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Sind wir ein Volk von Duckmäusern geworden? Zugegeben: Es ist nicht immer leicht, gegen den so genannten „Mainstream“ der Meinung anzukämpfen, denn allzu zu leicht landet man im gesellschaftlichen Niemandsland! Wer eine Meinung vertritt, die der Mehrheit anderer Menschen widerspricht, bei dem läuten recht schnell die inneren Alarmglocken und er duckt sich weg. Welche Merkmale des „Duckmäusertums“ könnte man feststellen? Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Aspekte:

  • Nachgeben gegenüber dem Gruppendruck: Solomon Asch (1907 – 1996), ein amerikanischer Psychologe, hatte bereits in den 50iger Jahren zeigen können, dass Menschen, die einem Gruppendruck ausgesetzt sind, sich diesem beugen. Der als Wahrnehmungsexperiment getarnte Versuchsaufbau sah vor, dass eine Referenzlinie mit drei Vergleichslinien verglichen werden sollte, wobei ohne experimentell aufgebauten Gruppendruck – es wurden vom Versuchsleiter instruierte Versuchspersonen richtige Antworten gegeben – nur ca. 1 % falsche Schätzungen gaben. Es war also ziemlich eindeutig, welche Linie der zum Vergleich angebotenen Linie glich. Dies änderte sich aber sehr, als nun die vertrauten Versuchspersonen des Versuchsleiters einheitlich absichtlich falsche Urteile abgaben, denn von den Versuchspersonen, die sich plötzlich einer Mehrheit gegenüber sahen, die offensichtlich falsche Angaben machten, konnten nur ein Viertel dem Gruppendruck standhalten (weiterlesen) und passten sich wider besseres Wissen der Gruppenmeinung an. Gruppendruck bedeutet Stress für uns, weil wir uns im Dissens mit den anderen Personen befinden und uns isoliert fühlen. In solchen Situationen haben wir die Wahlmöglichkeit, entweder im Dissens mit uns selbst zu gehen, in dem wir uns der Meinung der anderen anpassen, oder in Dissens mit den anderen, in dem wir bei unserer Meinung bleiben. Wir müssen also davon überzeugt sein, dass unser Urteil richtig ist, wenn wir uns gegen den Gruppendruck wehren. Und das fällt vielen Menschen schwer, weil sie Angst vor Ausgrenzung und Isolation haben.
  • Autoritätsgläubigkeit: Ein anderer amerikaniischer Psychologe, nämlich Stanly Milgram (1933 – 1984), führte ein Experiment zum Autoritätsgehorsam durch: In einem fingierten Lernexperiment sollte ein eingeweihte Versuchsperson sinnlose Wortpaare lernen und die (echte) Versuchsperson durch Stromstöße die (eingeweihte) Versuchsperson bei falschen Antworten bestrafen (weiterlesen). Die Stromstöße wurden dabei immer beginnend mit 15 Volt um jeweils 15 Volt bis auf 450 Volt gesteigert. Es bestand kein Sichtkontakt (Anzeige der Antwort durch aufleuchtende Zahlen von 4 Multiple-Choice-Antworten) zur Versuchsperson. Es wurden selbstverständlich keine echten Stromstöße gegeben; um glaubwürdig zu sein, wurde der echten Versuchsperson zu Anfang der Sitzung ein echter Stromstoß von 45 Volt gegeben. Die eingeweihten Versuchspersonen waren angehalten, bei den immer höher werdenden Stromstößen ihre Reaktionen in der Form zu steigern, dass sie anfänglich nur stöhnten, herzzerreißende Schreie ausstießen oder am Ende gar keine Antwort mehr gaben. Bei auftretenden Widerständen der Versuchspersonen forderte der Versuchsleiter, der sich als Wissenschaftler ausgab und einen weißen Kittel trug, die Probanden durch die Sätze „bitte machen Sie weiter, Sie müssen unbedingt weitermachen oder Sie haben keine Wahl, sie müssen weitermachen“ dazu auf, das Experiment fortzusetzen. Auch wurde immer beteuert, dass er – das Institut – die Verantwortung übernehme. Das Ergebnis war: Von 40 Versuchspersonen brachen nur 14 den Versuch ab (aber erst ab 300 Volt), d.h. 26 gaben Stromstöße von 450 Volt. Das Experiment zeigte, dass der „ganz normale Bürger“ unter dem Deckmantel einer mit Autorität verkauften „Wissenschaft“ zum Mörder werden kann.
  • Feigheit: Die Asch- und das Milgram-Experimente zeigen, dass Menschen dazu neigen, einem äußeren Druck nachzugeben, wenn sie durch das Nichtnachgeben Nachteile für sich befürchten. Fast jeder hat es vielleicht selbst schon in der Schule oder am Arbeitsplatz erlebt: Da beschweren sich die Schüler oder die Arbeitskollegen über den Lehrer oder den Chef und protestieren gegen diesen. Einer fast sich ein Herz und formuliert die Vorwürfe und bringt sie entweder mündlich oder schriftlich an geeigneter Stelle vor. Wenn aber dann in einer offenen Diskussion der Lehrer oder der Chef fragt, wer noch der Meinung dieses Mutigen sei, verstummen die größten Maulhelden und bringen keinen Ton heraus. Der Beschwerer steht dann oft allein da. Der Duckmäuser ist wenig mutig, ein „Maulheld“, der nur sich groß tun kann, wenn er keine direkten Nachteile befürchten muss oder sogar in der Anonymität unerkannt seine Hasstiraden formulieren kann. Gerade im Internet tummeln sich eine Reihe dieser Scheinhelden, die sich in der scheinbaren Anonymität der sozialen Medien einen „Nickname“ zulegen, um dann so „richtig die Sau rauslassen“. Den Mut, sich zur eigenen Meinung zu bekennen, haben aber die wenigsten.
  • Kalkulierte Demut: Der Duckmäuser duckt sich nicht umsonst, er erwartet für die Anpassung an die „herrschende Meinung“ einer Gruppe, an die Erwartungen des Chefs oder einem Führungsgremium gegenüber, eine Gegenleistung. Diese Gegenleistung ist der Lohn der geheuchelten Demut. Diese Demut wird mit einem gewissen Kalkül vollzogen, wobei ein Tauschhandel vom Duckmäuser vorgeschlagen wird: Ich bin demütig, beuge mich den Erwartungen der anderen, will aber dafür eine Belohnung haben, nämlich die Anerkennung durch die Gruppe oder das Lob des Chefs und die Aussicht auf eine finanzielle Verbesserung, Beförderung oder Besetzung mit einer besseren Stellung in einem Betrieb, in einer Partei oder auch in einem Regierungsapparat. Die „Kriecherei“ – man gelobt immer die Meinung der oder des Mächtigeren zu vertreten – soll nach Meinung des Duckmäusers irgendwann belohnt werden. Es handelt sich also um eine kalkulierte Demut.
  • Weg des geringsten Widerstandes: Der Duckmäuser geht den Weg, der ihm die wenigsten Probleme bereitet. Er scheut das Risiko, das mit einer gegensätzlichen Meinung, mit einem Nichtmitmachen verbunden ist. Er passt sich äußerlich an und versucht sich wie ein Aal hindurch zu winden. Er leistet keinen Widerstand gegen Autoritäts- oder Gruppendruck und verfährt nach dem Motto: nur nicht auffallen. Diese „Stromlinienförmigkeit“ verhilft ihm zu einem „ruhigen Leben“, das ihm durch seine Vorsicht und Angepasstheit ermöglicht wird. Er opfert dabei lieber seine Selbstachtung zu Gunsten einer äußeren scheinbaren Sicherheit.
  • Verlust der Selbstachtung: Die Selbstachtung geht dann verloren, wenn die ständige Anpassung an die von anderen gewünschten Meinungen und Verhaltensweisen gegen die eigenen Standards verstößt. Der Duckmäuser hat dann die Wahl, irgendwann auch seine eigene Meinung und moralischen Prinzipien aufzugeben, um mit der inneren Dissonanz besser leben zu können, oder doch noch eine Kehrtwendung zu vollziehen und sich gegen Unrecht aufzulehnen. Diesem Dilemma kann sich der Duckmäuser nicht entziehen. Er muss sich irgendwann entscheiden.

In Deutschland scheinen sich viele dem so genannten Mainstream anzupassen, denn Abweichler werden sehr schnell mundtot gemacht. Dies fängt an mit der falschen Flüchtlingspolitik, durch die immer mehr Menschen in unser Land kommen, die nicht zu uns passen, weil sie unsere kulturellen Standards nicht teilen. Dies aber offen zu sagen oder gar zu schreiben, wird in der Weise nicht geduldet, dass diese Menschen dann als rechtsradikal und rassistisch verunglimpft und als „Nazis“ beschimpft werden. Mit großer Mehrheit hatte im vorigen Jahr deshalb der Bundestag, trotz einer von der AfD beantragten Debatte, die Unterzeichnung des Migrationspaktes gebilligt, weil man sich der Mehrheit der Staaten anschließen möchte, die ebenfalls zustimmen wollen. Wer etwa gegen die verbreitete Meinung angeht, dass das Kohlendioxid schuld an dem so genannten Klimawandel sei (das Wort Klimakatastrophe hat man im allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen abgelegt), wird als Wissenschaftler in der Weise ausgegrenzt, dass er keine Forschungsgelder mehr bekommt, denn die politisch gewollte Richtung ist vorgegeben: Die Erhöhung der globalen Erwärmung ist menschengemacht und schädlich. Und die meisten Menschen schlucken die Mär von der Klimaerwärmung durch CO2 und demonstrieren auch noch gegen die Gewinnung von Strom durch die Verbrennung von Braunkohle (obwohl dies unser einziger heimischer Energieträger ist). Die Indoktrination durch die Medien scheint voll zu wirken. Gegen Dummheit kämpfen eben auch Götter vergebens (weiterlesen). Wie verhält sich nun die Presse? Sie druckt alles ab, was über die Presseagenturen (z. B. DPA) herausgegeben wird, ohne dies kritisch zu hinterfragen, wobei man darauf achtet, die Mächtigen im Land nicht zu vergraulen. Da sollten doch die Bürger irgendwann sagen: Was brauche ich da noch eine Zeitung, wenn doch überall dasselbe drin steht. Und in den Nachrichten von ARD und ZDF erhält man auch nur Informationen, die dem Mainstream entsprechen. Diese Sendungen ähneln immer mehr den Nachrichten der Ex-DDR, die über die „Aktuelle Kamera“ als SED-Propaganda verbreitet wurden.

Der brave Bürger – der deutsche Michel – schluckt alles scheinbar und zieht sich in seine Privatsphäre zurück, lässt alles an sich abprallen, solange es ihn selbst nicht betrifft. Duckmäuser sind wir alle, wenn wir nicht den Mut haben, gegen diesen gefährlichen Mainstream anzugehen.       

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