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Weltbilder oder Weltanschauungen sind grundlegende Vorstellungen von der Welt, wie sie „von Anfang an“ gedacht waren und sind. Man könnte auch sagen: Sie sind Annahmen über das Vorhandensein von Grundvoraussetzungen über alles was ist, die unabhängig vom aktuellen Wissensstand a priori bestehen. Ich möchte grob zwei grundlegend voneinander unterschiedene Grundauffassungen darstellen, wobei diese auf Annahmen und nicht Beweisen beruhen, die auch deutlich machen, in welchem Dilemma wir stecken: Dieses Dilemma besteht darin, dass wir ein hohes Bedürfnis nach dem richtigen Weltverständnis haben, gleichzeitig aber mit unseren begrenzten Möglichkeiten der Welterkenntnis zu kämpfen haben. Oder anders ausgedrückt: Wir möchten eigentlich gerne wissen, was dieser Welt zugrunde liegt, weil daran auch im Wesentlichen die Sinnfrage hängt, gleichzeitig aber müssen wir uns immer mit Teilwissen oder Teilerkenntnissen begnügen, die wir dann bruchstückhaft zusammensetzen. Ich nenne dies das „Bedeutungs-Unsicherheits-Paradoxon“. Je bedeutender die Weltanschauungsfragen sind, desto unsicherer werden die Aussagen und umgekehrt, je trivialer sie sind desto sicherer sind hierzu Aussagen zu treffen.

Sachverhalt, Gegenstand komplex oder abstrakt

Hohe Relevanz für das Leben

Hoher Schwierigkeitsgrad der Überprüfbarkeit

Sachverhalt, Gegenstand einfach und anschaulich

geringe Relevanz für das Leben

Geringer Schwierigkeitsgrad der Überprüfbarkeit

 

Es gibt sehr viele verschiedene Weltbilder, die von Anfang an bestanden und sich weiter entwickelt haben. In der Regel kann man davon ausgehen, dass alle früheren Weltanschauungen naturnäher und von der Unmittelbarkeit der eigenen Erfahrungen geprägt waren, wie dies z. B. bei den Naturreligionen der Fall war: Hier wohnten die „Götter“ in der Natur selbst und bewirkten ihre Daseinsweise. Je weiter sich aber die Menschheit entwickelt hatte, desto mehr wurden sie immer abstrakter und entfernten sich auch weiter von der Natur weg, so wie der Mensch sich auch immer weiter von der Beherrschung durch natürliche Abläufe entfernt hatte und er dadurch autonomer wurde. Wenn man alle Weltbilder zusammennimmt und miteinander vergleichen würde, könnte man sie zu zwei sich konträr gegenüber stehenden Weltanschauungen zusammenziehen: Das spirituelle und ein materielles Weltbild. Das Wort spirituell ist deshalb gewählt, weil es im deutschen Sprachraum hierfür keine Bezeichnung gibt, die aber im englischen Sprachgebrauch vorzufinden ist, wobei mit „spirit“ eine über die reine sinnliche Wahrnehmung hinausgehende Dimension des Geistigen bezeichnet wird, die sich vom „mind“ unterscheidet, mit dem eher Erkennung- und Denkprozesse assoziiert sind. Wenn also vom Spirituellen gesprochen wird, dann gilt das im Sinne des im englischen Sprachgebrauch gemeinten nicht-materiellen, überirdisch Geistigen.

Hier nun eine tabellarische Übersicht der konträren Weltbilder:

materialistisches Weltbild

spirituelles Weltbild

Die Materie ist die Grundlage des Geistigen/Seelischen.

Das Geistige ist die Grundlage des sichtbaren Stoffes.

Es gibt keinen Schöpfer, alles hat sich "aus dem Nichts" von selbst entwickelt (Urknalltheorie, Selbstorganisation).

Es gibt einen Schöpfer (Gott), der entweder alles auf einmal geschaffen hat (Kreationisten) oder es allmählich evolutiv (intelligentes Design) entstehen lässt.

Das "Niedere" (Mineralien, Einzeller) hat zuerst existiert, alles "Höhere" (auch Menschen) hat sich daraus entwickelt.

Das "Höhere" (Gott, Geistwesen) existierte zuerst, es fanden Inkarnationen in der sichtbaren Welt statt ("Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt", Joh. 1,14).

Der Mensch ist ein "evolviertes Tier", er hat keine Sonderrolle.

Der Mensch wurde nach "dem Bilde Gottes" gemacht, Mose 1,27.

Alles was (durch Evolution) entstanden ist, entstand zufällig ohne Ziel und Sinn. Richard Dawkins: "In einem Universum mit blinden physikalischen Kräften… werden manche Menschen verletzt, andere haben Glück, und wird darin weder Sinn und Verstand noch irgendeine Gerechtigkeit finden. Das Universum, das wir beobachten, hat genau die Eigenschaften, mit denen man rechnet, wenn dahinter kein Plan, keine Absicht, kein Gut oder Böse steht, nichts außer blinder, erbarmungsloser Gleichgültigkeit" (Und es entsprang ein Fluss in Eden, S. 151).

Alles, was entstanden ist, ist planmäßig entstanden und entwickelt sich auf ein Ziel (Gott) hin; seine Sinngebung stammt auch daher (der absolute Sinn wird durch die Existenz Gottes begründet, alles Geschaffene bezieht seine relative Sinngebung aus dieser Quelle. Vaterunser: "Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden").

Es gibt kein Jenseits mit "übernatürlichen" Kräften, es hat alles, was geschieht, eine natürliche Ursache. Wir verstehen aber noch nicht alles, aber alles ist potenziell erklärbar, irgendwann wird die Naturwissenschaften es erklären können.

Es gibt eine sichtbare (mit unseren Sinnen), erfahrbare Welt und eine nicht sichtbare Welt. Diese für uns z. Z. nicht erfahrbare Welt wirkt in unsere Welt hinein durch jenseitige Wesen (Gott, Engel, Dämonen, Verstorbene): Wunder, Schicksal (Prädestination), Inspiration, Besessenheit.

Es gibt kein Leben vor der Geburt und nach dem Tod, wenn der Körper eines Individuums stirbt, stirbt damit auch das Seelisch/Geistige. Der Mensch kommt "aus dem Nichts" und geht wieder "in das Nichts" (Nihilismus).

Leben ist ewig: Es gibt es ein Leben vor der Geburt und nach dem Tod mit immer wiederkehrenden Inkarnationen (Reinkarnationslehre) oder: Es gibt zwar keine Präexistenz der Seele, aber ein Leben nach dem Tod in der jenseitigen Welt, das ewig währt (monotheistische Religionen) 

 

Das materielle Weltbild, das in unserer Zeit das naturwissenschaftliche Denken stark beeinflusst hat, geht von folgenden Grundannahmen aus: Alles, was wir an psychischen oder geistigen Prozessen sowohl beim Menschen als auch in der Natur beobachten können, hängt von einer materiellen, d. h. stofflichen Grundlage ab. Während ich also z. B. diese Sätze denke und gleichzeitig niederschreibe, ist das das Ergebnis der Tätigkeit des Gehirns. Ohne dieses Gehirn wären also diese Abläufe nicht möglich, das Gehirn ist somit die absolute Grundlage mentaler Vorgänge. Die logische Folge ist, dass diese mentalen Prozesse enden, sobald das Gehirn seine Tätigkeit einstellt. Dies ist spätestens mit dem Tod der Fall. Für einen materiell denkenden Menschen gibt es also jenseits des Todes keine mentalen Aktivitäten, sie enden mit der Vollendung des Sterbeprozesses durch den biologischen Tod. Wenn dieses materielle Weltbild angewandt wird, heißt dies konkret: Es gibt kein Leben vor der Geburt – jedes Individuum entsteht einfach mit der Befruchtung einer Eizelle durch einen Samenzelle, wenn man es jetzt auf die geschlechtliche Vermehrung bezieht – und auch keines nach dem Tod. Das Individuum existiert also nur einmal und kommt nicht wieder. Das gilt für den Menschen, aber auch für Tiere, allemal die Säugetiere, zu denen der Mensch rein biologisch gerechnet wird. Aber auch einzelne Pflanzen haben nur ein durch Zeitablauf  begrenztes Dasein. Der Baum z.  B. beginnt sein Leben mit dem Einpflanzen eines Samenkorns in der Erde. Er wächst heran, stirbt irgendwann, zerfällt wieder in seine Einzelteile und wird somit wieder zur Nahrung für andere Organismen. Der materialistisch denkende Mensch ist also der Auffassung, dass alles was existiert, nur als Einzelereignisse im kosmischen Geschehen angesehen werden können. Jedes Individuum kämpft in der für ihn bestehenden Welt den paradoxen Kampf ums Überleben, so wie dies die Evolutionisten behaupten, der aber deshalb als paradox bezeichnet werden kann, weil er nicht zu gewinnen ist, denn der Tod ist schon bei der Geburt der ständige Begleiter des Lebens. Wir und alle Kreaturen der Welt können diesen Kampf nie gewinnen, obwohl wir jeden Tag so tun, als wäre dieser Kampf lohnens- und erstrebenswert. Dies trifft aber nicht nur auf die Individuen der Welt zu, sondern betrifft den gesamten Kosmos. Er ist nach der „Urknalltheorie“ irgendwann „von selbst“ entstanden, wird aber auch irgendwann auch wieder vergehen, entweder, in dem alle Energievorräte des Weltalls sich verbraucht haben, oder alles in einem gigantischen „schwarzen Loch“ verschwindet. Für Materialisten gibt es keine „paranormalen“ Vorgänge wie Spuk, Geister, Engel oder Dämonen, geschweige denn einen Gott. Alles existiert in seiner Totalität nur auf der materiellen Grundlage der Aktivität von Atomen. Wie kann aber dieses Leben dann sinnvoll sein? Es hat keinen absoluten Sinn, würde ein Materialist sagen, außer dem, den wir selbst diesem Leben verleihen. Wir sind dann diejenigen, die den Sinn des Lebens selbst definieren müssen. Es gibt für ihn auch kein Schicksal, keine Vorherbestimmung, keine mystischen Begebenheiten, sondern alles ist eine Reihe von Zufällen, denen wir nur aufgrund unserer Gedanken eine Bedeutung geben. Es gibt keine geheimen oder geheimnisvollen hinter den Geschehnissen in der Welt gelegenen Ursachen. Wir sind nur Spielball eines eher erbarmungslosen Geschehens, dem wir nur versuchen können, unsere eigenen Bemühungen entgegenzusetzen, uns in diesem Spiel einzubringen, um es nach unseren Vorstellungen zu beeinflussen.

Das spirituelle Weltbild ist dem materialistischen entgegengesetzt. Hier ist alles was existiert das Ergebnis des Geistes. Das Geistige ist also der Grund dafür, dass überhaupt etwas vorhanden ist (erstes Gesetz der „hermetischen Gesetze“). Der Gedanke, der in meinem Gehirn entsteht, wenn ich diese Sätze formuliere und niederschreibe, setzt nur das Gehirn in Bewegung, damit die mentalen Prozesse in Gang kommen und diese dann zu beobachtbaren Worten und Sätzen führen, die dann zu Papier gebracht werden. Das Gehirn ist gleichsam nur das Werkzeug des Geistes, vergleichbar mit einem Computer, der vom User benutzt wird. Das Gehirn erzeugt keine eigenen Gedanken, so wie ein Computer nur elektronische Aktionen im Wechsel von Nullen und Einsen kennt, sondern ist auf den „Input“ angewiesen wie bei einem Computer, an dem der Benutzer sitzt und durch seine Eingaben diesen zur Tätigkeit animiert. Der spirituell denkende Mensch geht sogar noch über diese Vorstellung hinaus, indem er annimmt, dass noch nicht einmal das Gehirn notwendig ist, um geistige Prozesse in Gang zu bringen. Es ist ein nützliches Instrument, um in unserer stofflichen Welt agieren zu können. Befindet sich der Geist nicht mehr in der für uns wahrnehmbaren Welt – z. B. während einer „Astralreise“ oder spätestens nach dem Tod – dann agiert er auch nicht mehr in ihr, sondern befindet sich in einer Art „geistigen Welt“. Diese geistige Welt ist die wahre Heimat des Geistes, in die jeder nach seinem irdischen Tod zurückkehrt. Diese Formulierung gebrauchen auch viele Menschen, die so genannte „Nahtoderfahrungen“ gemacht haben, die nach einem „außerkörperlichen Ereignis“ den Kontakt zu dieser jenseitigen Welt herstellen, aber dann wieder in ihren physischen Körper zurückkehren. Sterben ist für einen spirituellen Menschen also nur eine Art „Dimensionswechsel“, bei dem die irdischen Gefilde verlassen werden. Das jeweilige individuelle Leben ist nicht nur ein zufälliges Ereignis in einem Kosmos, sondern eingebettet in einen sinnvollen Gesamtzusammenhang. Für einen spirituell denkenden Menschen ist also die Art und Weise, wie sich sein Leben gestaltet, in welche Lebenssituationen er gerät, welchen Menschen er begegnet, welche Möglichkeiten sich ihm bieten aufgrund seiner individuellen Begabungen und Lebensumstände, nicht eine zufällige Kombination von  Gegebenheiten  biologischer Art oder gesellschaftlicher Konstellationen. Für ihn stellen sich diese als durchaus gewählte Herausforderungen dar, die er nach einem ihm in der Regel nicht bewussten „Lebensplan“ so ausgewählt hat. Dieser Plan soll bereits vor dem Leben festgelegt worden sein in Absprache mit anderen „Seelengeschwistern“ in der geistigen Welt. Da für ihn das materiell wahrnehmbare Weltall nur eine Facette der Gesamtwirklichkeit darstellt, dessen Existenz oder Nichtexistenz für das geistige Leben unerheblich ist, macht er sich auch keine Gedanken darüber, was aus diesem Kosmos einmal werden wird, weil die „ewige Existenz“ nicht stofflicher Art ist. Die Sinnhaftigkeit allen Seins steht für ihn außerhalb des sichtbaren Weltgeschehens, das für ihn nur eine Bühne ist, auf der sich das abspielt, was im geistigen Reich geplant, gedacht und angestoßen oder irgendwie in Gang gesetzt wurde. Die wahren Akteure dieses Weltgeschehens stehen also für ihn hinter der Bühne. Sie sind gleichsam die Drehbuchautoren, die die Stücke geschrieben haben. Für ihn sind wir nur die Schauspieler, die versuchen, die Rollen „gut zu spielen“, die vorgeschrieben wurden. Alles was existiert, sei es auf der unteren Ebene unserer stofflichen Welt (Mineralien, Pflanzen) oder auf der höheren Ebene (Säugetiere, Menschen – vielleicht auch außerirdische Daseinsformen) hat seine essentielle Verankerung in der geistigen Welt, aus der alles hervorgegangen ist. Dort gibt es auch – wie in der stofflichen Welt – weiter entwickelte Wesen oder aber auch solche, die „zurückgeblieben“ sind. Diejenigen der spirituell eingestellten Menschen, die an einen „Weltschöpfer“ – in den meisten Fällen Gott genannt – glauben, sehen ihn als den Urheber und das Ziel allen physischen und nicht-physischen Seins. Dieser hat nach ihrer Auffassung die Regeln geschaffen, nach denen die geistige und stoffliche Welt funktionieren soll und denen sich keiner entziehen kann. Wer dies dennoch tut, gilt als zu den „abgefallenen Wesen“ (Teufel, Satan, Dämonen in der christlich-jüdischen Tradition – in der islamischen Welt Djnn genannt) zugehörig, die versuchen, die Menschen zum Negativen hin zu verführen.

Wenn wir uns die Welt von heute ansehen, werden wir feststellen müssen, dass sie vom materialistischen Weltbild geprägt ist. Vor allem in der Politik macht es sich  bemerkbar. Die Merkmale einer Politik, die auf dieser Weltanschauung aufbaut, könnte man folgendermaßen charakterisieren:

  • Eigenliebe: Es dominiert die auf den eigenen Vorteil bedachte Vorgehensweise. Die dem Gemeinwohl dienende Politik gibt es nur in „Sonntagsreden“. Wenn es aber darum geht, „die eigene Haut zu retten“, hat das Gemeinwohl hinten anzustehen.
  • Kurzatmigkeit: Da das eigene Leben ja als eine relativ kurzfristige Episode in der Geschichte angesehen wird, bleiben langfristige Zielsetzungen aus. Nur das was heute und vielleicht noch morgen nützt, ist wichtig.
  • Perspektivlosigkeit: Der Kurzatmigkeit folgt die von einer Planlosigkeit geprägte Alltagspolitik. Weil die langfristigen Ziele fehlen und eine auf ein „Gottvertrauen“ gerichtete Sicherheit fehlt, gibt es keine Weitsicht in der Planung.
  • Scheinaktionismus: Man täuscht durch eine Regsamkeit in der Beschäftigung im politischen Alltag ein wirklich planvolles Verhalten vor. Es soll in der Öffentlichkeit der Eindruck erscheinen, man hätte alles im Griff, sei durch eigene Aktionen Herr der Lage. Das Gegenteil ist oft der Fall.
  • Führungslosigkeit: Weil es an klaren Zielen und eindeutigen, auf festen Fundamenten stützende Planungen mangelt, entsteht ein Vakuum der Führungslosigkeit. Das Gemeinwesen gleicht einem Schiff, dessen Kapitän abhandengekommen ist oder das bei Anwesenheit eines Kapitäns, der aber unfähig ist, das Schiff in eine bestimmte Richtung zu lenken, in Seenot gerät.
  • Moralischer Verfall: Es gibt keine eindeutigen moralischen Überzeugungen mehr, nach denen gehandelt wird, sie sind austauschbar, wie die Hosenanzüge, die man täglich wechselt. Lügen, Vertuschung eigener Fehler und Verrat gehören zum politischen Alltagsgeschäft, um das eigene Überleben zu sichern.
  • Bedingungsloser Utilitarismus: Weil es kein moralisches Fundament mehr gibt, gelten nur noch Nützlichkeitsüberlegungen. Was vor allem dem eigenen Wohlergehen nützt, gilt als richtig.
  • Götzenreligionen: Weil ein ausreichendes Fundament eines unerschütterlichen Glaubens fehlt, stürzt man sich auf scheinreligiöse Vorbilder und Überzeugungen. Neue Glaubenssysteme treten an die Stellen traditioneller religiöser Überzeugungen. Der „Glaube an den Klimawandel“ und seine Protagonisten ist ein typisches Beispiel dieser Entwicklung.
  • Politik gegen das eigene Volk: Den modernen Götzen zu huldigen ist wichtiger als dem Wohl des eigenen Volkes zu dienen. Für sie werden die Menschen geopfert fast so wie früher, als Menschen noch für „die Götter“ getötet wurden. Nur werden heute die Menschenopfer nicht mehr als solche erkannt. Dass z. B. dem „Klimagötzen“ heute menschliche Existenzen durch Vernichtung von entstandenen Strukturen in der Wirtschaft, die den Menschen bisher genutzt haben, geopfert werden, ist ein beredtes Beispiel dieses modernen „Götzendienstes“.    

Der „Kampf der Welten“ besteht also im Kampf zwischen konträr sich gegenseitig ausschließenden Weltanschauungen, die a priori (also bereits vor der Interpretation der Welt stehend) miteinander in Konkurrenz stehen. Ich habe mich für das spirituelle Weltbild entschieden, da es für mich nicht nur tröstlicher ist als das materielle, sondern auch stimmiger und schlüssiger erscheint. Das Weltbild entscheidet aber für mich nicht nur darüber, wie ich die Welt interpretiere, sondern wie ich in ihr agiere, also auch insbesondere über meine eigenen moralischen Grundsätze, nach denen ich versuche zu handeln. Mir erscheint der heute weit verbreitete Egoismus auf der Basis eines materiellen Weltbildes logischer begründbar als auf der Grundlage einer spirituellen Weltanschauung. Denn wenn das Leben wirklich nur ein einzelnes Ereignis in einer an sich nicht sinnvollen Welt ist, macht es auch keinen Sinn, sich nach „höheren moralischen Grundsätzen“ zu richten, sondern es ist dann folgerichtig, vornehmlich für die kurze Zeit der eigenen  Existenz nur um die besten Überlebenschancen zu kämpfen – auch wenn dieser Kampf nicht gewonnen werden kann. Deshalb ist die Verdrängung des Themas Tod die logische Denkweise eines Materialisten, der nicht an eine Weiterexistenz nach dem Tod glaubt. Da ich, der ich dem spirituellen Weltbild anhänge, an die Weiterexistenz glaube und auch daran, dass es nicht egal ist, nach welchen moralischen Grundsätzen ich gelebt habe, bin ich auch eher bereit, die nicht angenehmen Seiten einer irdischen Existenz zu akzeptieren in der Hoffnung, dass die Sinnhaftigkeit allen Seins dieser Welt vorausgeht und diese letztendlich bestimmt.

©Büren, 16.01.2020, Günther Birkenstock

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