Pin It

Wer hat nicht schon den Ausdruck gehört: Nach mir die Sintflut. Damit ist gemeint, dass das, was nach einem individuellen Leben kommen sollte (an Katastrophen), einen nicht mehr interessiere. Positiv könnte man auch diese Lebensweisheit formulieren: Man sollte sich auf „das Hier und Jetzt“ konzentrieren, um das zu tun, was möglich ist. Man könnte es auch negativ formulieren: Was interessiert mich, was nach mir mit dieser Welt passiert – meinetwegen kann sie ruhig untergehen. Diese „Lebensweisheit“ beruht auf einem materialistischen Weltbild, das heutzutage zu dominieren scheint (weiterlesen) und das uns zu einer Lebensweise führt, die keine Verantwortlichkeit einfordert, sondern sich auf die Verwirklichung eigener Wünsche konzentriert. Aber könnte nicht alles ganz anders sein? Könnte die Vorstellung von der Wirklichkeit, die von materialistisch denkenden Menschen getragen wird, die nur von Egoismus und Kurzsichtigkeit geprägt ist, völlig falsch sein? Ich will es vorweg sagen: Sie ist völlig falsch.

  • Wir leben nicht nur einmal: Es gibt hinlänglich gut dokumentierte Fälle von Reinkarnation, also dass immer wieder Menschen in einem neuen „Erdenkleid“ auf die Welt kommen (weiterlesen). Die Reinkarnationsforschung ist leider universitär nicht gut verankert und beschränkt sich auf die Erforschung dieses Phänomens durch Privatpersonen. Insbesondere die Erforschung der Erinnerungen von Kindern ist bemerkenswert, weil hier eine Verfälschung nicht stattfinden konnte. Diese Forschungen wurden vor allem von Ian Stevenson (1918 – 2007) vorangetrieben, ein aus Kanada in die USA eingewanderter Mediziner, der lange Zeit als Professor an der „Louisiana State University“ in New Orleans gearbeitet hatte (weiterlesen) und vor allem die Kindheitserinnerungen an frühere Leben dokumentiert hatte und dabei in fernöstlichen Teilen der Welt (Indien, Pakistan, Naher Osten), aber später auch aus anderen Teilen der Welt, die Kinder befragt und ihre frühere Leben erkundet hat. Der Privatforscher Dieter Hassler hat die Ergebnisse zusammengetragen  (weiterlesen). Danach können Kinder oft über folgende Tatsachen berichten:
    • Umstände des Todes: Kinder können sich an ihre Todesart erinnern, vor allem dann sich gut an die Todesumstände erinnern, wenn sie besonders dramatisch waren (Mord, Totschlag, Unfall). Es ist auch vorgekommen, dass durch die Berichte von Kindern über ihre Ermordung in ihrem früheren Leben zur Ergreifung des Täters geführt haben.
    • Erinnerungen an Einzelheiten des Lebens: Kinder erinnern sich an Einzelheiten des Lebens wie z. B. der Ort, an dem sie gelebt haben, die wichtigsten Personen (Eltern, Geschwister, Freunde, Feinde…).
    • Charaktereigenschaften der wichtigsten Personen: Auch die Charaktereigenschaften der Personen, denen jemand in einem früheren Leben begegnet sind, können gut beschrieben werden.

Der Reinkarnationsglaube wurde im westlichen Abendland vor allem von der katholischen und später auch von der evangelischen Kirche verbannt und stattdessen ein einzelnes Leben im Diesseits einem ewigen Leben im Jenseits gegenübergestellt. Auf die Umstände des Abhandenkommens soll nicht näher eingegangen werden, aber hier nur der Hinweis gegeben werden, dass vor der „Verstaatlichung“ der Kirche durch den früheren römischen Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert der Reinkarnationsglaube durchaus verbreitet war. In einem entscheidenden Konzil von Nicäa im Jahr 325 wurde zumindest die bis dahin verbreitete Lehre von der Vorexistenz der Seele nach Lehren des Origenes (185 – 254) unter den „Bannfluch“ gestellt. Dass der Reinkarnationsglaube durchaus mit dem christlichen Glauben vereinbar ist, kann gut auch mit noch geeigneten Bibelstellen, die leider nicht mehr zahlreich zu finden sind, begründet werden (weiterlesen), siehe Reinkarnation und Christentum – wie passt das zusammen?).

Die Konsequenzen aus dem Reinkarnationsglauben sind entscheidend für die konkreten Handlungen von Menschen – auch in unsereren Tagen: Die Verhaltensweisen werden dann in einen größeren Zusammenhang gestellt, der nicht nur das jetzige Leben umfasst, sondern bei dem auch reflektiert wird, dass sie Auswirkungen auf künftige Leben haben werden. Das Bindeglied, das diese Leben in einen Verantwortungsbezug stellen, ist die Annahme des universellen Gerechtigkeitsprinzips, das im fernöstlichen Raum auch Karma genannt wird.

  • Karma – das universelle Gerechtigkeitsprinzip: Das Karma wird oft missverstanden als eine Art Rachegesetz. Alles, was man tut, räche sich dann spätestens in einem nächsten Leben. Das ist eine „Verballhornung“ dieser etwas komplizierteren Konzeption dieses Begriffes, der folgende wesentliche Merkmale hat:
    • Verantwortung ist universell: Alle Handlungen haben Wirkungen nicht nur auf uns selbst, sondern auch für andere. Wenn die Kurzsichtigkeit des materialistischen Denkens zugrunde gelegt wird, dann reicht sie nur für die kurze Distanz zwischen einer Tat und der unmittelbaren Folgen. Man könnte auch sagen. Es gibt gar kein Verantwortungsbewusstsein, das über die unmittelbaren Auswirkungen hinausgeht. Wer die Reinkarnation bejaht, wird nicht mehr sagen können, dass es ihm egal ist, wie sich sein Verhalten auf lange Sicht auswirkt. Ihm ist es bewusst, dass nicht nur sein gegenwärtiges Leben von seinen eigenen Handlungen abhängt, sondern auch das Leben anderer Menschen – auch über sein gegenwärtiges Leben hinaus!
    • Absolute Gerechtigkeit: Alle Handlungen haben Konsequenzen, die guten wie die schlechten. Es kann zwar sein, dass man für seine Taten nach irdischen Gesichtspunkten nicht zur Verantwortung gezogen wird, weil man z. B. eine schlechte Tat unentdeckt geblieben ist, es keine strafbare Handlung im Sinne des Gesetzes war oder aber man einen milden Richter fand, aber im absoluten Sinne gibt es immer eine Folge dieser Handlungen nach dem universellen Gesetz, das Gut von Böse unterscheidet. Es wird also davon ausgegangen, dass es eine universelle Gerechtigkeit gibt, der sich keiner entziehen kann: Wer anderen etwas Böses oder auch Gutes getan hat, wird die Folgen dieser Handlungen in diesem oder aber in einem späteren Leben erfahren.
    • Altes und neues Karma: Mit unserem Handeln bewirken wir neues Karma – das sich dann später auf uns in diesem oder in einem der nächsten Leben auswirken wird. Gleichzeitig aber ereilt uns jeden Tag das alte Karma aus der Vergangenheit wieder. Karma kann prospektiv gesehen, also die künftigen Folgen unseres heutigen Tuns oder Unterlassens. Karma kann auch retrospektiv gesehen werden als das, was uns aus der Vergangenheit in der Gegenwart ereilt. Ein einfaches Beispiel kann dieses erläutern: Wenn ich heute nicht die Zähne putze, schaffe ich negatives Karma in der Zukunft durch Karies. Wenn ich heute wegen Karies einen Zahn plombiert oder gezogen bekomme, war dies die Folge meiner vergangen Handlungen (altes Karma).
    • Gutes und schlechtes Karma: Alle Handlungen unterliegen einer moralischen Bewertung. Danach baut jemand ein „gutes Karma“ auf, der in seinen Handlungen bewusst versucht, in jeder Hinsicht aufbauend zu wirken, so dass sich die Lebenssituationen von allem was lebt verbessert. Das „schlechte Karma“ beinhaltet das Gegenteil, nämlich die destruktive Komponente des eigenen Handelns, das auf Zerstörung oder gar Vernichtung von allem was existiert gerichtet ist. Das Unterlassen kommt dem Handeln gleich, d. h. dass auch ein Unterlassen einer Handlung die gleiche moralische Qualität zukommt.
    • Universelles Gedächtnis: Wie kann das sein, dass lange Zeiträume - über mehrere Leben - überbrückt werden können, ohne dass die Erinnerungen verloren gehen? Nach der materialistischen Hypothese sterben mit dem Gehirn auch alle Erinnerungen an alles, was getan und erlebt wurde mitsamt der Identität des Menschen. Bei der Annahme des Gesetzes von Karma ist dies nicht der Fall: Alle Handlungen oder auch Handlungen, die nicht begangen wurden (Unterlassungen – etwa jemand in der Not zu helfen), bleiben für ewig erhalten in einem Art „Weltgedächtnis“. In der Esoterik wird gerne dabei von der Akasha Chronik (weiterlesen) gesprochen, in der alles an Informationen gespeichert ist, was je Menschen getan haben. Es wäre dann ein „universelles Bewusstsein“ notwendig, das in den Religionen auch als Gott bezeichnet wird. In der Johannes-Offenbarung (20, 12 und 15) wird vom „Buch des Lebens“ gesprochen, das aufgeschlagen wird, in dem alle Handlungen eines Menschen verzeichnet sind.

Welche Auswirkungen hat nun diese Weltsicht? Wer sich heute in der Welt umsieht und speziell sich die politische Entwicklung in Deutschland anschaut, wird vielleicht zustimmen können, dass diese Weltanschauung nicht geteilt wird. Hier herrscht eine Verantwortungslosigkeit vor, die nur mit einem materialistischen Denken ohne jede moralische Verankerung des Verhaltens begründet werden kann. Esther Vilar hat in ihrem Buch  „Der betörende Glanz der Dummheit“  (weiterlesen) sehr gut die auf maßlose Selbstüberschätzung begründete Ignoranz gegenüber den Auswirkungen eigenen Handelns auf andere und den grenzenlosen Egoismus beschrieben, den vor allem unsere „Eliten“ auszeichnet, die nur ihren eigen Vorteil im Auge haben. Nach ihrer Lesart werden sich deshalb in „Spitzenpositionen“ keine Menschen finden lassen, die vorsichtig und mit Bedacht vorgehen, sondern eher diejenigen, die sich keine Gedanken darüber machen, welche Auswirkungen ihr Verhalten auf andere Menschen haben, weil sie sich durch ihre Phantasielosigkeit und mangelnde Empathie nicht in andere hineinversetzen können oder wollen. Dies führt in der letzten Konsequenz zu einer Verantwortungslosigkeit, die sich in der gegenwärtigen Politik offenbart: Durch die Corona-Verordnungen wurden wirtschaftliche Existenzen zerstört oder gefährdet, durch die „Energie-Wende“ wird die zukünftige Sicherheit in Form der  notwendigen Versorgung mit elektrischem Strom von Millionen Menschen gefährdet, weil man auf unstete Energieträger wie Sonne und Wind setzt, durch eine zugelassene Masseneinwanderung macht man sich mitschuldig an Ermordungen , Verletzungen und Vergewaltigungen von Menschen durch unkontrolliert eingewanderte Kriminelle. Die Verbindung zwischen den eigenen Handlungen/Unterlassungen und den negativen Folgen wird von den Politikern weder so gesehen noch anerkannt, die gerne von Verantwortung reden, sie aber nicht beherzigen. Aber sie können sicher sein, dass auch sie sich nicht den universellen Gesetzen des Karmas werden auf Dauer entziehen können.

© beim Verfasser

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren