Pin It

 

Weihnachten ist kein christliches Fest. Dies werden sicher viele Christen bestreiten, doch entspricht es den Tatsachen, dass sich weder in den Evangelien noch in den Berichten über die frühen Christenheit, wie etwa in der Apostelgeschichte, Anhaltspunkte für dieses Fest finden lassen. Nur im Lukasevangelium wird über die Geburt von Jesus berichtet und hieraus können wir erkennen, dass zu dieser Zeit Hirten nachts mit ihrer Herde auf dem Feld waren, somit es nicht „mitten im kalten Winter“ gewesen sein kann, wie es heute gerne feierlich gesungen wird, denn selbst im Palästina kann es nachts im Winter empfindlich kalt werden. Folgt man dem Lukas-Evangelium, dann könnte die Geburt vielleicht im Frühherbst gewesen sein, denn die Schafe der Hirten waren noch nicht von den Feldern geholt worden, was zu Beginn der Regenzeit im Oktober der Fall war(https://rcg.org/de/broschuren/ttooc-de.html). Im Übrigen galt das Feiern des Geburtstages einer für wichtig gehaltenen Person nach der Encyclopedia Americana, Auflage 1956, nicht als ein genereller christlicher Brauch, da eher der Tod einer beachtenswerten Person gefeiert wurde (https://rcg.org/de/broschuren/ttooc-de.html). Das Weihnachtsfest als Geburtstag von Jesus wurde wahrscheinlich erstmals im 4. Jahrhundert gefeiert, wobei der Geburtstag vor den vom Kaiser Aurelian festgesetzten Tag des heidnischen Sonnengottes gesetzt wurde (http://www.kunstsam.de/wie_ist_weihnachten_entstanden.html). Im römischen Reich war es zudem Brauch, Mitte Dezember die so genannten „Saturnalien“ abzuhalten, ein tagelanges Fest, bei dem ausgelassen gefeiert und die Häuser mit immergrünen Lorbeer geschmückt und die Freunde beschenkt wurden (https://www.ewigengottes.de/wp-content/uploads/2017/05/Christmas-grmn-11-14.pdf). Aber vielleicht ist das Weihnachtsfest noch viel älter, denn ein ähnliches Fest soll bereits 2.000 v. Chr. im heutigen Irak gefeiert worden sein. Bei dem  Sacaea Fest soll in einem Zeitraum von fünf Tagen zur Winter-Sonnwendzeit mit Umzügen, Darbietungen und gegenseitigen Geschenken sowie immergrünen Zweigen von Tannen und Misteln, die an Häusern angebracht wurden, gefeiert worden sein. Man entzündete Feuer, um die sterbende Sonne wieder zu beleben (https://www.ewigengottes.de/wp-content/uploads/2017/05/Christmas-grmn-11-14.pdf). In Deutschland wurde erstmals im 9. Jahrhundert das Weihnachtsfest als solches gefeiert, denn in der Synode von Mainz um 813 n. Chr. wurde dieses Fest offiziell angeordnet (https://www.bibel-offenbarung.org/falsche-anbetung/der-heidnische-ursprung-von-weihnachten.html). Verschieden Quellen weisen also darauf hin, dass die damaligen Christen das  heute als Weihnachtsfest bezeichnende Fest „heidnischen“ Bräuchen entlehnt hatte, die zum Anlass der Wintersonnenwende gefeiert wurden. Der Grund hierfür könnte daran liegen, dass die katholische Kirche sich diesem Brauchtum um die Sonnenwendzeit anschloss, um auch Heiden den jungen christlichen Glauben schmackhaft zu machen. Bibeltreue Christen, wie z. B. die Zeugen Jehovas, feiern deshalb Weihnachten nicht, weil es nicht biblisch begründbar ist.

Wie sieht es nun aus mit den um die Weihnachtsfeier herum gelagerten Bräuchen? Der Weihnachtsmann, der aus „dem hohen Norden“ kommt und eigentlich der „heilige St. Nikolaus“ ist, könnte sich bei näherem besehen auch nicht als so heilig herausstellen. Der St. Nikolaus, auf den sich der eigentliche Brauch bezieht und im englischen Sprachraum Santa Claus heißt, könnte sich als ein völlig unheiliger Mann herausstellen. Das Wort Santa könnte als Anagramm des Wortes Satan und das Wort Claus, das im Englischen genauso gesprochen wird wie das Wort Claws (Klauen), könnte dann als des Satans Klauen interpretiert werden (https://www.bibel-offenbarung.org/falsche-anbetung/der-heidnische-ursprung-von-weihnachten.html). Ist das ein Zufall? Selbst wenn der Nikolaus als unschuldig gelten sollte, wird er doch von seinem von allen gefürchteten „Knecht Ruprecht“ oder „Krampus“ begleitet, der aber als ein Dämon gilt, der die angeblich bösen Kinder mitnimmt (https://www.bibel-offenbarung.org/falsche-anbetung/der-heidnische-ursprung-von-weihnachten.html). Der Weihnachtsbaum, um den herum sich am Heiligen Abend die Familie versammelt, hat auch nichts mit dem Christentum zu tun. Es war schon immer ein heidnischer Brauch, der darin bestand, immergrüne Zweige, z. B. auch Tannen, als Symbol für die Wiedergeburt der Sonne, für den kommenden Frühling zu sehen. Erstmals soll 1419 von der Freiburger Bäckerschaft ein solcher Baum aufgestellt worden sein, der mit Nüssen und Früchten bestückt war (https://www-weihnachten.de/weihnachten-infos/christbaum.htm). Im Elsass sollen er im 16. Jahrhundert aufgetaucht sein. Um 1730 erschienen die ersten Kerzen. Die katholische Kirche soll angeblich gegen den Weihnachtsbaumbrauch gewesen sein – viele Wälder gehörten der katholischen Kirche, deshalb wollte sie nicht, dass zu Weihnachten die Menschen die Wälder plünderten (https://www-weihnachten.de/weihnachten-infos/christbaum.htm). Die Tradition des gegenseitigen Beschenkens kam im 15. Jahrhundert auf, als im Raum Konstanz die Kinder beschenkt wurden, allerdings am Nikolaustag. Martin Luther soll dann diesen Brauch in der Weise geändert haben, dass er das Christkind als Gabenbringer einführte (https://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/weihnachten/index.html).

Warum wird aber dann, wenn es keine Belege dafür gibt, dass Jesus in dieser Jahreszeit geboren wurde, das Weihnachtsfest immer noch gefeiert? Ganz einfach: Alle profitieren davon, und das im ganz profanen Sinne: Zunächst einmal ist das Weihnachtsfest ein immenser Wirtschaftsfaktor. Das liegt an der, wie ich es nenne, sich um diese Zeit ausbrechende „Schenkeritis“, die den Geschäftsleuten gerade zum Jahresabschluss noch einmal satte Gewinne beschert. Zu diesen Geschäftsleuten gehören auch z. B. diejenigen, die Jahrmärkte betreiben – von denen wiederum die Gemeindekassen durch Standgebühren klingeln - , die Weihnachtsbaumverkäufer, Baumschmuckhersteller, Kerzenmacher, Bäcker mit den verschiedensten Köstlichkeiten, angefangen vom Christstollen bis hin zum simplen Plätzchen. Auch die Kirchen freuen sich über das Weihnachtsfest, denn einmal sind die Kirchen mal wieder gefüllt, denn auch sonst abstinente Kirchenmitglieder wollen möglichst beim Glockengeläut zur Christmette marschieren und dort die schöne Stimmung mitnehmen („der Pfarrer hat so gut gepredigt…die Kinder haben so schön gesungen“…ach, es war alle so feierlich“). Um zum anderen freuen sie sich genauso wie der Staat selbst über die höheren Kirchen- und Einkommenssteuereinahmen, die durch das so genannte Weihnachtsgeld ausgelöst werden.  Manche  Arbeitnehmer freuen sich dann nur noch halb so viel über die Weihnachtszuwendung, weil durch die Steuerprogression ihnen verhältnismäßig mehr als sonst von den zusätzlichen Einnahmen abgezogen wird.

Das Weihnachtsfest gleicht einer kollektiven Lüge: Alle lügen sich und anderen etwas vor – und keiner wagt es zu sagen, dass es eine solche ist. Nur des Profits, der Geschenke, der vollen Kirchen, der „schönen Gefühle“ willen lügen alle mit – oder zumindest die meisten. Die Lüge ist aber gar nicht christlich! Die Lüge ist doch eigentlich die Domäne des Gegenspielers von Jesus Christus: Satan. Denn Jesus hat ihn als den Vater der Lüge bezeichnet (Johannes 8, 44). Wäre es dann nicht ein gutes Zeichen, dann diesem schlechten Ratgeber nicht zu folgen und Weihnachten nicht mehr zu feiern? Es wird Zeit ehrlich zu einander zu sein und den Mut zu haben, dem bösen Treiben ein Ende zu bereiten.

© Büren, 07.12.2019, Günther Birkenstock

Als Leserbriefe gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht (unbedingt) die Meinung der Redaktion wider, sondern stellen die subjektive Meinung des Einsenders dar.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren