum Beten auffordern (https://www.kirche-und-leben.de/artikel/corona-christen-weltweit-beten-vaterunser-mit-dem-papst/). Vor allem das gemeinsame Gebet soll Gott auffordern, den Menschen in dieser Krise zu helfen. Aber ist das sinnvoll? In allen Religionen gibt es die Empfehlung, durch Gebet mit Gott in Kontakt zu treten. Das Gebet soll ein „Eingangstor“ zur Kontaktaufnahme mit Gott öffnen. Die Frage ist doch: Wie kann tatsächlich ein Gott dieses Gebet hören und beantworten? Viele werden sofort sagen, dass dies ein Geheimnis Gottes wäre, wie er dies tut. Aber diese Antwort ist nicht befriedigend. In Diskussionen mit Gläubigen trifft man immer auf eine Mauer, wenn man mit rationalen Argumenten kommt und dann wird oft entgegnet, dass man mit vernünftigen Gedanken allein dem Geheimnis des Gebetes nicht auf die Schliche kommen könne.  Hier nun die rationalen Argumente, die ein Gebet für unglaubwürdig erscheinen lassen:

  • Gebete sind einseitig: Gläubige behaupten immer, dass Gebete erhört würden, dass man mit Hilfe des Gebetes diesen Kontakt mit Gott herstellen könne und auch dann eine Antwort bekomme – allerdings nicht so, wie bei einem normalen Gespräch mit einem Menschen, sondern durch Hinweise, die man später erfährt, durch eigenartige Zufälle, menschliche Begegnungen oder schicksalhafte Fügungen. Die Wahrheit ist aber doch eher: Wer ein Gebet zu Gott richtet, erhält keine direkte Antwort. Das Gebet ist immer einseitig, denn es redet – entweder nur in Gedanken oder verbal – immer nur einer: das ist der Mensch. Er meint, dass er erhört würde, dass nur die Antworten oft erst später erfolgten, so, als ob Gott eine gewisse Zeit brauche, um sich über das Gedanken zu machen, was der Mensch gesagt hatte.
  • Gebete sind egozentrisch: Die meisten, die zu Gott beten, haben die Absicht, Gott um die Erfüllung eigener Wünsche zu bitten, also etwas so zu fügen, dass das, was jemand selbst nicht schafft, durch Gott geschehen solle. Gott soll also der „Erfüllungsgehilfe“ sein für die eigenen Wünsche. Sicher gibt es auch verständliche Gründe, etwa der Wunsch wieder gesund zu werden, wenn man krank ist, aber es sind auch oft „oberflächliche“ Bedürfnisse die in einem Wunsch formuliert werden. Aber warum sollte dann ein allmächtiger Gott, diese Wünsche erfüllen?
  • Gebete brächten Gott in ein Dilemma. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Gott auf einen in einem Gebet geäußerten Wunsch reagieren könnte: Er erfüllt die Wünsche und befriedigt damit die in dem Wunsch geäußerte Bitte oder er lehnt den Wunsch ab. Im ersten Fall, wenn z. B. tatsächlich eine Genesung eintreten würde nach einem geäußerten Wunsch nach Wiederherstellung der Gesundheit, dann wäre der Betende Gott dankbar; geschieht nichts, dann wird der Mensch auf Gott wütend sein. Die Frage ist doch, warum sollte Gott in dem einen Fall die Wünsche erfüllen und in dem anderen die Erfüllung verweigern? Wäre da nicht Willkür Tür und Tor geöffnet? Gott würde in die Rolle eines Herrschers gedrängt, dem man ständig in eine Dilemma-Situation bringen würde: Denn wie er auch entscheidet, er brächte sich in die Situation eines Herrschers, von dem das Schicksal von Menschen abhängig gemacht würde, so dass die einen ihm wegen der Erfüllung der Bitten huldigen, die anderen aus Wut verfluchen würden.
  • Gebete fördern magisches Denken: Wenn dann diese eigenartigen Zufälle eintreten, dass später scheinbar die geäußerten Wünsche in Erfüllung gehen, dann glauben viele, dass dies auf die Gebete zurückgeführt werden könne. Es wird dann eine gedankliche Verbindung hergestellt zwischen dem Gebet und den später erfolgten Ereignissen und eine zauberhafte Wirkung vermutet. Das ist magisches Denken. Magisches Denken hat insofern etwas mit Macht zu tun, als wir durch Ausübung magischer Rituale und auch Gebete versuchen, die Wirklichkeit in unserem Sinne zu manipulieren. Wir stellen dabei gedanklich eine Verbindung her zwischen Aktion (Beten) und beobachteter Reaktion (Eintritt des Erfolges), die aber in Wirklichkeit gar nicht existiert. Wir können leider nicht die Zeit zurückdrehen und ausprobieren, ob tatsächlich auch ohne das Beten dieselben Ereignisse eingetreten wären. Zumindest kann man aber keine direkte Ursache-Wirkungskette herstellen, so wie z. B. beim Werfen eines Pfeiles auf eine Zielscheibe: Hier ist klar, dass ich umso besser ins Ziel treffe, je genauer ich das Ziel anvisiere und je besser ich meine Bewegungen entsprechend koordiniere. Es ist klar, dass die Wirkung (Treffen) auf die vorausgegangene Handlung zurückgeführt werden kann. Bei der Herstellung der Verbindung zwischen Gebet und einer beobachteten Heilung besteht diese Beziehung nur gedanklich bzw. in unserer Vorstellungswelt, nicht aber in der Realität. Selbst wenn eine Verbesserung der Gesundheit eintritt, muss dies nicht auf eine übernatürliche Kraft eines allmächtigen Gottes zurückgeführt werden. Aus der psychosomatischen Medizin ist der Zusammenhang zwischen dem festen Glauben an die eigene Heilung und dem Erfolg von medizinischen Maßnahmen durchaus bekannt, was meistens als Placebo-Effekt bezeichnet wird. Auch ist bekannt, dass die umgekehrte Wirkung ebenfalls funktioniert: Schon die Diagnose „Krebs“ kann einen solch negativen Effekte auf die Psyche haben, dass die Widerstandskraft rapide sinkt und eine Heilung erschwert wird, was i.d.R. als Nocebo-Effekt (https://de.wikipedia.org/wiki/Nocebo-Effekt) genannt wird.
  • Gebete erzeugen Ungerechtigkeit: Nehmen wir an, jemand bittet inständig um die Gesundheit für sich oder auch für Angehörige. Diese Wünsche werden erfüllt und tatsächlich kann eine Krankheit besiegt werden. Ein anderer richtet genauso sein Gebet an Gott mit der Bitte um Gesundheit – aber der Wunsch wird nicht erfüllt. Wie würden wir dann über Gott denken? Er ist ein ungerechter Gott, denn wie kann er den einen Menschen zur Gesundheit verhelfen und dem anderen nicht, obwohl beide doch in gleicher Weise gebetet haben? Wäre dies dann nicht ein ungerechter Gott? Hier manövrieren wir Gott in die Rolle einer Mutter oder eines Vater, die von Kindern solange mit quengelnden Bitten traktiert werden, bis diese entnervt aufgeben, und um Ruhe zu haben den Bitten nachgeben.
  • Gebete als Unterwerfungsgeste: Im von Jesus übermittelten Gebet („Vaterunser“) heißt es, dass Gottes Wille geschehe und nicht der eigene (Matthäus 6, 10). Der Mensch soll also seinen eigenen Willen dem von Gott unterordnen. Jesus selbst hatte dies ja auch kurz vor seinem Tod so formuliert, indem er seinen Vater gebeten hatte, dass ihm der bevorstehende Tod und die damit verbundenen Qualen erspart bleiben sollten. Aber er beendete sein Gebet, in dem er seinen Wunsch dem Willen seines Vaters unterordnete (Matthäus 26, 39). Diese Unterwerfungsaufforderung rührt von der Idee her: Gott weiß besser Bescheid, was für den Menschen gut ist und was nicht. Dieses „Vater-Kind-Verhältnis“ ist der Grundgedanke, der sich durch das gesamte Evangelium zieht, denn Jesus spricht oft von dem „Vater“ aramäisch: Abba), den er selbst oft anrief und der angerufen werden solle. Dieses „patriarchale Gottesbild“ ist typisch für monotheistischen Religionen, die durch eine mächtige „Vaterfigur“ geprägt ist: Dieser mächtige Vater erfüllt Wünsche, wenn man ihm im Gebet darum bittet – oder auch nicht. Und die Menschen sind von ihm und seinem Willen abhängig. Jesus hat damals in dieser patriarchalischen Welt gelebt und musste – das ist meine Hypothese – die in dieser Gesellschaft bekannten Bilder vom Vater und seine Beziehung zu ihm verwenden, um verstanden zu werden. Er hat also mit Sicherheit mehr gewusst, als er den Menschen vermitteln konnte (Johannes 16,12) und war genötigt, dieses Wissen auf das Niveau der damals lebenden Menschen „heruntertransformieren“.
  • Gebete spiegeln ein autoritäres Gottesbild wider: Aus dem Unterwerfungsgedanken, der sich nicht nur in Worten ausdrückt („nicht mein Wille geschehe, sondern der deine“), sondern auch in der Körperhaltung und Gestik (beugen, knien, von unten nach oben schauend) lässt erkennen, dass Gott als unumstößlicher Herrscher („über Himmel und Erde“) angesehen wird. Auf ihn werden alle Allmachtphantasien projiziert, der aus einem Abhängigkeitsverhältnis resultiert und in dem der Mensch den vermeintlich angenommenen Willen Gottes versucht zu erfüllen, um nicht den Zorn Gotte auf sich zu ziehen. Gerade im Alten Testament wird dieser Gott als zürnender und rächender Gott dargestellt, der sogar die ganze Menschheit durch die Sintflut ausgerottet haben soll.

Am Schluss noch etwas Tröstliches: Selbst wenn Gebete als irrational angesehen werden können, bleibt noch die Frage, was sollten wir stattdessen tun? Wenn der monotheistische Gott als eine menschliche Projektion angenommen werden kann, bedeutet dies nicht, dass es ihn nicht gibt – nur nicht so, wie wir uns dies vorstellen! Gott in dieser monotheistischen Projektion bleibt immer ein unvollkommener und damit auch falsch verstandener Gott, weil ihm dann auch all die menschlichen „Unarten“ angehängt werden, die den Menschen nun mal eigen sind: Eifersucht (weil wir ihn nicht als das Wichtigste in unserem Leben ansehen, ist er sauer – 2. Mose 20,5) oder Zorn (weil wir seine Gebote übertreten haben, werden wir bestraft). Deshalb stellt der Monotheismus eine Sackgasse dar (https://www.guentherbirkenstock.de/monotheismus-gefaellig-nein-danke). Dieser „kleinkarierte“ Gott soll nach menschlicher Vorstellung auch gefälligst, wenn wir alles tun, was er will, dann wenigstens unsere Wünsche erfüllen! Wenn wir dieses Gottesbild über Bord werfen, wird damit aber Gott nicht obsolet, er kann aber dann nicht mehr durch Gebete in eine Dilemma-Situation gebracht werden oder ungerecht, weil er einigen hilft und anderen nicht. Dieses Gottesbild entstammt eben einer patriarchalen Gesellschaft, die für unsere abendländische Kultur typisch ist. Auch dann, wenn Gott als „Mutter“ verehrt würde, wie dies in matriarchalischen Kulturen typisch ist, änderte sich nichts prinzipiell, weil dies nur zu anderen, auch wieder menschlichen Projektionen führte, die wir mit einer treu sorgenden Mutter verbinden. Die Ablehnung eines dieser Gottesbilder führt aber nicht zwangsläufig zu einem Atheismus, sondern zu einer vielleicht reiferen Art der Gottessicht, die unserem fortschreitenden Bewusstsein entspricht.

Ich jedenfalls lasse mich auf das Abenteuer ein, mich nicht auf festgefahrene Gottesbilder zu verlassen, sondern habe Mut, den mühsamen Weg ins Ungewisse zu gehen, auch notfalls ohne Gebete auf den Lippen. Leider ist dieser Weg nicht angstfrei zu gehen und das Pfeifen (Beten) im Wald nicht unbedingt hilfreich. Was hilft aber dann?

  • Verstand: Wir können uns auf unseren Verstand verlassen. Nehmen wir tatsächlich an, Gott hat den Menschen erschaffen, warum sollte er ihn als ein einfältiges Wesen kreiert haben, das ständig ihn um seinen Rat (in Form eines Gebete) fragt? Bei dem Gebrauch des Verstandes habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Denken nicht immer nur bewusst, sondern auch unbewusst erfolgt. Wenn ich mit einem Problem einschlafe, ist es manchmal auch so, dass ich am nächsten Tag die Lösung weiß – also hat mein Verstand nachts unbewusst das Problem gelöst. Dieser Verstand ist also nicht nur das „krampfhafte“ Nachdenken, sondern besteht auch im dem Zulassen des intuitiven Denkens.
  • Gottvertrauen: Das mag jetzt komisch klingen, denn warum sollte man auf Gott vertrauen, auch wenn das direkte Beten als sinnlos eingestuft wird? Jesus hat es selbst so formuliert, in dem er es als überflüssig erklärte, viele Worte zu machen, denn Gott wisse schon vorher, was für uns gut ist (Matthäus 6,8). Ist also doch Gott irgendwie immer im Spiel? Hier könnte ein Analogie helfen: Jede Körperzelle hat eine eigene Intelligenz, kann also selbst Entscheidungen treffen und ist nicht ein blinder Erfüllungsgehilfe eines genetischen Programms. Hierauf hat insbesondere der Zellbiologe Bruce Lipton hingewiesen, etwa in seinem Buch „Intelligente Zellen“ (https://www.amazon.de/gp/product/3867283079/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i0). Aber die Zellen sind nicht völlig unabhängig voneinander, sondern gehorchen einem „Oberboss“, und dieser ist unsere eigene Persönlichkeit, d. h. wir steuern meistens unbewusst, manchmal aber auch bewusst (ein Yogi kann z. B. die Körpertemperatur bewusst regeln, seine Atmung oder auch den Herzschlag verlangsamen usw.) die Funktionen unseres Körpers. Ähnlich stelle ich es mir vor, wenn es Gott gibt: Er steuert unser Leben so, dass alle Wesen in seiner Welt so leben, dass sie in einem gemeinsamen Miteinander gut funktionieren. Deshalb können wir uns auf uns selbst verlassen und auch auf den Chef, der alles im Griff hat – das wäre zumindest meine logische Annahme, wenn die Hypothese stimmt, dass es Gott gibt. Denn warum sollte er wollen, dass es uns schlecht geht, weil ja dann das gesamte System zusammenbrechen würde. Dieser „Systemzusammenbruch“ geschieht nämlich dann, wenn einzelne Zellen versuchen, aus der gedachten Ordnung auszubrechen. Es wäre verständlich, wenn eine Nierenzelle darum bäte (vergleichbar mit unserem Beten), dass sie von der grässlichen Aufgabe entbunden würde, ständig Giftstoffe aus unserem Körper herauszufiltern. Wenn sie es dann ohne Genehmigung nicht mehr tut, dann entsteht eine Krebszelle, die nur noch ein Programm kennt: sich selbst zu reproduzieren. Nur durch die Einordnung in die für jede Körperzelle spezifisch vorgesehene Aufgabe, ermöglicht ein störungsfreies Funktionieren. Diese Analogie kann helfen zu verstehen, woher die uns oft schicksalhaft empfundene Zuweisung von spezifischen Rollen – ähnlich wie in einem Theaterstück – und schicksalhaft anmutende Fügungen kommen kann, die manchmal nicht akzeptabel erscheinen. Sie stellen im Gesamtplan Gottes eine Notwendigkeit dar und die Akzeptanz der uns zugedachten Rolle ermöglicht dann erst die Erfüllung dieses Planes. So gesehen könnte auch der Kreuzestod von Jesus verstanden werden, der für ihn unangenehm war zu akzeptieren, der aber notwendig war, um den Heilsplan Gottes voranzutreiben.   
  • Leben ist kein singuläres Ereignis: Nahtoderfahrungen und Berichte von Medien vermitteln das Bewusstsein, dass wir nicht Einzelwesen sind, die in einem sinnlosen Universum nur eine singuläre Erscheinung darstellen (https://cdn.website-editor.net/fe35026c78fc4ba9a5a55b7f2f4caf1a/files/uploaded/Nahtoderfahrung%2520-%2520Indiz%2520f%25C3%25BCr%2520ein%2520Leben%2520nach%2520dem%2520Tod.pdf . Wir leben zwar z. Z. auf der Erde, aber unsere eigentliche Heimat scheint ganz woanders zu sein: Dort, wohin wir gehen, wenn der biologische Tod eintritt, ist unser eigentliches Zuhause. Das Leben wäre dann also mehr als nur die physische Existenz, sondern ein fortlaufender Prozess hin zu einer Vollkommenheit, die wir noch nicht erreicht haben, die aber notwendig ist, um in einer auf Vollkommenheit angelegten (jenseitigen) Welt leben zu können. Unsere physische Welt erscheint mir für dieses Vorhaben völlig ungeeignet zu sein, denn die Unlösbarkeit der Hauptprobleme (Sterblichkeit, Kampf ums Überleben und das damit verbundene Muss zum Töten anderer Lebewesen, Krankheiten) stehen diesem im Wege. Deshalb kann diese ewige Heimat nur im Jenseits liegen. Diese Zuversicht macht das Leben erträglicher und auch sinnvoller – ohne sie wäre das Leben sinnlos, weil es kein absolutes Sein im überirdischen Sinne gäbe.
  • Wir leben in geistiger Gemeinschaft mit überirdischen Wesen: Selbst Atheisten haben in Nahtoderfahrungen Erlebnisse, die darauf hindeuten, dass wir im Jenseits „Seelengeschwister“ haben, die uns nahe sind – im irdischen Leben und im Tod. Wir treffen diese dann spätestens wieder, wenn wir sterben und sind dann mit diesen vereint. Diese sind uns nahe, wenn wir in unserem Leben in schwierigen Lebenssituationen sind, wirken auf uns „inspirierend“ und helfen uns beim Übergang in die jenseitige Welt. In diesem Zusammenhang kann man auch von „Seelenfamilien“ (Varda Hasselmann) sprechen (https://www.amazon.de/Die-Seelenfamilie-Struktur-seelischer-Beziehungen/dp/3442215293). Wenn es Gott gibt, dann wäre es absurd anzunehmen, er müsse alles allein regeln. Wäre es nicht sinnvoller anzunehmen, dass er „sein Personal“ hat, das für das gute Funktionieren sorgt? Dieses Personal könnte aus nie inkarnierten Wesen bestehen (Engel) oder aus sich immer wieder im materiellen Kosmos inkarnierenden Wesen, die im ständigen Wechsel zwischen Jenseits und Diesseits einen Reifeprozess durchlaufen, der gelingen kann oder auch nicht. Gelingt dieser nicht, dann kann man „Fallwesen“ sprechen, die aus dieser göttlichen Ordnung herausgefallen sind und sich gegen das spirituelle Licht stemmen, das dann aufgrund dieses Widerstandes „Schatten wirft“, d. h. zu Zerwürfnissen und Spaltungen führt, worauf insbesondere Armin Risi hingewiesen hat (https://armin-risi.ch/Buecher/Licht-wirft-keinen-Schatten.php).  

Also: Wer beten möchte, soll es auch weiter tun. Diese Freiheit sei jedem zugestanden, aber nach meinen Überlegungen scheint es eher sinnvoll zu sein, ein ständiges „Eingebettetsein“ in eine sinnvolle Welt anzunehmen, die ein Beten, magische Rituale u. ä. mehr überflüssig erscheinen lassen. Wir können uns darauf verlassen, dass alles gut funktioniert, weil entweder alles von Anfang gut gedacht und geplant war oder müssen im Gegenteil davon ausgehen, dass alles nur dem Chaos und der Sinnlosigkeit unterworfen ist. Ich halte die erste Variante für wahrscheinlicher.

©Büren, 28.03.2020, Günther Birkenstock

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