Geht es in der Welt gerecht zu? Nein! Die Bösen bleiben oft ungestraft, die Guten werden oft zu Unrecht verurteilt. „Du musst ein Schwein sein in dieser Welt, Schwein sein. Du musst gemein sein in dieser Welt, gemein sein. Denn willst du ehrlich durch´s Leben gehen, ehrlich, kriegst ´nen Arschtritt als Dankeschön, gefährlich…“. So sangen es „Die Prinzen“ 1995 zutreffend[1], wie es in unserer Welt manchmal zugeht („Die Welt ist ein Gerichtssaal und die Bösen kriegen recht“). Deshalb ist es für mich oft unerträglich zu denken, dass es nicht so etwas wie eine absolute Gerechtigkeit gibt. Die Ungerechtigkeit in unserer Welt schreit manchmal zum Himmel. Wie kommt es dazu und wie ist sie zu erklären? Was kann man dagegen tun? Ich will zunächst einmal den vielen Formen der Ungerechtigkeit versuchen auf die Spur zu kommen.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=BWwhz4hPkSk

Ostern im Jahr 2021: Es ist kein normales Osterfest, sondern eines, das zum zweiten Mal nach Ausbruch der Corona-Krise sang- und klanglos verstrichen ist. Dabei ist es das höchste Fest der Christenheit, glauben sie doch an die Auferstehung von Jesus Christus an dem Ostermorgen, an dem die Frauen ein leeres Grab vorgefunden hatten.  Aber gab es diese Auferstehung auch wirklich? Oder ist alles ein Mythos?

Zu der Frage über das Leben nach dem Tod gibt es kontroverse Ansichten, die weniger auf konkret fassbaren Fakten beruhen, sondern eher auf vorgefassten Meinungen hierzu, die je nach Weltanschauung entweder in Richtung Pro oder Kontra gehen. Um es vorweg zu sagen: Ich tendiere zu der Annahme, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und werde mich im Folgenden darauf konzentrieren, Belege für diese Annahme zu nennen. Es wird also keine „ausgewogene“ Betrachtung werden, weil ich nach meinen bisherigen Recherchen hierzu diese Annahme am plausibelsten ansehe.

Wer hat es nicht schon einmal erlebt, dass er ein Gerät gekauft hat, das eigentlich ganz gut funktioniert, bis auf eine Kleinigkeit, dass vielleicht ein Stecker lose sitzt, der An- und Ausschalter einen Wackelkontakt hat oder Ähnliches. Alles geht, aber dieses Detail bringt das alles zum Erliegen, weil dadurch das Gerät nicht in Gang gebracht werden kann. Der Teufel sitzt im Detail ist eine Beschreibung für ein Phänomen, das jeder aus dem Alltag kennt, entweder funktioniert etwas nicht – wegen einer Kleinigkeit – oder ein großartiger Entwurf für eine gesellschaftliche Reform funktioniert nicht, weil auch hier wieder, wenn man versucht, die Sache in ein Gesetzeswerk zu gießen, die Details die Sache zum Scheitern bringen. Es gibt aber auch eine Detailgenauigkeit und Detailverliebtheit, die in moralischer Hinsicht uns Probleme macht. Welche sind das? Oder sollten wir es mit der Moral nicht so genau nehmen und in Kleinigkeiten etwas großzügiger sein?

Wer hat es nicht schon einmal erlebt: Man hat eine gute Idee und erzählt sie jemand oder bringt sie in einer Gruppe ein. Entweder man gerät in einer Gruppe an einen Typus Mensch, der prinzipiell dafür ist oder derjenige, den man seine Idee unterbreitet, zeigt sich zunächst begeistert. Aber dann kommt die Wende in das Schreckliche: Ja, wird einem entgegnet, das sei ja alles ganz schön und gut, aber…; dann folgen eine Reihe von Bedenken, die die schöne Idee kaputt machen. Ich nenne sie die Ja-aber-Typen, die uns manchmal das Leben schwer machen.

„I have a dream“ war der bekannte Ausspruch des Bürgerrechtlers Martin Luther King, an den ich mich gerne erinnere, weil unsere Träume auch unsere innersten Wünsche widerspiegeln, die wir haben von einer „besseren Welt“, die wir gestalten könnten. Oder sind alle unsere Bemühungen von vorn herein zum Scheitern verurteilt? Ich will versuchen, die Eckpunkte dieses Utopia zu entwickeln, die auf meiner Intuition beruhen.

Ich spiele mittlerweile, wenn ich nicht mit realen Menschen Skat spielen kann, online Skat (anschauen). Hier habe ich mich lange Zeit immer geärgert, wenn ich mal wieder (ungerecht) verloren hatte. Die Folge war, dass ich mit dem Reizen vorsichtiger wurde, weil ich dachte, ich könnte wieder verlieren. Das ging solange, bis ich mein Ziel geändert hatte: ich will einfach nur interessante Spiele haben – und ob ich verliere ist doch eigentlich doch völlig unwichtig, denn es ist doch sowieso nur ein Spiel (weiterlesen). Es kommt also darauf an, wie man sein Ziel definiert und dadurch relativiert sich vieles. Kommt es also auf die Relation an?

Es geht mir in der letzten Zeit öfter so, dass jemand zu mir sagt; „Alles gut!“ Und das mit einem Unterton, der beschwichtigend oder beruhigend wirken soll, wenn man sich in einer schwierigen Situation befindet oder irgendetwas schief gegangen ist. Ich kann nur sagen: Dieser Ausspruch beruhigt mich ganz und gar nicht, weil es mir vorkommt, als spreche jemand zu mir wie mit einem kleinen Kind. Denn, so möchte ich dann als Reaktion am liebsten entgegnen: „Nichts ist gut!“ Was ist nun richtig?

Zum Ende  eines Jahres nimmt die Zahl derjenigen zu, die meinen, sie müssten sich für das nächste Jahr etwas Besonderes vornehmen. Diese guten Vorsätze sollen dann nach dem Jahreswechsel in die Tat umgesetzt werden. Das, was der eine oder andere sich vorgenommen hat, soll dann endlich fruchten. Macht es also Sinn, sich für den Jahreswechsel  etwas auszudenken, was dann just im neuen Jahr geändert werden oder verbessert werden soll?

Weihnachten fällt dieses Jahr einem kleinen Virus zum Opfer. Es verunmöglicht die für viele wichtigen Ereignisse zum Ende des Jahres: Der Gang zur Christmette mit Krippenspiel, Orgelklänge und gemeinsamen Gesang, wie etwa dem Lied „Oh du fröhliche…“, der Segen des Pfarrers mit der Botschaft, das Jesus Christus in die Welt gekommen sei, um uns zu erlösen – und das alle Jahre wieder. Nun dominieren die Technik (Übertragung per Internet oder Videobotschaft) und die Privatisierung des Festes als Singelveranstaltung (viele sind allein zu Hause und trauen sich nicht aus dem Haus) oder kleine Feier im engsten Familienkreis (wegen der Ansteckungsgefahr). Was ist aber das, was viele so schmerzlich vermissen?

Durch die Corona-Verordnung (NRW) ist der Silvesterspaß für viele vorbei, denn zum „Jahreswechsel 2020/2021 sind öffentlich veranstaltete Feuerwerke sowie jede Verwendung von Pyrotechnik auf von den zuständigen Behörden näher zu bestimmenden publikumsträchtigen Plätzen und Straßen untersagt“ (weiterlesen). Den Moralisten war die Silvesterknallerei schon immer ein Dorn im Auge, denn anscheinend verstehen diese keinen Spaß. Schließen sich Moral und Lebensfreude aus?

Im Oktober 2019 hatte Pastor Olaf Latzel in Bremen eine verhängnisvolle Rede in einem Eheseminar gehalten, in dem er die Homosexualität als Sünde bezeichnet hat. Das führte letztendlich zu einer Verurteilung am Amtsgericht Bremen (AZ: 96 Ds 225 Js 26577/20) wegen Volksverhetzung zu einer Strafe von 90 Tagessätzen zu 90 EU = 8.100 EUR (weiterlesen). Ist Latzel ein Volksverhetzer oder ein moderner Martin Luther?

Es gab noch Zeiten, das wussten die Menschen, ohne dass ihnen jemand etwas sagte, was richtig und falsch war. Sie wussten, dass bestimmte Handlungen gut und andere böse sind, ohne jemand zu fragen. Aber mir scheint, dass diese Zeiten vorbei sind und wir in einem Land leben, in dem diese feine Stimme in uns selber, die uns und andere schützt, verloren geht. Gleiten wir in eine gewissenlose Republik?

Kann es sein, dass sich Jesus in vielen Dingen geirrt hat, weil er auch fehlerhaft – wie ein Mensch – war? Diese Frage stellt sich so schnell kein Theologe, denn dann würde er an dem Ast sägen, auf dem er selbst sitzt. Da ich nichts mehr mit der Kirche am Hut habe und mich als „Freidenker“ sehe, stelle ich diese Fragen und versuche ihr nachzugehen: War Jesus ein Mensch oder Gott?

In der Corona-Krise wird in letzter Zeit oft von systemrelevanten Berufen und Unternehmen gesprochen. Als unverzichtbar galt eine Weile, zumindest im Hinblick auf die Frage, ob ein Anspruch auf die „Notfallbetreuung“ eines Kindes in einer Kita besteht, ob jemand in einem „systemrelevanten“ Beruf tätig ist. Aber was ist systemrelevant? Für welches System sind bestimmte Personen notwendig?

Ein Bekannter von mir erzählte mir die sicher in anderer Form schon häufig gehörte Story von der Frau, die darüber berichtete, dass sie sich mit ihrem Mann sehr oft gestritten habe – aber die Versöhnung wäre immer schön gewesen. Die Phantasie der meisten, die eine solche Geschichte hören, geht sicher in die Richtung, dass diese Versöhnung am ehesten auf sexuellem Gebiet stattfand. Aber ist eigentlich die Versöhnung, die so gerne überall als „Allheilmittel“ angepriesen wird – sei es in Paarbeziehungen, zwischen ehemaligen Feinden oder sogar im politischen Raum, etwa zwischen zwei Staaten – wirklich so erstrebens- und wünschenswert? Oder könnte es sein, dass wir da einer Illusion aufsitzen?

Was ist das mit der richtigen Distanz? Gibt es die Distanz, aus der heraus eine Sache, eine Person, ein Sachverhalt am besten gesehen und beurteilt werden kann? Es gibt hierbei eine zu große Distanz, so dass alles nicht mehr genau erkannt werden kann oder auch eine kurze Distanz, so dass darunter auch die korrekte Wahrnehmung leidet. Distanz kann räumlich oder auch zeitlich gemeint sein, die sich zwischen uns und einem Geschehen, einer Person oder einer Sache befindet. Welches ist die Distanz, die uns eine möglichst genaue Betrachtung ermöglicht?

Als Kind habe ich mich immer geärgert, wenn ich bei einem Gesellschaftsspiel verloren hatte und meine Eltern meinten: „Es ist doch nur ein Spiel“. Ist es wirklich so, dass die Spiele nicht so ernst genommen werden sollten? Ist vielleicht das Leben auch nur ein Spiel?

Jeder kennt sie. Es sind diejenigen, die bereits in der Schule Klassensprecher werden wollen, die in den Vereinen gerne im Vorstand sein möchten oder in den Parteien ein Amt haben: die Pöstchenjäger. Was sind das für Menschen?

Neale Donald Walsch gilt als einer der Großen der „Neuoffenbarungen“ Gottes. Ich habe schon einiges über ihn gelesen und mir kürzlich die Trilogie „Gespräche mit Gott“ (Arkana Verlag, 2009) gekauft. Dieses Machwerk hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Es wird darin postuliert, dass er bei diesen Werken die Antworten auf seine Fragen höchstpersönlich von Gott diktiert bekommen hat. Aber stimmt das wirklich?

Eine der Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens ist es, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Ist diese Überzeugung glaubwürdig oder nur Fiktion? Für die Kirchen hängt von der Beantwortung dieser Frage viel ab, denn ihre „Daseinsberechtigung“ hängt an der positiven Beantwortung dieser Frage. Ihr Credo besteht doch darin, dass sie durch ihr Handeln in dieser Welt diese Glaubensgewissheit immer wieder vermittelt und den Gläubigen die Hoffnung gibt, dass ihr Leben im Hinblick auf ein erwartetes Jenseits abgesichert ist. Sie ist aber nicht nur der Vermittler der Hoffnung, sondern gibt auch vor, dass durch die „heiligen Sakramente“ die Teilhabe an den durch den Kreuzestod ausgelösten Heilsversprechen ermöglicht wird. Um das Ergebnis vorab zu sagen: Ich halte diesen Glauben nicht für überzeugend und damit auch die Daseinsberechtigung der Kirche für unbegründet. Gehen wir der Sache auf den Grund:

 

Von Leonard Löwe aus dem neusten Band "Gedankenspiele 15"

  1. August 2020

 

Entsprechend hat das rechts-konservative politische Lager keine eigentliche Ideologie.

Die rechts-Konservativen erkennen schlicht die Existenz und das Funktionieren des Marktes an, sehen als absolut und unverhandelbaren Grundwert die Freiheit und wollen die Fortentwicklung des Landes durch die Mitbestimmung der Bevölkerung in Form von demokratischen Wahlen. Sie existieren auf Basis des absolut unverhandelbaren Grundwerts des Menschen: Freiheit.

Die Moral ist in Verruf gekommen. Viel zu oft wurde sie missbraucht, um unliebsame Kritiker los zu werden. Die jeweils herrschenden Eliten haben sie gebraucht, um die „breite Masse“ in Schach zu halten, Angst und Schrecken wurden bemüht, um sie zu kontrollieren. Also scheinen viele zu denken: Warum brauchen wir dann noch Moral? Ist das nicht „ein alter Hut“? Moral war noch nie so wertvoll wie heute – um es im Stil eines bekannten Werbeslogans zu sagen (weiterlesen). Warum ist das so? Hier meine Antworten:  

Die sieben Todsünden (Hochmut, Geiz, Wollust, Jähzorn, Völlerei, Neid, Faulheit) waren in der Kirchengeschichte einmal ein großes Thema, wurden aber inzwischen fast vergessen, weil man auch dort nicht mehr so gern von Sünde spricht. Im religiösen Sinne bedeutet Sünde, dass sich jemand von Gott absondert. So gesehen, sind diese Todsünden, die vielleicht als Untugenden bezeichnet werden sollten, heute noch aktuell (weiterrlesen, Die 7 Todsünden, heute noch aktuell?). Im Journalismus gibt es auch in einer gewissen Weise Todsünden, weil dadurch der Journalist sich von etwas absondert: der Wahrheit. Der Wahrheit, auch wenn sie oft schwer zu finden und zu beschreiben ist, sollte er sich immer verpflichtet sehen. Was hält ihn aber davon ab? Hier die Todsünden, die das bedingen:

Als Christian Wulff gesagt hatte: „...Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“ (weiterlesen), bekam er Kritik, vor allem aber auch viel Lob. Das war noch im Jahr 2010. Aber es war nicht Wulff, der diesen Satz – Islam gehört zu Deutschland – prägte, sondern bereits Wolfgang Schäuble hatte dies im Jahr 2006 gesagt, als er die erste Islamkonferenz ins Leben rief (weiterlesen). Viele andere prominente stimmten mit in das Loblied ein über den Islam wie z. B. de Maizière, Merkel, Lammert und Gauck (weiterlesen)   – der einzige Querschießer war Seehofer, aber das war noch bevor er wieder in das Kabinett Merkel nach 2017 einstieg. Stimmt dieser Satz aber wirklich? Ich behaupte nein, denn vieles spricht dagegen. Hier meine Argumente:

Es wird immer wieder gesagt, wenn, wie dies jetzt bei den Corona-Demonstrationen der Fall war, Polizisten hart und ausnehmend brutal gegen die Demonstranten vorgehen, dass diese nicht anders gekonnt hätten, da ihnen das so befohlen wurde. Es wird auch behauptet, dass der Soldat, der auf den berühmten Auslöser für das Öffnen der Klappen an seinem Flugzeug drückt, um die schwere Bombenlast auf Städte und Menschen zu werfen, auch dieser nicht anders konnte, weil er nur auf Befehl gehandelt hätte. Hat der Mann, der über Hiroshima die Atombombe abgeworfen hatte, Schuld an dem Elend vieler Menschen oder war er frei von Schuld, da er nur aufgrund eines Befehls gehandelt hat? Viele neigen dazu, die Befehlsempfänger in Schutz zu nehmen und zu sagen, sie konnten nicht anders handeln, die Befehlshaber träfen die Schuld. Falsch! Diese Ausrede lasse ich nicht gelten. Hier meine Gründe:

Die gegenwärtige Corona-Krise offenbart nicht nur die Spaltung in Deutschland in Befürworter und Gegner des Regierungskurses zur Bekämpfung des Covid19-Virus, sondern auch das Problem, mit dem sich Menschen beschäftigen, wenn sie versuchen, den gegenwärtigen „Glaubenskrieg“ für sich selbst in ihre Weltsicht richtig einzuordnen: Wer hat nun recht? Wer ist im „Besitz der Wahrheit“? Es ist aber nicht das erste Mal, dass Menschen in diese tiefe Vertrauenskrise geraten und sich fragen: Wem kann man noch vertrauen?

Die Kirchen haben es verstanden, den Gläubigen zu suggerieren: Wenn ihr bei uns (zahlende) Mitglieder seid, könnt ihr euch „auf der sicheren Seite“ wähnen, wenn ihr nach dem Tod beim „jüngsten Gericht“ vor Gott stehen werdet, wir geben euch hierzu ein sicheres Geleit, in dem wir euch mit den „heiligen Sakramenten“ versehen. Davon steht aber – was unsere Staats-Kirchen nicht gerne hören wollen – nichts in den Evangelien. Sowohl z. B. im Matthäus-Evangelium (Matthäus 25, 40) als auch in Offenbarung des Johannes (Offenbarung 20, 12) geht es ausschließlich um gute Werke, um in das Himmelreich einzugehen. Und Jakobus, der Bruder von Jesus, hatte es auch klar formuliert, dass der Glaube ohne gute Werke tot ist (Jakobus 2, 16-17). Aber was sind gute Werke?

Das Mittelalter war die Hochburg des Höllenglaubens. Tausende sind am Ende ihres Lebens, auch wenn sie zeitlebens nichts mit Gott und Glauben zu tun haben wollten, noch schnell in die Arme der scheinbar rettenden Kirche mit dem Sakrament der „letzten Ölung“ geflüchtet, haben ihr Vermögen der Kirche vermacht in der Hoffnung, dass durch diesen Akt ihre Seele gerettet würde und ihnen die Hölle erspart bleibt. Ist etwas dran an der Hölle oder sind das alles nur Hirngespinste?

In den Film „Hinter dem Horizont“ aus dem Jahr 1998 (weiterlesen) sprach  Chris Nielsen (Robin Williams) zu seiner Frau Annie (Annabella Sciorra) immer dann von „E-Tagen“, wenn eine wichtige Entscheidung getroffen werden musste. Für mich ist dies ein fester Begriff geworden, wenn bei mir selbst etwas zur Entscheidung anstand. Begleitet werden solche Tage emotional gesehen von einer Stimmung, die als angespannt bezeichnet werden kann: Ich schlafe schlecht, komme einfach nicht zur Ruhe und werde auch früher wach. Welche Bewandtnis hat es überhaupt mit Entscheidungen? Können wir eigentlich richtige Entscheidungen treffen und wie findet man die richtige Lösung für ein Problem (dies ist eine Schwierigkeit, die einen nur selbst betrifft) oder für einen Konflikt (bei dieser Art von Schwierigkeit sind andere Menschen involviert)?

Die Welt, in der wir leben, scheint eher der Hölle zu ähneln als dem Paradies. In ihr herrschen diejenigen, die keine Skrupel haben, nur egoistisch ihre eigenen Ziele verfolgen und rücksichtslos ihre Bedürfnisse durchsetzen. Die Anständigen und an der Not anderer Interessierten, sich für deren Belange einsetzende Menschen scheinen oft das Nachsehen zu haben. Viele glauben, wenn sie zu Gott beten, könne er ihnen helfen, würde ihnen beistehen und sich für sie einsetzen und als „verlängerter Arm“ für sie wirken. Die Realität sieht aber nicht immer so wunschgemäß aus, viele sind enttäuscht, fühlen sich von Gott im Stich gelassen. Ist da etwas dran?

Wer hat nicht schon den Ausdruck gehört: Nach mir die Sintflut. Damit ist gemeint, dass das, was nach einem individuellen Leben kommen sollte (an Katastrophen), einen nicht mehr interessiere. Positiv könnte man auch diese Lebensweisheit formulieren: Man sollte sich auf „das Hier und Jetzt“ konzentrieren, um das zu tun, was möglich ist. Man könnte es auch negativ formulieren: Was interessiert mich, was nach mir mit dieser Welt passiert – meinetwegen kann sie ruhig untergehen. Diese „Lebensweisheit“ beruht auf einem materialistischen Weltbild, das heutzutage zu dominieren scheint (weiterlesen) und das uns zu einer Lebensweise führt, die keine Verantwortlichkeit einfordert, sondern sich auf die Verwirklichung eigener Wünsche konzentriert. Aber könnte nicht alles ganz anders sein? Könnte die Vorstellung von der Wirklichkeit, die von materialistisch denkenden Menschen getragen wird, die nur von Egoismus und Kurzsichtigkeit geprägt ist, völlig falsch sein? Ich will es vorweg sagen: Sie ist völlig falsch.

Sind wir ein Volk von Duckmäusern geworden? Zugegeben: Es ist nicht immer leicht, gegen den so genannten „Mainstream“ der Meinung anzukämpfen, denn allzu zu leicht landet man im gesellschaftlichen Niemandsland! Wer eine Meinung vertritt, die der Mehrheit anderer Menschen widerspricht, bei dem läuten recht schnell die inneren Alarmglocken und er duckt sich weg. Welche Merkmale des „Duckmäusertums“ könnte man feststellen? Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Aspekte:

Seit 2018 besitze ich ein E-Bike, also ein Fahrrad, das beim Antritt mit einem Elektromotor unterstützt wird. Das erleichtert die beschwerlichen Anstiege an manchen Bergen, an denen ich vorher, mit meinem alten Fahrrad, kapitulieren musste und nach dem Motto „wer sein Rad liebt, der schiebt“ abgestiegen war, um dann den Berg per pedes zu überwinden. Könnte man, so denke ich bei mir, dem Fahrradfahren eine philosophische Note abgewinnen, könnte es eine nicht nur praktische Komponente, sondern darüber hinaus eine Bedeutung haben?

Das Glück ist ein flüchtiges Gut. Ich will versuchen, die besondere Art der Flüchtigkeit dessen, was viele anstreben und als Glück bezeichnen, zu charakterisieren:

Eine Koinzidenz bezeichnete C. G. Jung (Weggefährte von Sigmund Freud) das Zusammentreffen von Ereignissen, Situationen oder Begegnungen,  für deren Zustandekommen es aber keine ursächlichen Bedingungen gibt. Sie verdichten sich zu einem Gesamtbild, das sinnvoll erscheint. Von einer besonderen Art der Koinzidenzen um das Bild von Jesus soll hier berichtet werden:

Die Skepsis gegenüber der Religion ist gewachsen, vor allem gegen die institutionalisierte Religion. Dies wurde mir in der gegenwärtigen Corona-Krise sehr deutlich, als die beiden Kirchen auf der Seite des mächtigen Staates waren und ihre Gläubigen im Stich gelassen haben. Anpassung an das System, in dem und von dem diese institutionalisierte Religion lebt, ist ein Grund, die Frage zu stellen: Brauchen wir überhaupt Religion? Ich will vor allem die Gründe anführen, die gegen eine Fortsetzung dieser traditionellen Vorstellung einer von festen Glaubensdogmen, Ritualen und Machtstrukturen geprägten Religion sprechen:

In der gegenwärtigen Corona-Krise gibt es Menschen, die daran glauben, dass durch Gebete der Corona-Virus besiegt werden kann. Deshalb wurde sogar zu einem Weltgebetstag aufgerufen, bei dem alle Vertreter der verschiedensten Religionen aufgerufen wurden, dafür zu beten, dass Gott eingreift und dem Mensch im Kampf gegen den Corona-Virus hilft (weiterlesen). Ich hatte bereits an anderer Stelle herausgestellt, dass die Vorstellung, wir könnten durch Gebete Gott dazu bringen, in unser Weltgeschehen einzugreifen, auf einem zumindest aus meiner Sicht falschen Gottesbild beruht (weiterlesen).

Es herrscht nach meinem Eindruck eine Stimmung in unserem Land, die so miserabel ist, dass ich mich frage: Warum kommt es, dass anscheinend diejenigen immer siegen, die nichts Gutes im Schilde führen? Warum kommen die stets ungeschoren davon, die großen Schaden in unserer Welt anrichten, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden? Warum gibt es die vielen Mitläufer, die sich einfach auf die Seite der Sieger schlagen, ohne nach der Qualität der Moralität der Handlungen zu fragen, denen sie hinterherlaufen? Warum obsiegt anscheinend immer das, was wir das Böse nennen? Und andererseits: Warum müssen diejenigen, die mit wohlwollender Gesinnung dem anderen Gutes tun wollen, oft unsägliches Leid ertragen?

Seit der Corona-Krise finden in den Kirchen keine Gottesdienste mehr statt. Nun wollen die Kirchen ein Konzept vorlegen, nachdem sie und andere Glaubensgemeinschaften wieder diese Gottesdienste abhalten wollen – unter strengen Auflagen des Abstandsgebotes und der Hygiene, was bedeutet, dass auch keine Gesänge mehr stattfinden können. Abgesehen von dem Bedürfnis vieler Kirchenanhänger, an gemeinsamen Gottesdiensten teilzunehmen, stellt sich für mich die Frage: Dienen Gottesdienste Gott?