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In meinem Artikel über die Frage, ob es so etwas wie Leitlinien für ein selbstbestimmtes Leben[1] gibt, klang bereits an, dass ich ein Verfechter eines selbstverantwortlichen Individualismus bin. Das Individuum als ein unverwechselbares „Unikum“ ist aber einer Reihe von mächtigen Menschen und Institutionen ein Dorn im Auge, denn es stört den reibungslosen Ablauf der Maschinerie einer Massengesellschaft, in der das Individuum der berüchtigte „Sand im Getriebe“ ist, der diese zum Stocken bringen kann. Welches sind die Interessen und Bestrebungen, die hinter dem stehen, was die so genannten Eliten möchten?

[1] https://perikles.tv/1630-leitlinien-fuer-ein-selbstbestimmtes-leben

  • „Gute alte Zeit“: Wenn wir zurückgehen in frühere Zeiten, dann können wir feststellen, dass die regionale Organisation unseres Lebens eine große Rolle spielte. Alles war vor Ort geregelt, denn es gab noch einen Schuster, der tatsächlich Schuhe reparierte, einen Schneider, der einen maßgeschneiderten Anzug anfertigte, der dann auch noch lange getragen werden konnte und die bäuerliche Landwirtschaft, die nicht nur für den eigenen Bedarf arbeitete, sondern auch den der Menschen am eigenen Orte deckte, war eine wichtige Größe in der Selbstversorgung. Menschen, die sich kannten und deshalb vertrauten, tauschten ihre Waren auf regionalen Märkten aus und ein „fahrendes Volk“ von Gauklern, Zauberern und Musikanten sorgten für Kurzweil auf dem Marktplatz. Eine Frau, die ihr Haus verließ, stellte einen Besen in die Türe und jeder respektierte dies, dass nun keiner zu Hause war – aber sie konnte sicher sein, nicht ausgeraubt zu werden. Alles war überschaubar und die Menschen tauschten sich direkt über Neuigkeiten an lokalen Plätzen, vor dem Gottesdienst beim Frühschoppen oder beim Einkauf im „Tante-Emma-Laden“ aus. Der Sohn konnte, wenn er wollte noch das Handwerk bei seinem Vater lernen und die Tochter die Hauswirtschaft bei ihrer Mutter. Die „große Politik“ gab es nur fern dieser „Idylle“ und berührte die Menschen kaum in ihrem Alltagsleben. Wenn etwas geregelt werden sollte, dann gab es eine Bürgerversammlung, bei der Bürgermeister die Menschen befragte, was am eigenen Ort zu entscheiden war.
  • Der Trend „ins Große“: Diese Lokalität der Märkte hat sich grundsätzlich geändert, vor allem nach dem 2. Weltkrieg. Ein älterer Herr, der noch als junger Mann nach dem Krieg die Zeitungen las, berichtete mir die erstaunliche und damals kaum verständliche Nachricht, dass in Deutschland, so wie das bereits in den USA der Fall war, Supermärkte „auf der grünen Wiese“ entstehen würden. Dies war damals unverständlich, war doch der Laden mit den nötigen täglichen Lebensmitteln und sonstigem „Kleinkram“ direkt im Ort. Aber der „Trend ins Große“ brach an und die anonymen Lebensmitteläden mit Selbstbedienung entstanden tatsächlich fern der Ortschaft, so dass die Menschen gezwungen waren, mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren. Auch die noch am Ort befindlichen kleinen Gewerbetreibenden verschwanden immer mehr und die Menschen waren gezwungen, große Wege in die entstehenden Zentren zurückzulegen, um sich Lebensmittel, Textilien und andere Gebrauchsgegenstände zu kaufen. Auch das Reparieren von technischen Geräten, Schuhen oder anderen Dingen lohnte nicht mehr und es entstand eine „Wegwerfgesellschaft“, so dass nicht repariert, sondern nur noch alles neu gekauft und das defekte Gerät oder die abgelaufenen Schuhe einfach weggeworfen wurden. Mit diesem Trend wurden auch die politischen Strukturen immer mehr „nach oben“ verlagert. Die noch am Ort ansässigen kleinen Verwaltungen verschwanden, kleine Gerichte wurden geschlossen und die „kommunalen Gebietsreformen“[1] schufen größere politische Einheiten, die aber immer anonymer und „bürgerunfreundlicher“ wurden. Heraus kamen vom Bürger immer weniger durchschaubare politische Strukturen, die nach festen Regeln funktionierten, die nicht auf regionaler Ebene entworfen wurden, sondern von darüber liegenden politischen Institutionen. Die euphorische Integration von Europa in Form einer „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ mündete schließlich in dem Versuch, Europa auch politisch zu vereinigen. Es entstand ein komplexes politisches Gebildete der „Europäische Union“ mit nicht mehr durchschaubaren politischen Entscheidungsebenen, die für den Normalbürger nicht mehr nachzuvollziehen sind. Auch die internationalen Beziehungen gipfelten in „supernationalen“ Strukturen, die aber immer mehr an „Bodenhaftung“ verloren und die kaum noch kontrollierbar sind. Die gewachsenen Strukturen „auf dem flachen Land“ und auch in den Städten verarmten immer mehr und die Trennung von Wohn- und Arbeitsort schuf eine Aufspaltung der Gesellschaft in Arbeitswelt und Freizeitwelt, welche noch von geschäftstüchtigen Unternehmen erobert wurde, denn nun sollten die Menschen unterhalten werden, weil sie sich nicht mehr miteinander austauschten. Der Trend ging also hin zu einer anonymisierten Massengesellschaft von Einzelgängern und Familien, die nur noch für sich selbst sorgten.
  • Menschen als „Versuchstiere“? Die Entwicklung zu einer Massengesellschaft einhergehend mit zunehmender Distanz zwischen dem Volk und den Regierungen, internationalen Institutionen (z. B. UNO) und Unternehmen bewirkte eine anscheinend zunehmende Notwendigkeit, die Bürger durch Gesetze an bestimmte Regeln zu gewöhnen, die sie einzuhalten hatten. Es entstand auch eine Funktionärs- und Politikerkaste, die sich immer mehr von den Bürgern nicht nur räumlich entfernte, sondern auch emotional, denn diese lebte getrennt von der Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Parallel hierzu entwickelten sich die Wissenschaften weg von einer den Menschen noch vertrauten Geborgenheit in einer stimmigen, von Gott geschaffenen Ordnung, hin zu einer Weltsicht, die bestimmt war von Zufällen und nicht sinnstiftenden Naturgesetzen. Die Evolutionstheorie entstand, die auf einem atheistischen Weltbild beruhte, denn nicht Gott hatte danach die Menschen, Tiere und Pflanzen geschaffen, sondern sie waren das Produkt von Zufällen, die dafür sorgten, dass sich Lebewesen von einfachen Zellen zu komplexeren Organismen entwickelt haben sollen. In der Psychologie hielt der Behaviorismus Einzug, bei dem nicht mehr das Verstehen seelischer Vorgänge das Ziel der Forschung war, wie dies vorher der Fall war[2], sondern das Konditionieren des Verhaltens auf einer nicht-kognitiven Art durch positive oder negative Anreize. Arme Laborratten und Tauben wurden in Käfigen gehalten und mussten nach dem Design emotionsloser Forscher mühsam ihr Futter verdienen oder wurden durch elektrische Schocks davon abgehalten, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen[3]. Sehr schnell wurden die Forschungsergebnisse auf den Menschen übertragen und überlegt, wie durch Konditionierung Menschen dazu gebracht werden könnten, gewünschtes Verhalten zu zeigen und unerwünschtes Verhalten zu unterlassen. Diese Entwicklung hält bis heute an und zeigt sich in der verheerenden Art, wie die so genannten Eliten glauben, das Verhalten der „Untertanen“ – ihnen ist ein wirkliches Demokratieverständnis fremd – steuern zu können. Ihre Einstellung zu den Bürgern ähnelt sehr den Versuchsleitern, die in Laborexperimenten mit Ratten arbeiteten und diese durch enge Gänge laufen ließen, um sie für „korrektes“ Verhalten mit Futterpillen zu belohnen und für „unkorrektes“ Verhalten mit Stromstößen zu bestrafen. Die Machthaber in den Ministerien und Parlamenten, die fast ausnahmslos die Gesetze „abnicken“, die ihnen von den Regierungen serviert werden, sehen sich anscheinend in der Versuchsleiterrolle und glauben, mit Gesetzen und Verordnungen die entsprechenden „Anreize“ für gewünschtes Verhalten setzen zu können. Bußgeldkataloge, wie sie jetzt in Deutschland für Verstöße gegen Coronaschutzverordnungen erlassen wurden, ähneln doch sehr den Ratten gegebenen Elektroschocks. Das Gewähren von „Vergünstigungen“ bei „bravem“ Verhalten – Einhalten aller Gesetze zur Bekämpfung der so genannten Corona-Pandemie, Annehmen der „Impfangebote“ – und Entzug von Freiheiten bei unangepasstem Verhalten, spiegelt wider, welche Einstellung die Machthaber haben: Ihnen ist das „Seelenleben“ der zu Versuchstieren degradierten Bürgern egal. Wie die alten Machthaber im römischen Reich, die in den Arenen mit dem Daumen nach unten den Tod von Gladiatoren bestimmen konnten, maßen diese sich auch, über das Leben von Staatsbürgern zu entscheiden.
  • Massentierhaltung: Die Massentierhaltung, bei der Schweine oder Rinder in engen Käfigen gehalten werden, scheint eine Art Vorbild zu sein für den Umgang mit Menschen, die in anonymen Großraumbüros arbeiten und in ähnlichen „Wohncontainern“ in den zahlreichen Sattelitenstädten leben. Sie sind wie die Tiere, die ihrer natürlichen Ausdrucksformen des Sozialverhaltens durch die enge Käfighaltung beraubt sind, zu Einzelwesen verkommen, die nur noch so zu funktionieren haben: Arbeiten um zu konsumieren. Ist auch die Schlachtung vorprogrammiert? Nein nicht direkt, aber ungesunde Ernährung, zu Bewegungsmangel erzogen und neuerdings zu Versuchsobjekten einer nicht gerade ausreichend erforschten Corona-Impfung erklärt, ist bei ihnen auch der vorprogrammierte Tod ein willkommenes Geschenk. Denn die „Überbevölkerung“ ist den Machthabern ein Dorn im Auge, da diese Menschen irgendwann auf die Idee kommen könnten zu überlegen, ob die von den Mächtigen unterschiedene Lebensweise – prachtvolle Villen in bevorzugten Wohngegenden bei wenig, aber lukrativer Arbeit – etwas mit den Machtverhältnissen zu tun hat.
  • Anpassungsdruck: Der Anpassungsdruck, der auf die Menschen ausgeübt wird, ist enorm. Analog dem Experimenten von Milgram und Asch[4], bei denen durch Autorität und Gruppenerwartung ein dem Versuchsdesign entsprechendes konformes Verhalten erzeugt wird, sind die Menschen in unseren Zeiten einem enormen Anpassungsdruck ausgesetzt. Wer dem „Versuchsaufbau“ der Machthaber nicht folgen will, hat es schwer und wird zunehmend ausgegrenzt und durch Entzug von Vergünstigungen bis hin zur Existenzvernichtung „behandelt“. Willige Mitläufer und Steigbügelhalter der Machthaber sowie willfährige, der „Political Correctness“ folgende Massenpublikationen von Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk unterstützen diesen Anpassungsdruck, in dem die Nichtangepassten als „Verschwörungstheoretiker“, „Rechtsradikale“, „Aluhutträger“ verunglimpft werden.
  • „Freie“ westliche Welt verkommt: Die einstmaligen „freien“ westlichen Länder[5], die sich scharf gegen die kommunistisch regierten Länder abgrenzten, verkommen in einer globalisierten Welt immer mehr zu totalitären Systemen nach Orwells Vorbild von seinem Roman „1984“. Überall gibt es schon an markanten Stellen in den Städten Überwachungskameras, das Internet wird zensiert und von unliebsamen Bloggern und anderen freien Journalisten gesäubert. Wer hier nicht so funktioniert, wie dies die Herrschenden wollen, erfährt die Härte des Systems durch brutale Polizeieinsätze bei nicht gewünschten Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen und applaudierende Kommentare bei den dem links-grünen Mainstream folgenden Demos, die sich angeblich gegen Rassismus wenden oder für die „Gleichberechtigung“ von Schwulen und Lesben werben[6]. Die moralische Verkommenheit einer beliebigen Doppelmoral – gegen Corona-Maßnahmen demonstrierte Bürger werden attackiert, die dem links-grünen Zeitgeist entsprechenden Aktionen hofiert - , die auf keinem festen moralischen Gerüst steht, ist offensichtlich. Militante Minderheiten dominieren die schweigende Mehrheit, wie dies bei der Durchsetzung der Genderideologie[7] offensichtlich wird oder bei der Hysterie um den angeblich menschengemachten Klimawandel. Die ehemaligen „Ostblockstaaten“ halten in Europa dagegen und demonstrieren gegen die ausufernde und bevormundende EU-Bürokratie ein entschiedenes Nein, die weiterhin eine „Bereicherung“ Europas mit Flüchtlingen propagiert oder die gnadenlose Corona-Politik durchsetzen will. Die einstmalige „moralische“ Überlegenheit des Westens ist dahin und dem Machthunger der Eliten, etwa um Georg Soros oder Bill Gates, geopfert worden, die glauben, mit ihrem Geld die Welt beherrschen zu können.
  • Individualismus: Individuelle Entscheidungsfreiheit ist der Schlüssel zur Bekämpfung einer globalen „Neuen Weltordnung“, die nur eine Versklavung der Bevölkerung zum Ziel hat. Die Individuation als der Prozess zur Bewusstwerdung der eigenen Person als ein sich von anderen unterscheidendes Einzelwesens, das nur sich dann anpasst, wenn diese Anpassung seinem Gewissen gemäß ist, sollte das Ziel allen staatlichen Handelns sein. Denn nur eine Vielfalt von Einzelwesen garantiert eine lebenswerte Welt, in der Menschen sich so entwickeln können, dass sie „das Beste“ aus sich „herausholen“. „Leben und leben lassen“ ist für viele die Devise einer toleranten Lebenseinstellung, die diesen Weg gehen wollen. Der Kampf ist aber gefordert und dieser kann nicht nur auf der Straße ausgetragen werden durch öffentliche Demonstrationen, sondern vor allem im Alltag durch selbstbewusstes Eintreten für eigene Überzeugungen. Der Mut „gegen den Strom“ zu schwimmen muss aufgebracht werden, auch wenn der Einzelne dadurch die Ächtung der Gemeinschaft zu ertragen hat. Wahrer Individualismus ist nicht wie die üblichen „Ismen“ eine ungesunde Übertreibung, sondern eine notwendige Akzentuierung in einer auf Anpassung gedrillten Massengesellschaft.

Gibt es noch eine Chance, den Individualismus zu bewahren und zu erhalten? Es liegt an den Menschen selbst, die einzig lebenswerte Art der Lebenseinstellung gegen alle Widerstände zu gehen. Jesus Christus hat dies vorgemacht – aber mit dem Leben hierfür bezahlt. Aber er, wie viele andere, glaubten und glauben, dass das irdische Leben nicht das einzige ist, das uns an die Materie annagelt, sondern das nur als eine Daseinsform  in der diesseitigen Welt darstellt, die einer vielfältigeren und besseren jenseitigen Überlebensweise gegenüber steht. Diese Zuversicht kann so manchem die Kraft geben, gegen die bösen Mächte, die hinter der globalistischen Machthabern stehen, zu kämpfen. Diese Jenseitshoffnung sollte aber nicht dazu führen, den Kampf von vornherein aufzugeben, sondern zu rechtfertigen, denn nur dieser Kampf bringt uns im Hinblick auf eine Jenseitserwartung weiter, weil wir erkennen, dass die Menschen zwar auch selbst böse Absichten verfolgen, aber unter dem Einfluss böser Mächte stehen. Wie sagte es einst Paulus: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ [8]

 

 © beim Verfasser     

 

[1] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kommunale-gebietsreform-37008: Die Gebietsreformen fanden in Deutschland zwischen 1968 und 1968 statt.

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Lersch: Philipp Lersch war ein bekannter Vertreter der Gestaltpsychologie, der das Verstehen der seelischen Vorgänge in den Mittelpunkt stellte; bekanntestes Werk war das Buch „Aufbau der Person“, das ich mit hohem Interesse gelesen habe.

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/B._F._Skinner. Burrhus Frederic Skinner war ein typischer Vertreter dieser Richtung in der Psychologie, die eine gesamte Generation auch noch bis heute prägte.

[4] https://perikles.tv/philosophie-und-religion/1447-das-duckmaeusertum-eine-deutsche-krankheit

[5] https://www.kas.de/de/einzeltitel/-/content/-wir-waehlen-die-freiheit-; bekannt wurde der Ausspruch von Konrad Adenauer in 1952, in dem er betonte – auch gegen den kommunistischen Ostblock gerichtet: „Wir wählen die Freiheit“.

[6] https://twitter.com/polizeiberlin/status/1418881128765837313: Die Berliner Polizei wünschte der Veranstaltung vom „Christopher Street Day“, an der sehr viele Menschen ohne Abstand halten oder Maske tragen teilnahmen, ein „Happy Pride“.

[7] https://perikles.tv/1627-genderideologie-wie-gefaehrlich-ist-sie

[8] Epheser 6, 12 https://www.bibleserver.com/de/verse/Epheser6%2C12

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