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Als Christian Wulff gesagt hatte: „...Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“ (weiterlesen), bekam er Kritik, vor allem aber auch viel Lob. Das war noch im Jahr 2010. Aber es war nicht Wulff, der diesen Satz – Islam gehört zu Deutschland – prägte, sondern bereits Wolfgang Schäuble hatte dies im Jahr 2006 gesagt, als er die erste Islamkonferenz ins Leben rief (weiterlesen). Viele andere prominente stimmten mit in das Loblied ein über den Islam wie z. B. de Maizière, Merkel, Lammert und Gauck (weiterlesen)   – der einzige Querschießer war Seehofer, aber das war noch bevor er wieder in das Kabinett Merkel nach 2017 einstieg. Stimmt dieser Satz aber wirklich? Ich behaupte nein, denn vieles spricht dagegen. Hier meine Argumente:

  • Islam ist nicht nur eine Religion: Der Islam wird oft in einem Atemzug mit dem Christentum und dem Judentum genannt als eine von diesen drei monotheistischen Religionen. Allen drei Religionen sei es gemeinsam, dass sie nur an einen Gott glaubten. Es wird dabei übersehen, dass Muslime eine ganz andere Einstellung zu ihrer Religion haben als etwa Juden oder Christen. Für sie ist es die alle anderen Lebensbereiche dominierende Lebenseinstellung. Sie haben nicht wie etwa die Gläubigen des Christentums die Aufklärung erlebt, wodurch die Dominanz der Religion, wie sie vorher von den beiden Kirchen praktiziert wurde, relativiert wurde. Für Muslime gibt es keine Kompromisse, wenn es um ihre Religion geht. Wenn sie die Wahl haben zwischen den Gesetzen des Koran oder weltlichen Gesetzen, entscheiden sie sich für die des Koran, denn für sie gilt „das Wort Gottes (Allah)“ als oberstes Gebot und nicht die von Menschen gemachten Gesetze. Daneben gelten für sie noch die Worte des Propheten Mohamed (Sunna) und seine Handlungsanweisungen, so genannte Hadithe (Heiner Barz und Matthias Jung: Gehört der Isam zu Deutschland, 2013, S. 31; weiterlesen).
  • Keine echte Einordnung in das westliche System: Die Folgen dieser alles umfassenden Weltreligion ist, dass es Muslimen schwer fällt oder fast unmöglich ist, sich an das liberale, freiheitlich denkende Modell der westlichen Demokratien anzupassen. Für sie ist die westliche Welt dekadent geworden, weil sie nicht wie sie die Religion an die erste Stelle setzen. Für Muslime kann es deshalb keine Einordnung oder gar Unterordnung gegenüber dem westlichen Wertesystem geben. Sie lehnen dieses ab und wollen, dass sie nach ihren eigenen Gesetzen, die sich am dem Koran orientieren, weiterleben.
  • Scharia und Friedensrichter: Scharia ist die eigene Gesetzgebung der Muslime, deren Quelle auf Allah zurückgeht und deshalb als unumstößlich angesehen wird. Es gibt sogar in Pakistan ein eigenes Bundes-Scharia-Gericht, das mit muslimischen Richtern besetzt ist (weiterlesen). Es gibt so etwas  zwar noch nicht in Deutschland, aber dafür gibt es Friedensrichter, die bei Streitigkeiten innerhalb des eigenen Kulturkreises der Muslime eingeschaltet werden. Das bedeutet konkret: Es handelt sich hierbei um eigenes Rechtssystem mit Gesetzgebung und Rechtsprechung in einem Land, in dem  es eigentlich neben dem Grundgesetz und allen von den Parlamenten erlassenen Gesetzen sowie  die darüber befindenden Richter keine parallele Jurisprudenz geben dürfte.
  • Patriarchat: Mit den Muslimen ist auch das Patriarchat nach Deutschland zurückgekommen, das in einem langen Kampf der Frauen für Gleichberechtigung schon fast als überwunden galt. Nur noch sporadisch flackern Kämpfe aus alten patriarchalen Strukturen auf, aber es gilt in Deutschland als anerkannt und allgemein gültig: Die Geschlechter sind vor dem Gesetz gleich. Aus der Gleichstellung ergeben sich auch daraus alle Ansprüche auf gleiche Bildungs-, Ausbildungs- und Berufschancen mit dem Anspruch auf gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit. Eine ausgesprochene Machokultur ist aber durch den Islam nach Deutschland zurückgekehrt, die hier aber nur noch die Wenigsten haben wollen. Neben der Unterdrückung der Frau in dem Islam gibt es auch einen signifikanten Zusammenhang mit höherer Gewaltbereitschaft bei jugendlichen Muslimen: Je fundamentalistischer der muslimische Glaube ist, desto höher ist auch die Anzahl der Gewaltdelikte wie Körperverletzung und Raub, fand das Kriminalistische Forschungsinstitut in Münster 2010 unter der Leitung von Christian Pfeiffer heraus (weiterlesen). Die Unterdrückung der Frau drückt sich vor allem darin aus, dass es nach dem Koran eigentlich dem Mann obliegt, durch Erwerbstätigkeit seine Familie zu ernähren – die Frau wird auf die traditionelle Rolle als Mutter und Hausfrau festgelegt. Auch das Erbrecht begünstigt den Ehemann, weil die Ehefrau nur die Hälfte dessen erbt was einem Mann zustehen würde. Während Männer mehrere Frauen haben dürfen, ist dies den Frauen verboten. Auch dürfen die Männer bestimmen, wann sie Geschlechtsverkehr haben wollen, weil der Mann „über der Frau steht“ (Sure 4). Besonders in der Kleidung zeigt sich offensichtlich die Unterdrückung der Frauen, weil diese, um keine gegengeschlechtliche Reize auszusenden, sich verhüllen, insbesondere ihre Haare bedecken müssen (weiterlesen).    
  • Auswirkungen in der Erziehung: Ahmet Toprak hat das Leben der muslimischen Jugendlichen untersucht („Muslimisch, Männlich, Desintegriert“ (weiterlesen) und dabei festgestellt, dass die Grundsteine der Machokultur in den Familien mit starken konservativen muslimischen Milieu gelegt werden. weiterlesen: Die Mutter, die "privat alle Zepter in der Hand" habe, sei unnachgiebig gegenüber der Tochter, nachsichtig gegenüber dem Sohn. Bei ihm werde jedes Fehlverhalten toleriert. So werde der Grundstein für Unselbstständigkeit gelegt. Auch die Väter spielten oft eine unglückliche Rolle. "Einige sind als Vorbild schlicht nicht geeignet", meint Toprak und führt Arbeitslosigkeit und Gewaltbereitschaft an - oder dass sie den Anforderungen des Alltags wegen ihres Migrationshintergrunds nicht gewachsen seien. Die traditionellen Rollenbilder – hier der herrschende Mann, da die gehorsame Frau – festigen diese Machokultur mit den verheerenden Folgen für die Integrationsbereitschaft, weil diese in Deutschland nicht mehr geduldet wird und unweigerlich in Parallelgesellschaften endet (weiterlesen).
  • Mangelnde Integrationsbereitschaft: Die fast logische Folge der vorgenannten Überlegungen ist in der Tatsache zu sehen, dass Anhänger des muslimischen Glaubens keine oder nur geringe Integrationsbemühungen zeigen. Der ehemalige SPD-Bürgermeister in Neukölln, Heinz Buschkowsky, hat diese Entwicklung beobachtet und beschrieben („Neukölln ist überall“, 2012; weiterlesen) und versucht, bis zum Ende seiner Amtszeit (bis 2015) in dem Stadtteil von Berlin etwas daran zu ändern. Wenn die Jugendlichen in seinem Stadtteil nur zu 70 % ganz ohne Abschluss oder nur mit einem Hauptschulabschluss verlassen, kann man sich ausrechnen, wie die Aussichten auf Integration auf dem Arbeitsmarkt aussehen: schlecht. (weiterlesen). Wenn allzu sehr die Verbundenheit mit der Ursprungskultur gelebt wird, zu Hause mehr türkisch statt deutsch gesprochen wird, ist die logische Folge die mangelnde Bildung der Kinder und Jugendlichen. Und hauptsächlich über diesen Weg kann eigentlich in unserer Leistungsgesellschaft eine Integration gelingen. Diese mangelnde Anpassungsbereitschaft ist nur bei Menschen aus muslimischen Ländern bekannt, während andere Eingewanderte aus anderen Ländern ein starkes Bemühen zeigen, sehr schnell die deutsche Sprache zu lernen.

 

Die Probleme sind eigentlich bekannt und die zunehmende Segregation (weiterlesen)  von Bevölkerungsteilen aus vor allem muslimischen Ländern wie z. B. in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh ist durch beobachtbare Entwicklungen offenkundig. Trotzdem scheinen die Verantwortlichen in der Merkel-Regierung dieses Problemfeld einfach ignorieren zu wollen. Es wird Zeit, dass sich daran etwas ändert.    

 

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