Pin It

 

In seiner Regierungserklärung vom 4.3.2020 hob der frisch vereidigte Ministerpräsident des Freistaates Thüringen hervor, dass er dem Herrn Höcke, einem Mitglied des zuvor als hohes Haus gewürdigten Thüringer Landtages nicht die Hand gegeben habe. Daraus folgerte messerscharf der Schluss, dies könne man als ungehobelte Manier betrachten. Hier hat der Ministerpräsident recht und verdient in seinem Urteil parteiübergreifend unumwundene Zustimmung!

 

Nachfolgend umriss der wiedereingesetzte Staatenlenker allerdings ein seltsames Gefüge an sinnfreien Unstimmigkeiten. Diese ließen allesamt eine demokratische Grundhaltung ebenso vermissen, wie profunde Kenntnisse über das, rhetorisch bis zum Übermaß bemühten Staatsorganisationsprinzip. So wurde beispielsweise ausgeführt, dass sich der Amtsvorgänger, Herr Kemmerich mit dem Zurwahlstellen bereit gefunden hätte, als Parlamentarier für die Stimmen seiner Partei Verantwortung zu übernehmen. Derart groben Unfug und anmaßende Unterstellung enthalten Vorträge im Nachgang von Organisationswahlen selten. Jeder Parlamentarier der sich aufrecht um das Amt des Ministerpräsidenten bemüht ist doch wohl bereit, unbeugsam Verantwortung für das gesamte Land und alle seine Bürger zu übernehmen. Nicht?

 

Jedenfalls begründet das neu bestellte alte Oberhaupt seine Weigerung, einer erprobten, friedensstiftenden Sitte zu folgen mit dem ihm wichtig erscheinenden Erfordernis, dass die Alternative für Deutschland bitteschön in ihrer Gesamtheit die Demokratie verteidigen möge und nicht etwa aufrechte Demokraten auf eine Leimspur führe, Fallen stelle oder die Demokratie mit Füßen trete. Solches wäre innerparteilich zu klären.

 

Das ist geklärt! Peinlichst genau achten die Verantwortungsträger unserer Gliederungen in Gänze das tragende Formengerüst unseres Gemeinwesens. Innerhalb dieses trachten sie nach einer Veränderung im Sinne der niedergelegten programmatischen Grundsätze. Insbesondere streben sie, unter Herbeiführung eines zuträglichen Wählervotums, die Ablösung nicht bürgerlicher Regierungen an. Wo nötig und mit allem gebotenen Eifer begegnen sie dabei Anwürfen gegen unsere Verfassungsgrundsätze. Da sei sich ein jeder gewiss!

 

Kein Mandatsträger der Alternative für Deutschland ist jemals dabei beobachtet worden, ein Ergebnis von ordnungsgemäß abgehaltenen Wahlen als vom Zustandekommen unverzeihlich oder vom Ergebnis umgehend korrekturbedürftig zu bezeichnen. Bezugnehmende Maßnahmen gibt es schon gar nicht. Zumindest allen Mitgliedern der AfD Fraktion im Thüringer Landtag darf der Ministerpräsident vor seinem zur Schau gestellten inneren Kompass unumwunden die Hand reichen. Müssen tut er es aber nicht. Er kann gerne auch weiterhin seinen mit süßen Worten gelobten inneren Kompass durch Taten verdeutlichen.

 

© Arno Niederastroth (Arno Niederastroth ist im Vorstand des AfD Bezirksverband Detmold sowie der stellvertretende Sprecher im AfD Kreisverband Gütersloh)

Als Leserbriefe gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht (unbedingt) die Meinung der Redaktion wider, sondern stellen die subjektive Meinung des Einsenders dar.

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren