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Der Kassenbon, der jetzt bei jedem Kauf dem Kunden ausgehändigt werden soll, ist ein weiterer Hinweis darauf, auf welche Form des Gemeinwesens wir uns weiter entwickeln sollen: einen Überwachungsstaat, bei dem der Fiskus jederzeit das Recht sich herausnimmt, alle finanziellen Transaktionen kontrollieren zu können, damit ihm nur ja kein müder Cent an Steuern verloren geht. Das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen” (BGBl. I S. 3152) ist eine Konkretisierung des § 146a AO, die folgende Regelungen vorsieht: 1. Ab 2020 müssen alle elektronischen Aufzeichnungssysteme über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen. 2. Über eine einheitliche digitale Schnittstelle muss jederzeit eine fehlerfreie Datenübermittlung von Grundaufzeichnungen an das Finanzamt möglich sein. 3. Alle Geschäftsvorfälle müssen mit Belegen nachgewiesen werden. 4. Alle elektronischen Kassen müssen bei dem Finanzamt gemeldet werden (https://www.orderbird.com/blog/kassensicherungsverordnung/). Nicht der an den Kunden ausgedruckte Kassenzettel ist der eigentliche Sinn der Verordnung, obwohl er bei Kunden und den Unternehmern für großen Ärger sorgt, sondern die direkte Vernetzung mit dem Finanzamt und die damit verbundene Kontrollmöglichkeit. Aber die Produktion des überflüssig empfundenen Kassenbons ist das als Schildbürgerstreich empfundene Ärgernis, weil dabei eine Unmenge unnötiges Papier gedruckt wird, was zusammengerechnet einem Papierstreifen von einer Länge von 2 Mio. km im Jahr entsprechen soll und auch nicht einfach in der Papiertonne entsorgt werden kann, weil die Beschichtung aus Thermopapier besteht (https://www.youtube.com/watch?v=ydWlIzSaNsI). Wenn es nicht so traurig wäre und auch wütend machte, wie der Staat seine Bürger mit immer mehr Bürokratie zu ersticken droht, könnte man tatsächlich darüber lachen.

© Büren, 05.01.2020, Günther Birkenstock  

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